Wohnbasics

Gärtnertraum - ein Hochbeet anlegen

von Katja Keweritsch

Knackiges Gemüse ohne Rückenschmerzen ernten – bau dir dein eigenes Hochbeet und verschönere Garten und Balkon. Wir zeigen wie‘s geht!

 

In diesem Artikel:

  • Was ist der Unterschied zwischen einem Hochbeet und einem hohen Blumenkasten?
  • Die Vorteile eines Hochbeets
  • Urban Gardening mit Hochbeeten auf dem Balkon
  • Wie du ein Hochbeet baust
  • Country-Garden-Flair mit einem gemauerten Hochbeet
  • Die verschiedenen Schichten eines Hochbeets
  • Den richtigen Standort für dein Hochbeet wählen
  • Ein Hochbeet aus Paletten
  • Welche Pflanzen eignen sich am besten für ein Hochbeet?
  • Moderne Variante – ein Hochbeet aus Gabionen
  • Die richtige Pflege für dein Hochbeet

 

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Was ist der Unterschied zwischen einem Hochbeet und einem hohen Blumenkasten?

Ein Blumenkasten auf hohen Beinen eignet sich prima, um einen vertikalen Ziergarten anzulegen. Gerade auf kleinen Stadtbalkonen ist das wichtig – so kannst du den vorhandenen Raum auch in der Höhe optimal nutzen und Pflanzen auf verschiedenen Ebenen arrangieren. Dafür füllst du Blumenkästen (egal ob mit hohen oder niedrigen Beinen), -töpfe und -kübel mit Erde und bepflanzt sie hübsch.

Ganz anders funktioniert ein Hochbeet. Denn: Es thront nicht auf Beinen, sondern ist tatsächlich ein etwa 80 Zentimeter hohes Beet, das als Nutzgarten dient. Es besteht aus mehreren Schichten (Äste, Grünschnitt, Kompost, Pflanzerde), die für eine besonders durchlässige, hochwertige Bodenqualität sorgen: Optimale Voraussetzungen für einen intensiven Gemüseanbau.

 

Die Vorteile eines Hochbeets

  • Bequemes Gärtnern, weil du im Stehen arbeiten kannst
  • Keine Chance für Schnecken!
  • Unabhängig von der Bodenqualität im Garten
  • Hohe Erträge durch beste Bodenbeschaffenheit
  • Kaum Unkraut
  • Eyecatcher – egal ob aus Holz, Stein oder Gabionen
  • Mit speziellen Modellen klappt sogar das Gärtnern auf dem Balkon in der Stadt

 

Urban Gardening mit Hochbeeten auf dem Balkon

Selbst in der Stadt musst du heute nicht mehr auf Tomaten und frischen Salat aus eigenem Anbau verzichten: Niedrige, besonders schmale Hochbeete passen auch noch auf engste City-Balkone. Achte auf einen Platz an der Sonne, hochwertige Pflanzerde und einen guten Wasserabfluss. Dann steht dem Erfolg deines grünen Daumens nichts mehr im Weg.

 

Wie du ein Hochbeet baust

Klar gibt es vorgefertigte Bausätze aus Holz, Stein oder Kunststoff. Die sind allerdings meist ziemlich teuer. Preisgünstiger wird es, wenn du deinen eigenen handwerklichen Fertigkeiten vertraustAnleitungen zum Bau von Hochbeeten findest du zuhauf bei YouTube. Generell solltest du folgende Punkte beachten:

  • Hochbeete aus Holz:

o von innen mit Teichfolie auskleiden – das schützt das Holz und verhindert schnelles Austrocknen

o Holz vor dem Bau zum Schutz lasieren

  • Hochbeet rechteckig und nicht quadratisch anlegen: so kommst du von allen Seiten bequem an die Pflanzen ran
  • Auf hochwertige Pflanzerde setzen (verklumpt nicht so leicht)
  • Wie groß dein Hochbeet werden soll, hängt natürlich vom vorhandenen Platz, aber auch von den Pflanzen ab, die darin wachsen sollen – so benötigen Kartoffeln z.B. etwa 30 cm Tiefe, Erdbeeren etwa 1 m
  • Idealer Zeitpunkt, um ein Hochbeet anzulegen: Frühling oder Herbst. Da fällt im Garten viel Grünschnitt an, den du zum Füllen nutzen kannst.

 

Country-Garden-Flair mit einem gemauerten Hochbeet

DIY mit ein paar übriggebliebenen Ziegelsteinen (gibt es öfter mal zum Selbstabholen in der Verschenken-Rubrik der Kleinanzeigen) – diese halbrunde Form ermöglicht dir von allen Seiten einen prima Zugriff auf deine Leckereien. Zudem vermitteln die gebrauchten Steine ein tolles Cottage-Feeling.

Die verschiedenen Schichten eines Hochbeets

Beginnen wir unten: Als Boden sollte dir ein engmaschiges Drahtgitter dienen – so verhinderst du, dass kleine Nager wie Wühlmäuse deine Leckereien stibitzen. Damit dein Hochbeet immer gut durchlüftet, schichtest du darauf eine etwa 25 cm dicke Lage aus grob gehäckselten Ästen, Zweigen und Strauchabfällen. Einige schwören darauf, jetzt eine etwa 15 cm breite Schicht aus dünnen Ästen, klein geschnittenem Holz und unbedruckter Pappe folgen zu lassen. Das soll die Verrottung beschleunigen. Alternative: Grasschnitt und Stroh. Als nächstes schüttest du eine gute Lage (etwa 20 cm) Gartenerde darauf – nicht zu teuer, nicht zu hochwertig. Dann kommt guter, reifer Kompost – gerne Pferdedung. Und ganz obenauf erst füllst du dein Hochbeet bis zum Rand mit hochwertiger, nährstoffreicher Blumenerde.

