Wohnbasics

Die passende Wandfarbe finden

von Nicole Reese

Eine neue Wandfarbe bringt sofort einen anderen Look. Sie beeinflusst die Stimmung, kann Räume größer oder kleiner aussehen lassen - und macht Spaß!

Grundlagenwissen über Farben

Eine neue Wandfarbe ist die schnellste Möglichkeit, der Wohnung einen neuen Look zu geben. Farben haben eine intensive Wirkung auf uns und beeinträchtigen unsere Stimmung. Das Ambiente einzelner Räume lässt sich mit Farben komplett und gezielt verändern.

Grundsätzlich lassen sich Farben in vier Farbfamilien einteilen, die ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen und die Stimmung des Raumes prägen: aktivierende, lebendige Buntfarben, freundliche und sanfte Pastelltöne, die einen hohen Weißanteil haben, ruhige, entspannte Schattenfarben, die mit Grau und Schwarz abgemischt sind und die neutralen Unfarben wie Weiß, Schwarz, Beige und Grau. Innerhalb der jeweiligen Farbfamilie lassen sich die Farben ideal mixen und variieren. Ob du verschiedene Nuancen eines Farbtons kombinierst oder auf die kontrastreiche Wirkung von Komplementärfarben setzt, die Grundlage bildet immer eine Farbfamilie.

Vor dem Streichen klären: Soll der Raum aktivierend wirken oder entspannend? Für das Schlafzimmer eignen sich eher sanfte Töne. Räume, in denen viel los ist, vertragen bunte, lebendige Farben.

Nur Mut: Innerhalb einer Farbfamilie ist alles erlaubt

Ob elegantes Schilfgrün im Schlafzimmer, dunkles Rot für den Flur oder angesagtes Petrol im Wohnzimmer: Farben beeinflussen das Wohlgefühl.

Rot hat einen besonders starken Signalcharakter, der durch die Kombination mit Grau oder Schwarz noch betont wird. Gelb lässt Räume strahlen, erinnert an die Sonne und wirkt aktivierend. Orange macht jeden Raum wärmer. Grün hingegen wirkt beruhigend und entspannend, da wir es mit der Natur assoziieren. Blau ist ein Alleskönner: Es wirkt grundsätzlich eher kühl. Zusammen mit Weiß wirkt Blau frisch, ein dunkler Blauton hingegen schafft eine ruhige Grundstimmung.

Momentan liegen vor allem abgetönte Farben wie Schilfgrün, Senfgelb oder Rostrot im Trend.

Blau hat viele Gesichter. Trotz ihrer kühlen Grundstimmung wirkt sie beruhigend - und elegant. Wandfarbe Blue Shadow von Little Green. Foto: Little Green Paint & Paper
Blau hat viele Gesichter. Trotz ihrer kühlen Grundstimmung wirkt sie beruhigend und elegant. Wandfarbe "Blue Shadow" von Little Green.
Foto: Little Green Paint & Paper
Möbel und Wandfarbe in Rosé ergeben ein spannendes Duo. Akzente setzt das Bord mit farbigen Fächern. Sessel Devine von Bloomingville. Foto: Bloomingville
Möbel und Wandfarbe in Rosé ergeben ein spannendes Duo. Akzente setzt das Bord
mit farbigen Fächern. Sessel "Devine" von Bloomingville.
Foto: Bloomingville

Abgetönte Farben passen immer

Pastelltöne und pudrige Farbnuancen passen besonders gut zu Weiß. In Kombination mit knalligen Farben bringen sie diese doppelt zum Strahlen. Pastellfarben lassen Räume größer erscheinen und schaffen eine freundliche Atmosphäre, weswegen sie sich für alle Räume eignen. Besonders gut verstehen sich die pudrigen Töne aber mit den dunkel abgemischten Schattenfarben, die eine entspannte Grundstimmung verbreiten, aber auch einen dramatischen und eleganten Akzent setzen. Sie geben Räumen Tiefe und sind der ideale Hintergrund für auffällige Accessoires oder farbige Möbel. Im Gegensatz zu Pastelltönen, die mit Weiß abgemischt werden, wird bei den Schattenfarben den klaren Buntfarben Grau oder Schwarz beigemischt.

