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Tipps für den Matratzen-Kauf

von Katja Keweritsch

Wir erläutern die Unterschiede zwischen Kaltschaummatratzen und viscoelastischen Matratzen und sagen, was Härtegrad, Raumgewicht und Stauchhärte über die Qualität aussagen.

Unterschiede zwischen Federkernmatratzen

Federkernmatratzen gelten durch die Hohlräume zwischen den Federn als besonders atmungsaktiv. Sie eignen sich deshalb besonders für Menschen, die nachts stark schwitzen oder gerne kühl schlafen. Sowohl Rücken- als auch Seit- oder Bauchschläfer kommen mit dieser Matratzenart prima zurecht.

Eine Bonnellfederkernmatratze besteht aus einer Schaumstoffpolsterung, die einen Kern aus taillierten Spiralfedern umschließt. Wegen der geringen Federanzahl eignet sie sich besonders für Menschen mit niedrigem Gewicht. Sie ist leicht und günstig, neigt aber zu starkem Nachschwingen und unterstützt den Körper nicht punktuell. Außerdem eignet sie sich nicht gut für verstellbare Lattenroste.

Taschenfederkernmatratzen hingegen verfügen über sehr viel mehr Stahlfedern, die zudem in kleine Stoffsäckchen eingenäht sind, um Quietschen zu verhindern. Sie sind qualitativ hochwertiger als Bonnellfederkernmatratzen. Durch eine unterschiedliche Menge und Stärke an Federn in den einzelnen Taschen kann die Matratze in bis zu neun Liegezonen unterteilt werden, was den Körper gezielt stützt.

Tonnentaschenfederkernmatratzen zeichnen sich durch speziell entwickelte Stahlfedern aus, die in der Mitte eine Wölbung aufweisen. Durch diese bauchige Form passen sie sich dem Körper in den unterschiedlichen Liegezonen noch besser an, sodass Wirbelsäule und Lenden optimal unterstützt werden. Sie gelten als hochwertigste aller Federkernmatratzen.

Die Vorteile einer Latexmatratze

Latex ist eine Flüssigkeit, die aus dem Kautschukbaum gewonnen wird. Erhitzt verfestigt sie sich zu einem Gummi, das in der Matratzenherstellung zum Einsatz kommt. Allerdings wird Latex heute auch synthetisch produziert und viele Matratzen bestehen aus einer Mischung beider Arten. Dabei gilt: Je höher der Anteil an Naturkautschuk ist, desto punktelastischer werden Latexmatratzen. Außerdem stützen sie den Körper dann auch besser.

Generell sind Latexmatratzen besonders gut für Allergiker geeignet, da sich Staub und Milben kaum in ihnen ablagern können. Sie sind zudem vollkommen geräuschfrei und eignen sich für alle Schlafpositionen.

Kaltschaummatratzen bieten hohe Punktelastizität

Kaltschaummatratzen passen sich dem Körper besonders gut an. Schwerere Partien wie Schultern oder Hüften können leicht in den Schaumstoff einsinken, der Rest des Körpers wird gestützt. So liegt die Wirbelsäule in einer ergonomisch günstigen Position, weshalb Kaltschaummatratzen oft von Menschen mit Rückenproblemen bevorzugt werden. Auch unruhige Schläfer profitieren von dieser hohen Punktelastizität.

Da der Bezug der Kaltschaummatratze zumeist abnehmbar und in der Waschmaschine zu reinigen ist, gilt sie als ideal für Allergiker. Durch ihre hohe Wärmeisolation eignet sie sich zudem besonders für Menschen, die nachts leicht frieren. Allerdings neigen Kaltschaummatratzen anfangs oft zu einem herstellungsbedingten unangenehmen Geruch. Der ist zwar störend, aber nicht gesundheitsschädlich und verfliegt nach einiger Zeit.

