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Was ist besser: Federkernmatratze oder Kaltschaummatratze?

von Christiane Tillmann

In unserem kleinen Matratzentest erfährst du das Wichtigste rund um Federkern- und Kaltschaummatratzen, das erleichtert dir die Kaufentscheidung.

In diesem Artikel:

  • Die Federkernmatratze: ideal für Seitenschläfer und Schwitzer
  • Die Kaltschaummatratze: guter Allrounder und ein Leichtgewicht
  • Fazit

Die Federkernmatratze: ideal für Seitenschläfer und Schwitzer

Robust, atmungsaktiv, anpassungsfähig und perfekt stützend – die Federkernmatratze gehört zu den meistverkauften Matratzenarten in Deutschland. Ihr Name rührt vom Aufbau, denn das Herzstück der Schlafunterlage bildet ein Kern aus miteinander verbundenen Stahlspiralen, die sich bei Belastung zusammendrücken und bei Entlastung wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Dabei zieht die Matratze viel Luft, weshalb die Luftzirkulation in einer Federkernmatratze sehr gut ist – ideal für Menschen, die zum Schwitzen neigen. Die Matratze trocknet gut aus.

Je mehr Federn die Matratze hat, desto punktelastischer ist sie und desto schwerer – aufgrund des Metallgewichts der Federn. Die Punktelastizität macht die Federkernmatratze zur idealen Unterlage für Seitenschläfer, da die Matratze im Nacken und über die gesamte Länge des Körpers gut stützt. Bei Federkernmatratzen unterscheidet man drei verschiedene Arten:

Bonnell-Federkernmatratze

Bei dieser Matratzenart werden sogenannte Bonnell-Federn im Inneren des Federkerns verarbeitet. Diese verfügen über eine spezifische taillierte Form. Auch werden im Gegensatz zu den anderen Matratzenarten weniger Spiralen im Kern verarbeitet, sodass die Bonnell-Federkernmatratze eine große Flächenelastizität bietet.

Taschenfederkernmatratzen

Taschenfederkernmatratzen verfügen über eine große Anzahl zylindrischer Spiralen im Zentrum. Diese sind einzeln in Taschen eingenäht, sodass sie unabhängig voneinander federn und so – anders als die Bonnell-Matratze – besonders punktelastisch sind. Aber Achtung: Auch die Stärke der Spiralen sind für den Härtegrad ein wichtiger Anhaltspunkt. Je dicker das Metall der Federn, desto fester die Matratze, desto schwerer ihr Gewicht.

Tonnentaschenfederkernmatratzen

Diese Matratzenart funktioniert nach demselben Prinzip wie die Taschenfederkernmatratze, unterscheidet sich von dieser jedoch in der Form der Spiralen. Diese sind – wie der Name bereits verrät – tonnenförmig. Auch die Tonnentaschenfederkernmatratze ist sehr punktelastisch, aber ebenfalls, wie ihre Namensvetterin, aufgrund der vielen Federn relativ schwer.

Insgesamt überzeugt die Federkernmatratze mit diesen Eigenschaften:

  • Ideal für Schwitzer, weil atmungsaktiv: Feuchtigkeit wird schnell abtransportiert, sodass diese Matratzenart besonders für Menschen geeignet ist, die nachts stark schwitzen, ein höheres Körpergewicht haben und für Betten, die nur schlecht belüftet werden können (Betten ohne Bein, mit Bettkasten, Boxspringbetten).
  • Ideal für Seitenschläfer: Je mehr Federn, desto punktelastischer ist die Matratze, was sie zur idealen Unterlage für Seitenschläfer macht. Tipp: Beim Probeliegen auf die Seite legen. Liegt der Körper stabil, ohne dass du ein Bein zum Stabilisieren anwinkeln musst, hat die Matratze die richtige Härte.
  • Flexibel bei speziellen Rückenproblemen: In Federkernmatratzen lassen sich unterschiedliche Zonen einarbeiten, sodass sie optimal auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgerichtet werden kann.
Federkernmatratze - Kaltschaummatzratze
Das Innere einer Federkernmatratze (li.) und einer Kaltschaummatratze (re.).
Fotos: Shutterstock

Die Kaltschaummatratze: guter Allrounder und ein Leichtgewicht

Die Bezeichnung dieser Matratzenarten leitet sich aus dem Herstellungsprozess ab. Hierbei werden große Blöcke aus PU-Schaum aufgespritzt, aufgeschäumt und zurechtgeschnitten. Die Art des Aufschäumens bestimmt, wie offenporig die Matratze ist und wie schwer bzw. leicht. Eine Kaltschaummatratze ist niedriger als eine Federkernmatratze, weil die Federn hier keine Höhe vorgeben.

Insgesamt gibt es eine große Vielfalt an Kaltschaummatratzen, die, je nach Verarbeitungsart, eine gute Punktelastizität und ein gutes Federungsverhalten haben (es wackelt nicht, wenn man sich nachts umdreht).

Pluspunkte von Kaltschaummatratzen:

  • Das Material ist flexibel, bietet aber dennoch eine gute Stützkraft und – je nach Verarbeitung – eine gute Punktelastizität.
  • Kaltschaummatratzen sind im Vergleich zu Federkernmatratzen besonders niedrig und leicht und lassen sich dadurch gut heben und umdrehen.
  • Sie sind antiallergisch. Milben haben im Kaltschaum schlechte Überlebenschancen. Aber: Die meisten Allergene, also der Milbenkot, liegt bei allen Matratzen an der Matratzenoberfläche, also im Bezug. Er sollte immer waschbar sein.
  • Sie sind für alle Schläfer-Typen ohne besondere gesundheitliche Einschränkungen geeignet.

Fazit

Du hast keine gesundheitlichen (Rücken-)Probleme, bist Rücken- oder Bauchschläfer, bevorzugst eine leichte, schnell wendbare Matratze und bist auf der Suche nach einer soliden Allrounder-Matratze? Dann ist Kaltschaum eventuell das Richtige für dich.

Neigst du zum Schwitzen, bist Seitenschläfer und hast aufgrund von Rückenproblemen oder Ähnlichem spezielle Ansprüche an deine Matratze, solltest du ggf. eher zu einer Federkernmatratze greifen.


Foto im Aufmacher: Shutterstock

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