Wohnbasics

Einrichten mit hellem Holz – alles, was man wissen muss

von Katja Keweritsch

Birke, Buche & Co: Wir zeigen, wie du helle Hölzer am besten kombinierst, welche Wandfarben dazu passen und wie du helles Holz bei Bedarf dunkler bekommst.

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Helle Holzarten von Birke bis Lärche

Zu den hellen Holzarten, die meistens für Möbel, Böden und Accessoires verwendet werden, zählen Birke, Buche, Eiche, Fichte, Esche und Lärche. Mit ihnen holst du dir ein Naturprodukt ins Haus, das je nach Wuchsgebiet, Alter und verwendetem Holz immer ein wenig anders aussieht.

•    Birke: Das Holz der über fünfzig Birkenarten variiert zwischen fast weiß über ein gelbliches Braun bis hin zu einem Stich ins Rote. Als Bodenbelag ist es nachgiebiger als andere Holzarten, was für eine weichere Akustik sorgt. Viel Sonnenlicht führt zu leichtem Nachdunkeln. Die Maserung besteht aus kaum sichtbaren hellen Linien. Ausnahme: Das Eisbirkenmuster. Es ähnelt Eisblumen auf einer Glasscheibe, was am unregelmäßigen Faserverlauf einer bestimmten finnischen Birkenart liegt.

•    Buche: Eines der am häufigsten verwendeten Hölzer. Seit Michael Thonet um 1830 das Bugholzverfahren entwickelte, wird es gerne für Stühle verwendet. Es ist stabil und schwer. Sein Farbton geht oft ins Rötliche und kann durch Dämpfung intensiviert werden. Die Maserung sieht zungenförmig aus. Ausnahme: Der Kern alter Rotkernbuchen bildet eine Maserung, die an Wolken erinnert.

•    Eiche: Ihr Holz ist hart, stabil und witterungsbeständig. Der Farbton reicht von einem gräulichen bis hin zu einem eher gelblichen Braun. Die Jahresringe sind deutlich zu erkennen, was zu einer gleichmäßig intensiven Maserung führt. Eichenholz wirkt oft rustikal. Zudem enthält es Gerbsäure: Sie lässt Nägel rosten, die dann wiederum das Holz verfärben.

•    Fichte: Fichten wachsen schnell, was ihr Holz preiswert macht. Wie bei fast allen Nadelbäumen ist es weich und variiert in der Farbe von gelblichem bis hin zu rötlichem Weiß. Die Maserung zeigt deutliche Astlöcher und oft auch Harzkanäle. Fichtenholz wird als Holzwerkstoff oder in massiver Form gerne für den Skandi-Look verwendet.

•    Esche: Ihr Holz ist besonders dekorativ und reich an Maserungen. Es ist elastisch, aber gleichzeitig fest und hart. Der Farbton reicht von einem gräulichen über gelbliches bis hin zu rötlichem Braun, das noch nachdunkelt. Oft werden Sportgeräte oder Stiele von Werkzeugen aus Eschenholz gefertigt, aber auch Küchenoberflächen, Dielen und Vertäfelungen.

•    Lärche: Ihr Holz ist besonders schwer und fest. Die dunkleren Jahresringe unterscheiden sich stark von den helleren Wachstumsschichten, was zu einer zungenförmigen oder gestreiften Maserung führt. Europäische Lärchen haben dabei eher einen rötlichen Farbton und eine grobe Maserung, sibirische Lärchen sind eher gelblich mit feineren Mustern. Draußen entwickelt Lärchenholz eine silbergraue Patina. Es wird gerne als Tropenholzersatz verwendet und in Gartenmöbeln verbaut.

Wie du helle Hölzer am besten kombinierst

verschiedene Holzarten zum einrichten
Auch unterschiedliche helle Holzarten passen prima zusammen. Mit weißen Wänden und Accessoires wirken sie luftig und leicht - schwarz erdet sie und macht den Look maskuliner.  Foto links: Die Möbelserie Finsby von Home24. Foto rechts: Eichenboden Nordic Oak Andante Plank Live Pur von Boen.
Fotos: Home24, Boen

Eine alte Regel lautete: nur eine Holzart pro Raum. Inzwischen ist das Schnee von gestern. Klar kannst du einen Boden aus Birkenparkett mit einem Buchenholzstuhl und einer Schale aus Esche kombinieren. Die helle Farbe des Holzes bildet dabei die Gemeinsamkeit, die alles miteinander in Verbindung bringt und den Raum stimmig wirken lässt.

Wenn du mit verschiedenen hellen Hölzern in einem Raum spielst, kannst du entweder auf Ähnlichkeit oder Kontrast setzen: Ein kaum gemaserter Birkentisch wirkt auf einem gleichmäßigen Buchenparkett besonders harmonisch. Andererseits bildet ein fast weißer Boden aus Birkendielen einen tollen Kontrast zu einer stark gemaserten Küchenfront aus Esche.

