Wohnbasics

Optimale Beleuchtung über dem Esstisch

von Christiane Tillmann

Die Esstischbeleuchtung sollte flexibel, dimmbar und höhenverstellbar sein, egal, ob man am Esstisch sitzt, isst oder arbeitet.

In diesem Artikel:

  • Welche Lampe passt zu welchem Tisch?
  • Die richtige Anbringung: So fällt das Licht optimal
  • Diffuses oder gerichtetes Licht? Eine Frage der Form
  • Mit mehreren Lichtquellen ein schönes Ambiente schaffen
  • Wie Lichtfarbe und -helligkeit auf uns wirken
  • Alternativen zur Pendelleuchte über dem Esstisch
  • Beleuchtete Esszimmermöbel

Passende Leuchten findest du direkt im Artikel.

Pasta und Rotwein unter grellweißen Halogenstrahlern? Tschüss, romantisches Dinner! Es lohnt sich, bei der Planung des Esstisches die Beleuchtung gleich mitzudenken.

Welche Lampe passt zu welchem Tisch?

Licht ist Licht, egal in welcher Form? Von wegen! Damit der Esstisch optimal ausgeleuchtet wird, solltest du dich an seiner Form orientieren. Das meint nicht, dass du über einen runden Tisch nur runde Lampen hängen darfst. Vielmehr soll die Anbringung deiner Lampen der Form des Tisches folgen. Je größer der Tisch, desto mehr Lichtquellen braucht es, um ihn korrekt zu beleuchten. Bei rechteckigen Tischen sollten die Lampen dementsprechend in einer Reihe hintereinander, bei runden Tischen rund bzw. zentriert angeordnet werden.

Wenn du einen Esstisch besitzt, der ausziehbar ist, bieten sich flexible Systeme an, die sich ebenso wie das Möbel ausziehen lassen. So vermeidet man, dass derjenige, der zum Beispiel bei der nächsten Familienfeier am Ende der Tafel Platz nimmt, buchstäblich im Dunkeln stochern muss. Insgesamt solltest du bei der Größe deiner neuen Esstischlampe nicht die deines Esszimmers oder deiner Küchenecke aus den Augen verlieren. Kleine, zarte Lampen aus Milchglas oder einem bunten, transparenten Kunststoffschirm ergeben in Gruppen angeordnet ein dynamisches, aber eben nicht beschwerendes Bild. Mächtige skulpturale Gebilde hingegen entfalten ihre volle optische Wirkung erst in einem großen Raum und an einem entsprechend langen Tisch. Außerdem können sie dabei helfen, den Essplatz optisch zu definieren, damit er im Raum nicht verloren wirkt.

Stilistisch kannst du dich bei der Vielfalt der angebotenen Esstischlampen grundsätzlich ordentlich austoben. Es bietet sich an, die Lampen entsprechend des eigenen Einrichtungsstils zu kaufen. Aktuell angesagt sind besonders Modelle im Industrie-Design (Werkstattleuchten) sowie im Landhaus- bzw. Skandi-Chic, die mit Naturmaterialien wie Rattan oder Lampenschirmen mit Leinenbezug ins Esszimmer Einzug halten.

Pendelleuchten über Esszimmertisch
Die drei Pendellampen beleuchten den langen Tisch gleichmäßig. Leuchte Acorn Copper von Vita Copenhagen über Stilherz.
Foto: Stilherz

Die richtige Anbringung: So fällt das Licht optimal

Nun hast du also deine schöne neue Leuchte gekauft und stehst vor der nächsten wichtigen Frage: Wie hoch muss so eine Esstischlampe eigentlich hängen? Damit sie weder zu weit oben hängt und man unfreiwillig von unten in die Birne gucken muss, noch so tief, dass sich der Besuch den Kopf daran stößt, sollte die Esstischbeleuchtung etwa 60 cm über der Tischplatte montiert werden. So kann man sich einerseits gut sehen und die Leuchte andererseits noch ihren Job machen, nämlich den Tisch in alle Ecken gut auszuleuchten. Wohnen aber besonders große Leute in einem Haushalt, dürfen die Lampen natürlich auch höher hängen. Wichtig ist, dass Leuchte und Tisch am Ende immer noch als Einheit wahrgenommen werden. Tipp: Wer den Esstisch multifunktional nutzen möchte, also zum Beispiel auch zum Arbeiten oder Hausaufgaben machen, der sollte sich eine verstellbare Leuchte zulegen. Für konzentriertes Arbeiten wäre der Abstand zur Tischplatte dann nämlich zu groß.

