Wohnbasics

Grau als Wandfarbe: So findest du den richtigen Ton

von Christiane Tillmann

Je nach Nuance wirkt Grau an der Wand cool und zurückhaltend oder warm und intensiv. Je dunkler, desto stärker bringt es andere Farben zum Strahlen.

In diesem Artikel:

  • Welcher Grauton der richtige ist
  • Warmes oder kaltes Grau: der Unterton macht‘s
  • Helles oder dunkles Grau: Räume größer oder kleiner wirken lassen
  • Graue Wände und Einrichtung kombinieren

Welcher Grauton der richtige ist

Zwischen Schwarz und Weiß gibt es ja bekanntlich viele Grautöne. Gar nicht so einfach, da den richtigen für die Wand zu finden. Denn Grau ist nicht gleich Grau, sondern manchmal eben auch Greige, Anthrazit oder Taubenblau. Die Farbe Grau ist nicht nur edel, sondern auch wahnsinnig vielfältig und bietet eine tolle Leinwand für all deine Einrichtungsideen, weil sie sich prima zurückhalten kann und je nach Ton andere Farben leuchten lässt. Wie aber sollst du bloß entscheiden, welches Grau besonders gut zu deiner Einrichtung passt? Diese drei Dinge bestimmen, welcher Grauton der passende ist:

  • die Farbe des Bodenbelags (gelbstichtig oder neutral)
  • das natürliche Tageslicht im Raum (hell und sonnendurchflutet oder düster und nach Norden ausgerichtet)
  • die Farben der Einrichtung

Hier kommen Tipps für deine Auswahl.

Warmes oder kaltes Grau: der Unterton macht‘s

Wie immer bei der Auswahl von Wandfarben spielt der richtige Unterton die Hauptrolle. Grautöne mit einem bläulichen Unterton wirken kühl und modern, während solche mit einem rötlichen Unterton Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlen. Beim Nebeneinanderhalten von Farbkarten wirst du schnell feststellen, dass winzige Nuancen bereits einen großen Unterschied machen können. Neben klassischen Grautönen sieht man aktuell auch viele so genannte Dusty Colours, also Farbtöne, die ausschauen wie ein diesiger Herbsttag. Dazu gehören beispielsweise trübe Grün-, Blau- und Rosatöne, die auf coole Art und Weise etwas müder wirken als ihre knallige Verwandtschaft.

Ob ein warmes oder kaltes Grau besser passt, richtet sich nach der Farbe des Bodenbelags, dem Tageslicht im Raum und den Farben der übrigen Einrichtung. Ein kaltes Grau passt zu Möbeln mit ebenfalls kaltem Unterton, kann in Räumen mit wenig Tageslicht aber ungemütlich wirken. Ideal für ein helles, kaltes Grau sind helle, lichtdurchflutete Räume. Der Boden sollte nicht gelbstichig sein (wie z. B. golbraunes Pitchpine-Parkett), das wirkt sonst unharmonisch. Besser: gräuliches Holz oder Betonboden.

Warme Grautöne mit einem hohen Rotanteil passen zu Einrichtungen mit ebenfalls warmem Unterton. Je dunkler das Grau, desto schöner wirkt es in Räumen, die wenig Tageslicht haben. Hier ist es ohnehin düster. Das dunkle Grau bringt eine extravagante, schicke Note in solche Zimmer. Warme Grautöne passen meistens auch gut zu gelbstichigen Böden.

Grau als Wandfarbe
Links: Der Farbton Drop Cloth von Farrow & Ball zählt zu den Neutralfarben und bewegt sich mit seinem gelblichen Unterton irgendwo zwischen Beige und Grau. Rechts: Lamp Black 228 von Little Greene wirkt zusammen mit der Lampe in knalligem Gelb frisch und modern.
Fotos: Farrow & Ball, Little Greene

Helles oder dunkles Grau: Räume größer oder kleiner wirken lassen

Nicht nur mit der Temperatur, sondern auch mit der Kräftigkeit eines Farbtons kannst du das Raumgefühl maßgeblich beeinflussen. Helle Grautöne öffnen den Raum und lassen ihn luftig wirken, was sie zu einer besonders guten Wahl macht, wenn du ein komplettes Zimmer streichen möchtest und nicht allzu viele Quadratmeter oder eine eher flache Decke hast.

Bei Akzentwänden kannst du hingegen in die Vollen gehen. Bestens geeignet sind Nischen. Streichst du sie richtig dunkel, treten sie geheimnisvoll zurück. Ganz Mutige trauen sich an ein übliches No-Go in der Innenausstattung und machen sich mit einem dunklen, fast schwarzen Grau über die Decke her. Aber Achtung: Diese Variante klappt wirklich nur, wenn du einen sehr großen Raum mit ausgesprochen hohen Decken auf diese Weise streichst.

Graue Wände und Einrichtung kombinieren

In den meisten Fällen sorgt eine graue Wand dafür, dass alle Gegenstände im Raum optisch hervorgehoben werden und Farben leuchten. Bei Dekoration und Möbeln kommt wieder das Thema Farb-Unterton ins Spiel. Je nachdem für welche Farbtemperatur du dich entscheidest (kalt oder warm), passen unterschiedliche Farben dazu. Blau, Holztöne und Weiß ergänzen kühle Grautöne wunderbar, wenn man es harmonisch mag. Mag kann aber auch auf knallige Kontraste setzen und beispielsweise einen dunklen Anthrazit-Ton zu kräftigem Gelb oder Orange kombinieren.

Wer es Ton in Ton liebt oder gern Schwarz zu Grau kombinieren will, der sollte auf unterschiedliche Oberflächenstrukturen achten, um Dynamik ins Spiel zu bringen. Wer den Skandi-Look liebt, kombiniert neben Schwarz viel Weiß und Holz zu seinem soften Hellgrau. Retro-Fans hingegen kombinieren ihre Lieblings-Teakkommode und Grünpflanzen wie Farne vor einer Akzentwand in sattem Dunkelgrau.

Foto im Aufmacher: Die Wandfarbe Alpina Feine Farben No 02 Nebel im November. Foto: Alpina

 

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