Wohnbasics

Nachhaltige Möbel

von Katja Keweritsch

Shoppen mit gutem Gewissen. Das geht, wenn du auf nachhaltig produzierte Möbel setzt. Wir zeigen, was das heißt und wie stilvoll es aussehen kann.

In diesem Artikel:

  • Was bedeutet eigentlich nachhaltig?
  • Diese Materialien sind nachhaltig
  • Von welchen Hölzern du die Finger lassen solltest
  • Was ein nachhaltiges Möbel leisten muss
  • So erkennst du nachhaltig produzierte Möbel
  • Diese Testsiegel zeichnen nachhaltige Möbel aus
  • Wie du in deinem Zuhause nachhaltiger lebst

 

Schöne nachhaltige Möbel zum Shoppen findest du am Ende des Artikels.

Was bedeutet eigentlich nachhaltig?

Es geht darum, Ressourcen zu schonen und sinnvoll einzusetzen, damit die nächste Generation genauso auf der Erde leben kann wie die jetzige. Das betrifft alle Bereiche – von Ökologie über Ökonomie bis hin zu sozialen Aspekten. Was die Möbelproduktion angeht: Hier bedeutet nachhaltig z.B., nur heimische Hölzer zu verwenden, Wert auf recyclebare Werkstoffe zu legen, faire Arbeitsbedingungen zu garantieren, CO₂ zu sparen und lang haltbare Produkte zu schaffen. Was das für dich bedeutet? Du kannst darauf achten, dass nur nachhaltige Möbel und Accessoires bei dir einziehen. Soll heißen: weg von blindem Massenkonsum, hin zu einem bewussten Einrichtungsstil.

Diese Materialien sind nachhaltig

Holz natürlich, aber auch Baumwolle oder Bambus. Also Rohstoffe, die nachwachsen. Selbstverständlich müssen sie unter fairen Bedingungen verarbeitet und gehandelt werden. Und, klar, sie dürfen keine Schadstoffe enthalten. Meist ist es schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn du dich für qualitativ hochwertige Möbel entscheidest. Denn: Langlebigkeit ist noch immer die ressourcenschonendste Einrichtung. Tipp: Ökologischer als jeder Neukauf ist es, wenn du gut erhaltene, gebrauchte Möbel kaufst oder alte Schätze restaurierst. Vorteil: ein individuelles Zuhause, das sich von der Masse abhebt.

Hohe Tischlerkunst: Das Bett Eco Basic von Green Living kommt ganz ohne Schrauben und Metall aus. Es besteht aus zertifiziertem, heimischem Eichenholz und passt mit seinem schlichten Design auch in zwanzig Jahren noch zu jedem Einrichtungsstil.
Foto: Green Living

Von welchen Hölzern du die Finger lassen solltest

Illegal geschlagene Tropenhölzer, die Raubbau am Artenreichtum des Dschungels betreiben, gehen gar nicht. Logisch. Aber was ist mit zertifiziertem Teak oder Mahagoni? Beispielsweise mit dem Siegel des FSC (Forest Stewardship Council), der vergleichsweise unbedenkliches Holz auszeichnet? Dieses Holz stammt zumeist von Plantagen. Ist also nachhaltig. Dennoch: Plantagen stehen dort, wo früher einmal Dschungel war. Sie verdrängen die ursprüngliche Vegetation. Zudem gibt es in vielen Ländern immer wieder Probleme mit der Umsetzung der strengen Richtlinien des FSC. Deshalb gilt generell: Heimisches Holz ist besser als Tropenholz. Mit dem Verzicht auf exotische Holzarten setzt du ein deutliches Zeichen für Nachhaltigkeit.

