Wohnbasics

Freistehende Badewannen: Das muss man wissen

von Katja Keweritsch

Alles über das Stück Luxus im Bad - wie viel Platz man braucht, was beim Stellen zu beachten ist und welches die Material-Trends sind.

So viel Platz braucht eine freistehende Wanne

Auch in kleinen Bädern kann eine freistehende Badewanne wirken. Foto: Shutterstock
Auch in kleinen Bädern kann eine freistehende Badewanne wirken.
Foto: Shutterstock

Freistehende Badewannen sehen elegant und stilvoll aus. Allerdings benötigen sie genügend Raum, um zu wirken: mindestens 55 cm Abstand rundum. Sonst wird es auch mit dem Putzen schwierig. Installiert man WC und Waschbecken aber auf platzsparenden drei Quadratmetern, reicht unter Umständen bereits eine Gesamtgröße von acht Quadratmetern für ein Badezimmer mit freistehender Wanne.

Ein Trick, um zusätzlich Platz zu sparen: die Badewanne mit einer schmalen Seite an die Badezimmerwand stellen. Auf diese Weise können die Wasserleitungen in der Wand verlaufen und müssen nicht im Boden verlegt werden. Auch die Armaturen können an der Wand angebracht werden, was noch einmal Raum einspart.

Natürlich kann man eine freistehende Badewanne auch mit der Längsseite an eine Wand stellen. Aber dadurch geht die tolle Wirkung verloren.

Freistehende Wannen eignen sich besonders gut für Badezimmer mit Dachschrägen, da sie weiter im Raum platziert werden können, so dass die Schräge nicht stört. Allerdings sollte ein Statiker die Tragfähigkeit des Bodens überprüfen – vor allem, wenn an der Stelle vorher noch nie eine Badewanne gestanden hat.

Stahl, Acryl oder Mineralharz: das passende Material

Ein Werkstoff aus Mineralharzen macht ungewöhnliche Formen möglich. Badewanne Dr von Agape. Foto: Agape
Ein Werkstoff aus Mineralharzen macht ungewöhnliche Formen möglich. Badewanne „Dr“
von Agape.
Foto: Agape

Freistehende Badewannen können von versiegeltem Holz über Beton bis hin zu herkömmlichem Acryl aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. Im Trend liegen zurzeit Kunstharze, denen gemahlene Mineralien beigemischt werden. Diese Mineralharze mit Namen wie Quarrycast, Cristalplant oder Corian werden gegossen, so dass auch ungewöhnliche Wannenformen möglich sind.

Wer es lieber klassisch mag, kann auf traditionelle Modelle aus Stahl-Emaille zurückgreifen. Das Material ist unempfindlich und pflegeleicht. Allerdings empfinden viele den glatten Emaille-Überzug als kalt.

Häufig werden freistehende Badewannen auch aus Sanitäracryl gefertigt. Dieser Werkstoff ist besonders leicht und fühlt sich angenehm warm an. Allerdings zerkratzt Sanitäracryl schnell und reagiert empfindlich auf zu scharfe Putzmittel.

Die passende Badewannen-Größe finden

Man sollte sich mit den Füßen am anderen Ende der Wanne abstützen können, um bequem zu baden. Badewanne Cheshire von Victoria + Albert. Foto: www.vandabath.com
Man sollte sich mit den Füßen am anderen Ende der Wanne abstützen können, um bequem
zu baden. Badewanne „Cheshire“ von Victoria + Albert.
Foto: www.vandabaths.com

Eine freistehende Badewanne darf nicht zu groß sein: Die Füße müssen das andere Ende erreichen, sonst rutscht man ständig hin und her. Misst man also die Beinlänge von der Hüfte bis zum Fuß, ergibt das die Mindestlänge der Wanne. Allerdings gilt das nur für einen Neigungswinkel der Badewanne von etwa 40°, was einer bequemen Sitzposition entspricht. Ist der Winkel größer, liegt man eher. Die Badewanne darf dann entsprechend länger sein.

Generell ist es ratsam, vor dem Kauf einer freistehenden Badewanne Probe zu liegen. Nur so weiß man, ob der Abfluss beim Baden stören wird, der Rand zu kantig ist oder das Liegen zu unbequem.

Wohin mit den Rohren?

