Vor- und Nachteile von Küchenmaterialien

Das beste Material für deine Arbeitsplatte

Robust und unempfindlich sollte eine Arbeitsplatte sein - bei allen anderen Faktoren geht es um Vorlieben und Geschmack. Die gängigsten Materialien: Kunststoff, Holz, Edelstahl, Naturstein und Kunststein. Wir haben den Vor- und Nachteilen der einzelnen Werkstoffe einen eigenen Artikel gewidmet: 1x1 der Küchenarbeitsplatten. Hier kannst du nachlesen, welche Arbeitsplatte am besten zu dir passt.

Tipp: In Haushalten mit Kindern oder bei einem kleinen Budget, haben sich gemusterte Arbeitsplatten bewährt. Mit ihrem kleinteiligen Dekor vertuschen sie Abdrücke von zu heißen Töpfen genauso wie den Schnitt eines abgerutschten Messers oder Kirschsaftflecken.

So unterschiedlich können Spülen aussehen

Edelstahl ist der Klassiker unter den Materialien für Spülen. Es ist hygienisch, lebensmittelverträglich, rostfrei, hitzebeständig und säureresistent. Zudem ist es sehr leicht, lässt sich also gut transportieren und einbauen. Einziger Nachteil: Kalkflecken.

Tipp: Wenn dich die Kratzer auf Edelstahlspülen stören, investier in festeres, dickeres Material. Das ist unempfindlicher.

Keramikspülen galten lange als Vintage-Accessoire für Landhausküchen. Heute finden sie darüber hinaus aber auch ganz puristisch reduziert in modernen Küchen Verwendung. Denn: Spülen aus Keramik wirken wohnlich und edel. Sie sind resistent gegen Kratzer, rostfrei, robust, lebensmittelverträglich, pflegeleicht und langlebig. Nachteil: das Gewicht. Doppelspülen mit bis zu 50 kg sollten unbedingt von einem Profi eingebaut werden.

Spülen aus Verbundwerkstoffen sind der neue Trend. Sie werden aus einer zähen Acryl-Masse gegossen, der je nach Qualität und Preis mehr oder weniger Mineral-Pulver zugesetzt wird. Es gibt sie in jeder möglichen Form und Farbe. Sie sind kratzfest, extrem robust und resistent gegen Stöße, Hitze und haushaltsübliche Säuren und Laugen.

Küchenfronten – die beliebtesten Materialien

Kunststoff, Holz, Lack, Acryl und Glas. Aus diesen Materialien bestehen fast alle Küchenfronten. Am preisgünstigsten: Kunststoff. Bei dieser Variante wird Melaminharz, Folie oder Schichtstoff auf ein Trägermaterial geklebt. Das ist robust und pflegeleicht. Plus: Es gibt unzählige Dekore. Nachteil: Die Beschichtungen können sich nach einiger Zeit vom Trägermaterial lösen. Hier lohnt sich die Investition in eine hochwertige Verarbeitung.

Für Lackfronten wird das Trägermaterial mit Zweikomponentenlack gestrichen. Je nach Methode erhält man nach den Polier- und Schleifarbeiten matte oder hochglänzende Fronten, die strapazierfähig und leicht zu reinigen sind.

Die Alternative zu Lack: Acryl. Hier bestehen Küchenfronten entweder aus massiven Acrylplatten oder es wird ähnlich wie bei Kunststoff eine Acrylfolie auf Trägerplatten geklebt. Es gibt wahnsinnig viele Designs in jeglichen Farben. Acrylfronten glänzen stylisch, sind pflegeleicht und hochwertiger als Kunststoff.

Ideal für Akzente: Glasfronten. Es gibt sie als Rahmen- oder Sprossentüren mit klarem, sandgestrahltem oder milchigem Glas. Wichtig: So robust, hitzebeständig, feuchtigkeitsabweisend und hygienisch Glas auch ist – man sieht jeden Fingerabdruck. Wer keine Lust auf ständiges Nachpolieren hat, sollte sich lieber für eine andere Frontlösung entscheiden.

Holzfronten wirken wohnlich und edel – egal ob du dich für einen rustikalen Landhauslook oder eine puristische Küche im Skandi-Chic entscheidest. Sie sind nachhaltig, antibakteriell und mit der richtigen Pflege lange haltbar. Preislich rangieren sie im oberen Segment. Wichtig: Man unterscheidet zwischen Echtholz- und Massivholzfronten. Dabei besteht eine Massivholzfront komplett aus solidem Holz. Bei einer Echtholzfront gibt es meist einen Rahmen aus Massivholz und eine furnierte Füllung.

Der Trend aus der Profiküche: Edelstahlfronten. Das ist extravagant, besonders pflegeleicht und sehr hygienisch. Nachteil: Edelstahl wirkt kühl und man sieht ähnlich wie bei Glas jeden Fingerabdruck. Wichtig: Achte bei Edelstahlfronten auf die Verarbeitung der Ecken und Kanten. Da das Edelstahlblech auf ein Trägermaterial aufgezogen wird, erkennt man gute Qualität an diesen Schnittstellen.

Die schönsten Küchenboden

Wasser, Fettspritzer, Kirschsaft, Kuchenteig – so ein Küchenboden muss einiges aushalten. Deshalb ist ein robustes Material wichtig, das leicht zu reinigen ist. Typische Bodenbeläge: Fliesen, Linoleum, Holz, Laminat und Vinyl. Teppichböden sind ungeeignet.

