Nachhaltig einrichten

von Katja Keweritsch - 01.03.2022

Heute gibt es fast alle Möbel und Accessoires auch in ökologisch unbedenklich. Und Nachhaltigkeit sieht inzwischen sogar richtig gut aus!

Verschiedene nachhaltige Möbel

Was bedeutet eigentlich nachhaltig einrichten?

Sessel und Teppich aus nachhaltigem Material
Nachhaltige Keramik auf Holztisch
Roominabox Bett mit Bettwäsche

Es geht darum, Ressourcen zu schonen und sinnvoll einzusetzen, damit die nächste Generation genauso auf der Erde leben kann wie die jetzige. Das betrifft natürlich alle Bereiche – von Ökologie und Ökonomie über soziale Aspekte bis hin zum Einrichten deines Zuhauses. Hier bedeutet nachhaltig z.B. nur heimische Hölzer zu verwenden, Wert auf recyclebare Werkstoffe zu legen, auf Möbel zu achten, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden und auf lang haltbare Produkte zu setzen. Generell gilt: Der Trend sollte weggehen vom blinden Massenkonsum, hin zu einem bewussten Einrichtungsstil. Was ein nachhaltiges Produkt auszeichnet:

  • Es besteht aus nachwachsenden Rohstoffen       

  • Es ist schadstofffrei  

  • Sein Holz stammt aus nachhaltiger deutscher oder europäischer Forstwirtschaft

  • Es hat keine langen Lieferwege hinter sich    

  • Die Verarbeitung ist langlebig       

  • Es ist mit Lasuren, Ölen oder Wachsen natürlich behandelt

  • Es lässt sich gefahrlos entsorgen

Geölte Esstische

Diese Materialien sind nachhaltig

Nachhaltiger Hocker aus Rattan
Nachhaltiges Holzbett mit Bettwäsche
Nachhaltige Möbel für das Wohnzimmer

Klar, Holz ist nachhaltig, genauso wie Baumwolle, Kork, Sisal, Keramik, Glas oder Bambus. Alles Rohstoffe, die nachwachsen oder natürlich vorkommen. Selbstverständlich müssen sie unter fairen Bedingungen verarbeitet und gehandelt werden. Und sie dürfen keine Schadstoffe enthalten. Meist ist es schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn du dich für qualitativ hochwertige Möbel entscheidest. Denn: Langlebigkeit ist noch immer die ressourcenschonendste Einrichtung.

Tipp: Ökologischer als jeder Neukauf ist es, wenn du gut erhaltene, gebrauchte Möbel kaufst oder alte Schätze restaurierst. Dazu passend kannst du dich für recycelte Bezugsstoffe für Möbel und Accessoires entscheiden. Vorteil: ein individuelles Zuhause, das sich von der Masse abhebt.

Was die Nachhaltigkeit von Holz angeht: Illegal geschlagene Tropenhölzer, die Raubbau am Artenreichtum des Dschungels betreiben, sind natürlich nicht nachhaltig. Aber was ist mit zertifiziertem Teak oder Mahagoni? Beispielsweise mit dem Siegel des FSC (Forest Stewardship Council), der vergleichsweise unbedenkliches Holz auszeichnet? Dieses Holz stammt zwar meist von Plantagen, aber die wachsen dort, wo früher einmal Dschungel war. Sie verdrängen also die ursprüngliche Vegetation. Zudem gibt es in vielen Ländern immer wieder Probleme mit der Umsetzung der strengen Richtlinien des FSC. Deshalb gilt: Heimisches Holz ist besser als jedes Tropenholz. Mit dem Verzicht auf exotische Holzarten setzt du ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz.