Futonmatratzen – schlafen auf Naturmaterialien

Eine echte Futonmatratze gibt es normalerweise nur in Doppelbettgröße, da die vielen Naturmaterialien nicht anders verarbeitet werden können. Diese Art von Matratze gilt als besonders fest und stabil. Weder sinkst du ein, noch federst oder wippst du beim Liegen. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis du dich an eine Futonmatratze gewöhnt hast – vor allem, wenn du bisher auf einer anderen Matratzenart geschlafen hast.

Futonmatratzen bestehen aus mehreren Schichten verschiedenster Naturmaterialien. Dadurch können sie ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm pro Quadratmeter erreichen. Im Kern bestehen die meisten Futonmatratzen aus Naturlatex, das für Elastizität sorgt. Rosshaar oder Kokos umhüllen diesen Kern und transportieren Feuchtigkeit nach außen. Als Hygienefilter folgen Schichten aus Baumwolle und Schurwolle, die sowohl reinigen als auch Feuchtigkeit absorbieren. Alle Materialien werden bei hochwertigen Futonmatratzen nicht verklebt, sondern nur an einigen Punkten geheftet. Auf diese Weise bleiben sie durchlässig und elastisch.

Wichtig ist bei Futonmatratzen vor allem, dass sie regelmäßig gelüftet werden, was bei ihrem Gewicht nicht ganz einfach ist. Dafür belohnen sie aber mit einer Haltbarkeit von bis zu 15 Jahren oder länger. Außerdem sind Futonmatratzen dank ihrer natürlichen Materialien besonders atmungsaktiv.

Viscoelastische Matratzen passen sich dem Körper an

Viscoelastische Matratzen bestehen in ihrem Inneren aus einem besonderen Polymer-Schaumstoff, der ursprünglich von der NASA entwickelt wurde. Dieser Memory-Foam gibt schon bei leichtem Gewicht nach und erzeugt keinen Gegendruck. Empfindliche Körperstellen werden so optimal entlastet, weshalb diese Art von Matratze oft in Krankenhäusern verwendet wird. Sie soll Linderung beim Wundliegen verschaffen, aber auch Wirbelsäule, Gelenke oder Bandscheibe entlasten.

Durch Gewicht und Wärme sinkt man tief in eine viscoelastische Matratze ein. Allerdings braucht der Memory-Foam eine ganze Weile, um seine ursprüngliche Form zurück zu bilden. Das heißt, dass die Kuhle einer Liegeposition nicht sofort verschwindet, wenn man sich umdreht. Für sehr unruhige Schläfer ist eine viscoelastische Matratze deshalb nicht geeignet.

Außerdem reagiert der thermoelastische Schaum auf Wärme. Je kühler es im Raum ist, desto härter wird die Matratze. Zudem speichert der Memory-Foam selbst auch noch Wärme, weshalb sich viscoelastische Matratzen vor allem für Menschen eignen, die nachts leicht frieren.

Visco-Schaum ist sehr teuer. Deshalb wird er heute oft auf eine Lage aus Kaltschaum geschweißt, um die Kosten niedrig zu halten. Auf diese Art bekommt die Matratze im unteren Bereich zudem mehr Stabilität, sodass sie auch mit gängigen Lattenrosten verwendet werden kann.

Aufbau einer Latexmatratze
Der Aufbau einer Latexmatratze.
Foto: Shutterstock
Oberfläche einer Kaltschaummatratze
Die Oberfläche einer Kaltschaummatratze.
Foto: Shutterstock
Futonmatratze
Eine Futonmatratze besteht aus mehreren Schichten.
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Viscoelastische Matratze
Viscoelastische Matratzen passen sich dem Körper perfekt an.
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Federkernmatratze
Eine Federkernmatratze von Innen.
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Lattenrost
Eine Federkernmatratze von Innen
Foto: Shutterstock

Die Qualität einer Matratze erkennen

Die Qualität einer Matratze wird zum einen durch das Raumgewicht (RG) bestimmt. Es gilt als Maß dafür, wie viel des elementaren Rohstoffs bei der Herstellung der Matratze verarbeitet worden ist. Dabei gilt: Je höher, desto besser. Der RG-Wert sollte jedoch mindestens bei 40 liegen.

