Wohnbasics

Leselampen – richtiges Licht zum Schmökern

von Christiane Tillmann

Hier erfährst du, was eine Leselampe können sollte, was bei Lichtfarbe und Helligkeit wichtig ist und was es mit Lumen, Watt und Ra auf sich hat.

In diesem Artikel:

  • Die richtige Leselampe
  • Stand- oder Klemmleuchte: Welche eignet sich wofür?
  • Leselicht am Arbeitsplatz
  • Lumen, Ra, Watt: Helligkeit und Lichtfarbe
  • Das richtige Leuchtmittel für die Leselampe
  • Was tun, wenn's blendet?

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Die richtige Leselampe

Leselampen müssen nicht den ganzen Raum erleuchten, sondern punktgenau Licht abgeben, nämlich auf dein Buch. Dabei spielen neben Helligkeit und Farbe auch der Leseort und die Lesegewohnheiten eine große Rolle. Der Abstand zwischen Lampe und Kopf sollte nicht zu knapp bemessen sein, da Glüh- und Halogenlampen unter Umständen zu heißen Ohren führen können. Dabei gilt: Je leistungsstärker die Birne, desto wärmer wird’s. Mit Ausnahme von LEDs, die erwärmen sich kaum. Am besten eignen sich Lampen mit flexiblen Hälsen, die man je nach Bedarf an Mensch und Situation anpassen kann.

Besonders bei Viellesern ist eine eigene Leseecke mit Ohrensessel eine schöne Sache. Ideal für solche Zonen ist eine Deckenfluter-Leselampen-Kombination. Warum? Weil man mit dem Fluter eine indirekte Grundbeleuchtung schaffen kann, auf der die Akzentbeleuchtung der Leselampe aufbaut. Meint: Der Unterschied zwischen dem Licht der beiden Leuchten ist nicht so groß, weswegen die Augen beim Lesen entlastet werden. Daher sollte man auch – Gemütlichkeit hin oder her – nicht unbedingt in einem dunklen Raum lesen: Die Augen sind dann nämlich permanent damit beschäftigt, die Helligkeitsunterschiede zwischen Raum und Buchseiten auszugleichen. Und das ist auf Dauer ziemlich anstrengend. Auch in Wohn- und Arbeitszimmer eignen sich Leselampen mit zwei Lichtquellen übrigens bestens.

Etwas anders sieht es im Schlafzimmer aus. Hier wird meist im Bett gelesen, wo oft fest installierte Wandleuchten zum Einsatz kommen. Diese lassen sich jedoch häufig nicht verstellen, was nicht nur für den Lesenden selbst, sondern auch für den Bettnachbarn lästig werden kann. Besser geeignet sind daher bei Doppelbetten zwei separat geschaltete Lampen, die sich flexibel verstellen und dimmen lassen – so wird niemand gestört.

Stand- oder Klemmleuchte: Welche eignet sich wofür?

Stand- und Klemmleuchten sind die Klassiker, wenn's um gute Lesebeleuchtung geht. Schmale, hohe Stehleuchten eignen sich prima, um sie in Nischen und Ecken zu stellen, zum Beispiel hinter das Sofa oder neben den Sessel. Sehr ausladende Modelle mit mehreren Lichtquellen entfalten nur in großen Räumen ihre Wirkung und sollten dann frei stehen. Apropos Wirkung: Da kann eine kleine Klemmleuchte natürlich kaum mit einer Stehlampe mithalten. Denn fast alle großen Designer haben sich irgendwann mal einer Stehlampe gewidmet, weswegen es zahllose Klassiker in dem Segment gibt, beispielweise die „Gräshoppa“ von Gubi, „Pit“ von Domus oder die "Typ 75“ von Anglepoise.

Allerdings rückt die flexible Klemmleuchte mit der Verknappung von Wohnraum immer mehr in den Fokus. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Sie ist klein, anpassungsfähig und meist auch noch günstiger als die großen Stehleuchten. Anbringen kann man sie nach Lust und Laune und mit nur wenigen Handgriffen, womit man selbst in schwierig zugänglichen Ecken buchstäblich Licht in die Sache bringen kann.

