Trend: 70er Jahre

von LAURA DRÜHE - 12.11.2018

Die Siebziger sind zurück – nicht nur in der Mode, sondern auch im Interior-Design. Wie zeigen, wie man den Retro-Trend modern interpretiert.

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Es war die Zeit der Hippies und der Friedensbewegungen, der freien Liebe und des Saturday Night Fevers. Keine Frage: Die 70er Jahre haben eine ganze Generation geprägt. Politisch gesehen, aber natürlich auch stilbildend. Von der Mode mit ihren Schlaghosen, Jumpsuits, Maxikleidern und übergroßen Sonnenbrillen bis hin zur Inneneinrichtung, die mit knallbunten Tapeten, Cocktailsesseln und psychedelischen Mustern Flower-Power ins heimische Wohnzimmer brachte. Heute erfreut sich genau dieser ausgefallene Retro-Stil wieder großer Beliebtheit.

Retro-Stil – was bedeutet das eigentlich?

Der Begriff „Retro" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „rückwärts“. Im Mode- und Wohndesign sind damit Trends gemeint, die es in der Vergangenheit schon einmal gab und die jetzt in weiterentwickelter Form zurück sind. Auf einen konkreten Zeitraum bezogen, umfasst der Retro-Stil vor allem die 50er bis 70er Jahre.

Welcher Wohnstil war denn so typisch für die 70er Jahre?

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Massive, deckenhohe Schrankwände, Sideboards und Kommoden aus regionalem Holz (Stichwort: Eiche rustikal), hochflorige Flokati-Teppiche, quietschbunte Tapeten, Blumenmuster, Lounge-Möbel und Bogenlampen. 

Die Farbpalette reichte von Orange über Ocker bis hin zu Apfelgrün, Petrolblau und Lila. Selbst im Badezimmer mit seinen knalligen Fliesen, Kacheln und WC-Sitzen oder in der Küche, wo bunte Tischdecken, Prilblumen und orangefarbene Küchengeräte nicht fehlen durften.

Im Wohnzimmer zogen die ersten Farbfernseher und Stereoanlagen ein, gechillt wurde auf Lounge- und Drehsesseln – zum gleichförmigen Wabern der Lavalampe.

Die Ereignisse und Trends der Zeit schlugen sich auch in der Inneneinrichtung nieder. Die Mondlandung inspirierte viele Designer zu futuristischen, kugelförmigen Formen und spacigen Lampen. Andy Warhol und Verner Panton prägten mit plakativer Pop-Art den Stil der damaligen Zeit. Neue Kunststoffe in Form von Plastikstühlen (man denke nur an den „Panton Chair“) standen im direkten Kontrast zu recycelbaren Palettenmöbeln sowie Woll- und Cordstoffen, die von der naturnahen Studentenbewegung wertgeschätzt wurden. Und: Die erste deutsche Ikea-Filiale eröffnete 1974 bei München und wurde dank der günstigen Angebote schnell zum Anlaufpunkt für die Studenten.

Und wie lässt sich der Retro-Trend heute modern kombinieren?

Damit eure Wohnung am Ende nicht aussieht, als sei sie direkt aus Mamas altem Fotoalbum entsprungen, solltet ihr den Seventies-Trend nur in Form einzelner Highlights aufgreifen. Zum Beispiel mit einem antiken Eichen-Sideboard vom Flohmarkt oder Omis Dachboden, als Nachttischlampe mit orangefarbenem Stoffschirm oder mit Patchwork-Decken und Paisley-Mustern. Besonders schön lassen sich die fröhlichen Statement-Pieces mit dem reduzierten, aufgeräumten Skandinavien-Chic verbinden. So sorgen bunte Boho-Kissen oder eine (!) Wand mit Retro-Tapete für einen gelungenen Stilbruch zum unifarbenen, dezenten Sofa. Designklassiker wie der „Panton Chair“ sind ebenfalls eine stilvolle Möglichkeit, die siebziger Jahre dezent und geschmackvoll wieder aufleben zu lassen.

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