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Warum man auf Boxspringbetten wie auf Wolken schläft

von Laura Drühe

Kein Bettmodell ist derzeit so beliebt wie das Boxspringbett. Doch was genau ist ein Boxspringbett? Und was ist daran so besonders? Wir erklären den Trend.

470.000 Boxspringbetten hat der deutsche Möbelhandel im Jahr 2014 verkauft. Das Marktforschungsinstitut GfK schätzt den Gesamtabsatz sogar auf 650.000, Tendenz steigend. Nach Meinung der Konsumforscher entwickelt sich das Geschäft mit den hohen Betten und ihren dicken Matratzen immer mehr zum Millionenmarkt, die Nachfrage ist so hoch wie nie.

Dabei gibt es Boxspringbetten bereits seit mehr als 100 Jahren. Schon die erste Klasse der Titanic war bei ihrer verhängnisvollen Jungfernfahrt 1912 mit diesem Bettmodell ausgestattet, das seinen Ursprung in Skandinavien und den USA hat.

Ein graues Boxspringbett in einem hellen Zimmer mit großen Fenstern
Boxspringbetten bestehen aus Unterbau, Obermatratze und Topper. Bei breiteren Doppelbetten werden zwei Unter- und Obermatratzen kombiniert und durch die Topper-Auflage optisch zusammengehalten. Modell Venezia von Möbelfreude.
Foto: Möbelfreude

So sind Boxspringbetten aufgebaut

In der Regel besteht ein Boxspringbett – neben Füßen und Kopfteil – aus drei Teilen: dem Unterbau, der Obermatratze und dem Topper.

Der Unterbau wird auch Untermatratze oder Boxspring (englisch für „Kiste mit Federn“) genannt. Statt eines Lattenrosts besteht der Unterbau aus einem 20 bis 30 Zentimeter hohen Rahmen, in den Metallfedern eingelassen sind. Diese matratzenähnliche Unterfederung bildet die Basis für den zweiten Teil des Boxspringbettes: die Obermatratze.

Die Obermatratze liegt auf der gefederten Untermatratze und formt mir ihr zusammen die Liegefläche. Die extrem dicke Obermatratze sollte – statt aus Kaltschaum – idealerweise aus Taschenfederkern gefertigt sein. Denn genau diese doppelte Federung erzeugt das typisch komfortable, schwingende Liegegefühl, von dem Boxspringbetten-Fans so schwärmen.

Der Topper bildet den Abschluss des Bettes und kommt vor allem bei skandinavischen Boxspringbetten zum Einsatz (amerikanische Boxspringbetten haben statt eines Toppers eine höhere Obermatratze). Die schmale, acht bis zehn Zentimeter hohe Matratze wird auf die Obermatratze gelegt, soll diese vor Schweiß und Schmutz schützen und zusätzlichen Liegekomfort gewährleisten. Der Topper besteht meist aus Kalt- oder Viscoschaum oder aus Naturmaterialien wie Gänsefedern und Rosshaar.

Ein dunkelgraues Boxspringbett in einem gemütlichen hellen Zimmer mit großen Fenstern
Die Füße sorgen beim Boxspringbett (hier Modell 120 von Swiss Sense) für Stabilität. Hier gilt: Je größer die Abstellfläche desto höher der Halt.
Foto: Swiss Sense

Unterschied zum Standardbett

Im Grunde bestehen Boxspringbetten also aus zwei aufeinanderliegenden Matratzen. Standardbetten haben dagegen einen Lattenrost, auf den eine Matratze gelegt wird. Und genau diese Schichtung ist auch der Grund, weshalb Boxspringbetten mit einer Sitzkantenhöhe von 50 bis 70 Zentimeter so viel höher sind als normale Polsterbetten.

Vor- und Nachteile von Boxspringbetten

Boxspringbetten sind aufgrund ihrer doppelten Federung elastischer als herkömmliche Lattenroste. Die Matratze passt sich dem Körper flexibel an und federt Körperbewegungen besser ab – ein Grund, weshalb sich diese Art von Bett besonders für schwerere Menschen eignet. Aber auch wer im Schlaf viel schwitzt, könnte mit einem Boxspringbett gut beraten sein. Denn da die Matratze nicht direkt auf einem Lattenrost aufliegt, hat die Luft mehr Platz zu zirkulieren. Zudem erleichtert die hohe Sitzkante das Ein- und Aussteigen.

Und die Nachteile? Hochwertige Boxspringbetten sind mitunter recht teuer. Und aufgrund ihrer doppelten Federkerne meist schwer und wuchtig. Sie lassen sich nicht so leicht im Raum verschieben und wirken gerade in kleinen Zimmern schnell massiv. Auch empfehlen Physiotherapeuten Menschen mit Rückenleiden eher ergonomische, individuell einstellbare Federholzrahmen und mehrzonige Kaltschaummatratzen.

Im Aufmacher: Schlaraffia Boxspringbett Aida über Matratzenunion.de Foto: Matratzenunion.de

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