Was ein nachhaltiges Möbel leisten muss

  • Es besteht aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Es ist schadstofffrei
  • Sein Holz stammt aus nachhaltiger deutscher oder europäischer Forstwirtschaft
  • Es hat keine langen Lieferwege hinter sich
  • Die Verarbeitung ist langlebig
  • Es ist mit Lasuren, Ölen oder Wachsen natürlich behandelt
  • Es lässt sich gefahrlos entsorgen
Nachhaltigkeit und Design schließen sich nicht aus! Viele Hersteller und Designer setzen inzwischen auf Möbel, die sowohl sozial als auch ökonomisch und ökologisch fair produziert und vertrieben werden. Deshalb kannst du heute ruhigen Gewissens zwischen nachhaltigen Möbeln für ganz unterschiedliche Einrichtungsstile wählen.
Fotos: Ethnicraft

So erkennst du nachhaltig produzierte Möbel

Leider gibt es noch immer keine rechtsverbindliche Definition für nachhaltige Produkte. Es liegt also in der Hand der Hersteller, inwieweit sie sich einer freiwilligen Selbstkontrolle unterziehen. Generell gilt: Fragen hilft. Löcher den Verkäufer, wenn du dir bei einem Produkt unsicher bist. Im Zweifel: nicht kaufen. Eine Hilfestellung bieten darüber hinaus einige Testsiegel für nachhaltige Möbel:

  • Blauer Engel: überprüft Produkte von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung, zeichnet Produkte mit einer begrenzten Freisetzung von Schadstoffen aus, Holz muss weitestgehend aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen
  • FSC (Forest Stewardship Council): eine gemeinnützige, unabhängige Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, wird u.a. unterstützt von Greenpeace, WWF und BUND, garantiert, dass Holz aus Wäldern oder Plantagen stammt, die umweltgerecht, sozial verträglich und ökonomisch bewirtschaftet werden
  • Öko Control: Gütesiegel von Mitgliedern des Europäischen Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser, prüft u.a. Polstermöbel auf Schadstoffe, hoher ökologischer Standard
  • Eco Institut Label: internationales Unternehmen, das testet, ob u.a. Matratzen und Bettwaren umweltverträglich und gesundheitlich unbedenklich sind, Überprüfung beginnt bei der Rohstoffgewinnung, geht über Herstellung, Verarbeitung und Nutzung bis hin zur Recyclingfähigkeit
  • GS (Geprüfte Sicherheit): dieses Siegel bescheinigt, das ein Produkt den Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetztes entspricht
  • Goldenes M: das Siegel der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel, testet die gesamte Produktqualität einschließlich gesundheitsschädlicher Stoffe, auch Haltbarkeit, Stabilität und gesundes Wohnen werden überprüft

Wie du in deinem Zuhause nachhaltiger lebst

Keine Panik – du musst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln. Schon Kleinigkeiten machen viel aus. Was Möbel und Accessoires anbelangt: Achte bei der nächsten Anschaffung darauf, wie nachhaltig das Produkt wirklich ist. Und frag dich, ob du es tatsächlich brauchst. Schmeiß gut erhaltene Dinge, die du leid bist, nicht einfach weg. Vielleicht freut sich ein Freund darüber. Oder du verschenkst sie über eine Handelsplattform im Netz.

Tipp: Wenn du wissen möchtest, wie dein ökologischer Fußabdruck in dieser Welt aussieht, kannst du das über einen Rechner von Brot für die Welt ermitteln: Fußabdruck-Test. Du erhältst zudem Tipps, wie du deinen Fußabdruck verkleinern, also nachhaltiger leben kannst.

Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: Strom sparen. Schau dir an, wie viele Geräte auf Standby laufen und schalte sie aus. Und zwar komplett. Trenn sie vom Stromnetz oder verwende eine Steckdose mit Netzschalter. Wieviel Geld du damit jährlich sparst, kannst du hier nachlesen. Tipp: Rüste deine alten Leuchtmittel nach und nach auf LEDs um. Die sind in der Anschaffung zwar etwas teuer, halten aber so lange, das du die Mehrkosten schnell wieder raushast.

Was das Heizen angeht: Natürlich sparen neue Fenster, ein gut isoliertes Haus und eine moderne Heizung Energie. Kann sich aber kaum einer mal eben so leisten. Deshalb: Spar mit Kleinigkeiten Energie, z.B. indem du in deinem Zuhause richtig lüftest.. Zudem solltest du bei dem nächsten Haushaltsgerät, das du kaufst, auf die Energieeffizienzklasse achten: Je höher sie ist, desto sparsamer geht das Gerät mit Strom um. Auf Dauer rechnet sich das. Und du gehst einen kleinen nachhaltigen Schritt weiter in die richtige Richtung.

Bild im Aufmacher: Ethnicraft

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