Wohnbasics

Wie man Vorhänge gekonnt aufhängt

von Katja Keweritsch

Vorhänge machen Räume gemütlicher. Alles über die richtige Länge, wie man Vorhänge befestigt und welche Raumwirkung Vorhänge haben können.

In diesem Artikel:

1. Gardine, Store, Vorhang, Dekoschal – was denn nun?
2. Wie man Gardinen und Vorhänge richtig befestigt
3. Die passende Länge finden
4. Was Vorhänge mit dem Raum machen

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Lange Gardine mit bunten Tupfen
Die Gardine Bubbles von Ado-Goldkante unterstützt das Farbkonzept des Raums und lässt trotzdem viel Licht hinein.
Foto: Ado-Goldkante

Gardine, Store, Vorhang, Dekoschal – was denn nun?

Um genau die Fensterverkleidung zu bekommen, die du möchtest, ist es nützlich, im Laden oder beim Googeln den richtigen Terminus zu verwenden. Was Vorhänge und Gardinen angeht, ist das allerdings nicht ganz einfach. Denn: Beide Bezeichnungen werden heutzutage fast synonym verwendet. Dabei unterscheiden sie sich in ihrem Material – Gardinen sind transparent bis halbtransparent, wohingegen Vorhänge aus dickerem, undurchsichtigem Stoff bestehen.

Ganz klassisch sieht es so aus: Store plus Dekoschal bilden eine Gardine. Dabei lässt sich der meist halbtransparente Store als Untergardine zuziehen, um vor neugierigen Blicken zu schützen, gleichzeitig aber ein Maximum an Tageslicht in den Raum zu lassen. Er kann bodenlang oder halblang sein. Der Dekoschal macht, was sein Name suggeriert: als Übergardine dekoriert er seitlich das Fenster. Dritte im Bunde ist manchmal die Schabracke – eine geraffte Stoffbahn oberhalb der Gardine, die die Aufhängung verdeckt.

Vorhänge können auch ohne Gardine am Fenster hängen. Entweder ausschließlich zur Deko oder als Sichtschutz. Aber Achtung: Ein blickdichter Vorhang verdunkelt nicht! Er verhindert lediglich, dass jemand nachts im erleuchteten Schlafzimmer deine Silhouette erkennt. Wenn du nicht nur neugierige Blicke, sondern auch das Licht aussperren möchtest, musst du auf sogenannte Blackout- oder Verdunklungsstoffe zurückgreifen. Mit ihnen wird es auch bei Sonnenschein drinnen zappenduster.

Schlaufenvorhänge, Schiebegardinen und ein klassischer Vorhang an Gardinenringen
Von links nach rechts: Der Schlaufenvorhang Griechenland von Vossberg wirkt schön luftig, setzt mit seinen schwarzen Seitenstreifen aber einen klassisch edlen Akzent. Aufgeräumt und pur – die Schiebevorhänge Swedish Moments Rainfall von Gardinia passen perfekt zu einem skandinavischen Look mit viel Weiß. Der geblümte Vorhang Lavinia von Ado-Goldkante ergänzt mit seinen Gardinenringen eine Einrichtung im Retrostil.
Foto links: Vossberg. Foto Mitte: Gardinia. Foto rechts: Ado- Goldkante

Wie man Gardinen und Vorhänge richtig befestigt

Befestigungsarten für deine Gardinen und Vorhänge gibt es Dutzende – aber eigentlich kann man sie in drei Bereiche unterteilen: Schienen, Stangen und Seile.

Die mit drei bis fünf Läufen ausgestatteten Schienen eignen sich dabei vor allem für Schiebevorhänge. Allerdings kannst du die kleinen Gleiter oder Rollen für den Lauf auch an jedem anderen Stoff befestigen – ein spezielles Gardinenband macht’s möglich. Dieses System meistert dank Eck-Elementen jede Kurve und eignet sich deshalb besonders für verwinkelte und besonders große Fensterfronten.

Alle anderen Gardinen und Vorhänge werden mit Hilfe von Schlaufen, Ösen, Gardinenringen oder einem Tunnelzug über Stangen bzw. Seile gezogen. Schlaufen wirken dabei meist lässig, Ösen eher ordentlich und Gardinenringe besonders retro. Auch Stangen gibt es mit mehreren Läufen, so dass du verschiedene Vorhänge und Gardinen miteinander kombinieren kannst. Tipp: Stangen sollten an beiden Seiten mindestens 20 Zentimeter über das Fenster hinausragen, sonst wirkt es schnell gequetscht. Außerdem bekommt der Stoff so mehr Raum, um zu wirken.

Was die richtigen Abstände angeht: Während Schienen meist direkt unterhalb der Decke montiert werden, solltest du Stangen und Seile in einem Abstand von etwa zehn bis zwanzig Zentimetern über dem Fenster anbringen. Das wirkt besonders harmonisch. Zwischen Stange/Seil/Schiene und Wand sollten mindestens zehn Zentimeter Platz bleiben, bei dicken Vorhangstoffen gerne mehr. So stellst du sicher, dass das Aufziehen deines Vorhangs nicht zum täglichen Kampf mit dem Stoff gerät.

Hilfe bei Durchhängern bringt ein zusätzlich in der Mitte des Fensters fixierter Träger. Gerade bei sehr langen Stangen oder besonders schweren Stoffen kann das sinnvoll sein. Schließlich brauchst du für einen schönen Faltenwurf auch bei geschlossenem Vorhang mindestens eineinhalbmal so viel Stoff wie dein Fenster breit ist.

