Wohnbasics

Das richtige Sofa finden

von Katja Keweritsch

Das Sofa ist das wichtigste Möbel im Wohnzimmer. Wir beantworten die Frage Stoff oder Leder, zeigen Sofas für kleine Räume und geben Stell-Tipps.

In diesem Artikel:

1. Der beste Platz für das Sofa
2. Kleine Sofas für kleine Räume und große fürs Loft?
3. Die passende Sofa-Form
4. Der passende Bezug: Leder
5. Bezüge aus Stoff
6. Die Qualität eines Sofas erkennen
7. Auf einen Blick

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Der beste Platz für das Sofa

Die meisten Sofas werden an die Wand geschoben, um keinen Wohnraum zu verschenken. Wenn du viele Sitzmöglichkeiten brauchst, bieten sich Ecksofas oder Modulsysteme an. Allerdings müssen sie nicht zwangsläufig in der Ecke stehen. In großen Räumen können sie auch als Raumteiler dienen.

Etwas größere Räume ermöglichen eine diagonale Stellweise. Mit einem schmalen Tisch auf der Rückseite des Sofas bekommst du so eine zusätzliche Ablagefläche oder Platz für Deko.

Ein schwarzes Sofa mit hohen Füßen aus Holz sorgt für Leichtigkeit
Hohe Füße lassen Sofas grazil wirken. Sofa „Maila I“ von kollected by Johanna, Fashion for Home
Foto: Home24

Kleine Sofas für kleine Räume und große fürs Loft?

Diese Frage lässt sich definitiv verneinen! Ganz im Gegenteil wirken kleine Wohnzimmer mit einem zierlichen Sofa noch kleiner. Besser: ein Ecksofa mit zusätzlichem Polsterhocker, das ist luftiger. Außerdem bringt ein großes Möbel mehr Ruhe in den Raum als drei kleine.

Einem Wohnzimmer mit geringer Quadratmeterzahl hilft es auch, wenn das Sofa auf sichtbaren Füßen steht. So wirkt es trotz seiner Größe grazil. Bodentiefe Modelle wirken kompakter. Sie brauchen viel Platz, um zu wirken. Das gleiche gilt für üppig auskragende Lehnen, zum Beispiel bei einem Chesterfield-Sofa.

Eine Couch-Garnitur aus Sofa und zwei Sesseln mit bunten Kissen und einer Stehlampe, einem Beistelltisch und einem Teppich
An die Wand gerückt schaffen Sofas Platz für Sessel, Tisch und Lampe. Ein Teppich verbindet optisch Sitzmöbel miteinander. Sofa „Scarlino“ von Fashion for Home
Foto: Fashion for Home

Die passende Sofa-Form

Neben dem Schnitt des Wohnzimmers spielt auch die Frage eine Rolle, wie du dein Sofa nutzen möchtest. Soll die Familie gemeinsam darauf Platz haben? Dann wäre ein großzügiges Ecksofa mit tiefer Sitzfläche die erste Wahl. Lädst du gerne Freunde ein? Zwei Zweisitzer sind besonders kommunikativ. Als schwierig gelten Dreisitzer, weil die Person in der Mitte sich beim Gespräch immer hin und her wenden muss.

Vier Stunden verbringen wir im Durchschnitt täglich auf dem Sofa. Die meiste Zeit halb liegend. Für dieses lässige Loungen eignen sich vor allem Sofas mit einer Sitztiefe von mehr als 60 Zentimetern. In kleinen Wohnungen können so genannte Big Sofas im XXL-Format auch das Bett ersetzen.

Wohnlandschaften im Modulsystem bestehen zumeist aus drei Elementen, die miteinander verbunden werden können: eine Ecke, ein Mittelmodul und ein Polsterhocker. Diese Art Sofa passt sich jedem Raum an.

Für Übernachtungsgäste bieten sich Sofas mit integrierter Schlaffunktion an, die es heute in allen Designs gibt. Auch für kleine Einzimmerappartements sind solche Modelle optimal. Entscheidend ist hier der Komfort der Liegefläche.

Wer sein Wohnzimmer preisgünstig einrichten möchte, kann auf eine Couchgarnitur zurückgreifen. Diese besteht meistens aus einem Dreisitzer, einem Zweisitzer und einem Sessel. Nachteil: So eine einheitliche Lösung kann schnell langweilig aussehen. Was hier hilft: Ein Sessel aus einem anderen Programm bringt Abwechslung in den Look. Ein farblich auf die Sitzmöbel abgestimmter Teppich hilft dann, alles zu einer optischen Einheit zu verbinden.