Wenn es dir der cleane Skandi-Look besonders angetan hat, solltest du auf zu starke Maserungen und kräftige Farben im Raum verzichten. Zudem sollten alle Möbel möglichst unlackiert sein, um das natürliche Flair dieses Wohnstils zu betonen. Generell gilt: Naturbelassene Holzmöbel bringen die Schönheit dieses Materials am besten zur Geltung.

Vertragen sich helle Hölzer und rötliches Holz?

Im Prinzip: ja. Ein fast weißer Birkenholztisch bildet eine tolle Grundlage für eine Schale aus rötlicher Esche. Schwieriger wird es, wenn sich dazu noch Dielen aus gelbstichiger sibirischer Lärche gesellen. Für einen harmonischen Look solltest du darauf achten, rotstichige Hölzer entweder mit braunen oder weißen zu kombinieren.

Selbst wenn du dich für Hölzer aus einem ähnlichen Farbspektrum entscheidest, können zu viele verschiedene Nuancen schnell unruhig wirken. Deshalb gilt: Je kleiner der Raum, desto weniger verschiedene Holzarten. Das führt sonst zum Sauna-Feeling mitten in deinem Zuhause.

So bleibt helles Holz hell

Die schlechte Nachricht vorweg: Helles Holz dunkelt immer ein wenig nach. Aber das Gute ist: Du kannst diesen Prozess abmildern und verlangsamen. Dein größter Feind dabei ist die Sonne. UV-Strahlen verursachen nämlich die stärksten Farbveränderungen. Schützt du deine hellen Möbel also vor direktem Sonnenlicht, kannst du dich lange an ihrem ursprünglichen Farbton erfreuen.

Falls es sich nicht vermeiden lässt, dass deine hellen Möbel im Sonnenlicht stehen, solltest du dafür sorgen, dass sie gleichmäßig beschienen werden. Auch solltest du Sessel oder Teppiche auf einem hellen Parkett nicht immer an derselben Stelle belassen. Das Holz dunkelt sonst unregelmäßig nach und wird fleckig.

Bei unbehandeltem Holz kannst du auch zu einem Trick greifen, um den hellen Farbton zu erhalten: Statt es mit Leinöl zu behandeln, das nach einiger Zeit immer einen Gelbstich hervorruft, kannst du auf ein Sonnenschutz-Öl zurückgreifen. Diesen Ölen ist ein Anteil weißer Pigmente beigemischt, die die UV-Strahlen blocken. Auf diese Weise dunkelt das Holz weniger und wesentlich langsamer nach.

Welche Wandfarben passen zu hellem Holz?

Weiß verleiht hellen Hölzern Leichtigkeit, dunkle Wandfarben bringen sie zum Leuchten und in Kombination mit Pastelltönen kreierst du einen entspannten Skandi-Look. Links: Sideboard Reflect von Muuto. Mitte: Sessel Iceberg von Maisons du Monde. Rechts: Wandfarbe Basalt von Little Green.
Fotos: Muuto, Maisons du Monde, Little Green

Gleich und gleich gesellt sich gern – deshalb harmonieren Möbel und Böden aus hellem Holz besonders gut mit hellen Wänden in Weiß oder Hellgrau. Diese Kombi lässt einen Raum luftig, frisch und leicht wirken. Zudem sorgt das Naturmaterial Holz für eine wohnliche Atmosphäre und nimmt Weiß seinen sterilen Charakter.

Wenn es dir der angesagte Skandinavienstil angetan hat, solltest du deine hellen Holzmöbel mit Wänden und Stoffen in Pastellfarben kombinieren. Vor allem Blautöne machen sich dabei gut, erinnern sie doch an Seen, Fjorde, den Himmel und das Meer. Damit das Ganze nicht zu verspielt daher kommt, kannst du den Look mit einigen Accessoires in Schwarz oder anderen gedeckten Tönen ergänzen.

Für Mutige: eine Wand in dunklem Grau. Sie bringt Möbel oder einen Fußboden aus hellem Holz erst richtig zum Leuchten. Gerade im Schlafzimmer entsteht so ein ruhiger und dennoch spannender Look. Um den Raum nicht zu überreizen, sollten sich allerdings alle weiteren Möbel und Accessoires an den hellen Farbcode halten.

Helles Holz als Holzboden

helles Holz auf hellem Boden
Ein heller Holzboden weitet den Raum, lässt ihn wohnlich und warm wirken - und das mit den Flecken ist halb so schlimm.
Fotos: Boen, Temahome

Heller Holzboden = viele Flecken? Klare Antwort: Jein. Natürlich siehst du Schmutz auf einem hellen Holzboden eher als auf einem dunkel gesprenkelten Terrazzo. Andererseits laufen wir ja nicht mit verdreckten Gummistiefeln durch unser Zuhause. Wenn du dich je nach Raum und Nutzung für die richtige Oberflächenbehandlung entscheidest, wird das Zusammenleben mit deinem hellen Holzboden ganz unkompliziert.

