WG-Zimmer einrichten

von KATJA KEWERITSCH - 28.09.2018

Weniger ist mehr – vor allem wenn es um kleine WG-Zimmer geht. Mit unseren Tipps wird es hübsch, gemütlich und ganz individuell.

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Wie viele Möbel braucht ein WG-Zimmer?

Wenige. Statt einen kleinen Raum mit Möbeln zu überfrachten, solltest du dir genau überlegen, was du wirklich brauchst. Ein Bett, na klar. Aber soll es ein richtiges Bettgestell sein oder eher ein Schlafsofa? Wenn du auch tagsüber gerne auf deinem Bett herum lümmelst und Freunde sowieso eher in der Kneipe oder der WG-Küche triffst, spricht alles für ein richtiges Bett. Wenn du oft Besuch in deinem Zimmer hast und nur nachts im Bett liegen magst, solltest du über ein zusätzliches kleines Sofa nachdenken – wahlweise über ein Schlafsofa, wenn der Raum zu klein für beides ist. Was den Schreibtisch angeht: Wenn du viel in deinem WG-Zimmer arbeitest, brauchst du einen großen, hellen Arbeitsplatz. Wenn du dein Laptop nur ab und zu mal zuhause anschaltest, reicht ein kleiner Klapptisch. Tipp: je kleiner das Zimmer, desto sparsamer solltest du es möblieren. So schaffst du einen großzügig wirkenden Raum – egal welche Ausmaße er hat.

Stauraum schaffen – und Ordnung halten

Das wichtigste Grundprinzip kleiner Räume: Ordnung halten. Je weniger rumliegt oder -steht, desto großzügiger wirkt dein WG-Zimmer. Deshalb brauchst du Stauraum.

  • Tipp 1: Investiere in ein schönes Hochbett.

Den Platz darunter kannst du für Schreibtisch, Kleiderschrank oder Bücherregale nutzen. Falls die Decken zu niedrig sind für ein Hochbett: Viele Betten sind multifunktional und bieten durch Kästen oder Podeste zusätzlichen wertvollen Stauraum.

  • Tipp 2: In die Höhe denken

Warum nicht ein Bücherregal über der Tür anbringen? Oder über dem Fenster? Ideal für kleine Räume: deckenhohe, geschlossene Schränke. Am besten auf Tiefe verzichten und dafür breitere Schränke mit schlichten Türen wählen. In der Wandfarbe gestrichen, verschwimmen sie optisch mit den Raumkonturen.

  • Tipp 3: Regale aufhängen statt aufstellen

Wenn der Boden frei bleibt, wirkt das luftiger und großzügiger. Deshalb solltest du Regale eher an die Wand hängen, statt sie auf den Boden zu stellen.

  • Tipp 4: Eine Truhe auf dem Flohmarkt kaufen

Hübsche Reisetruhen gibt es auf dem Flohmarkt oft für wenig Geld. Du kannst sie als Stauraum für Bettwäsche und Handtücher nutzen, als Sitzgelegenheit, Tisch oder Ablage für Klamotten.

Die günstige Alternative: DIY-Möbel und Flohmarkt-Funde

Ein Schuhregal aus Kanalrohren, das Bett aus Paletten und ein Ast als Garderobe: Wenn du es individuell und preisgünstig magst, kannst du dir auf Pinterest und diversen Interior-Blogs Anregungen zum Kreativsein holen. Dir fehlt das passende Werkzeug? In vielen Städten bieten Co-Working-Werkstätten Abhilfe. Oft werden dort auch Kurse für Einsteiger angeboten. Für Jäger & Sammler: der Flohmarkt. Digitale Alternative: ebay Kleinanzeigen. Wenn der Geldbeutel gar nichts mehr hergeben will: Frag doch mal bei Verwandten und Bekannten nach. Viele haben im Keller oder auf dem Dachboden Möbel stehen, die niemand mehr braucht. Mit ein bisschen Farbe und neuen Knäufen zauberst du ein individuelles Schmuckstück mit einladender Patina.

Die richtige Wandfarbe wählen

Wenn weiße Möbel mit weißen Wänden verschmelzen, entsteht ein Gefühl von Weite – und Langeweile. Deshalb: Sei mutig und streich eine Wand in deiner Lieblingsfarbe. Auch wenn das Schwarz sein sollte. Das verleiht dem Raum Tiefe und Spannung. Achte darauf, dass sich der Rest deiner Einrichtung in demselben Farbspektrum bewegt – das wirkt harmonischer. Bei einer dunklen Wand sollten viel Weiß oder helles Grau den Rest des Raumes dominieren. Was Tapeten mit Muster angeht: je kleiner und gleichmäßiger das Motiv, desto unauffälliger wirkt es. Eine Fototapete mit üppigem Dekor solltest du eher wie ein Bild einsetzen: punktuell. Als Komplettgestaltung für die Wand erschlägt es einen kleinen Raum. Tipp: Lackier Möbel in derselben Farbe wie die Wand. So werden sie fast unsichtbar. Wichtig: Tob dich farblich aus, aber lass die Decke weiß! Sonst fällt sie dir optisch auf den Kopf.

Mit Licht den Raum optisch vergrößern

Eine einzelne Lampe, die mittig unter der Decke klebt, verkleinert einen Raum optisch. Erster Schritt: eine Pendelleuchte anbringen. Danach solltest du dir Gedanken über weitere kleine Lichtinseln in deinem WG-Zimmer machen: So weitet ein Deckenfluter den Raum optisch nach oben. Mit einer zusätzlichen Leselampe ausgestattet macht er sich prima neben deinem Lieblingssessel. Eine hübsche Tischleuchte ist immer ein Hingucker und kann dir als Nachttischlicht dienen. Indirektes Stimmungslicht zaubert ein LED-Streifen, den du oben am Schrankkranz oder Regalbrett anbringst. Außerdem lassen zwei Wandspots, die ein hübsches Bild und einige Urlaubsmitbringsel anleuchten, die Wände optisch auseinander rücken. Tipp: Licht wirkt nur durch Schatten. Entscheide dich deshalb bewusst für eine Raumecke, die eher dunkel bleiben soll. So gewinnt dein WG-Zimmer an Tiefe.

So bekommt dein WG-Zimmer mehr Persönlichkeit

Das Zauberwort lautet: Accessoires. Fotos, Postkarten, Pflanzen, Blumen, Kerzen, Kissen, Mitbringsel vom letzten Urlaub – all das hilft, sich nicht wie ein Gast in den eigenen vier Wänden zu fühlen. Was Möbel angeht: der Mix macht’s. Kauf im Möbelhaus auf keinen Fall eine aufeinander abgestimmte Kompletteinrichtung für dein WG-Zimmer! Erst die Kombination von Alt und Neu, verschiedenen Stoffen, glänzenden und matten Oberflächen, harten und weichen Materialien bringt Leben in einen Raum. Einzelne Möbelstücke dürfen auch mal aus der Reihe tanzen und auf den ersten Blick gar nicht zur restlichen Einrichtung passen. So erhältst du ein WG-Zimmer mit dem gewissen Etwas.

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