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Balkonbepflanzung bei Sonne, Halbschatten und Schatten

von / moebel.de Redaktion

Wähle die passenden Balkonpflanzen für deinen Balkon-Standort aus und erfahre, wie du Blumensorten kombinierst und sie mit der richtigen Erde pflegst.

In diesem Artikel:

  • Woher du Balkonpflanzen bekommst
  • Darauf solltest du beim Kauf von Balkonpflanzen achten
  • Die Pflanzenauswahl für deinen Balkon
  • Pflanzen für den Südbalkon
  • Balkonpflanzen für den Halbschatten
  • Balkonpflanzen für den Schatten
  • Die richtige Erde für Balkonpflanzen
  • Passende Gefäße für Balkonpflanzen wählen
  • Welche Balkonpflanzen zusammen passen
  • Die richtige Pflege für deine Balkonbepflanzung

Woher du Balkonpflanzen bekommst

Geranien, Petunien, Fuchsien oder Margerite: Die typischen Blumen für deinen Balkon bekommst du als so genannte Beet- und Balkonpflanzen in jedem Gartencenter, Baumarkt mit Gartenabteilung und direkt beim Gärtner. Die Blütezeit der Balkonbepflanzung geht von Mai bis zum ersten Frost im Herbst. Du kannst sogar viele Zimmerpflanzen wie Buntnesseln oder Grünlilien zur Balkonbepflanzung nehmen, wenn du sie halbschattig aufstellst.

Der Verkauf geht je nach Wetter schon ab April los, wobei Beet- und Balkonpflanzen nicht winterhart sind und erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie dürfen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. An den ersten warmen Tagen im April gibt es aber oft einen regelrechten Ansturm auf Gartencenter und Gärtnereien und bis Mitte Mai können die besten Pflanzen schon ausverkauft sein. Kaufe daher lieber frühzeitig und schütze die Pflanzen vor drohenden Spätfrösten. Dazu kannst du die Pflanzen kurzfristig reinholen oder du deckst sie mit einem alten Bettlaken oder Vlies zu. Die Frostgefahr ist generell nach sonnigen Tagen mit anschließend sternklaren Nächten besonders hoch.

Ton in Ton oder als bewusster Kontrast: Achte am besten schon beim Kauf auf die richtige Farbzusammenstellung deiner Balkonbepflanzung. Rechts: Geranien gehören zu den Klassikern der Balkonbepflanzung und sind nach wie vor beliebt.
Fotos: Thomas Heß

Viele Balkonpflanzen lassen sich natürlich auch säen, was sich vor allem dann lohnt, wenn du sehr viele Pflanzen einer Art oder besondere Sorten möchtest, die es möglicherweise gar nicht als Jungpflanzen im Handel gibt. Mit dem Säen solltest du ab Februar beginnen, denn viele der Pflanzen lassen sich ganz schön Zeit, bis sie zu stattlichen Jungpflanzen herangewachsen sind. Am besten säst du die Pflanzen in flachen Schalen auf der Fensterbank aus, besonders geeignet sind Impatiens, Verbenen, Elfenspiegel, Gazanien, Leberbalsam, Lobelien, Petunien oder Zinnien.

Darauf solltest du beim Kauf von Balkonpflanzen achten

Standort

Neben deinem persönlichen Geschmack hängt die Pflanzenauswahl vom Platzangebot und der Lage des Balkons ab. Die einen Pflanzen mögen es sonnig, während die anderen kühlen Schatten bevorzugen. Du sparst dir später viel Ärger, wenn du deine Balkonbepflanzung nach deren Standortansprüchen und Wuchseigenschaften aussuchst. Hohe Pflanzen eignen sich nicht für Balkonkästen, sondern nur für Pflanzkübel. Das Etikett an der Pflanze gibt Auskunft über die Bedürfnisse der Pflanzen.

Pflanzenqualität erkennen

Natürlich achten die Händler von sich aus auf gute Pflanzenqualität und völlig verlauste Pflanzen wirst du vermutlich in keinem Laden finden. Aber dennoch solltest du dir die Pflanzen genau ansehen. Generell gilt, Hände weg von Exemplaren mit gelben Blättern und ausgetrocknetem oder vermoostem Wurzelballen, das deutet auf Ladenhüter und schlechte Pflege hin, die Pflanzen sind geschwächt und krankheitsanfällig. Balkonpflanzen mit vielen Knospen und einem gut durchwurzeltem, feuchtem Erdballen (kurz Austopfen!) sind die beste Garantie für lange Blütenpracht. Außerdem müssen die Triebe frei von Knickstellen und offensichtlichen Beschädigungen sein.

