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Sichtschutz-Ideen für die Terrasse

von / moebel.de Redaktion

Ein Sichtschutz aus Markisen oder Pflanzen schützt vor Blicken und Wind. Hier findest du Ideen mit Holz, Stein, Stoff und Pflanzen.

In diesem Artikel:

  • Was bei Sichtschutz erlaubt ist
  • Die wichtigsten Arten von Sichtschutz
  • Materialien für Sichtschutz
  • Lebendiger Sichtschutz aus Pflanzen

Was bei Sichtschutz erlaubt ist

Für Sichtschutzelemente gibt es normalerweise keine besonderen Regelungen der Gemeinden. Es kann allerdings sein, dass in Einzelfällen das Material vorgeschrieben sein kann, um ein ortsübliches Erscheinungsbild zu gewährleisten. Steht ein Sichtschutz nahe der Grundstücksgrenze, kann er auch als Grenzbebauung gelten und darf dann eine bestimmte Höhe nicht überschreiten. Das ist bundesweit nicht einheitlich geregelt, weshalb du dich vorher lieber kurz bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung erkundigen solltest. Eine Baugenehmigung wirst du nicht brauchen, das könnte höchstens bei hohen Mauern der Fall sein. Auch in dem Fall lieber vorher fragen, als sich nachher Ärger einzuhandeln.

Etwas anders kann es bei Mietshäusern und bei selbst bewohnten Eigentumswohnungen sein. Der Vermieter oder auch die Eigentümerversammlung kann vorschreiben, welche Art Sichtschutz du installieren darfst und welche nicht. Das gilt in erster Linie für Balkone, damit die Hausfront einheitlich bleibt. In Mietshäusern ist generell die Zustimmung des Vermieters einzuholen.

Die wichtigsten Arten von Sichtschutz

Überlege dir zunächst, aus welcher Richtung die Blicke von Nachbarn oder Passanten am meisten stören. Dann hast du die Wahl zwischen fest installierten Sichtschutzelementen oder einem mobilen Sichtschutz, den du bei Bedarf jederzeit versetzen oder auch wieder entfernen kannst.

Sichtschutzelemente sind nicht nur rein praktisch, sondern können auch richtige Gestaltungselemente sein, das gilt besonders für einen fest installierten Sichtschutz und für moderne Gärten. Dieser sollte in puncto Farbe und Material zum Garten und zum Haus passen.

Du hast die Wahl zwischen einzelnen Sichtschutzwänden aus Holz, Aluminium oder Glas. Außerdem bieten auch Hecken, hohe Zäune oder Mauern guten Sichtschutz. Sehr praktisch sind Elemente, die man später noch nachkaufen kann, falls der Sichtschutz ergänzt werden soll. Bepflanzte Pergola-Elemente geben jeder Terrasse eine wohnliche Note, brauchen aber genau wie Hecken mehr Pflege.

Kreative und handwerklich geschickte Gartenbesitzer können sich an die Planung eines eigenen Sichtschutzes heranwagen und damit persönliche Vorlieben direkt umsetzen. Leichter ist es natürlich, auf bereits vorgefertigte Elemente aus Holz, Metall, Kunststoff oder Glas zurückzugreifen.

Links: Sichtschutz mit Nebeneffekt: Wetterfeste Spiegel sind blickdicht und machen den Garten größer. Rechts: Sichtschutzelemente an der Grundstücksgrenze machen einen zusätzlichen Sichtschutz an der Terrasse oft überflüssig. So kannst du den Blick in deinen Garten genießen.
Fotos: Thomas Heß, Shutterstock

Im Garten lässt sich eine Ecke zum Entspannen nicht immer planen. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, denn du kannst dir auch ganz spontan und mit wenig Aufwand eine geschützte Insel einrichten. Hinter Kübelpflanzen oder Sonnensegeln entsteht mit ein paar Decken und Kissen im Nu ein kuscheliger Liegeplatz. Auch bunte Stoffvorhänge, die du einfach von den Ästen eines Baumes herunterhängen lässt, sorgen dafür, dass du dich unbeobachtet im Garten ausruhen kannst.

