Wohnbasics

Das Zuhause kindersicher einrichten

von Katja Keweritsch

Babys Forscherdrang führt in die entlegensten Winkel eures Zuhauses. Lies hier, wie die Abenteuer deines kleinen Entdeckers sicher werden.

In diesem Artikel:

  • Gefährliche Gegenstände - aus der Sicht eines Kindes
  • Das Kinderzimmer sicher einrichten
  • Tipps für ein kindersicheres Wohnzimmer
  • So wird dein Badezimmer kindersicher
  • Wie sieht eine kindersichere Küche aus?
  • Treppe, Tür & Co. - so vermeidest du Unfälle

Damit deinem Kind zuhause nichts passiert, kannst du hier clevere Hilfsmittel shoppen.

 

Gefährliche Gegenstände - aus der Sicht eines Kindes

Messer, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht. Schon klar. Aber was ist mit schweren Schubladen, spitzen Tischecken, giftigen Zimmerpflanzen oder den herrlich bunten Legoteilchen des großen Bruders? Versuch deine Wohnung aus der Sicht eines laufenden, krabbelnden oder robbenden Kindes zu betrachten: Alles, was sich in greifbarer Nähe oder Höhe befindet, muss ungefährlich sein und darf weder herunterfallen noch auf- oder zuschlagen. Wichtig: Selbst wenn du euer Zuhause wie einen Hochsicherheitstrakt gestaltest, musst du immer ein Auge auf deinen Wonneproppen haben. Denn: Eine Steckdose ist kein Spielzeug. Das muss jedes Kind lernen. Bei Verwandten zuhause ist sie nämlich vielleicht nicht gesichert. Das gleiche gilt für den Herd und andere Gefahrenquellen.

Das Kinderzimmer sicher einrichten

Die Wickelkommode

Das allerwichtigste: Lass dein Baby niemals, wirklich niemals unbeaufsichtigt auf der Wickelkommode liegen! Egal wie klein es ist. Wenn es während des Windelwechselns gerade klingelt, musst du deinen Liebling mitnehmen. Wahlweise legst du ihn kurz in einem sicheren Laufstall oder seinem Gitterbettchen ab. Tipp: Überleg dir im Vorfeld gut, wo du frische Windeln, Cremes und Tücher verstaust. Mit einer Hand an deinem Schatz solltest du alles erreichen können – dein Baby allerdings nicht. Etwas breitere Wickeltische bieten dabei einen Komfort, in den es sich zu investieren lohnt. Alternative: eine schmale Kommode mit Schubladen oder Fächern.

Das Bett

Anfangs ist eine Wiege mit Rollen prima – so bist du mobil und kannst deinen Schatz sanft in den Schlaf schaukeln. Sobald dein Baby agiler wird, musst du die Schaukelfunktion arretieren. Sonst wird es gefährlich. Meist es das der Zeitpunkt, an dem dein Racker in ein Gitterbett umziehen sollte. Wichtig: Achte unbedingt auf ein genormtes Modell, bei dem die Abstände zwischen den Stäben festgelegt sind. Wenn dein Baby seinen Kopf hindurchschieben kann, besteht Verletzungsgefahr. Sobald dein Schatz sich aufrichten kann, musst du die Matratze tiefer stellen. Tipp: Entferne lieber ein paar Stäbe, damit dein Fratz hindurchschlüpfen kann, als dass er versucht, über das Geländer zu klettern. Babys können das - sogar im Schlafsack!

Was Decke & Co. angeht: Je weniger im Bett deines Lieblings herum liegt, desto sicherer ist das. Es mag dir lieblos erscheinen, wenn dein Baby ohne Nestchen, Kopfkissen und Kuscheltiere in einem Schlafsack auf einer schlichten Matratze liegt. Deinem Wonneproppen ist das herzlich egal. Und sicherer ist es in jedem Fall. Die Erstickungsgefahr ist sonst einfach zu hoch. Vorsicht: Befestige niemals die Bettdecke an den Gitterstäben, weil dein Baby sich nachts immer freistrampelt. Es könnte unter die Decke rutschen und ersticken. Investier lieber in einen Babyschlafsack. Da bleiben die Beinchen garantiert warm.

Schrank und Regale

Gerade im Kinderzimmer solltest du alle Möbel unbedingt an der Wand befestigen, damit sie nicht umfallen können. Kleine Kinder sind erstaunliche Kletterkünstler.

Tipps für ein kindersicheres Wohnzimmer

Kindersichere Steckdosen, rutschfeste Teppiche, fest verlegte Kabel und kippsichere Regale sollten selbstverständlich sein. Aber: Hält deine Stehlampe es aus, wenn dein kleiner Schatz daran rüttelt oder versucht hochzuklettern? Vielleicht verstaust du sie lieber zeitweilig im Keller. Oder platzierst sie eingeklemmt zwischen Sofa und Wand. Denk auch über LEDs als Leuchtmittel nach: Die sparen nicht nur Strom, sondern bleiben auch nach längerer Zeit schön kühl – für den Fall, dass dein Fratz seine Neugier auf die Dekoleuchte oder die Wandlampe richtet.

Bei einem Kamin oder Holzofen solltest du in jedem Fall in ein Absperrgitter investieren - das schützt übrigens auch die Erde großer Kübelpflanzen vor buddelnden Kinderfingern. Tipp: Statt eins Absperrgitters kannst du deine Wohnzimmerpflanzen auch mit Klebeband schützen. Einfach schachbrettartig über den Topf kleben. So kommt noch Luft an die Wurzeln und du kannst gießen, aber kleine Hände bleiben draußen. Auf giftige Pflanzen und Kakteen solltest du trotzdem verzichten. Oder du platzierst sie so weit oben, dass dein Knirps nicht rankommt.

