Wie plane ich meine neue Küche?

1. Schritt: Erste Überlegungen - Lass dich inspirieren!

Der wichtigste Tipp zuerst: Nimm dir Zeit! Du wirst viele Jahre mit deiner neuen Küche leben, warum also die Planung überstürzen? Von den ersten Überlegungen bis zum Premieren-Kochen vergehen meist etwa sechs Monate. Alles ganz entspannt also.

  • Verschaff dir zunächst mal einen Überblick: Schlender durch Küchenausstellungen und Möbelhäuser. Mach Fotos von Küchen oder Details, die dir gefallen.

  • Schau auf Social Media Kanälen nach schönen Fotos und speicher sie ab.

  • Frag Freunde, Nachbarn, Verwandte was ihnen an ihren Küchen gefällt – und was nicht.

Während dieser Inspirationsphase kannst du ein Moodboard anlegen. Füg dafür analog oder digital die Bilder von Küchen zu einer Collage zusammen, die dich besonders begeistern. Denk auch über Farben nach, die du magst. Vielleicht kristallisiert sich hier schon heraus, dass du salbeigrüne Küchen mit Kochinseln im Landhausstil liebst.

Dein Budget festlegen. Wieviel Geld bist du bereit, in eine neue Küche zu investieren? Wirst du die Küche bar bezahlen? Musst du einen Kredit aufnehmen? Willst du in Raten zahlen? Und kalkuliere einen Puffer mit ein.

2. Schritt: Welche Küchenform passt zu deinem Raum?

Um die Frage beantworten zu können, musst du dir zunächst Klarheit verschaffen, was den Raum angeht. Das heißt: ausmessen.

  • Zeichne den Küchenraum am besten auf Millimeterpapier. Achte auf Türen, Fenster, Ecken, Wandvertiefungen, Kamine etc. Notier auch die Raumhöhe. Wichtig: Markiere die Lage aller Anschlüsse und Heizkörper.

  • Vorteil bei Neubauten: Du kannst die Anschlüsse abhängig von der Küchenplanung verlegen lassen.

Im nächsten Schritt schaust du dir die gängigen Küchenformen an und überlegst, welche sowohl zum Raum als auch zu deinen Bedürfnissen passt.

  • Einzeilige Küche: benötigt nur eine Wand, passt in kleine Räume, lässt an der gegenüberliegenden Wand Platz für einen Esstisch, bietet nur wenig Stauraum, eher für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte geeignet

  • Zweizeilige Küche: zwei Zeilen stehen einander gegenüber – kein Platz für einen Esstisch in kleinen Räumen, Zimmergröße: ab acht Quadratmetern, Abstand zwischen den Zeilen: mindestens 120 Zentimeter, mehr Stauraum, kurze Arbeitswege, passt gut in längliche Zimmer oder in ein offenes Wohnkonzept (eine Zeile dient dann als Raumtrenner)

  • Küche in L-Form: passt in fast jeden Grundriss, kurze Laufwege, viel Stauraum, Ecken werden genutzt, lässt Platz für einen Esstisch, Raumgröße: ab etwa zwölf Quadratmetern

  • Küche in U-Form: viel Stellfläche und Stauraum, passt gut in lange, schmale Zimmer – dann kein Platz für Esstisch, Hochschränke sparsam verwenden (wirkt sonst erdrückend), in großen quadratischen Räumen gut als Familienküche mit Essplatz

  • Küche in G-Form: nur für große Räume oder offene Wohnkonzepte, Küche braucht viel Platz, bietet viel Stauraum und Arbeitsfläche, für Großfamilien und leidenschaftliche Köche, Essplatz oft in Form einer Theke

  • Küche mit Kochinsel: nur in großen Räumen ab 15 Quadratmetern, gut im offenen Wohnkonzept, braucht Anschlüsse mitten im Raum

3. Schritt: Fragenkatalog zu Küchenaufbau & Küchengeräten

Die folgenden Fragen bringen dich deiner Traumküche ein großes Stück näher. Notier dir die Antworten und schau, ob sie zu der Küchenform passen, die dir vorschwebt. Falls nicht, sind vielleicht kleine Abstriche vonnöten. Oder du entscheidest dich doch für eine andere Küchenform.

  • Wie oft und aufwändig kochst du? Für wie viele Personen?

  • Möchtest du in deiner Küche nur kochen oder auch essen?

  • Sind schon Geräte vorhanden oder musst du alles neu kaufen?

  • Was für ein Kochfeld möchtest du haben? 60 cm, 90 cm oder 120 cm breit / Induktion, Gas, Elektro, Gas-Elektro-Kombi / Kochinsel / Grill / tiefergelegtes Kochfeld / vorgezogenes Kochfeld

  • Welche Dunstabzugshaube soll es sein? Abluft, Umluft, Wandhaube, Eckhaube, Flachlüfter, Downdraft, Unterbauhaube

  • Welche Features braucht dein Backofen? Heißluft / Umluft / Grill / Ober-/Unterhitze / Dampfgarer / Mikrowelle /Backwagen / Teleskopauszug / Einbau auf Sichthöhe

  • Soll der Geschirrspüler unterbaufähig sein? 45 cm, 60 cm oder 90 cm breit?