Achte beim Kauf darauf, dass du ein blendfreies Modell kaufst, also eines, das über einen Reflektor, einen Schirm oder ähnliches verfügt und somit keinen freien Blick auf die Birne gibt. Besonders wichtig ist das, wenn du einen Esstisch mit spiegelnder Oberfläche wie Glas oder einer Hochglanzplatte besitzt, die das Licht reflektiert. Im schlimmsten Fall blendet das von oben und unten zugleich.

Diffuses oder gerichtetes Licht? Eine Frage der Form

Auch die Wahl des Lampenschirms hat Auswirkungen auf den Fall des Lichts. Bestes Beispiel dafür sind die angesagten Werkstattlampen, die einen großen, metallenen Schirm haben, der lichtundurchlässig ist. Dementsprechend werden die Strahlen direkt nach unten gelenkt, je nach Abstand zur Tischplatte in Lichtkegeln. Ausgeleuchtet wird dann entsprechend immer nur ein bestimmter Ausschnitt der Tischplatte, was einen spannenden Effekt erzeugen kann. Anders hingegen verhält es sich mit semi-transparenten Leuchten aus Holz, Papier oder Kunststoff. Diese Leuchten geben durch ihre Form oder die Zartheit des Materials Licht in den Raum ab. Das wirkt meist sehr sanft und gemütlich.

Mit mehreren Lichtquellen ein schönes Ambiente schaffen

Im Esszimmer gilt die gleiche Regel wie in anderen Räumen auch: Die perfekte Atmosphäre in einem Raum kreiert man mit mindestens drei Lichtquellen, einer Hintergrundbeleuchtung sowie je einer Akzent- und Arbeitsbeleuchtung. Fokussiert die Esszimmerlampe also sehr stark auf die Tischplatte, kann man dies durch ein entsprechendes Hintergrundlicht ausgleichen, zum Beispiel einen Deckenfluter oder in Küchen mit Essecken durch das Deckenlicht. Neben einer Pendelleuchte und einem dimmbaren Deckenfluter können kleine Tischlampen auf Sideboards oder der Fensterbank zur gemütlichen Atmosphäre beitragen. Und eine traditionelle Lichtquelle geht natürlich immer: Kerzen. Sie sorgen jederzeit für ein heimeliges Ambiente.

Pendelleuchten in Silber und Gold über einem runden Esstisch
Für den runden Vierer-Tisch reicht eine kleine Lichtquelle völlig aus. Im metallenen Doppelpack wie hier mit der Pendelleuchte Bell von Artek wirkt das Ensemble schön dynamisch.
Foto: Geliebtes Zuhause

Wie Lichtfarben und -helligkeit auf uns wirken

Ähnlich wie Wandfarben haben auch Lichtfarben bzw. die Lichttemperatur Einfluss auf unseren Organismus. Dabei stellt die Temperatur, die in Kelvin gemessen wird, für den Menschen den Weißanteil im Licht da. Je höher dieser und somit die Kelvinzahl ist, als desto weißer wird das Licht empfunden. Je nachdem, in welchem Bereich das Licht eingesetzt wird, variiert also die Temperatur von etwa 2.700 Kelvin (warmweiß) bis zu ca. 8.000 Kelvin (stark blaustichig).

Für die Esszimmerbeleuchtung sollte man einen wohnlichen Farbton wählen, der am unteren Teil der Skala liegt, also bei etwa 2.700 bis 3.000 Kelvin. Dieser schmeichelt besonders Holz und sorgt mit seinem Gelbstich für eine sehr warme, gemütliche Atmosphäre. Denn oh ja: Das Licht hat sogar Einfluss auf unsere Geschmacksknospen! Da das menschliche Auge Tageslicht als natürlich schön einstuft, können aufgetischte Speisen in Kunstlicht plötzlich fade wirken. Um dem vorzubeugen, sollte man neben der Kelvin-Angabe auch auf die Einheiten Lux (Beleuchtungsstärke) und RA (Farbwiedergabe) achten. Besonders lecker sieht es nämlich mit einer möglichst hellen Beleuchtung zwischen 200-400 Lux sowie einer möglichst exakten Farbwiedergabe, also RA >90, aus.