Ein Paravent ist ein mehrfach unterteiltes Holzgestell, das entweder mit Baumwollstoff bespannt oder mit dünnen Holzelementen bzw. Schilfrohrmatten ausgekleidet ist. Der Paravent ist schnell aufgestellt und muss nicht aufwändig angebracht werden. Du kannst die Gestelle auch mit Dübeln und Schrauben verankern und den Paravent damit fest installieren.

Damit leichte Sichtschutzwände bei Wind nicht umfallen, sollten sie mit Bodenankern oder Draht gesichert werden. Du kannst Paravents und Sichtschutzmatten oder auch blühende Topfpflanzen kombinieren.

Materialien für Sichtschutz

Das ausgewählte Material bestimmt nicht nur Aussehen und Preis, sondern auch den Pflegeaufwand.

Holz

Ausmessen, kaufen, hinstellen: Standard-Modelle aus Holz gibt es in jedem Baumarkt. Sie bestehen aus Vierkantpfosten und Flechtlamellen aus Holz. Wenn es schnell gehen soll, schlägst du spezielle Bodenhülsen für die Pfosten in den Boden und stellst die Holzelemente auf. Wesentlich stabiler stehen sie jedoch auf kleinen Betonfundamenten. Natürlich kannst du das nach Belieben farbig streichen.

Holz ist vergleichsweise preiswert und schnell aufgebaut, der Pflegeaufwand ist überschaubar. Unbehandelte Holzwände solltest du regelmäßig mit Holzschutzmittel wetterfest machen. Flechtzäune aus dem Handel werden meist schon vom Hersteller durch Kesseldruckimprägnierung vor Fäulnis geschützt. Hölzer wie Douglasie und Lärche brauchen keinen Holzschutz, wenn alle Teile nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen und keinerlei Kontakt zur Erde haben. Flechtzäune aus Bambus oder Weide passen wegen ihres rustikalen Auftretens gut in Naturgärten.

Stein

Wenn man im Zusammenhang mit Sichtschutz von Steinen spricht, sind meist die modernen Gabionen gemeint. Diese Drahtkörbe stapelt man nach dem Baukastensystem und füllt sie mit losen Natursteinen. Das kann Sandstein, Kalkstein oder auch Granit sein, je nach Geschmack und Optik. Damit das schwere Bauwerk nicht absackt, ist entweder ein Fundament oder eine Tragschicht aus verdichtetem Schotter nötig. Stein ist generell extrem haltbar und hat nahezu keinen Pflegeaufwand. Dafür ist die Installation aufwändig und das Material recht teuer.

Hecken

Formschnitthecken sind Sichtschutz und Gartengestaltungselement in einem. Sie schirmen unliebsame Blicke ab, bremsen den Wind und dämpfen sogar Geräusche. Wenn deine Hecke allerdings von Anfang an schon Sichtschutzhöhe haben soll, sind die nötigen Pflanzen natürlich teurer. Mit dem Kauf kleiner Pflanzen kannst du dagegen viel sparen, musst aber anschließend noch ein paar Jahre Geduld haben. Besonders preiswert ist sogenannte wurzelnackte Ware ohne Erdballen, die es im Frühjahr und Herbst gibt. Wer nicht lange auf seinen Sichtschutz warten will, kann auch Fertighecken kaufen. Das sind gut ein Meter lange Heckenstücke im Topf, die schon eine Höhe von 150 bis 200 cm haben.

Hecken sind dauerhaft, brauchen allerdings ihren jährlichen Schnitt, damit sie nicht aus der Form wachsen. Laubabwerfende Hecken verlieren im Winter ihren Sichtschutz. Eiben- oder Buchenhecken sind die Dauerbrenner zum Schutz vor neugierigen Blicken. In großen Gärten kommen auch locker gepflanzte Hecken aus heimischen Gehölzen wie Kornellkirschen, Schlehen, Scheinquitte oder Felsenbirnen infrage. Die müssen nicht geschnitten werden, brauchen aber Platz.

