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Balkonkästen bepflanzen – Schritt für Schritt

von / moebel.de Redaktion

Wie du den Balkonkasten mit einer Dränageschicht aus Blähbeton bepflanzt, Tipps für spezielle Erde, den richtigen Zeitpunkt und die passenden Pflanzen.

In diesem Artikel:

  • Welcher Balkonkasten zu deinem Balkon passt
  • Wann und womit sich Balkonkästen bepflanzen lassen
  • Welche Erde und welche Dünger geeignet sind
  • Halterungen für Balkonkästen
  • Einen Balkonkasten bepflanzen: So geht’s Schritt für Schritt
  • Balkonpflanzenpflege: regelmäßige Beauty-Kur

Welcher Balkonkasten zu deinem Balkon passt

Ob mit 50, 80 oder gar 100 cm Länge, neben deinem ganz persönlichen Geschmack in Punkto Größe, Farbe, Form und Material entscheidet auch die eigene Bequemlichkeit über die Bauart eines Blumenkastens. Wer Zeit und Lust hat, seine Pflanzen im Sommer täglich zu gießen, sollte die robusten, klassischen Balkonkästen aus Kunststoff nehmen. Designfans kommen inzwischen auch auf ihre Kosten, denn viele Balkonkästen sind echte Gestaltungselemente. Immer beliebter werden Balkonkästen in edler Flechtoptik oder Modelle in knalligen Farben.

Mittags gewässert, abends schon wieder schlapp: Viele Balkonpflanzen, vor allem solche mit weichen Blättern und auf dem Südbalkon, sind echte Schluckspechte und wollen in heißen Sommern oft sogar zweimal täglich gegossen werden. Wer dazu keine Lust hat und lieber vom Wasserträger zum Balkongenießer befördert werden will, setzt seine Pflanzen in Wasserspeicherkästen. Diese verlängern die Gießintervalle dank integriertem Wasserspeicher auf mehrere Tage, da sich die Pflanzen selbstständig bedienen können. Aufgefüllt wird in der Regel über einen Einfüllstutzen. Wasserspeicherkästen sind für Berufstätige mit Südbalkon fast die einzige Möglichkeit für blühende Pflanzen.

Wasserspeicherkästen funktionieren allerdings erst perfekt, wenn die Pflanzen eingewachsen sind und die Erde gut durchwurzelt haben. In den ersten zwei bis drei Wochen solltest du daher ganz normal gießen. Wichtig: Die Kästen müssen einen Überlauf haben, damit die Erde bei Regen nicht versumpft. Fehlt der Überlauf, solltest du den Wasserspeicherkasten in andauernden Regenperioden geschützt an die Hauswand stellen, damit die Erde nicht vernässt.

Balkonkästen werden in folgenden Materialien angeboten:

  • Kunststoff: Der preiswerte Klassiker. Kunststoff ist leicht, pflegeleicht und nach Gebrauch einfach zu reinigen. Neben den einfachen und seit Jahren bewährten, aber rein funktionalen Kunststoffkästen, gibt es inzwischen auch Modelle in Stein- oder Terrakotta-Optik, in poppigen Farben oder als Hochglanzblumenkasten mit Klavierlackbedeckung. Die meisten Kunststoffkästen können ganzjährig draußen bleiben, je nach Dicke des Materials werden sie aber bei Frost spröde.
  • Ton und Terrakotta: Robust, aber sehr schwer und daher in der Regel nicht für Balkongitter geeignet. Auf Mauern oder Ständern machen die südländisch anmutenden Kästen natürlich eine tolle Figur. Ton heizt sich in der Sonne nicht auf und ist wasser- und luftdurchlässig. Nachteil: weiße Beläge durch Kalk oder Dünger (https://www.moebel.de/garten/pflanzen/duenger) möglich.
  • Holz: Wirkt edel und warm. Du solltest die Kästen aber nicht direkt bepflanzen, sondern als Übertopf nutzen. Andernfalls würde das Holz bei direktem Erdkontakt faulen. Wenn du Holzkästen mit Folie auskleidest, ist das Holz zwar geschützt, der Kasten hat aber keinen Wasserablauf und kann nur unter einem Überdach stehen.
  • Metall: Witterungsbeständig und ideal für moderne Häuser. Meist wird Zinkblech verwendet, aber auch Edelstahl. Achtung: Metall wird bei direkter Sonneneinstrahlung heiß und kann dadurch Pflanzenwurzeln schädigen. Achte darauf, dass die Pflanzentriebe den Kasten wie ein Sonnenschirm bedecken.