In wenig beanspruchten Räumen wie dem Schlafzimmer reicht es meist, einen Holzboden zu ölen. Auf diese Weise bleibt das Holz offenporig, kann weiter atmen und behält seine natürliche Anmutung. In stärker genutzten Räumen wie Esszimmer oder Küche spricht vieles für eine Versiegelung, die den Holzboden strapazierfähiger macht. Tipp: Inzwischen gibt es Versiegelungen mit einem sehr geringen Glanzgrad, die Holzböden wie geölt aussehen lassen.

Vor- und Nachteile von Öl und Lack: Geölte Holzböden sind pflegeintensiv und müssen regelmäßig nachbehandelt werden. Dafür kannst du Kratzer einfach wegschleifen und neu ölen. Versiegelte Holzböden sind deutlich strapazierfähiger. Allerdings bleibt dir bei starken Kratzern irgendwann nichts anderes übrig, als den Boden komplett abzuschleifen und neu zu versiegeln.

Ein heller Holzboden bringt die Natur in dein Zuhause – da gehören Gebrauchsspuren einfach dazu. Aber natürlich solltest du nett zu deinem Holzboden sein und ihn pfleglich behandeln: Filzgleiter unter Tisch- und Stuhlbeinen verhindern Kratzer und Schrammen. Und wenn du Wasserspritzer sofort wegwischt, können sie auch nicht in den Boden eindringen und das Holz aufquellen lassen.

So bekommst du helles Holz dunkel

Wenn du einen stilistischen Neuanfang wagen möchtest und willst, dass deine hellen Holzmöbel oder Böden dunkler daher kommen, hast du drei Möglichkeiten: beizen, lackieren oder lasieren.

Beizen sind in Wasser, Benzin oder Spiritus gelöste Farbstoffe, die tief ins Holz eindringen ohne dessen natürliche Struktur zu überdecken. So wird die Maserung betont und eventuelle Unterschiede im Holz abgedeckt. Allerdings schützen Beizen nicht. Deshalb benötigt gebeiztes Holz immer eine zusätzliche Schutzschicht – beispielsweise aus Klarlack. Da bei großen Flächen immer das Risiko besteht, dass das Holz durch Strukturunterschiede die Farbe nicht gleichmäßig annimmt, solltest du mit Beize eher kleine Flächen bearbeiten.

Im Gegensatz zur Beize dringen Lasuren nicht ins Holz ein. Sie lagern sich auf der Oberfläche ab und bilden eine nichtdeckende, aber schützende Schicht. Die natürliche Struktur des Holzes bleibt sichtbar. Das farbliche Ergebnis ist allerdings sehr von der ursprünglichen Farbe des Holzes abhängig: Wenn du mit derselben Lasur einen Stuhl aus Birke und einen aus Buche behandelst, sehen die beiden am Ende nicht gleich aus.

Wenn du Möbel aus unterschiedlichen hellen Hölzern gleich dunkel färben möchtest, bleibt dir nur das Lackieren. Wie beim Beizen und Lasieren muss das Holz auch hier gut abgeschliffen werden. Dann trägst du zunächst eine Grundierung auf bevor der eigentliche Lack folgt. Die Maserung des Holzes wird vollständig abgedeckt. Mit besonderen, extrem strapazierfähigen Lacken kannst du so auch Holzböden behandeln und deinem Zuhause eine ganz neuen Look geben.

Alles auf einen Blick – so wohnst du mit hellem Holz

•    Zu den hellen Holzarten für Möbel zählen Birke, Buche, Eiche, Fichte, Esche und Lärche.
•    Helle Holzmöbel am besten immer unlackiert belassen, das wirkt am natürlichsten.
•    Für den Skandi-Look solltest du auf starke Maserungen verzichten.
•    Möbel und Böden aus hellem Holz passen besonders gut zu Wänden in Weiß oder Hellgrau.
•    Eine Wand in dunklem Grau bringt helle Holzmöbel erst richtig zum Leuchten.
•    Rotstichige Hölzer entweder mit braunen oder weißen Hölzern kombinieren.
•    Damit helles Holz nicht zu schnell nachdunkelt, vor direktem Sonnenlicht schützen.
•    In wenig beanspruchten Räumen wie dem Schlafzimmer reicht es meist, einen Holzboden zu ölen. So bleibt das Holz offenporig, kann weiter atmen und behält seine natürliche Anmutung.
•    In stärker genutzten Räumen wie Esszimmer oder Küche spricht vieles für eine Versiegelung, die den Holzboden strapazierfähiger macht.

Bild im Aufmacher: Sideboard Edge, Sekretär Focus und Tisch Multi 180 Square Legs von Temahome Foto: Temahome

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