Langlebige Massivholzbetten

So erkennst du nachhaltig produzierte Möbel

Korallfarbener nachhaltiger Konsolentisch
Nachhaltiger Schreibtisch mit Stuhl und Kommode
Dunkle Kissen aus nachhaltigen Materialien

Leider gibt es noch immer keine rechtsverbindliche Definition für nachhaltige Produkte. Es liegt also in der Hand der Hersteller, inwieweit sie sich einer freiwilligen Selbstkontrolle unterziehen. Generell gilt: Fragen hilft. Löcher den Verkäufer, wenn du dir bei einem Produkt unsicher bist. Im Zweifel: nicht kaufen. Eine Hilfestellung bieten darüber hinaus einige Testsiegel für nachhaltige Möbel:

  • Blauer Engel: überprüft Produkte von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung, zeichnet Produkte mit einer begrenzten Freisetzung von Schadstoffen aus, Holz muss weitestgehend aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen

  • FSC (Forest Stewardship Council): eine gemeinnützige, unabhängige Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, wird u.a. unterstützt von Greenpeace, WWF und BUND, garantiert, dass Holz aus Wäldern oder Plantagen stammt, die umweltgerecht, sozial verträglich und ökonomisch bewirtschaftet werden

  • Öko Control: Gütesiegel von Mitgliedern des Europäischen Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser, prüft u.a. Polstermöbel auf Schadstoffe, hoher ökologischer Standard       

  • Eco Institut Label: internationales Unternehmen, das testet, ob u.a. Matratzen und Bettwaren umweltverträglich und gesundheitlich unbedenklich sind, Überprüfung beginnt bei der Rohstoffgewinnung, geht über Herstellung, Verarbeitung und Nutzung bis hin zur Recyclingfähigkeit

Schreibtische aus Holz

Wie du in deinem Zuhause nachhaltiger lebst

Gemütliche Sitzgelegenheit mit Kissen und Decken
Nachhaltiger Schreibtisch aus Metall
Bank aus Rattan mit Polstern

Keine Panik – du musst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln. Schon Kleinigkeiten machen viel aus. Was Möbel und Accessoires anbelangt: Achte bei der nächsten Anschaffung darauf, wie nachhaltig das Produkt wirklich ist. Setz z.B. auf recycelte Bezugsstoffe für Möbel und Accessoires. Und frag dich, ob du die Neuanschaffung tatsächlich brauchst. Denn: Der Verzicht auf den siebten Bettbezug, das dritte Service und das zwanzigste Sofakissen ist natürlich besonders ressourcenschonend.

Tipp: Schmeiß gut erhaltene Dinge, die du leid bist, nicht einfach weg. Wie wäre es stattdessen mit einer Runde upcycling? Im Netz gibt es massenhaft Ideen, wie du alte Möbel aufpimpen kannst. Alternative: Verschenk Dinge, an denen du dich sattgesehen hast, an Freunde oder das Sozialkaufhaus. Oder du verkaufst sie über eine Handelsplattform im Netz. Gib Möbeln und Accessoires die Chance auf ein zweites Leben.

Wenn du wissen möchtest, wie dein ökologischer Fußabdruck in dieser Welt aussieht, kannst du das über einen Rechner von Brot für die Welt ermitteln: Fußabdruck-Test. Du erhältst zudem Tipps, wie du deinen Fußabdruck verkleinern, also nachhaltiger leben kannst.

Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: Strom sparen. Schau dir an, wie viele Geräte auf Standby laufen und schalte sie aus. Und zwar komplett. Trenn sie vom Stromnetz oder verwende eine Steckdose mit Netzschalter. Wieviel Geld du damit jährlich sparst, kannst du hier nachlesen. Tipp: Rüste deine alten Leuchtmittel nach und nach auf LEDs um. Die sind in der Anschaffung zwar etwas teuer, halten aber so lange, dass du die Mehrkosten schnell wieder raushast.

Was das Heizen angeht: Natürlich sparen neue Fenster, ein gut isoliertes Haus und eine moderne Heizung Energie. Kann sich aber kaum einer mal eben so leisten. Deshalb: Spar mit Kleinigkeiten Energie, z.B. indem du in deinem Zuhause richtig lüftest. Zudem solltest du bei dem nächsten Haushaltsgerät, das du kaufst, auf die Energieeffizienzklasse achten: Je höher sie ist, desto sparsamer geht das Gerät mit Strom um. Auf Dauer rechnet sich das. Und du gehst einen kleinen nachhaltigen Schritt weiter in die richtige Richtung.

Nachhaltige LED Leuchten

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