Links: Sichtschutzelemente aus Holz gibt es in vielen Varianten. Alle werden an Stützpfosten befestigt, die im Boden eingelassen sind. Rechts: Sichtschutz, Blütenpracht und Raumteiler: Hecken erfüllen gleich mehrere Wünsche auf einmal.
Fotos: Shutterstock, Thomas Heß
Links: Immergrüne Thujahecken sind die Sichtschutzklassiker im Garten. Rechts: Perfekt für Terrasse und Garten: Gabionen lassen sich perfekt mit immergrünen Pflanzen wie Thuja kombinieren.
Fotos: Thomas Heß

Mauern

Der Aufwand für eine Mauer ist hoch, sie braucht anschließend aber so gut wie keine Pflege mehr und bietet dauerhaften Sichtschutz. Du kannst auf einer niedrigen Mauer außerdem auch Pergolen oder andere Sichtschutzelemente befestigen. Der Bau einer Mauer erfordert handwerkliches Geschick und Erfahrung, weshalb du die Ausführung besser einem Fachmann überlässt. Mauern sind ein dauerhafter Sichtschutz, ob du eine Baugenehmigung brauchst, kannst du bei der zuständigen Behörde erfragen. (zum Video: Wenn ein Sonnyboy eine Mauer baut)

Stoffe

Als Sichtschutz kommen Stoffe in Seitenmarkisen und Paravents zum Einsatz. Seitenmarkisen sind eine Sonderform der bekannten Schattenspender und werden bei Bedarf einfach an einem Handgriff ausgezogen und in einen Haltepfosten oder Wandhalter einhängt, sodass eine blickdichte Wand aus Stoff entsteht. Bei Nichtgebrauch verschwindet der Stoff wieder in der fest installierten, wetterfesten Box aus Aluminium.

Markisenstoffe kann man zwar austauschen, das ist aber lästig und zeitaufwändig. Achte daher beim Kauf auf feste, hochwertige Stoffe und vor allem eine gute Verarbeitung der Nähte. Lass den Markisenstoff vor dem Einfahren vollständig abtrocknen, sonst drohen dunkle Wasserflecken oder gar schimmelige Stockflecken auf dem Stoff.

Links: Sicht- und Windschutz: Bei Sturm ziehst du die Seitenmarkise einfach wieder ein. Rechts: Eine bepflanzte Pergola ist der perfekte Rahmen für einen Sitzplatz im Grünen.
Fotos: heute-wohnen.de, Shutterstock

Lebendiger Sichtschutz aus Pflanzen

So richtig lauschig wird es auf der Terrasse mit einer Kombination aus Pflanzen und Sichtschutz, etwa wenn Beete mit Gräsern und hohen Stauden oder Pergolen mit Kletterpflanzen einen schützenden Rahmen geben. Dabei spielt es in der Regel keine Rolle, ob die Pflanzen ihr Laub im Winter abwerfen oder behalten, denn bei Eis und Schnee wird niemand auf der Terrasse sitzen. Alternativ kannst du die Terrassen durch große Pflanzkübel mit Bambus oder Kirschlorbeer abgrenzen. Ideal sind auch schnellwüchsige einjährige Pflanzen wie Prunkwinden oder Schwarzäugige Susanne, die im Kübel allerdings Kletterhilfen aus langen Stäben oder einfachen Gittern brauchen.

Tipp: Gerade in neu angelegten Gärten übertreibt man es gerne und pflanzt Sichtschutzpflanzen viel zu dicht – sie sollen ja schließlich schön schnell dicht werden. Das rächt sich allerdings ein paar Jahre später, wenn du den Wust aus ineinander gewachsenen Pflanzen erst bändigen und später oft sogar wieder entfernen musst.

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