Auch die klassischen Unfarben Schwarz, Weiß, Grau und Beige in den verschiedenen Abstufungen sorgen für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Genau wie die dunkel abgemischten Schattentöne bieten sie knalligen Farben den perfekten Rahmen zum Strahlen und sind ideal zum Kombinieren. Für Wärme und Kontraste bei neutralen Farben sorgen beispielsweise Möbel aus dunklem Holz oder Accessoires aus Messing oder farbigem Metall.

Farben und Licht ergänzen sich

Farben wirken in unterschiedlicher Umgebung anders und verändern sich je nach Lichteinfall. Im Tageslicht strahlen Farben wesentlich heller als in dunklen Fluren, die nur mit Kunstlicht beleuchtet sind.

Dunkle Töne reflektieren weniger Licht als helle und leuchtende Farben, die durch einfallendes Licht noch intensiver strahlen. Am stärksten fängt Weiß das Licht ein. Damit es nicht grau wirkt, besser abgetönte Weißnuancen auswählen. Leuchtende Farben sind ideal für Räume mit wenig Licht, da sie es maximal reflektieren und die Räume warm und gemütlich machen.

Dunkle Farben hingegen schließen den Raum optisch ein. So wirkt ein langer Flur durch dunkle Farben weniger schlauchig. Wer sehr hohe Decken hat und diese etwas „tiefer“ holen möchte, kann die Decke dunkler streichen, ansonsten gilt: Die Farbe der Decke sollte immer heller als die Wände und der Boden sein. Sehr schmale Räume wie Flure oder winzige Badezimmer vertragen leuchtende, intensive Farben. Bei großen Räumen lieber abgetönte Naturfarben verwenden oder nur eine Wand knallig streichen. Am besten eignet sich dafür eine Wand ohne Fenster und Türen, auf die seitlich Tageslicht fällt.

Um auszuprobieren, wie die Farbe im Raum wirkt und sich durch das Licht verändert, lohnt es sich, die Wunschfarbe großflächig auf ein Stück Pappe oder Papier zu streichen und dieses für einige Tage an die Wand zu hängen, bevor es mit dem Streichen los geht. Gefällt sie weiterhin: Loslegen! Wichtig: Je größer die Farbfläche, desto intensiver ist die Farbwirkung.

Tolle Kombi: Rot und helles Blau bringen den Flur zum Leuchten. Farbe: Hallway Atomic Red von Little Green.
Tolle Kombi: Rot und helles Blau bringen den Flur zum Leuchten. Farbe: Hallway Atomic Red von Little Green.
Foto: Little Green

Farben verändern die Struktur des Raumes

Ein weiter, offener Gesamteindruck entsteht, wenn Boden, Wände und Decke in einem Ton gestrichen sind – egal, in welcher Farbe. Damit die einheitliche Gestaltung der Wände nicht zu langweilig wird, am besten verschiedene Farbnuancen einer Farbe kombinieren. Vor allem neutrale Naturfarben wie Schilf oder Braun, aber auch Pastelltöne vertragen gut farbige Akzente. Kontraste sind wichtig! Sie machen Räume lebendig. Die stärkste Wirkung ruft das Kontrastpaar Schwarz-Weiß hervor, aber auch vereinzelte farbige Dekoartikel oder eine farbige Wand betonen die unterschiedlichen Qualitäten der Farben. Auch andersfarbige Türrahmen und Leisten können bewusst die Wandfarbe aufbrechen und so das Raumgefüge verändern. Oder: Sie verstärken die Grundwirkung, indem sie in derselben Farbe wie die Wand gestrichen werden.

Auf einen Blick - Tipps fürs Streichen mit Wandfarben:

  • Entscheide dich für eine Farbfamilie als Basis
  • Dunkle Farben wirken generell beruhigend und schirmen den Raum ab
  • Helle Töne wirken weicher und öffnen den Raum optisch
  • Je größer die Fläche, desto intensiver wirkt die Farbe
  • Lichteinfall beeinflusst die Farbintensität
  • Leuchtende Farben lassen dunkle, kleine Räume wärmer wirken
  • Vor dem Streichen einen Farbtest machen: Wunschfarbe großflächig auf ein Stück weiße Pappe oder Tapete streichen und dieses für einige Tage an die Wand hängen

Foto im Aufmacher: Tisch „Essay“ und Stühle „Nap“ in der Farbe Pepper Grey von Fritz Hansen. Foto: Ditte Isager für Fritz Hansen

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