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    Teppichboden richtig reinigen: Der große Guide

    von KATJA KEWERITSCH - 25.01.2020

    Je nach Flor, Farbe und Material braucht dein Teppich eine andere Pflege. Hier kommt unser Reinigungs-Guide zum Teppich reinigen. Plus Tipps zur effizienten Fleckentfernung.

    Teppichboden Introbild

    Staubsaugen – am besten täglich

    Jeden Tag setzen sich Schmutzpartikel und Staub aus der Luft auf einem Teppichboden ab. Werden sie über eine längere Zeit festgetreten, rutschen sie tief zwischen die Fasern, wo du sie nur mit Mühe wieder heraus bekommst. Zudem sieht der Teppichboden schnell alt aus. Was dagegen hilft? Den Teppich staubsaugen. Am besten alle ein bis zwei Tage. Und zwar mit dem Bürstaufsatz des Staubsaugers. Denn: Gleichzeitiges Saugen und Bürsten rückt auch losem Schmutz tief in den Fasern zu Leibe. Ausnahme: Bei Langflorteppichen und Schlingenware immer eine glatte Düse verwenden, damit keine Fasern herausgebürstet werden. 

    Regelmäßig: den Teppichboden feucht oder nass reinigen

    Für eine feuchte  Zwischenreinigung kleinerer verschmutzter Flächen sprühst du Reinigungsschaum auf den Teppichboden. Den bürstest du langsam in den Flor ein, so dass der Schaum den Schmutz binden kann. Dann lässt du alles trocknen. Achtung: Die Stelle währenddessen nicht betreten – notfalls mit einem Handtuch abdecken. Am Ende saugst du den Teppichboden gründlich ab. Fertig.

    Alle paar Jahr solltest du dir und deinem Teppichboden eine fasertiefe Grundreinigung gönnen – die Häufigkeit hängt dabei sowohl vom Verschmutzungsgrad als auch vom Teppichmaterial ab. Bei einer Nassreinigung schäumt ein Fachmann mit einer Sprühextraktionsmaschine ein Reinigungsmittel auf den gesamten Teppichboden. Das Gerät massiert es ein und saugt es wieder ab. Wenn alles trocken ist, wird noch einmal nachgesaugt. Natürlich kannst du dich auch selbst an einer Intensivreinigung versuchen. Die notwendigen Maschinen erhältst du als Mietgeräte in deinem Baumarkt. 

    Verschiedene Teppichböden

    Flecken im Teppich mit Backpulver reinigen

    Eine Allzweckwaffe im Haushalt ist das Backpulver. Bei einem Fleck auf deinem Lieblingsteppich, kann das Hausmittel Wunder wirken. Streue einfach das Pulver auf den Fleck im Teppich und gib vorsichtig heißes, aber nicht mehr kochendes Wasser, auf das Pulver. Das heiße Wasser öffnet die Poren der Fasern und das Backpulver kann seine Wirkung entfalten. Nachdem das Pulver einige Stunden, oder über Nacht, im Teppich eingewirkt ist, kannst du es wieder abtupfen und der Fleck sollte sich in Luft aufgelöst haben. Bei Bedarf wiederholst du diesen Vorgang einfach. Bei hartnäckigen Flecken bietet es sich zudem an, dem Wasser einen Spitzer Essig zuzufügen. Aber Achtung: Essig hat eine bleichende Wirkung und sollte daher nur auf hellen Teppichen eingesetzt werden.

    Teppiche in der Waschmaschine reinigen - geht das?

    Bevor du deinen Teppich in die Waschmaschine wirfst, solltest du die Pflegehinweise des Herstellers prüfen. Auf dem angehefteten Pflegezettelchen ist hinterlegt, wie du den Teppich ohne Sorgen reinigen kannst. Auf jeden Fall solltest du den Teppich nie zu heiß waschen, um ein Einlaufen zu verhindern. Bedenke zudem, dass ein mit Wasser vollgesogener Teppich sehr schwer wird, denn ein starkes Schleudern ist für die empfindlichen Flore nicht zu empfehlen. Stelle dir einen Wäschekorb zurecht und bereite einen Platz vor, an dem dein Teppich gut durchtrocknen kann. Denn dies kann dauern! Wir raten dir, die Teppichreinigung in der Waschmaschine an einem warmen Sonnentag durchzuführen, sodass er über den Tag an der frischen Luft trocknen kann.

    Pflege von Teppichen aus Naturfasern

    Ungefärbte Pflanzenfasern wie bei dem Sisalteppich, Teppichen aus Baumwolle, Jute oder Kokos kannst du mit alkalische Reinigungsmittel wie Kern- oder Gallseife behandeln. Aber Vorsicht bei gefärbten Pflanzenfasern: Sie können ausbleichen. Deshalb weder Fleckensalz noch Soda oder Salmiakgeist verwenden. Am besten greifst du hier auf ein spezielles Naturfaserreinigungsmittel mit saurem pH-Wert zurück.

    Was die maschinelle Reinigung angeht: Naturfaserteppiche können ausbleichen, Wellen schlagen, Wasserflecken bekommen und sogar schrumpfen, wenn sie durchnässt werden. Das Sprühextraktionsverfahren ist deshalb ein absolutes Don’t. Stattdessen: Für eine intensive Grundreinigung immer ein spezielles Trockenshampoo für Naturfaserteppiche verwenden. 

    Kunstfaserteppiche reinigen

    Generell sind synthetische Fasern robuster und unempfindlicher als natürliche Materialien. Besteht dein Teppichboden aus Propylen, Polyamid oder Polyacryl, kannst du ihn prima mit alkalischen Reinigungsmitteln wie Gall- oder Kernseife bearbeiten. Auch spezielle Fleckensprays eignen sich. Alle paar Jahre solltest du deinem Kunstfaserteppich mit einer maschinellen Nassreinigung zu Leibe rücken. Das kannst du entweder mithilfe von Leihgeräten aus dem Baumarkt selbst in Angriff nehmen oder du gönnst dir die Dienste eines Profis.

