Wohnbasics

Balkon-Kunstrasen: Sorten, Befestigung, Wasserdurchlässigkeit

von Katja Keweritsch

Den Liegestuhl mitten auf eine saftig grüne Wiese stellen – mit dem richtigen Kunstrasen klappt das auch auf deinem Balkon.

In diesem Artikel:

  • Welche Arten von Kunstrasen gibt es?
  • Wie befestige ich meinen Kunstrasen?
  • Braucht Kunstrasen eine besondere Pflege?
  • Die Don’ts bei einem Bodenbelag aus Kunstrasen
  • Gibt es rechtliche Auflagen zu beachten?
  • Was passiert bei Regen mit dem Kunstrasen?
  • Teppich, Fliesen oder Auslegeware - gibt es Norm-Größen?
  • Wie du Kunstrasen auf dem Balkon auslegst

 

Welche Arten von Kunstrasen gibt es?

Generell unterscheidet man zwischen unverfülltem und verfülltem Kunstrasen. Soll heißen: Der Kunstrasen wird nach dem Verlegen mit Quarzsand oder Granulat beschwert, damit er beim Fußball, Hockey oder Golf nicht verrutscht. Diese Verfüll-Technik wird auch im Garten angewendet, damit die einzelnen Bahnen schön an ihrem Platz bleiben. Auf dem Balkon, wo der Kunstrasen ja meist auf einer eher kleinen Fläche auf festem Untergrund verklebt wird, reicht die unverfüllte Variante.

Was die Qualität angeht: Beim Kunstrasen kommt es wie bei Teppichen auf die Anzahl der Stiche pro cm² an - aber auch auf UV-Beständigkeit, Schadstofffreiheit und die Fähigkeit, größere Mengen Wasser abfließen zu lassen. Ein hochwertiger Kunstrasen hält zwischen zwölf und 15 Jahren. Viele Hersteller verschicken heute kleine Muster, damit du dir selbst ein Bild von Qualität, Optik und Haptik machen kannst.

Wie befestige ich meinen Kunstrasen?

Auf einem festen Untergrund kannst du deinen Kunstrasen ganz einfach verkleben. Dafür muss die Oberfläche so eben wie möglich sein. Viele Hersteller bieten eine Ausgleichsmasse an, sollte es größere Löcher oder Risse geben. Danach trägst du einfach einen Spezialkleber in gleichmäßigen Abständen auf dem Boden auf – fertig. Möchtest du deinen Kunstrasen auf einem Holzdeck verlegen, kannst du ihn auch mit Nägeln oder Schrauben befestigen.

Braucht Kunstrasen eine besondere Pflege?

Eigentlich nicht. Jeglichen Schmutz spült Regen normalerweise weg. Sollte das nicht der Fall sein, kannst du deinen Kunstrasen einmal pro Jahr mit einem Gartenschlauch abspülen. Oder du mietest im Baumarkt einen Industriestaubsauger. Bei besonders langen und weichen Kunstrasenfasern kannst du die Grashalme ab und zu aufbürsten, damit sie wieder aufrecht stehen.

Die Don’ts bei einem Bodenbelag aus Kunstrasen

  • Wasserpfützen gleich beseitigen – am besten Kunstrasen mit integrierter Drainage verwenden
  • Achtung Lupeneffekt: Das Glas von Fenstern kann die Hitze der Sonne im Sommer vervielfältigen. Damit dein Kunstrasen nicht schmilzt, eventuell Sonnenschutzfolie verwenden.
  • Stühle und Tisch nicht über den Kunstrasen schieben, immer hochheben
  • Einen Grill oder Heizstrahler nicht direkt auf den Kunstrasen stellen, um Schmelzflecken zu vermeiden

Gibt es rechtliche Auflagen zu beachten?

Auf dem Balkon einer Mietwohnung darfst du meist keine bleibenden Veränderungen vornehmen. Das bedeutet, dass du den Kunstrasen rückstandlos entfernen musst, wenn du wieder ausziehst. So lange du ihn nur leicht an den Kanten und Ecken mit Klebstoff fixierst, sollte das klappen. Am besten vorher an einer unauffälligen Stelle testen.

Kunstrasen für den Balkon
Rasenteppich mit langem oder kurzem Flor ist eine unkomplizierte Alternative zu den zwar echter aussehenden, aber auch teureren Kunstrasen-Bahnen von der Rolle.
Fotos v.l.: Rasenteppich Field von Andiamo über Home24.de, Shutterstock

Was passiert bei Regen mit dem Kunstrasen?

Nichts. Okay, er wird nass. Aber das macht nichts. Das kann das Material gut ab. Die meisten Kunstrasen haben auf der Rückseite zudem kleine Noppen. Sie liegen also nicht vollständig plan auf dem Boden auf, so dass das Regenwasser ablaufen kann und es keine Staunässe gibt. Auf diese Weise trocknet das Material schneller, was einer Schimmelbildung vorbeugt. Ein ebenso simples wie perfektes Drainagesystem.

Teppich, Fliesen oder Auslegeware - gibt es Norm-Größen?

Qualitativ hochwertiger Kunstrasen liegt meist auf Rollen von maximal 25 Metern Länge und zwei oder vier Metern Breite. Für einen Mini-Balkon ist das natürlich vollkommen überdimensioniert. Alternative: Klick-Fliesen mit Kunstrasen. Neben diesen Varianten, die echtem Rasen optisch sehr nahekommen, gibt es auch noch Kunstrasen-Teppiche, die eher wie grüne Teppiche aussehen. Du bekommst sie entweder als Auslegware, die du dir zurechtschneiden lassen kannst, oder als gekettelte Teppiche in unterschiedlichen Größen.

Wie du Kunstrasen auf dem Balkon auslegst

Der Untergrund muss so eben wie möglich sein, eventuell musst du mit einer Ausgleichsmasse vorarbeiten. Die Kunstrasenbahnen solltest du dann grob vorschneiden, damit sie schon mal auf den Balkon passen. Je nach Art deines Balkons reicht eventuell eine Bahn, die du der Länge nach verlegst. Generell sieht es allerdings hübscher aus, wenn man später in Florrichtung schaut. Dafür müsstest du die Rolle vom Haus weg verlegen, was jedoch unter Umständen mehr Stöße verursacht. Am besten mit einem kleinen Stück vorab ausprobieren.

Was die Stöße angeht: Nachdem du die Bahnen ohne Zwischenräume aneinander gelegt hast, werden die Stoßstellen mit einem speziellen Rasen-Nahtband verklebt (ist ein bisschen wie doppelseitiges Klebeband). Dabei gilt: je hochfloriger der Kunstrasen, desto besser werden Stöße kaschiert. Aber Achtung: Immer die Halmrichtung berücksichtigen! Am Ende schneidest du die äußeren Ränder mit einem scharfen Cutter passgenau ab.

Bilder im Aufmacher: Shutterstock / wk1003mike / Sutichak / Himchenko.E

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