Haustiere

Verspielte, aber auch gelangweilte Katzen knabbern gelegentlich an Pflanzenblättern. Tabu sind daher nicht nur Pflanzen mit spitzen Blättern, sondern vor allem für Katzen giftige Pflanzen. Dazu gehören in erster Linie viele klassische Zimmerpflanzen, wie Dieffenbachien, aber auch Oleander und Hortensien, die oft im Kübel auf dem Balkon gehalten werden. Haben Katzen Zugang zu Balkonkästen oder Pflanztöpfen auf Mauern und Regalen, sollten die Gefäße gut befestigt sein, damit sie von tobenden oder auch jagenden Katzen nicht umgeworfen werden.

Tipp: Stell die Pflanzen nach dem Kauf erst einmal in den Schatten oder pflanze sie möglichst bald in die Kästen. In ihren kleinen Verkaufstöpfen trocknen Balkonpflanzen bei warmer Witterung leicht aus.

Links: Du kannst Pflanzen im Blumenladen ruhig kurz austopfen. Ein von vielen hellen Wurzeln durchzogener Erdballen steht für gute Pflanzenqualität. Rechts: Wenn du von Anfang an gesunde Pflanzen wie diese Glockenblumen pflanzt, wirst du den ganzen Sommer eine üppige Blütenpracht genießen.
Fotos: Shutterstock, Thomas Heß

Die Pflanzenauswahl für deinen Balkon

Ein Südbalkon wird von der Mittagssonne gnadenlos aufgeheizt, sodass ohne Sonnenschirm oder Markise der eigenen Haut, aber auch Balkonpflanzen ein Sonnenbrand droht. Der Knackpunkt für die Pflanzen ist allerdings die Wasserversorgung, wofür du im Sommer oft sogar mehrmals täglich zur Gießkannen greifen musst. Wem das zu lästig ist oder wer berufstätig ist, der greift auf spezielle Wasserspeicherkästen zurück. Diese machen Geranien, Petunien und andere Sonnenanbeter für mehrere Tage zu Selbstversorgern.

Ohne regelmäßiges Gießen vertragen nur die Hartgesottenen wie Lavendel oder andere mediterrane Pflanzen die pralle Sonne. Sukkulenten wie Echeverien zum Beispiel können in ihren dickfleischigen Blättern Wasser speichern. Oleander fühlt sich nur wohl, wenn sein Untersetzer im Sommer voll Wasser steht. Was andere Pflanzen auf Dauer schädigen würde, gehört beim Oleander zum Wohlfühlprogramm. Er liebt es, mit dem Kopf in der Hitze und den Füßen im Wasser zu stehen.

West- und Ostbalkone sind hell, bekommen aber nur die gemäßigte Morgen- oder Abendsonne ab. Von Mittagshitze bleiben sie verschont, weshalb du die Pflanzen auch nicht schattieren musst.

Ein Nordbalkon bekommt kaum oder gar keine direkte Sonne, ist aber trotzdem alles andere als ein finsterer Ort. Wenn nicht gerade hohe Häuser im Weg stehen, sorgt Streulicht für gute Wachstumsbedingungen. Farne und Grünpflanzen lockern die Blütenfülle der Schattenpflanzen auf und wirken beruhigend.

Links: Sukkulenten wie Portulakaröschen vertragen volle Sonne und gelegentliche Trockenheit. Bei anderen Pflanzen sollte die Erde immer etwas feucht sein – oder du schattierst zur Mittagszeit. Rechts: Petunien sind ideal für Halbschatten und Sonne. Bei voller Sonne brauchen sie aber sehr viel Wasser – und reichlich Dünger.
Fotos: Shutterstock

Pflanzen für den Südbalkon

Ist eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet, also wenn die Erde im Balkonkasten nie völlig austrocknet, kannst du für den Südbalkon aus dem Vollen schöpfen, denn die meisten Blumen für die Balkonbepflanzung lieben die Sonne:

  • Geranien (Pelargonium zonale und P. peltatum): der Dauerbrenner auf dem Balkon
  • Petunien (Petunia): viel Düngen, am besten mit speziellem Petuniendünger, der viel des für die Pflanzen wichtigen Eisen enthält
  • Zauberglöckchen (Calbrachoa): werden oft als Minipetunien verkauft
  • Elfenspiegel (Nemesia): stammt ursprünglich aus Afrika
  • Gold-Zweizahn (Bidens): reich blühende Hängepflanze
  • Kapmargerite (Osteospermum): sehr pflegeleicht, die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein („Mittagsblume“)
  • Husarenknöpfchen (Sanvitalia procumbens): die kleine Alternative zur Sonnenblume
  • Portulakröschen (Portulaca grandiflora): sehr pflegeleicht, steckt Trockenheit gut weg
  • Strauchmargeriten (Argyranthemum): der Klassiker in Weiß
  • Blaue Fächerblume (Scaevola): die Blüten reinigen sichselbst, Vertrocknetes rieselt aber zu Boden

Wenn du mit Palmen einen Hauch von Urlaub auf dem Balkon verbreiten möchtest, solltest du es mit robusten Dattel- oder Phönixpalmen versuchen. Denn tropische Palmen wie die Kokospalmen brauchen eine viel zu hohe Luftfeuchte, die es auf dem Balkon nicht geben kann. Als Folge werden die Blattspitzen braun und Schädlinge wie Spinnmilben machen sich über die Pflanzen her.

Links: Sonnenanbeter: Kapmargeriten stecken Hitzeperioden gut weg. Rechts: Blaue und weiße Lobelien leuchten mit Impatiens um die Wette. Als Highlight wurden den robusten Pflanzen noch Flammende Käthchen zur Seite gestellt, die eigentlich als Zimmerpflanzen bekannt sind.
Fotos: Shutterstock

Balkonpflanzen für den Halbschatten

Sehr hell, aber ohne pralle Mittagssonne: Ein Ost- oder Westbalkon ist für die meisten Balkonblumen ein perfekter Standort. Mit einem geeigneten Sonnenschutz werden auch Südbalkone zum passenden Standort für Halbschattenpflanzen. Die meisten Pflanzen, die für den Schatten empfohlen werden, wachsen auch im Halbschatten.

  • Fleißige Lieschen (Impatiens): pralle Sonne vermeiden
  • Tagetes (Tagetes): blüht in warmen Gelb- und Orangetönen
  • Männertreu (Lobelia): Ende Juli zurückschneiden, das sorgt für einen erneuten Blütenschub
  • Glockenblumen (Campanula): sehr robust und pflegeleicht
  • Verbenen (Verbena): satt leuchtende Farben und Blüten ohne Ende
  • Ziertabak (Nicatiana): verbreitet abends zarten Duft

Balkonpflanzen für den Schatten

Von wegen Problemzone: Auch wo die Sonne nur sporadisch hinkommt, kannst du mit manchen Balkonpflanzen noch für Farbe sorgen. Im Halbschatten kommen sie noch zurecht, aber auf keinen Fall mit praller Mittagssonne. Pflanzen wie Fuchsien oder Hortensien lieben es eher kühl.

  • Begonien (Begonia): die Knollen können frostfrei überwintern
  • Fuchsien (Fuchsia): gefüllte Sorten in verregneten Sommern geschützt aufstellen
  • Hortensien (Hydrangea): Gehölze für Kübel und Töpfe
  • Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis): Gartenstauden mit auffälligen Blüten für große Balkonkästen; winterhart
  • Edellieschen (Impatiens neuguinea): die großen Brüder der Fleißigen Lieschen
  • Buchsbaum (Buxus): immergrünes Gehölz für die ganzjährige Bepflanzung. Lassen sich gut in Form schneiden
  • Weihrauch (Plectranthus): Grünpflanze mit weiß-grünem Laub

Fuchsien lieben schattige, kühle Orte. Perfekt für den Nordbalkon oder für einen Standort unter Gehölzen im Garten.
Foto: Shutterstock

Die richtige Erde für Balkonpflanzen

Neben der Pflege ist die richtige Blumenerde der beste Garant für eine üppige Blüte, denn in den Kästen und Kübeln ist der Platz begrenzt. Die Erde ist in herkömmlichen Balkonkästen der einzige Wasserspeicher und muss vom Frühjahr bis zum Herbst schön locker bleiben. Daher solltest du auf jeden Fall hochwertige Markenprodukte kaufen, die auch in längeren Regenperioden nicht vernässen und schlapp machen. Zunächst preiswerte Schnäppchen enttäuschen oft im Laufe der Saison. Ob Geranien, Petunien und Hortensien – für viele Pflanzen gibt es auch Spezialerden, mit denen du zwar immer auf der sicheren Seite bist, die sich aber nur lohnen, wenn du viele Pflanzen der entsprechenden Art hast.