Bei bodentiefen Wannen verlaufen die Wasserleitungen unsichtbar im Boden. Badewanne Drop von Agape, Foto: Agape
Bei bodentiefen Wannen verlaufen die Wasserleitungen unsichtbar im Boden. Badewanne „Drop“
von Agape
Foto: Agape

Soll eine Badewanne vollkommen frei im Raum stehen, müssen die notwendigen Wasserleitungen im Boden verlaufen. Bei Wannen mit Füßen sieht man deshalb immer die Rohre für Wasserabfluss und -überlauf, die entweder an einer kurzen oder langen Seite der Wanne entlang in den Boden führen. Bei Badewannen ohne Füße verschwinden die Abflussrohre unsichtbar unter der Wanne im Boden.

Gerade in Altbauten können Wasserleitungen manchmal nicht nachträglich im Boden verlegt werden. Hier hilft ein Podest, das in seinem Inneren geschickt alle Rohre verbirgt und auf dem die freistehende Badewanne steht.

Spritzschutz für freistehende Badewannen

Da beim Baden kaum Wasser spritzt, kann eine freistehende Wanne sogar auf einem Holzboden stehen. Badewanne Toulouse von Victoria + Albert.
Da beim Baden kaum Wasser spritzt, kann eine freistehende Wanne sogar auf einem Holzboden
stehen. Badewanne „Toulouse“ von Victoria + Albert.
Foto: www.vandabaths.com

Soll die freistehende Wanne ausschließlich zum Baden benutzt werden, ist kein zusätzlicher Spritzschutz notwendig. Der integrierte Überlauf verhindert, dass Wasser über den Rand schwappt, so dass sogar Holzfußböden denkbar sind.

Wer jedoch in der freistehenden Badewanne regelmäßig duschen möchte, sollte über einen zusätzlichen Spritzschutz nachdenken. Duschvorhangstangen in Ringform lassen sich direkt über der Wanne an der Decke befestigen.

Die fehlende Ablagefläche

Baumstämme bieten hier Ablagefläche und unterstützen den natürlichen Look des Badezimmers. Badewanne BW03XL von Badeloft. Foto: Badeloft
Baumstämme bieten hier Ablagefläche und unterstützen den natürlichen Look des Badezimmers.
Badewanne „BW03XL“ von Badeloft.
Foto: Badeloft

Ein Nachteil bei freistehenden Wannen ist die fehlende Ablagefläche. Rollwagen bieten hier eine gute Lösung, da man sie zum Putzen beiseite schieben kann und sie hinter der Tür verschwinden, wenn sie nicht gerade im Einsatz sind.

Eine weitere Möglichkeit ist eine halbhohe schmale Mauer. Ist sie nur ein wenig höher als die Wanne, können wichtige Utensilien auf ihr abgestellt werden. Zudem kann sie in ihrem Inneren die Wasserleitungen verbergen. Und man benötigt keine extra Standarmatur, sondern kann eine normale Wandarmatur installieren.

Auf einen Blick: Wissenswertes rund um freistehende Badewannen

  • Freistehende Badewannen benötigen ringsum einen Abstand von 55 cm
  • Trick zum Platzsparen: eine schmale Seite der Wanne an die Wand stellen
  • Freistehende Badewannen eignen sich gut für Räume mit Dachschrägen
  • Material-Trend: Mineralharze wie Corian
  • Die Füße sollten in einer Badewanne das andere Ende erreichen, weil man sonst rutscht
  • Bei Wannen mit Füßen sieht man immer Abfluss- und Überlaufrohr
  • Ein Podest hilft in Altbauten, wenn die Wasserleitungen nicht im Boden verlegt werden können
  • Rollwagen bieten eine gute Lösung für die fehlende Ablagefläche

Foto im Aufmacher: Shutterstock

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Kommentare

2
am 07, Januar, 2016
Antwort von Stefan Fischer
Stefan Fischer skrev 07, Januar, 2016 följande:

Ich liebe freistehende Badewannen. Gibt es einen Richtwert, wie groß ein Bad mindestens für eine freistehende Badewanne sein sollte, damit es noch gut ausschaut??

am 07, Januar, 2016
moebel.de Redaktion skrev 07, Januar, 2016 följande:

Lieber Stefan, idealerweise ist dein Bad mindestens 8 Quadratmeter groß. Viele Grüße aus der moebel.de-Redaktion

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