Was den Fernseher angeht: Super ist natürlich ein Modell, das recht weit oben an der Wand hängt. Mit einem geschlossenen Kabelkanal an der Wand, kann nichts passieren. Alternativ kannst du dein TV-Gerät auf ein niedriges Schränkchen stellen und es dort möglichst weit nach hinten schieben. Einige Modelle lassen sich sogar festschrauben oder –kleben.

Perspektivwechsel: Betrachte euer Zuhause aus der Sicht deines Kindes. So wirst du schnell erkennen, wo überall Gefahren lauern.
Fotos: Shutterstock: Africa Studio, Aynur_sib

So wird dein Badezimmer kindersicher

Babys fühlen gerne mit dem Mund. Du solltest also sicherstellen, dass Shampoos, Cremes und Schminksachen unerreichbar für dein Baby sind. Solltest du Medikamente oder Putzmittel im Bad aufbewahren: Unbedingt in abschließbaren Schränken verstauen! Selbst eine Flasche Nasenspray darf nicht einfach so irgendwo herumstehen. Für deinen Wonneproppen kann es sonst gefährlich werden.

Auf einige Babys übt die Toilette einen faszinierenden Reiz aus: Da ist Wasser drin, man kann Dinge hineinwerfen und wieder herausfischen und überhaupt ist alles so niedrig, dass es prima zu erreichen ist. Da hilft nur ein klares Nein. Das verstehen auch Einjährige schon. Im Notfall kannst du über eine Deckelverriegelung nachdenken. Oder du hältst die Badezimmertür einfach immer geschlossen, so dass dein Baby nur mit dir hinein kann. Tipp: Häng den Schlüssel zur Badezimmertür an einen Klebehaken in etwa zwei Metern Höhe. So kann dein Racker ihn nicht von innen in die Tür stecken und abschließen.

Wenn du dein Schätzchen badest – lass es niemals allein! Auch nicht in extra Babybadewannen oder –eimern. Die Gefahr zu ertrinken ist einfach zu groß. Und was elektrische Geräte im Bad angeht: Föhn, Rasierer & Co. müssen natürlich außerhalb der Reichweite deines Kindes abgelegt werden. Ist ja klar.

Wie sieht eine kindersichere Küche aus?

Der Herd ist natürlich am Gefährlichsten. Am besten bringst du ein Schutzgitter an. So verhinderst du, dass dein Kind Töpfe und Pfannen herunterziehen kann. Tipp: Benutz möglichst nur die hinteren Kochplatten und dreh Pfannenstiele immer nach hinten. Für die Tür des Backofens gibt es spezielle Abdeckplatten, damit sich dein Baby nicht verbrennt. Neue Geräte verfügen bereits oft über ein Material, das generell nicht heiß wird.

Besonders gefährlich sind in der Küche Dinge, die nah am Rand stehen: Eine Tasse mit heißem Kaffee, ein Messer auf einem Schneidbrett, eine Schere, eine Porzellanschüssel. Kann dein Baby irgendwie hochlangen und etwas herunterziehen, fällt es ihm buchstäblich auf den Kopf. Deshalb: Stell niemals etwas am Rand ab! Auch der Wasserkocher gehört in die hinterste Ecke. Zudem solltest du darauf achten, dass keine Kabel irgendwo herunter hängen. Der Reiz, daran zu ziehen, ist für deinen Schatz viel zu groß. Also: Den Netzstecker des Toasters nach Gebrauch sofort wieder ziehen. Oder gleich fest und sicher verlegen.

Was Babys lieben: Regale ausräumen und den gesamten Inhalt gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Am besten schaffst du in einem Schrank Platz und legst dort alles hinein, was dein Baby haben darf: Plastikgeschirr, Löffel, Pfannenwender, Schneebesen, Holzlöffel, Blechschüsseln etc. Alle anderen niedrigen Schränke und Schubladen verriegelst du mit speziellen Verschlüssen – das ist dann vielleicht nicht mehr ganz so frustrierend für deinen Steppke.

Bei deinem Esstisch solltest du während der Kleinkindphase auf eine Tischdecke verzichten. Die verleitet geradezu zum Herunterziehen. Bei besonders spitzen Ecken kannst du Kantenschützer an deinem Tisch befestigen. Sie sind weich gepolstert und verhindern blaue Flecken beim Laufenlernen. Was den Hochstuhl angeht: Klar soll er hübsch, aber vor allem muss er kippsicher sein! Das erkennst du an entsprechenden Prüfzeichen, beispielsweise dem GS-Siegel.

Treppe, Tür, Fenster & Co. - so vermeidest du Unfälle

  • Türstopper an jede Tür klemmen – hilft gegen gequetschte Finger.
  • Treppenschutzgitter oben und unten (!) an der Treppe anbringen. Bei Lücken zwischen den einzelnen Stufen: Bretter, die mit Schellen an der Treppe befestigt werden.
  • Glastür: Klebesymbole auf Augenhöhe deines Kindes machen auf das unsichtbare Hindernis aufmerksam.
  • Lass dein Kind niemals allein auf dem Balkon! Stühle und Blumentöpfe sind super Kletterhilfen. Selbst gestapelte Kissen reichen manchmal. Kinder sind da ungemein erfinderisch.

 

 

Bilder im Aufmacher: Shutterstock: MIA Studio, Nadya Eugene, Djinn

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