Mittlerweile gibt es sogar winzige mobile Klemmlampen, die über Akku betrieben werden und damit die ultimative Bewegungsfreiheit bieten. Dazu gehören beispielsweise sogenannte Booklights, die einfach von hinten an den Roman geklemmt werden. Hierbei sollte man beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Leuchte kein allzu hohes Eigengewicht hat, da sie ansonsten in Kombination mit dem Buch schwer werden kann. Eine Alternative dazu bieten Brillenlampen, die die Brille selbst quasi in eine Leseleuchte verwandeln. Auch hier wieder Tipp, beim Kauf aufs Gewicht zu achten, damit's nicht auf der Nase drückt. Letztlich bleibt, ohne Extra-Leselicht, natürlich noch der E-Reader, der nicht nur besonders leicht ist, sondern dessen Helligkeit sich auch noch an die individuellen Bedürfnisse des Lesers anpassen lassen.

Tolle Wandleuchte von Gubi: Das Modell BL5
Bei Wandleuchten in einem Schlafzimmer mit Doppelbett ist besonders wichtig, dass diese separat voneinander zu schalten und flexibel verstellbar sind - so wie bei der BL5-Leuchte von Gubi.
Foto: Gubi

Leselicht am Arbeitsplatz

Besonders im Home Office müssen die Augen wach bleiben. Schreibtischlampen sollten flexibel sein und nicht blenden. Damit du dich wohlfühlst, leistungsstark und konzentriert bleibst, solltest du außerdem unbedingt auf die Lichttemperatur achten, denn unser Organismus reagiert auf unterschiedliche Lichtfarben entsprechend anders. So signalisiert uns gelbes, nicht allzu helles Licht beispielsweise Gemütlichkeit, was vielleicht am Esstisch erwünscht ist, im Büro aber müde macht. Hier ist es besser, auf neutralweiße (3000 bis 5000 Kelvin) oder tageslichtweiße (ab 5000 Kelvin) Leuchtmittel zu setzen.

Besonders angesagt in Büros sind Tageslichtlampen bzw. Vollspektrumlampen. Anders als eine Lampe mit Standard-Leuchtmittel, die oft ein diffus-künstliches Licht verbreitet, verfügen diese Modelle über eine ähnliche Lux-Zahl wie normales Tageslicht und sorgen so dafür, dass man sich wach und fit fühlt. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil ist der niedrige Stromverbrauch dieser Lampen.

Die Tischleuchte Reader von Zuiver in tollem Orange
Gutes Licht für entspanntes Arbeiten mit Reader von Zuiver.
Foto: Trendmoebel24

Lumen, Ra, Watt & Co: Helligkeit und Lichtfarbe

Neben der Lichttemperatur sollte man auch ein besonderes Augenmerk auf die Helligkeit legen. Beim Lesen sollte die zwischen 300 und 500 Lux, am Schreibtisch mindestens 500 Lux und an Bildschirmarbeitsplätzen bis zu 1000 Lux betragen. Wenn mit dem Alter die Sehfähigkeit nachlässt, sollte die Helligkeit der Leselampe übrigens zunehmen, was – bei einem Mehrgenerationenhaushalt – übrigens auch für eine dimmbare Leuchte in der Gemeinschaftsleseecke spricht.

Neben Lux gibt es auch noch die Einteilungen Ra und Lumen. Ra ist ein Farbwiedergabe-Index, der bei gewöhnlichen Lichtquellen angibt, wie Farben im jeweiligen Licht wirken. Dabei gilt: je höher der Ra-Wert, desto natürlicher die Farbwiedergabe und desto angenehmer wird sie von uns empfunden, weswegen ein gutes Leselicht mindestens einen Wert von 90 Ra aufweisen sollte. Bei Energiesparlampen und LEDs entspricht die Angabe übrigens Kelvin (K). Hier gilt: Je wärmer das Licht wirkt, desto kleiner ist die Zahl. So hat gelbliches Licht einen Wert zwischen etwa 1.000 bis 2.700 Kelvin und blaustichiges zwischen 4.000 bis 7.000 Kelvin.