    Tipps zum Reinigen von Teppichen aus Wolle

    Für Teppichböden aus tierischen Fasern wie Wolle, Ziegenhaar oder Seide benötigst du ein säurehaltiges Reinigungsmittel. Nur so bleiben Glanz und Elastizität des Teppichs erhalten. Don’t: alkalische Reiniger verwenden. Sie schädigen die Haarstruktur und lassen Farben verblassen oder auslaufen. Teppiche werden spröde und können sogar reißen.

    Teppiche für Allergiker?

    Dass sich Teppichböden für Hausstaubmilbenallergiker nicht eignen, ist ein Gerücht. Das Gegenteil ist der Fall: Teppiche binden Staub und Schmutz. Bei einem kurzflorigen, dicht gewebten Teppich dringen die Partikel zudem nicht so schnell in das Gewebe ein. Wenn du täglich mit einem Staubsauger mit Mikrofilter alles absaugst, schaffst du ein wirklich allergiefreundliches Klima. Zum Vergleich: Auf Holzböden liegt der Staub nur lose auf und wird bei jedem Luftzug neu aufgewirbelt. Für empfindliche Allergiker ist das meist unangenehmer.

    Mal richtig auspowern: Teppiche ausklopfen

    Das Ausklopfen eines Teppichs unterschätzen viele. Doch es hat einen Grund, dass unsere Großeltern regelmäßig mit Teppichklopfern vor die Tür gegangen sind und den Teppich ordentlich ausgeklopft haben. Probiere es am besten direkt selbst aus, du wirst überrascht sein, was sich alles in den Tiefen deines Teppichs festsetzt. Wir empfehlen dir, das Ausklopfen des Teppichs im Freien vorzunehmen und auf die Rückseite des Teppichs zu schlagen, so schlägst du den Schmutz besonders effizient aus den Tiefen des Gewebes. Zudem könnten sich ansonsten die langflorigen Teppichfasern im Teppichklopfer verheddern und sogar abreißen.

    Was der Flor mit der Reinigung zu tun hat

    Unter Flor versteht man die Höhe der Teppichfasern, die senkrecht auf einem Untergewebe stehen. Bei einer Florhöhe von weniger als 1,5 cm spricht man von einem Kurzflorteppich. Alles ab 1,5 cm bis rund 5 cm bezeichnet man als Hochflorteppich. Generell gilt: Je länger die Fasern, desto schwieriger die Reinigung. Plus: desto ungeeigneter wird der Teppich für stark beanspruchte Stellen. 

    Denn: Der Flor wird platt getreten, wenn ständig viele Personen darüber laufen. Außerdem können sich Schmutz und Staub prima zwischen den langen Fasern verstecken. Bei starker Beanspruchung hilft dann auch kein tägliches Saugen mehr. Klar fühlt sich ein hoher Flor immer flauschiger an als ein niedriger. Aber für Flur, Treppe oder Kinderzimmer solltest du lieber einen strapazierfähigen Kurzflorteppich wählen.

    Rotwein, Kaugummi & Co. – das hilft gegen Flecken im Teppich

    • Generell gilt: Flecken auf dem Teppich immer sofort entfernen. Nicht warten! Wenn Flecken erst einmal eintrocknen, können sie mit den Teppichfasern chemisch reagieren. Das unschöne Ergebnis: eine bleibende Verfärbung.

    • Bei der Fleckentfernung immer mit einem saugfähigen Tuch von außen nach innen tupfen. Nie reiben! Der Fleck könnte sich sonst vergrößern.

    • Mineralwasser hilft meist besser als Leitungswasser. Einfach auf den Fleck geben und einwirken lassen. Dann mit einem saugfähigen Tuch von außen nach innen trockentupfen.

    • Ein fieser Kaugummi klebt im Teppich? Vereise die Stelle zunächst mit Eiswürfeln und zerschlage die gefrorenen Teile dann mit einem Hämmerchen und sauge diese sofort auf.

    • Der Horror: Rotwein auf dem Teppich. Hier ist Salz das ultimative Mittel. Auf den Fleck streuen und einwirken lassen. Wenn alles trocken ist, einfach absaugen.

    • Flecken auf Kokos- und Sisalteppichen lassen sich oft mit einem einfachen Korken wegrubbeln.

    • Auch ein Dampfreinigungsgerät eignet sich zum Fleckentfernen. Durch seine natürliche Reinigungskraft löst der heiße Dampf Schmutz und Fett. Anders als bei Reinigungsmitteln bleiben keinerlei Rückstände im Teppichboden.

    • Nicht geeignete Reinigungsmittel: Benzin und Nagellackentferner. Manchmal lösen sie zwar oberflächlich den Fleck, entfernen ihn aber nicht aus den Fasern. Der Schmutz sackt tief in den Flor und der Teppich wird grau und unansehnlich.

    • Ebenfalls ungeeignet: Geschirrspüler und Wollwaschmittel. Beide Reiniger müssen nach der Anwendung gut ausgespült werden – bei Teppichböden kaum möglich. Jegliche Waschmittelreste ziehen neuen Schmutz geradezu magnetisch an und lassen den Teppich ergrauen. 

    • Achtung: Egal für welche Reinigungstechnik du dich entscheidest, beginne zuerst an einer unauffälligen Stelle am Rand des Teppichs. So kannst du testen, ob das Reinigungsmittel richtig auf die Materialien des Teppichs reagiert und du vermeidest böse Überraschungen.

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