Materialkunde: Was ist eigentlich Sheesham-Holz?

von KATJA KEWERITSCH - 10.04.2019

Sheesham-Holz ist ein hochwertiges, tropisches und besonders hartes Holz, hat eine auffällige Maserung und wirkt bei Möbeln daher rustikal.

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Sheesham, Palisander, Rosenholz

Als Sheesham wird das Holz eines bis zu 25 Meter hohen Laubbaums aus Indien bezeichnet. Er wächst vornehmlich an Flüssen, dient aber auch als Schattenbaum an Alleen oder Teeplantagen. Der Dalbergia sissoo, so der botanische Name von Sheesham, ist sowohl Staatsbaum des indischen Staates Punjab als auch Wappenbaum der gleichnamigen pakistanischen Provinz.

Sheesham, Rosenholz, Palisander – alles das Gleiche? Palisander ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hölzer aus der Gruppe der Dalbergien. Es kann, muss sich dabei also nicht um Dalbergia sissoo (Sheesham) handeln. Da hilft nur genaues Nachfragen. Am Synonym Rosenholz ist ein 400 Jahre alter Übersetzungsfehler schuld: Alles, was wir als Palisander bezeichnen, betiteln die Engländer als Rosewood, übersetzt: Rosenholz.

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Sheesham gilt als edel und hochwertig. Nicht nur Möbel entstehen aus dem extrem harten Holz, auch Boote, Skier und Instrumente profitieren von seiner Widerstandsfähigkeit. Denn: Sheesham gilt als 1,6-mal härter als Eiche. Stilprägend ist dabei vor allem die auffällige, wellig-runde Maserung.

Wie immer bei Tropenholz solltest du auch bei Sheesham-Möbeln auf das FSC-Siegel achten. Es garantiert dir ein Produkt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Das meiste Sheesham-Holz stammt heute allerdings sowieso von großflächigen Plantagen aus dem Punjab zwischen Indien und Pakistan. Denn die alten Sheeshambäume Indiens wurden in der Vergangenheit fast vollständig abgeholzt.

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Die verschiedenen Farben von Sheesham

Von rotbrauner Kastanie bis hin zu goldigem Honig – die Farbpalette von Sheesham spielt mit den Brauntönen. Die markante Maserung hebt einzelne Nuancen dabei unterschiedlich stark hervor, was jedem Möbelstück einen ganz individuellen Charakter verleiht – genauso einmalig wie der Baum, aus dem es gefertigt wurde. Um diesen Effekt zu verstärken, werden oft Beizen und Lacke eingesetzt, die den Holzzeichnungen einen besonderen Glanz verleihen. Auch spezielle Verleimungstechniken helfen, die intensive Kernstruktur zusätzlich herauszuarbeiten.

Wegen dieser besonderen Färbung und Maserung zählt Sheesham zu den sogenannten Edelhölzern, die sich auch durch Seltenheit oder Härte auszeichnen können. Bekannte Vertreter: Eiche, Kirsche, Teak und Zeder. Nur etwa 250 Laubbaumarten weltweit gelten als Edelholzlieferanten.

Alles, was edel ist, ist teuer. Das gilt auch für Edelhölzer. Allerdings fällt Sheesham hier positiv aus dem Rahmen. Denn: Der Sheeshambaum eignet sich prima für den großflächigen Plantagenanbau. Er ist sehr anspruchslos und kommt mit den widrigsten Boden- und Klimaverhältnissen klar. So entsteht ein super Preis-Leistungsverhältnis, was Sheesham sowohl für die Möbelindustrie als auch für die Käufer so attraktiv macht.

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Möbel aus Sheesham-Holz kombinieren

Sheesham steht gerne im Mittelpunkt. Seine auffällige Maserung ruft „Hier bin ich!“, weshalb sich schon die Kolonialherren gern mit dem dunkel gebeizten Holz schmückten. Zusammen mit Naturmaterialien wie Leinen, Seide, Rattan oder Leder und exotischen Accessoires passt Sheesham auch heute noch prima zum rustikalen Kolonialstil.

Wer es schlichter mag, setzt ein Möbelstück aus Sheesham-Holz als Einzelstück und Kontrast zu einer sonst schlichten, nüchternen Einrichtung in Szene.

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So pflegst du deine Sheesham-Möbel

Salatöl zum Auffrischen der Oberfläche deines Sheesham-Tisches? Viele Haushaltstipps aus Großmutters Repertoire sind bis heute unschlagbar – dieser gehört nicht dazu. Salatöl ist zwar ökologisch unbedenklich, aber wie alle Lebensmittelöle bleibt es weich und härtet nicht aus. Außerdem riecht es irgendwann ranzig. Für neuen Oberflächenglanz solltest du deshalb besser auf spezielle Öle aus dem Fachhandel zurückgreifen.

Nachölen musst du deine Sheesham-Möbel allerdings wirklich erst nach einigen rauen Jahren. Bis dahin reicht für gewöhnlich ein leicht angefeuchtetes Tuch zum Abwischen. Absolutes No-Go: Scheuermilch. Sie zerkratzt dir die ganze Oberfläche. Auch auf andere Reinigungsmittel solltest du möglichst verzichten. Bei verschütteter Flüssigkeit gilt: Schnell entfernen, damit nichts ins Holz einzieht. Glücklicherweise verzeiht Sheesham einige Malheure – dank der intensiven Maserung fallen kleinere Flecken oft gar nicht auf.

Was den Standort deines Sheesham-Möbels angeht, solltest du die Sonneneinstrahlung beachten: Ein Tisch, dessen eine Hälfte nachmittags regelmäßig in der prallen Sonne schmort, bleicht auf der einen Seite aus und dunkelt auf der anderen nach. Da helfen auch Großmutters Haushaltstipps nicht – nur umräumen.

Auf einen Blick – Sheesham, das Edelholz aus Indien

  • Als Sheesham wird das Holz eines bis zu 25 Meter hohen Laubbaums aus Indien bezeichnet.

  • Rosenholz ist ein Synonym für Sheesham. Palisander kann Sheesham bedeuten, muss es aber nicht. Im Zweifel nachfragen.

  • Da Sheesham ein Tropenholz ist, immer auf das FSC-Siegel achten.

  • Sheesham gibt es in vielen Brauntönen von Kastanie bis Honig.

  • Wegen seiner besonderen Maserung, Farbe und Härte zählt Sheesham zu den Edelhölzern.

Schöne Produkte aus Sheesham-Holz

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