  • Welche Geräte brauchen zusätzlich Platz in deiner Küche? Kaffeevollautomat / Mikrowelle / Küchenmaschine / Dampfgarer / Reiskocher / Radio / TV / Waschmaschine / Trockner

  • Was die Kühlgeräte angeht: freistehender Kühlschrank / Kühl-Gefrier-Kombi / Side-by-Side, Kühlschrank mit zwei Türen / Eiswürfelbereiter / Null-Grad-Fach / NoFrost / Einbau oder Unterbau

  • Möchtest du geschlossene Schränke oder lieber offene Regale haben?

  • Soll es Oberschränke geben? Wenn ja: Faltlifttüren / Rollläden / Klapptüren / Schiebetüren / Gewürzregal

  • Welche Art von Stauraum wünschst du dir in den Unterschränken? Vollauszüge / Flaschenauszug / Besteckeinsatz / Ausziehtisch / Sockelschublade / Abfallsortierer / Topfkarussell / Schwenkauszug

  • Was ist mit Hochschränken, z.B. einem Apotheker- oder Besenschrank?

  • Aus welchem Material soll die Spüle bestehen? Rund oder eckig? Und welche Farbe soll sie haben?

  • Möchtest du eine Spüle mit: 1 Becken / 2 Becken / Restebecken / Schneidbrett / Abfall-Durchwurf / Abtropfsieb / Abtropffläche

  • Wie soll die Armatur der Spüle aussehen? Edelstahl oder Chrom / Kunststoff / Brauseauszug / Einhebelmischer / 2-Griff-Armatur / 100° C-Armatur / Sprudelaufbereiter

  • Hättest du gern eine Nischenausstattung (Wandverkleidung zwischen Arbeitsplatte und Oberschränken) mit Relingstangen, einem Lichtsystem, offenen Regalen oder einfach nur einer Tapete oder Fliesen?

Wichtig: Wenn du dir überlegst, welche Schränke wo platziert werden sollen – beginne mit den Eckschränken und der Spüle. Darauf folgen Herd, Geschirrspülmaschine und Kühlschrank. Als nächstes kommen großen Elemente wie Hochschränke. Anschließend kannst du die Zwischenräume mit allen anderen Schrankarten füllen, die du dir sonst noch wünschst.

4. Schritt: Stil & Optik – so soll die Küche aussehen

Jetzt kommt endlich dein Moodboard zum Einsatz. Es zeigt dir, welche Farben in deiner neuen Küche dominieren sollen. Wichtig: Denk daran, dass du dich an einer waldgrünen Küche wahrscheinlich schneller sattsehen wirst als an einer weißen. Je zeitloser der Look, desto länger wirst du dich daran erfreuen. Vielleicht reichen auch waldgrüne Wände.

Bei den Fronten kannst du zwischen Massivholz, Furnier, Metall, Lack und Kunststoff wählen. Am preiswertesten ist Kunststoff mit aufgeleimten Kanten, Vollholzküchen bilden das oberste Preissegment.

Wenn du dich für Fronten entschieden hast, kannst du die passenden Griffe auswählen. Derzeitiger Trend: Fronten ohne Griffe. Entweder steckt eine ausgeklügelte Drucktechnik dahinter oder der Hersteller arbeitet mit versteckten Griffleisten.

Was die Arbeitsplatten angeht: Besonders angesagt sind derzeit dünne Platten aus Naturstein oder Edelstahl. Darüber hinaus kannst du zwischen Massivholz, Kunststein (Quarz- und Mineralwerkstoffe), Schichtholz und Laminat wählen.

5. Schritt: Die richtige Beleuchtung für deine Traumküche

Wie in jedem Raum, solltest du auch in der Küche mit unterschiedlichen Lichtquellen arbeiten. Zum einen benötigst du ein Allgemeinlicht (meist eine Deckenlampe oder eingelassene Spots) für die normalen Arbeitswege in der Küche. Darüber hinaus sind Akzentleuchten wichtig, die die Arbeitsflächen heller machen. Bei einem Essplatz in der Küche kannst du zudem ein Stimmungslicht für gemütliche Stunden einplanen.

6. Schritt: Was du über die Beratung beim Fachhändler wissen solltest

Wenn du die ersten sieben Schritte unserer Anleitung durchgegangen bist, kommst du optimal vorbereitet in das Gespräch mit deinem Fachhändler. Bring den Grundriss mit, das Moodboard, deine Finanzierung und alle anderen Ideen und Entscheidungen, die du bereits getroffen hast. Bei einem professionellen Händler sollte die Beratung kostenlos sein - manchmal wird eine Aufwandspauschale berechnet, die beim Kauf einer Küche verrechnet wird.

Um einen guten Küchenberater zu finden, kannst du bei Freunden und Verwandten nach Empfehlungen fragen oder Bestenlisten im Netz checken. Trau dich auch, bei kleineren Firmen oder Schreinern anzufragen. Manchmal haben sie die besseren Angebote. Wichtig: Eine Küchenmontage ist nichts für Laien! Es geht um Starkstromanschlüsse und exaktes Handwerken. Die Investition in Fachpersonal lohnt sich.