Wichtig: Achte darauf, nur Pflanzerde ohne Torf zu verwenden. Denn: Der Torfabbau zerstört die Moore und damit den Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere. Außerdem bindet Torf große Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid, das beim Abbau freigesetzt wird und in die Atmosphäre gelangt.

Auch wenn Hochbeete sich vom Aufbau ähneln, können sie doch ganz unterschiedlich aussehen.
Fotos: Shutterstock: M. Kirchner, Del Boy, Alison Hancock, Vtmila

Den richtigen Standort für dein Hochbeet wählen

Gemüse und Obst brauchen Sonne zum Wachsen. Dein Hochbeet darf deshalb nicht im Halbschatten unter einem mächtigen Baum oder an der Nordseitenwand deines Hauses stehen. Am besten ist eine freie Stelle im Garten, wo du es mit einer Nord-Süd-Ausrichtung aufstellst. So nutzt du das Tageslicht optimal. Da die Pflanzen in einem Hochbeet mehr Wasser benötigen als in normalen Flachbeeten, ist ein Wasseranschluss in der Nähe von Vorteil. Tipp: Bewegliche Hochbeete mit kleinen Rollen sind super für Balkon oder Terrasse. Wenn du sauber machst oder einmal mehr Gäste kommen, kannst du sie schnell zur Seite schieben.

 

Ein Hochbeet aus Paletten

Geht ganz einfach, sieht prima aus und ist extrem kostengünstig: ein Hochbeet aus Paletten. Wie du dir dein eigenes Plätzchen zur gesunden Selbstversorgung am besten baust, kannst du dir hier anschauen.

Welche Pflanzen eignen sich am besten für ein Hochbeet?

Bei den tollen Bodenbedingungen, die du mit den unterschiedlichen Schichten in deinem Hochbeet schaffst, kannst du alles anbauen. Stark zehrende Pflanzen wie Kohl, Lauch und Sellerie gedeihen ebenso gut wie Salat, Zucchini, Gurken oder Karotten. Vorsicht bei raumgreifenden Arten wie Kürbis – sie können andere Pflanzen vertreiben.

Was Tomaten und Stangenbohnen angeht: Diese Pflanzen werden sehr hoch. Je nach Sorte gestaltet sich das Ernten in einem Hochbeet deshalb schwierig. Lösung: Setz auf Züchtungen für den Balkongarten. Die bleiben klein. Zwischen die verschiedenen Gemüsesorten solltest du Kräuter pflanzen – mit ihrem intensiven Duft wehren sie Schädlinge prima ab. Achte beim Pflanzen darauf, hohe Pflanzen in die Mitte des Beets zu setzen. Niedrige kommen an den Rand. Auf diese Weise erhalten alle genug Sonnenlicht.

 

Moderne Variante – ein Hochbeet aus Gabionen

Die mit Steinen befüllten Metallkästen eignen sich prima für moderne Gärten. Sie sind extrem langlebig und unkompliziert, wenn sie erst einmal an ihrem Platz stehen. Mit einem Abschluss aus transparent lasierten Holzbrettern erhalten sie einen natürlichen Look und wirken weniger steif.

Die richtige Pflege für dein Hochbeet

Gießen ist bei einem Hochbeet oberste Pflicht. Denn: Der Boden trocknet schneller aus als bei einem Flachbeet, weil die Temperaturen im Schnitt um einige Grad höher sind. Eine Abdeckung aus Vlies, Grasmulch oder auch Kohlrabiblättern hilft. Düngen hingegenist komplett überflüssig, da du durch das Schichten bereits eine prima Nährstoffversorgung gewährleistet hast.

Mit der Zeit sacken die Schichten ab, weil der Verrottungsprozess in Gang kommt. Im Frühjahr musst du dein Hochbeetdeshalb immer wieder neu mit Kompost und hochwertiger Pflanzerde auffüllen. Nach etwa sechs Jahren reicht das allerdings nicht mehr aus – für weiterhin gute Erträge braucht dein Hochbeet dann eine Rundumerneuerung. Dafür leerst du es vollständig aus und befüllst es wieder ganz neu mit allen Schichten. Tipp: Das alte Substrat nicht wegwerfen – es eignet sich prima als Dünger in Flachbeeten.

Wenn du einige deiner Hochbeet-Pflanzen mit über den Winter nehmen möchtest, solltest du sie vor Frost schützen. Vor allem Zwiebeln und Knollen kommen so prima ins neue Jahr und du kannst schon ganz früh mit dem Gärtnern beginnen. Preisgünstig ist eine Abdeckung aus Vlies, Laub oder Folie. Effektiver (aber auch teuer) wirkt ein kleines Dach aus Acrylglas.

 

Bilder im Aufmacher: Shutterstock: Del Boy, fotoknips, Kisialiou Yury

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