Links: Manche Kunststoffmodelle kannst du sogar einfach auf das Balkongeländer stecken und brauchst dann keine zusätzlichen Befestigungen. Mitte: Ton- und Terrakottakästen sind die Klassiker im Garten und auf dem Balkon. Aufgrund des hohen Gewichts stellst du sie am besten auf den Boden. Rechts: Impatiens, Petunie oder Geranie: Holz passt so gut wie zu allen Balkonpflanzen.
Fotos: Shutterstock

Wann und womit sich Balkonkästen bepflanzen lassen

Wenn du einen blühenden Sommerbalkon möchtest, solltest du die Balkonkästen Anfang Mai bepflanzen und ab Mitte Mai ins Freie stellen. Dann gibt es die größte Auswahl an Pflanzen und die Frostgefahr ist vorüber. Nach der Saison, also ab September, kannst du die Balkonkästen für den Herbst vorbereiten und mit Chrysanthemen, Heidekraut, Fetthenne, Stiefmütterchen und anderen Herbstblumen bepflanzen. Für den Winter eigenen sich Christrosen, Spindelstrauch oder Scheinbeeren, die alle winterhart sind.

Für eine dauerhafte Bepflanzung sind Balkonkästen zu klein und die Erde ist schon nach einer Saison ausgelaugt. Sträucher, Rosen oder Zwergkoniferen kannst du allerdings gut in größere Pflanzkübel setzen.

Links: Geranien dürfen auf keinem sonnigen Balkon fehlen. Mitte: Basilikum, Salbei oder Oregano: Im Balkonkasten wachsen frische Vitamine immer in deiner Reichweite. Rechts: Eine gute Pflanzenqualität macht sich bezahlt. Frischer als beim Gärtner oder auf dem Markt geht’s nicht.
Shutterstock
  • Sommerblumen: Klassischerweise werden Balkonkästen im Frühjahr mit blühenden Pflanzen wie Geranien, Petunien, Fuchsien oder Männertreu bepflanzt, die es als Beet- und Balkonpflanzen im Handel gibt. Die Pflanzen sind nicht winterhart, könnten aber theoretisch bis zum nächsten Jahr im Keller überwintern. Der Aufwand lohnt sich nur nicht. Schattenkinder mögen keine Sonne, Sonnenanbeter gehören nicht ins Dunkle: Auch wenn die Versuchung im Gartencenter groß ist, nimm keine Pflanzen, deren Standortansprüche du auf deinem Balkon nicht erfüllen kannst. Außerdem müssen die Pflanzen von ihrer Wuchshöhe her zum Balkon und den Balkonkästen passen.
  • Gemüse: Auch Gemüse wie Tomaten, pralle Paprika oder Kartoffeln wachsen problemlos auf deinem Balkon. Du brauchst dann allerdings breite Kästen mit möglichst viel Erdvolumen. Viele Gemüsearten sind nicht nur lecker, sondern machen sogar Zierpflanzen Konkurrenz: Mangold zum Beispiel hat je nach Sorte weiße, rote oder leuchtend gelbe Stiele, Kartoffeln haben große, rein weiße Blüten. Auf dem Balkon wachsen beide in großen Eimern oder Kübeln.
  • Kräuter: Einfacher ist es mit Kräutern. Majoran, Thymian, Salbei und Rosmarin lieben die Sonne vom Südbalkon, magere Erde und wachsen auch im Balkonkasten. Mediterrane Kräuter mögen allerdings keinen Schnittlauch oder Basilikum als direkte Nachbarn im Topf, da diese frischen Boden bevorzugen. Mediterrane Kräuter stehen mehr auf wenig gedüngte, spezielle Kräuter- oder auch Aussaaterde. Du brauchst nicht unbedingt speziellen Kräuterdünger, nimm einfach normalen Blumendünger und verdünne ihn 1:10 mit Wasser – perfekt für die Kräuter.

Tipps zum Blumen-Kauf: Blumen mit zahlreichen Knospen und gut durchwurzeltem Erdballen versprechen die schönste Blütenpracht. Sind die Triebe dann noch frei von offensichtlichen Beschädigungen und Schädlingen, ist das die beste Garantie für lange Blühfreude.

Nach dem Kauf sollten die Pflanzen möglichst rasch in den Balkonkasten kommen. Ist das nicht möglich, stellst du die Pflanzen zunächst irgendwo in den Schatten. Denn in ihren kleinen Verkaufstöpfchen trocknen die Pflanzen sonst leicht aus und nehmen dauerhaft Schaden.

Auch wenn bis Mitte Mai noch Frost droht, solltest du frühzeitig zugreifen und die Pflanzen dann lieber notfalls abdecken. Das Dilemma: Kauft man erst im Mai, sind die besten Pflanzen oft schon ausverkauft.

Welche Erde und welche Dünger geeignet sind

In Balkonkästen ist der Platz begrenzt, daher sind die Pflanzen ganz besonders auf gute Erde angewiesen. Denn Wasser und Dünger aufnehmen, diese festhalten und bei Bedarf schnell wieder an die Pflanzen abgeben und dabei immer schön locker bleiben - das ist Schwerstarbeit und erfordert Spezialerden, die du in Plastiksäcken kaufen kannst. Gartenerde oder reiner Kompost sind tabu. Mit einer Universalerde für Kübel- und Balkonpflanzen machst du nichts verkehrt, Spezialerden für Geranien oder Oleander lohnen sich nur, wenn du sehr viele Töpfe oder Kästen mit den entsprechenden Blumen bepflanzen willst.

