Wohnbasics

Welche Matratze bei Rückenschmerzen hilft

von Katja Keweritsch

Die eine richtige Matratze für alle Rückenprobleme gibt es nicht. Aber die eine, die gut ist für dich. Wir helfen bei der Kaufentscheidung.

In diesem Artikel:

  • Achte auf den richtigen Härtegrad
  • Was die Liegezonen angeht
  • So erkennst du qualitativ hochwertige Matratzen
  • Kaltschaum, Latex oder Taschenfederkern – was hilft bei Rückenschmerzen?
  • Wenn nichts mehr geht: orthopädische Matratzen
  • Unterschiedliche Matratzen für Seiten-, Rücken- und Bauchschläfer?

 

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Achte auf den richtigen Härtegrad

Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn du dich seitlich auf eine Matratze legst, müssen Schulter und Becken so tief einsinken, dass deine Wirbelsäule eine gerade Linie bildet. Dann hast du eine Matratze mit passendem Härtegrad für dich gefunden. Die Einteilung der Hersteller reicht meist von H1 (weich) bis H5 (hart). Dabei gilt: Je mehr Kilos du auf die Waage bringst, desto höher sollte der Härtegrad deiner Matratze sein. Zu hart oder zu weich macht Rücken. Allerdings gibt es bislang keine einheitlichen Standards. Jeder Hersteller arbeitet mit eigenen Richtwerten. Deshalb: immer probeliegen.

Was die Liegezonen angeht

Schulter und Becken müssen so tief einsinken, dass die Wirbelsäule in der Seitenlage gerade ist. Das soll verhindern, dass die Bandscheiben beim Schlafen unsymmetrisch zusammengedrückt werden. Viele Matratzen weisen deshalb sogenannte Liegezonen mit unterschiedlichen Härtegraden auf - manche drei, andere bis zu acht. Experten streiten sich allerdings darüber, ob mehr als drei Liegezonen überhaupt sinnvoll sind. Denn: Auf einer Matratze aus acht Liegezonen dürfte man sich praktisch nicht mehr bewegen, um alle Vorteile dieser Unterteilung nutzen zu können.

So erkennst du qualitativ hochwertige Matratzen

Die Qualität einer Matratze wird am sogenannten Raumgewicht (RG) fest gemacht. Es gibt an, wieviel Kilogramm des elementaren Rohmaterials in einem Kubikmeter der fertigen Matratze steckt. Dabei gilt: Je mehr, desto besser. Ein hohes Raumgewicht sorgt für eine starke Punktelastizität und wenig Kuhlenbildung. Der RG-Wert einer guten Matratze sollte bei mindestens 40 liegen. Im Premium-Bereich kann es auch über 50 gehen.

Die richtige Matratze bei Rückenproblemen
Latex, Taschenfederkern, Memory Foam und Kaltschaum-Hybrid – du solltest in jedem Fall Probeliegen, um festzustellen, welches Material das passende für dich ist.
Fotos: Shutterstock: Marekuliasz, Will Thomass

Kaltschaum, Latex oder Taschenfederkern – was hilft bei Rückenschmerzen?

Vor allem Qualität. Egal für welches Material du dich entscheidest – achte auf eine hochwertige Matratze mit entsprechendem Raumgewicht und passendem Härtegrad. Damit hast du deinem Rücken schon viel Gutes getan. Ansonsten gilt: Wähle die Matratze, auf der du dich am Wohlsten fühlst. Klar profitieren Allergiker von Latex und Kaltschaum, da Staub und Milben sich kaum in ihnen ablagern können. Dafür sollten Menschen, die nachts stark schwitzen, eher zu einer Taschenfederkernmatratze greifen, weil dort die Luft besser zirkuliert. Kaltschaum ist leichter und somit besser zu handlen als Latex oder Taschenfederkernmatratzen. Aber Latex punktet mit allen Vorteilen eines reinen Naturprodukts. Jeder Matratzentyp hat besondere Eigenschaften – die haben in den meisten Fällen aber eher wenig mit deinem Rückenleiden zu tun. Tipp: Entscheide dich für einen Hersteller, der Matratzen zum Probeschlafen anbietet. Denn du und dein Rücken, ihr werdet erst nach einiger Zeit feststellen, ob ihr auch wirklich auf der passenden Matratze liegt.

Wenn nichts mehr geht: orthopädische Matratzen

Dank der Entwicklungsabteilung der NASA kannst du heute auf einem Polymer-Schaumstoff schlafen, der schon bei leichtem Gewicht nachgibt und die Wirbelsäule optimal entlastet. Allerdings braucht dieser sogenannte Memory-Foam eine ganze Weile, um seine ursprüngliche Form wieder zurück zu bilden. Das bedeutet: Die tiefe Kuhle deiner Liegeposition verschwindet nicht sofort, wenn du dich umdrehst. Für unruhige Schläfer eher schwierig. Auch wenn du nachts stark schwitzt, solltest du dich für eine andere Matratze entscheiden, da der viscoelastische Schaum über eine hohe Wärmeisolation verfügt. Zudem ist er sehr teuer. Deshalb schweißt man ihn heute meist auf eine Lage aus Kaltschaum. Auf diese Art wird die Matratze preisgünstiger und im unteren Bereich stabiler, so dass sie auch auf gängige Lattenroste passt.

Gibt es unterschiedliche Matratzen für Seiten-, Rücken- und Bauchschläfer?

Theoretisch schon. Bei Rückenschläfern müssten die Lendenwirbelsäule und der Nackenbereich besonders gestützt werden. Für Seitenschläfer sollte die Matratze an den Schultern und beim Becken nachgeben. Und eine Matratze für Bauchschläfer müsste im Beckenbereich fester sein, damit sich kein Hohlkreuz bildet. Aber: Fast alle Menschen wechseln nachts ihre Schlafposition. Eine Matratze muss also in allen Lagen bequem sein. Deshalb gilt auch hier: unbedingt probeschlafen.

Bild im Aufmacher: Shutterstock / Stacey Newman

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