Bei besonders hohen Gardinenstangen kann es passieren, dass sich vor allem Schlaufenvorhänge schwer ziehen lassen. Damit du abends nicht immer auf die Leiter steigen musst, um ein Zimmer abzudunkeln, kannst du einen Schleuderstab anbringen. Sollte das nicht ausreichen, helfen zusätzliche Metall-Kauschen oder Gleiter, die du in den Schlaufen fixierst, damit alles sanft rutscht.

Zeitspar-Tipp: Häng deine Vorhänge nach dem Waschen in leicht nassem Zustand wieder auf. So hängen sich alle Falten aus und du musst nicht bügeln.

Langer Vorhang im Batik Stil
Der Batikvorhang von Vossberg liegt auf dem Boden auf und wirkt so besonders lässig.
Foto: Vossberg

Die passende Länge finden

Achtung, jetzt wird’s enttäuschend: Die richtige Vorhang-Länge gibt es nicht. Keine mathematische Formel legt fest, auf welcher Höhe du deine Gardinen und Vorhänge umnähen musst. Vielmehr geht es hier um die Wirkung von Stoff im Raum und was du damit ausdrücken möchtest.

Wenn du eine aufgeräumte Optik schätzt, passen anstehende Gardinen gut zu dir. Das sind Vorhänge, die gerade so den Boden berühren. Ihr Stoff fällt dadurch gerade und formschön. Die meisten Schiebegardinen werden so angebracht. Das wirkt clean und ordentlich.

Schwebend – so lieben viele Skandinavier ihre Gardinen. Zehn Zentimeter zwischen Saum und Boden sind da keine Seltenheit. Das ist äußerst praktisch, weil solche Vorhänge natürlich nicht so schnell verschmutzen. Außerdem läuft das Auf- und Zuziehen so viel reibungsloser. Dieser klare und entspannte Look bietet sich vor allem für viel benutzte Räume wie Flur oder Wohnzimmer an.

Die Rockstar-Länge unter den Vorhängen haben gebrochene Gardinen: Lässig liegt ihr Saum einige Zentimeter auf dem Boden, so dass sich der Vorhang ganz selbstverständlich ein wenig auffächert und breiter wirkt als er eigentlich ist. Dieses Maß ist heute das gängigste. Mit besonders leichten Stoffen erzielst du so einen filigranen, romantischen Look. Schwere Stoffe hingegen wirken gebrochen besonders edel und opulent.

Opulente Gerdinen in Gelb
Die gemusterten Vorhänge aus der New Romance Kollektion von Ado-Goldkante machen den ansonsten geradlinig eingerichteten Raum opulenter.
Foto: Ado-Goldkante
Zarte weiße Gardinen
Romantisch ohne kitschig zu wirken – das gelingt mit dem Leinenvorhang Lesbaux von Mirabeau vor einer dunkelgrauen Wand.
Foto: Mirabeau

Was Vorhänge mit dem Raum machen

Ganz klar – mit Vorhängen und Gardinen wird es wohnlicher in deinem Zuhause. Außerdem bieten sie dir eine wirklich große Fläche, um die Stimmung im Raum zu prägen. Das schaffen sonst nur Wände oder großformatige Möbel wie ein Sofa. Netter Nebeneffekt: Vorhänge schlucken Schall und sorgen so beispielsweise für ruhigere Nächte im Schlafzimmer.

So wie du Fotos mit einem Weichzeichner bearbeitest, kannst du für eine ähnliche Wirkung auch leichte, weiße Gardinen oder Vorhänge in deinen Räumen anbringen. In Verbindung mit weißen Wänden verwischen sie die Konturen und kreieren eine sanfte, romantische Atmosphäre.

Was Schiebegardinen angeht: Mit ihrem cleanen Look passen sie prima zu modernen oder skandinavischen Einrichtungen. Aber: Finger weg bei kleinen Fensterfronten. Hier wirken die großflächigen Stoffbahnen schnell erdrückend.

In Altbauten können bis zu vier Meter hohe Wände geradezu einschüchternd wirken. Um schnell für mehr Gemütlichkeit zu sorgen, kannst du kurze Gardinen vor die Fenster hängen. Das betont die Horizontale. Oder du unterstützt die opulente Wirkung mit besonders langen Vorhängen. So erhältst du ein wahrhaft herrschaftliches Ambiente.

Für einen besonders individuellen Look: Wie wäre es mit einer Gardinenstange aus einem Bambusstock oder einem Schiffstau? Wenn du einen Vorhang nicht mehrmals täglich öffnen musst, spielt es keine Rolle, wie sanft er beim Aufziehen gleitet. Lass deiner Fantasie freien Lauf und schenk deinem Zuhause einen ganz persönlichen Look.

Auf einen Blick – so wird es mit Gardinen und Vorhängen wohnlicher in deinem Zuhause

  • Gardinen und Vorhänge unterscheiden sich im Material: Gardinen sind halbtransparent bis transparent, Vorhänge aus dickerem, undurchsichtigem Stoff.
  • Klassisch sieht es so aus: Store + Dekoschal = Gardine.
  • Ein blickdichter Vorhang verdunkelt nicht. Er schützt nur vorm Reinluschern.
  • Blackout- oder Verdunklungsstoffe lassen es in deinen Räumen zappenduster werden.
  • Befestigungsarten: Stangen, Schienen und Seile.
  • Um die Ecke geht’s am besten mit Schienen.
  • Vorhänge nach dem Waschen in feuchtem Zustand wieder aufhängen – das spart das Bügeln.
  • Anstehende Gardinen sorgen für eine aufgeräumte Optik, schwebende sind praktisch und verschmutzen nicht so schnell, gebrochene wirken lässig.
  • Leichte, weiße Vorhänge wirken vor einer weißen Wand wie ein Weichzeichner.
  • Kurze Gardinen betonen die Horizontale, lange die Vertikale.

Bild im Aufmacher: Shutterstock

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