Fertige Erden sind fertig gedüngt und bieten den Pflanzen eine Vollverpflegung für die ersten vier Wochen. Viele Erden - auf den Verpackungen steht dann etwas von Langzeit- oder Depotwirkung - enthalten sogar Dünger, der bis August oder gar bis zum Herbst reicht. Einen Depotdünger kannst du aber auch einzeln kaufen und unter die Erde mischen.

Links: Ob im Topf, Kübel oder Balkonkasten: Hochwertige Blumenerde macht sich in jedem Fall bezahlt. Rechts: Große Balkone kannst du auch in einem Kübelgarten verwandeln. Die Töpfe dürfen nur nicht zu schwer sein. Wichtig: viel düngen.
Fotos: Shutterstock

Sehr hungrige Pflanzen wie Petunien oder Geranien brauchen aber auch mit Depotdünger oft nach einigen Wochen einen Nachschlag. Das siehst du daran, dass ältere Blätter hellgrün oder gelblich werden. In dem Fall gibst du den Vielfraßen wöchentlich etwas Flüssigdünger ins Gießwasser. Petunien sind ein Sonderfall und brauchen viel Eisen, der in speziellen Petunien- oder Surfiniendüngern enthalten ist.

Wenn im Balkonkasten noch Balkonerde aus dem Vorjahr ist, solltest du diese nicht mehr verwenden, der Düngervorrat ist verbraucht und zu groß ist die Gefahr von Schädlingen und Pilzen. Die Erde kannst du aber als Mulch unter Sträuchern im Garten verteilen oder in die Biotonne geben.

Halterungen für Balkonkästen

Das Gewicht der Kästen samt nasser Erde, Windstöße oder auch kurzes Anrempeln im Vorbeigehen – deine Balkonkästen müssen sicher befestigt sein. Ganz besonders, wenn sie außen an der Brüstung hängen und auf die Straße fallen können. Die Halterung eines Blumenkastens muss daher auf die Bauart der Balkonbrüstung abgestimmt sein und auch dem Kasten sicheren Halt geben. Der Kasten muss waagerecht hängen, sodass beim Gießen keine Erde heraus gespült wird. Balkonkastenhalter sind meist aus Metall und lassen sich durch Schienen auf die Größe des jeweiligen Blumenkastens einstellen und werden ans Balkongeländer gesteckt, geschraubt oder einfach eingehängt.

Wässern gehört im Sommer zu den täglichen Aufgaben auf dem Balkon. Wenn möglich, mit Regenwasser gießen.
Foto: Shutterstock

Einen Balkonkasten bepflanzen: So geht’s Schritt für Schritt

Pro Meter Balkonkasten kannst du mit fünf bis sechs Sommerblumen in der Größe von Geranien rechnen, bei Lobelien passen mehr in den Kasten. Die Pflanzen kannst du ruhig relativ dicht nebeneinander setzen, da sie nicht mehr sehr in die Breite gehen.

  1. Zunächst die Pflanzen so lange in einem Wassereimer untertauchen, bis keine Luftblasen mehr aus dem Erdballen aufsteigen.
  2. Die Pflanzen austopfen. Sitzt der Wurzelballen sehr fest, den Topf kurz zusammen drücken, umdrehen und die Pflanze mit einem Klaps auf den Topfboden herauslösen. Sehr verfilzte Wurzelballen mit den Händen leicht aufreißen und lockern. Dann wurzeln die Pflanzen besser ein.
  3. Eine gut fünf Zentimeter dicke Dränageschicht aus Blähton auf dem Kastenboden verhindert Staunässe und lässt Gießwasser gut abfließen. Bei Wasserspeicherkästen entfällt die Drainage. Tipp: Damit wegen der Drainage nicht ständig Gießwasser aus dem Kasten fließt, kannst du ein altes Küchenhandtuch zerschneiden und die einzelnen Teile zusammenfalten und auf die Wasserabzugslöcher legen. Das verhindert Staunässe, aber auch das unkontrollierte Abfließen von Wasser.
  4. Den Kasten etwa zur Hälfte mit Erde füllen, die Pflanzen mit etwas Abstand zueinander darauf auslegen und die Zwischenräume mit Erde füllen. Den Kasten bis etwa zwei Zentimeter unter den Rand mit Erde füllen, damit das Gießwasser nicht überläuft. Die Erde andrücken, damit Hohlräume geschlossen werden. Angießen.

Balkonpflanzenpflege: regelmäßige Beauty-Kur

Blühen ist anstrengend! Damit den Pflanzen während des Sommers nicht die Puste ausgeht und sie bloß noch Samen, aber keine Blüten bilden, solltest du Verblühtes regelmäßig entfernen. Das sieht auch schöner aus und verhindert Fäulnis. Welke Blütenstände von großblütigen Balkonpflanzen wie Geranien oder Petunien lassen sich einfach mit den Fingern ausbrechen, bei Pflanzen mit weichen Blütenstielen wie Margeriten geht es mit einer scharfen Schere besser, sonst knicken leicht ganze Triebe ab.

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