Fliesen

Sie sind robust, pflegeleicht und langlebig – kein Wunder also, dass Fliesen zu den Klassikern der Küchenbodenbeläge zählen. Zudem haben sie eine hohe Wärmeleitfähigkeit, was ideal für Fußbodenheizungen ist. Es gibt Fliesen in allen Farben und Designs. Die Auswahl ist riesig! Nachteile: Fliesen haben eine schlechte Trittschalldämmung. Zudem wirken sie mit ihrer harten Oberfläche schnell kalt. Je nach Material können Fliesen splittern, wenn etwas Schweres wie ein Topf herunter fällt - allerdings lassen sich einzelne Fliesen meist problemlos austauschen.

Vinyl

Der Kunststoff PVC gehört zu den preiswerten Bodenbelägen. Er lässt sich schnell und einfach verlegen, ist trittschalldämmend und pflegeleicht. Inzwischen gibt es Vinyl auch in hübsch – mit vielen unterschiedlichen Farben und Dekoren. Aber: PVC besteht aus Erdöl, verfügt damit über eine schlechte Ökobilanz.

Linoleum

Die ökologische Alternative zu Vinyl. Denn: Linoleum besteht aus nachwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Kork- oder Holzmehl, Jute und Naturharz. Es eignet sich damit bestens für Allergiker. Linoleum ist rutschhemmend, pflegleicht, trittschalldämmend, antistatisch, temperaturbeständig (selbst Zigarettenglut ist kein Problem) und lässt sich schnell und einfach verlegen – entweder als Rollware oder als Fliesen. Preislich liegen Linoleumböden zwischen Fliesen und Vinyl.

Holz

Egal ob als Parkett oder Dielenbretter – Holz wirkt immer warm und wohnlich. Es reguliert das Raumklima, ist mit gutem Nässeschutz wasserabweisend, nachhaltig und lässt sich abschleifen, sollte es irgendwann zu abgenutzt aussehen. Aber es gibt auch Nachteile: Ein Holzboden in der Küche ist pflegeintensiv, weil sich schnell Kratzer und Dellen bilden. Außerdem ist Holz nicht UV-stabil, es ändert seine Farbe an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Plus: Ein Holzboden ist teuer.

Laminat

Die preisgünstige Antwort auf einen Holzboden. Laminat ist pflegleicht und in hochwertiger Ausführung sehr strapazierfähig. Du kannst es heute mit allen möglichen Designs bekommen – von der Holzoptik bis hin zum Steinbodenlook. Nachteile: Laminat mag kein stehendes Wasser. Wenn an den Fugen Flüssigkeit eindringt, quillt es auf. Kratzer lassen sich zudem nicht einfach wie bei einem Holzboden wegschleifen.

Materialien für die Küchenrückwand

Bei der Küchenrückwand kamen traditionell vor allem Fliesen als Spritzschutz zum Einsatz – daher auch der alternative Name Fliesenspiegel. Das ist auch heute noch eine gern gewählte Option. Besonders angesagt: Metrofliesen im Stil der Haltestellen der Pariser Métro. Aber auch alles andere zwischen Steinzeug- und Marmorfliesen ist möglich, je nach Geschmack. Fliesen sind robust, langlebig, wasserabweisend und strapazierfähig. Lediglich die Fugen sind etwas aufwendiger zu reinigen.

Besonders modern wirkt eine Küchenrückwand aus Glas. Es gibt sie in vielen Designs, von Mustern bis hin zu Fototapeten. Der Clou: Einige Hersteller bieten individualisierte Varianten mit deinen Motiven an. Ein Fliesenspiegel aus Glas ist fugenlos, pflegeleicht, unempfindlich was Kratzer angeht sowie wasser- und hitzeabweisend.

In Küchen mit einem besonders natürlichen Look, kommt auch Holz als Fliesenspiegel zum Einsatz. Das wirkt warm und wohnlich. Dabei kannst du dich zwischen Echtholz, Laminat oder beschichteten Spanplatten entscheiden. Wichtig: Alle Materialien müssen versiegelt werden, um als Spritzschutz zu fungieren. Trotzdem bleiben sie empfindlich was Stöße und Dellen angeht.

Ziemlich teuer, aber hübsch: Naturstein als Küchenrückwand. Es gibt viele Varianten von Granit über Sandstein bis hin zu Marmor. Das sieht sehr edel aus, ist langlebig, pflegeleicht und hygienisch.Preisgünstige Alternative: Kunststein. Dabei handelt es sich um zermahlene Mineralien, die mit einem Bindemittel (z.B. Harz oder Zement) in Form gebracht werden. Auf diese Weise gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten was Form, Farbe und Musterung angeht.

Den Industriecharme alter Lofts versprüht eine Küchenrückwand aus Edelstahl. Das ist robust, pflegeleicht und hygienisch. Gut zu wissen: Leider sieht man jeden Fingerabdruck und natürlich auch Spritzwasser auf diesem Fliesenspiegel. Du musst dich also auf häufiges Nachpolieren einstellen.

Besonders preisgünstig und prima für ein DIY-Projekt: Latexfarbe. Du kannst deine Küchenrückwand selbst streichen und erhältst einen wasserabweisenden und pflegeleichten Fliesenspiegel. Es gibt die Farbe in allen möglichen Nuancen, so dass du ruhig mutig zu ungewöhnlichen Tönen greifen kannst – wohl wissen, dass es jederzeit wieder überstreichbar ist.

Tipp: Ein Materialmix sorgt für Abwechslung

Egal, welches Lieblingsmaterial dir bei deiner neuen Küche vorschwebt – verwende es nicht überall. Eine Küche aus Massivholz braucht nicht noch eine Arbeitsplatte aus Holz, einen Fliesenspiegel aus Spanplatten und einen Parkettfußboden. Das wirkt erschlagend! Versuch dich lieber an einem entspannten Materialmix. Auf einem Fliesenboden mit einer Arbeitsplatte aus Naturstein kommen deine Massivholzküchenfronten auch viel besser zur Geltung.