Ein Sofa aus Semianilinleder ist relativ pflegeleicht und fühlt sich warm an. Sofa Hudson von Studio Copenhagen, Fashion for Home
Ein Sofa aus Semianilinleder ist relativ pflegeleicht und fühlt sich warm an. Sofa „Hudson" von Studio Copenhagen, Fashion for Home
Foto: Studio Copenhagen

Der passende Bezug: Leder

Hochwertiges Leder ist pflegeleicht, wirkt edel und altert schön. Als qualitativ hochwertigste Art gilt Anilinleder, das nur dünn mit transparenten Farbstoffen gegerbt wird. Die Oberflächenstruktur des Leders wird so nicht verdeckt, weshalb nur die besten Häute ohne Schäden verwendet werden. Das hat seinen Preis. Anilinleder ist besonders weich und passt sich schnell der Körpertemperatur an, sodass wir es als warm empfinden. Allerdings ist es wegen seiner offenporigen Art sehr empfindlich.

Stärker mit Farben gedeckte Leder sind pflegeleichter. Wir empfinden sie mit ihrer versiegelten Oberflächenstruktur aber oft als kalt und zu glatt. Eine gute Alternative ist Semianilinleder. Es ist stärker farbbeschichtet und deshalb unempfindlicher als reines Anilinleder, fühlt sich aber durch die immer noch relativ geringe Deckung weich und warm an.

Gemusterte Sofabezüge sind unempflich. Hier ein schwarz-weiß gemustertes Sofa.
Ein gemusterter Bezug ist unempfindlicher gegenüber kleinen Flecken. Sofa „Yarn-dyed fan pleat“ von Anthropologie.
Foto: Anthropologie

Bezüge aus Stoff

Stoffe punkten im Vergleich zu Leder vor allem mit ihrer Vielfalt. Generell kannst du zwischen Naturfasern wie Wolle oder Leinen und Kunstfasern wie Viskose oder Polyester wählen. Hinzu kommt eine große Auswahl an Mischgeweben. Die Qualität der Bezugsstoffe wird dabei in so genannten Scheuertouren gemessen: Ein Wert ab 20.000 gilt als sehr gut für den privaten Gebrauch.

In einem Haushalt mit kleinen Kindern bieten sich ausdrucksstarke Muster für den Sofabezug an, da sie prima kleine Flecken verstecken. Auch abziehbare Hussen helfen. Vor allem weiße Überwürfe funktionieren gut, da sie beim Waschen nicht ausbleichen.

Gemütlichkeit pur: Graues Sofa mit vielen Kissen
Falten gehören bei einer legeren Polsterung zum Stil. Sofa „Naima“ von Delife
Foto: Delife

Die Qualität eines Sofas erkennen

Ein hochwertiges Sofa hat eine Rahmenkonstruktion aus formbeständigem Massivholz. Auf diese wird dann eine Unterfederung aus Wellenfedern oder elastischen Gurten abgestimmt. Was diese Angaben angeht, muss man sich auf die Informationen des Herstellers verlassen. Bei einem guten Sofa quietscht weder der Rahmen noch bilden sich Sitzmulden.

Die Polsterung selbst besteht wie ein Sandwich aus mehreren Schichten Schaumstoff. Die Qualität wird dabei durch das Raumgewicht bestimmt. Es gilt: je schwerer, umso dichter, desto besser. Wenn sich Falten im Stoff bilden, muss das übrigens kein Zeichen von schlechter Qualität sein. Bei einer legeren Polsterung gehört das zum Stil dazu.

Auf einen Blick: So findest du das richtige Sofa

  • Überlege, wie du das Sofa nutzen möchtest (sitzen, liegen, zu zweit, mit mehreren).
  • Wähle für kleine Räume ein Sofa auf sichtbaren Füßen – es wirkt graziler.
  • Du bist ein Lounger? Wähle eine Sitztiefe von mehr als 60 Zentimetern.
  • Sofa und Sessel aus unterschiedlichen Programmen? Ein farblich abgestimmter Teppich verbindet sie optisch miteinander.
  • Bei Leder lohnt sich Qualität: Semianilinleder fühlt sich warm an und ist doch pflegeleicht.
  • Stoffe mit mehr als 20.000 Scheuertouren sind besonders robust.
  • Beim Polsterschaum gilt: je schwerer, umso dichter, desto besser.

Foto im Aufmacher: Shutterstock

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