Die Stauchhärte gibt an, wie belastungsfähig eine Matratze ist. Je höher sie ausfällt, desto eher ist die Matratze in der Lage, nach Belastung wieder ihre ursprüngliche Form anzunehmen. Eine hohe Stauchhärte um die 40 kPa ist deshalb eher für Menschen mit hohem Gewicht geeignet, wohingegen leichteren Personen ein Wert um die 30 kPa reicht.

Bei jeder Matratze erhöht außerdem ein sommerliches Sonnenbad die Haltbarkeit. Zudem solltest du eine Matratze mehrmals pro Jahr wenden – sowohl längs als auch quer. Nur wenn sie genug gelüftet wird, erhält eine Matratze ihre Form auch über die Jahre hinweg.

Ebenfalls hilfreich sind Topper. Sie unterstützen sowohl den Härtegrad als auch die Punktelastizität einer Matratze und schützen sie gleichzeitig. Dabei können sie sehr viel einfacher gereinigt und kostengünstiger ersetzt werden.

Härtegrad

Der Härtegrad einer Matratze wird von deren Kern bestimmt. Allerdings gibt es bislang keinen einheitlichen Standard, sodass jeder Hersteller seine eigenen Einstufungen benutzt. Im Allgemeinen steht H1 für eine sehr weiche und H5 für eine sehr harte Matratze. Du erkennst den richtigen Härtegrad für dich daran, dass deine Wirbelsäule beim Liegen auf der Seite eine Waagerechte bildet. Außerdem darfst du nicht ins Hohlkreuz verfallen, wenn du auf dem Rücken liegst.

Den passenden Lattenrost wählen

Experten streiten darüber, wie wichtig ein Lattenrost für die Liege- und Schlafqualität ist. Einige meinen, ein ganz simpler Holzlattenrost reiche vollkommen aus. Andere sprechen sich für einen auf die Matratze abgestimmten Rost aus.

Hat die Matratze fünf Liegezonen, sollte der Lattenrost über ebenso viele Zonen verfügen. Nur so unterstützt die Federung des Lattenrosts die verschiedenen Einteilungen der Matratze optimal.

Bei einer Schaummatratze dürfen die Abstände zwischen den Leisten zudem nicht mehr als drei bis vier Zentimeter betragen, da sie sich sonst in den Schaum drücken und die Matratze nachhaltig schädigen. Generell gilt: Je mehr Leisten, desto genauer kann ein Lattenrost auf Druck reagieren. Ein gutes Modell verfügt je nach Länge über mindestens 25 bis 30 Leisten.

Lieber zwei separate oder eine große Matratze im gemeinschaftlichen Bett? Natürlich ist das Geschmackssache. Aber bei zwei Matratzen können andere Härtegrade oder sogar verschiedene Arten gewählt werden, sodass sich ganz unterschiedliche Ansprüche erfüllen lassen. Die störende Besucherritze lässt sich dennoch vermeiden: Lattenroste mit randloser Unterfederung stoßen lückenlos aneinander. Überziehst du deine Matratze dann noch mit einer Moltonauflage oder legst einen Topper auf, fühlen sich zwei Matratzen fast an wie eine.

Auf einen Blick: die passende Matratze

  • Bei Federkernmatratzen unterscheidet man zwischen Bonnell-, Taschen- und Tonnentaschenkernfedermatratzen.
  • Du bist Allergiker? Eine Latexmatratze hält Staub und Milben fern.
  • Kaltschaummatratzen werden oft von Menschen mit Rückenproblemen bevorzugt.
  • Die natürlichen Materialien einer Futonmatratze machen sie besonders atmungsaktiv.
  • Viscoelastische Matratzen erzeugen keinen Gegendruck und entlasten empfindliche Körperpartien.
  • Die Qualität einer Matratze erkennst du am Raumgewicht und der Stauchhärte.
  • Härtegrade reichen von H1 (sehr weich) bis H5 (sehr hart).

Foto im Aufmacher: Shutterstock

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