Passende Gefäße für Balkonpflanzen wählen

Die Auswahl an Kästen und Töpfen für deine Balkonpflanzen ist fast ebenso groß wie der Unterschied in Preis und Qualität.

Ton- bzw. Terrakotta-Töpfe verbreiten eine warme und wohnliche Atmosphäre, sind aber schwer und es verdunsten durch ihre offenen Poren viel Wasser. Kunststoff hält das Wasser deutlich besser und du musst nicht so oft gießen. Leichte Kunststofftöpfe in Steinoptik sehen inzwischen täuschend echt aus, sind aber windanfällig, wenn man sie mit hohen Pflanzen bestückt. Etwas Kies am Topfboden verhindert das. Immer beliebter werden Kunststofftöpfe, die einfach auf das Balkongeländer gesteckt werden und ohne zusätzliche Halterung auskommen. Vorteil: Die Pflanzen hängen nach außen über den Balkonrand, wachsen aber auch auf der Innenseite der Brüstung.

Welche Balkonpflanzen zusammen passen

Ob nach Blütenfarben, Wuchshöhe oder Wuchsformen: Balkonpflanzen lassen sich im Balkonkasten auf vielfältige Art und Weise kombinieren. Ganz wichtig ist, dass alle Pflanzen im gleichen Kasten auch die gleichen Ansprüche in punkto Wasser- und Düngerbedarf sowie Standort haben. Eine Kombination aus aufrechten und Hängepflanzen ergibt die üppigste Blütenfülle.

Kletternde Pflanzen wie Wicken oder Schwarzäugige Susanne sind übrigens ideale Schattenspender, die ihre Rankhilfen hinauf klettern und sehr dicht wachsen. Alternativ zu einem Rankgitter kannst du auch feste Schnüre vom Balkonkasten bis unter das Dach vom Balkon spannen und die Kletterpflanzen daran zum blühenden Sichtschutz wachsen lassen.

Tipp: Feierabendbalkon

Du kannst deinen Balkon nur abends genießen? Dann brauchst du eine Balkonbepflanzung, die erst abends zur Höchstform aufläuft und mit zartem Duft und leuchtenden Blüten begeistern. Dabei dürfen Blautöne nicht fehlen, denn diese entfalten in den Abendstunden eine nahezu magische Intensität. Für einen gut 50 cm breiten Blumenkasten in der Sonne oder im Halbschatten brauchst du:

  • 1 x Elfenspiegel (Nemesia strumosa)
  • 1 x Levkoje (Matthiola)
  • 1 x Heliotrop/Vanilleblume (Heliotropium arborescens)
  • 1 x Lavendel (Lavendula angustifolia)

Typische Abenddufter sind Ziertabak, Nachtviole oder Wunderblumen, die am besten in Kübeln wachsen.

Links: Verbenen und Petunien: Pflanzen mit gleicher oder ähnlicher Blütenfarbe ergeben ein harmonisches Gesamtbild. Rechts: Regelmäßiges Gießen gehört im Sommer zum Tagesprogramm. Möglichst nicht über die Blüten wässern, das führt zu unschönen Flecken.
Fotos: Thomas Heß

Die richtige Pflege für deine Balkonbepflanzung

Blühen strengt ganz schön an. Damit deinen Blumen bis zum Herbst nicht die Puste ausgeht, solltest du Abgeblühtes regelmäßig entfernen. Das verhindert Fäulnis, die sonst vor allem nach Regen zum Problem wird.

Der Nährstoffvorrat der Blumenerde reicht für etwa vier Wochen, mit beigemischtem Depotdünger bis zu drei Monate. Danach wollen sehr hungrige Balkonpflanzen wie Geranien oder Petunien wöchentlich einen Happen Flüssigdünger ins Gießwasser und bei Hitze stets feuchte Erde. Wasserspeicherkästen machen dich vom Wasserträger zum Balkongenießer. Dank des integrierten Wassertanks werden die Pflanzen mehrere Tage lang zu Selbstversorgern.

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Foto im Aufmacher: Eine üppige Balkonbepflanzung wie in Bayern ist keine Hexerei: Bei ausreichender Wasserversorgung bilden Geranien, Zauberglöckchen oder Petunien in Balkonkästen meterlange Triebe, die aus der Ferne wie bunte Blütenwasserfälle aussehen. Foto: Thomas Heß

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