Wenn man seinen Esstisch multifunktional einsetzen oder die Stimmung durch Licht ändern möchte, bietet sich zudem ein Dimmer an. Aber Achtung, nicht alle Leuchtmittel vertragen sich damit. Besonders LEDs und Energiesparlampen lassen sich in der Standard-Variante nur schwer dimmen oder erzeugen dabei ein unschönes weißes Licht. Daher unbedingt die Herstellerhinweise lesen.

Die lohnen sich im Übrigen auch in Bezug auf die Lumen-Angabe, also auf die Helligkeit des Leuchtmittels. Da das Steak auf dem Teller zu sehen und nicht nur zu erahnen sein sollte, sollte man zum Beispiel eine Energiesparlampe mit 630 Lumen (11 Watt) oder 850 Lumen (15 Watt) oder LEDs mit 470 Lumen (40 Watt) oder 806 Lumen (60 Watt) kaufen. Mit einer dimmbaren Variante hast du die Helligkeit selbst im Griff. Dabei ist der schmale Grat zwischen müde und gemütlich manchmal nicht ganz einfach zu treffen. Entscheide dich im Zweifel für ein etwas helleres Licht zu Beginn und dimme runter, wenn's vom Essen ins gemütliche Beisammensein übergeht.

Alternativen zur Pendelleuchte über dem Esstisch

Die Pendelleuchte ist bei der Planung der Esszimmerbeleuchtung meistens die erste Wahl. Manchmal eignet sie sich aber nicht, weil es eine starke Dachschräge oder ein Fenster über dem Esstisch gibt oder weil schlichtweg der Stromanschluss fehlt. Was also tun? Wand- oder Stehleuchten können eine Alternative sein. Große Bogenleuchten, die den Kopf hinab auf die Platte neigen, gibt es entweder mit einer oder mehreren Lichtquellen und häufig sogar als flexibel verstellbares Modell, mit dem man ebenso eine angenehme Hänge-Höhe erreichen kann. Etwas tricky ist dann nur der Hals der Leuchte, der im besten Fall so hängt, dass er niemanden in seinem Blickfeld beeinträchtigt. Du solltest also von vornherein auf einen sehr grazilen Hals achten, am besten in Weiß oder Chrom.

Ganz ohne Hals hingegen kannst du deine Beleuchtung mit einer Wandleuchte wie der Flos 265 anbringen (gibt’s in Weiß und Schwarz). Sie ist mit einem flexiblen Arm ausgestattet, den du je nach Bedarf schwenken und absenken kannst. Außerdem ist die Höhe hierbei wichtig. Auch diese Lampe sollte nicht auf Augenhöhe hängen, gleichzeitig aber auch den Tisch gut ausleuchten. Am besten, du probierst ein bisschen herum und lässt auch mal Freunde probesitzen, indem du verschiedene Höhen testest.

Beleuchtete Esszimmermöbel

Als Akzentlicht muss es nicht immer die klassische Tischlampe sein. Dank neuer Beleuchtungstechnologien wie LED, die nicht mehr heiß werden, lässt sich Ambiente-Licht mittlerweile nämlich winzig klein in Möbeln verbauen. Und das tun die Designer nur allzu gern. Neben der klassischen Vitrine werden Beistelltische, Sideboards und sogar Tische mit indirektem Licht elektrifiziert. Meist kann man sogar die Farbe entsprechend der eigenen Stimmung auf Knopfdruck wechseln.

Laut Herstellerangaben ist die Freude mit dem bunten Licht dann auch nahezu unendlich. 20 bis 30 Jahre lang soll so eine LED halten. Bis zur nächsten Einrichtung reicht das allemal. Und falls doch mal etwas passiert, kann man die Technik in vielen Möbel selbst austauschen oder erhält vom Verkäufer eine Garantie, um etwaige defekte Lämpchen auszutauschen. Alles in allem ist so ein farbiger Hingucker auf jeden Fall eine hübsche Ergänzung zur sonstigen Esszimmerbeleuchtung.

Im Aufmacher: So ist's richtig: Der rechteckige Esstisch wird mit der länglichen Pendelleuchte Kamia optimal ausgeleuchtet. Foto: Home24

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