Von Lumen (lm) spricht man nach der Abschaffung der konventionellen Glühbirne anstelle von Watt. Lumen entspricht der Lichtleistung, sagt also auch etwas über die Helligkeit der Lampe aus. Je höher der Lumenwert, desto heller die Lichtquelle. Verglichen mit den alten Wattzahlen sieht das dann in etwa so aus (bei Halogenglühlampen):

  • 25 Watt entspricht 220 Lumen
  • 40 Watt entspricht 415 Lumen
  • 60 Watt entspricht 710 Lumen
  • 75 Watt entspricht 935 Lumen
  • 100 Watt entspricht 1.340 Lumen

Das richtige Leuchtmittel für die Leselampe

Als Leselicht kann man im Prinzip sämtliche vorhandenen Leuchtmittel nutzen, so lange sie hell genug sind und, je nach Einsatzort, über die richtige Farbtemperatur verfügen. Darüber hinaus haben Leuchtmittel natürlich unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Halogenlampen sind zwar tatsächlich doppelt so effektiv wie die gute alte Glühbirne, verbrauchen aber immer noch eine ganze Menge Energie. Tatsächlich wird von dieser nämlich gerade mal zehn Prozent in Licht umgewandelt und 90 Prozent in Wärme. Pluspunkt: Das Licht von Halogenleuchten ist sehr wohnlich, da es einen hohen Rotanteil hat.

Bei Energiesparlampen werden immerhin schon 50 Prozent der eingespeisten Energie tatsächlich in Licht umgewandelt. Zwar sind sie in der Anschaffung teurer als herkömmliche Glühbirnen, dafür leben sie aber auch länger. Standardversionen halten etwa sechs, Long-Life-Versionen sogar bis zu zwölf Jahre. Wenn Energiesparlampen angeschaltet werden, brauchen sie - anders als andere Leuchtmittel - etwa ein bis drei Minuten, bis sie ihre volle Helligkeit erreicht haben. Außerdem vertragen sie sich oft nicht mit Dimmern. Es gibt zwar spezielle Modelle, die eigens dafür entwickelt wurden, jedoch geben diese beim Runterdimmen ein oft nicht mehr so schönes Licht ab. Zudem ist in Energiesparlampen Quecksilber enthalten, das bei Beschädigung gesundheitsschädliche Dämpfe entwickeln kann.

LEDs werden aktuell als wohl interessanteste Alternative zur Glühbirne gehandelt. Sie kommen ohne Quecksilber aus, starten sofort, verbreiten brillantes Licht und verfügen über eine sehr lange Lebensdauer, die von Herstellern zwischen 20 und 30 Jahren angegeben wird. Manko ist auch hier wieder die Dimmbarkeit. Es gibt zwar Modelle, die sich dimmen lassen, jedoch behalten die ihre Farbtemperatur bei. Während Glühbirnen so beim Dimmen immer gelber und somit gemütlicher werden, bleiben LEDs unter Umständen gleichbleibend kühl. Außerdem sind auch hier die Anschaffungskosten deutlich höher als bei anderen Leuchtmitteln. Tipp: Bei LEDs immer auf die Kelvin-Zahl achten, sie gibt Auskunft über die Lichtfarbe. Richtwert: 2.700 Kelvin und kleiner entspricht ungefähr der Lichtfarbe einer Glühbirne.

Was tun, wenn's blendet?

Achte schon beim Kauf deiner neuen Leuchte darauf, dass die Birne nicht einsehbar ist. Absolute Blendfreiheit ist ein Muss! Du solltest in jeder Leseposition ganz entspannt deinen Roman schmökern können, ohne unangenehm ins Licht zu gucken und dementsprechend permanent die Lampe einstellen zu müssen. Spezielle Lampenschirme, Reflektoren oder Milchgläser helfen dabei.

Aber auch die Form des Lampenkopfes kann dazu beitragen. Gut ist, wenn die Birne so tief wie möglich im Schirm sitzt und das Licht sehr fokussiert von der Seite auf das Buch trifft. Das verhindert, dass es sich beispielsweise auf glänzenden Oberflächen wie Nachttischen, Buchcovern & Co. spiegelt und den Lesegenuss trübt.

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