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Expertin des Monats: Juliane Lehnicke

von Laura Drühe

Inneneinrichterin Juliane Lehnicke verrät, wie die Wohnung frühlingsfrisch wird, wie schöne Dekorationen gelingen und warum sie keine Deckenlampen mag.

„Leere Räume sind langweilig“, sagt Juliane Lehnicke. Die Einrichtungsexpertin und Geschäftsführerin der Münchner Home Staging Agentur ist ein echter Wirbelwind: Kaum betritt sie ein Haus, gehen ihr tausend verschiedene Gedanken durch den Kopf – von der perfekten Wandfarbe bis hin zur kreativen Möblierung. Juliane Lehnicke betreibt mit ihrer Agentur klassisches Home Staging, sprich: Sie richtet zum Verkauf stehende Immobilien ein, um den Käufern zu zeigen, welches Potenzial sich in ihrem künftigen Zuhause verbirgt. Aber auch klassische Einrichtungsberatung gehört zum Portfolio der Münchnerin. So erstellt sie Make-over-Konzepte für alle, die sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr so richtig wohlfühlen und gern etwas verändern würden.

Helles Wohnzimmer: Weißes Sofa, weißer Sessel und ein Teppich in einem beige-weißem Zickzackmuster
Durch den Einsatz von Mustern und stilvoller Deko wird dieses Architektenhaus schön wohnlich. Weitere Fotos aus diesem Architektenhaus.
Foto: Münchner Home Staging Agentur

Endlich Frühling! Wie kann ich schnell und ohne viel Aufwand meiner Wohnung eine Frühlingskur verpassen?

Juliane Lehnicke: Am besten beginnst du in einem Raum mit der Umgestaltung und arbeitest dich dann Stück für Stück voran. So bleibt der Aufwand pro Einsatz überschaubar und der Spaß nicht auf der Strecke. Am schnellsten kannst du dir den Frühling mithilfe von frischen Farben und leichten Baumwollstoffen ins Haus holen. Verstaue deine winterlichen Accessoires aus Wolle, Filz und Fellen und ersetze sie durch Dekoration in Pastelltönen. Im Wohnzimmer reichen meist schon ein paar neue Dekokissen und ein Blumenstrauß in Frühlingsfarben. Dein Bad erlebt eine wahre Frischekur, wenn du es mit Handtüchern und Badteppichen in den Farben der Saison bestückst. Dem Schlafzimmer kannst du mit einer pastelligen Bettwäsche im Handumdrehen einen frühlingshaften Look verpassen. Und die Küche sieht mit frischen Kräutertöpfen auch gleich viel einladender aus.

Wohnzimmer im Hacienda-Look: Weißes Soga, Kuhfell-Teppich und Beistelltische im Ethno-Stil
Mit Teppichen in Kuhfell-Optik, Lederstuhl und Ethno-Beistelltischen schenkte Juliane Lehnicke diesem Wohnzimmer einen coolen Hacienda-Look.
Foto: Münchner Home Staging Agentur

„Mit außergewöhnlichen Blumentöpfen verwandelst du Grünpflanzen in coole Wohnaccessoires.“

Apropos Kräutertöpfe: Grünpflanzen sind gerade sehr en vogue, haben aber oft noch ein recht angestaubtes 80er-Jahre-Image. Wie lassen sie sich zeitgemäß integrieren?

Juliane Lehnicke: Hier ist mein Motto: Weniger ist mehr. Inszeniere deine Grünpflanzen. Mache sie samt Pflanzgefäß zum Kunstwerk. Wenn du noch keine Grünpflanzen hast, aber auch dem Trend verfallen bist, kaufe einen Exoten, der zum Eyecatcher in deinem Raum wird. Nutze kreative Übertopf-Ideen wie Körbe, Gefäße im Vintage-Look oder entfremde eine Metallgießkanne. Wer nicht ganz so experimentierfreudig ist, dem kann ich Blumentöpfe in Betonoptik empfehlen. Die geben der Grünpflanze einen modernen Rahmen. Und ruhig mal vom Standardprogramm bei den Pflanztöpfen abweichen. So wird aus der langweiligen Zimmerpflanze ein cooles Wohnaccessoire.

Das Kinderzimmer mit Wänden in Pink und Lila, verziert mit Wandtattoos und Möbeln in Weiß lässt Mädchenherzen höher schlagen
Ein Traum in Pink und mit viel Liebe zum Detail.
Foto: Münchner Home Staging Agentur

„In Sachen Dekoration gilt: Kompakte Arrangements wirken schöner als vereinzelt über den Raum verteilte Accessoires.“

Ein toller Eyecatcher sind auch Deko-Arrangements, die in Wohnmagazinen immer so toll aussehen. Wie bekomme ich das zu Hause hin?

Juliane Lehnicke: Kleine kompakte Arrangements wirken immer schöner als vereinzelt über den Raum verteilte Accessoires. Nutze Tabletts, auf die du die Artikel stellst. Interessanter wird’s, wenn du einen Materialmix wagst – also Glas, Metall und Holz miteinander kombinierst. Setze neutrale Farben ein und gib dem Arrangement mit einigen wenigen farbigen Gegenständen das gewisse Etwas. So wird dein Geldbeutel geschont und du kannst öfter mit einer neuen Farbe „spielen“. Zu viel Farbe wirkt schnell billig. Harmonischer und edel wird es, wenn die Gegenstände in unterschiedlichen Nuancen, aber aus einer Farbfamilie stammen.

Offene Küchen und Loft-Wohnungen sind ein großer Trend, aber auch eine Herausforderung in der Inneneinrichtung. Wie lassen sich solche Räume gut strukturieren?

Juliane Lehnicke: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einem Raum Struktur zu geben. Du kannst durch den Einsatz von Farbe Bereiche so gestalten, dass sie gefühlt zusammen gehören oder aber eben auch klar voneinander abgegrenzt werden. Auch mit Teppichen lassen sich Räume unterschiedlich aufteilen: Ein großer loser Teppich gibt den darauf platzierten Möbeln einen Rahmen und verdeutlicht, dass dieser Bereich in sich geschlossen ist. Eine ähnliche Wirkung haben Podeste. Durch die unterschiedlichen Höhen wird auch hier die Abgrenzung verdeutlicht.

Du kannst auch durch das Stellen der Möbel Räume strukturieren, Bereiche abgrenzen und Laufrichtungen vorgeben. Bei Loft-Wohnungen eignen sich zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Wohnbereiche auch Raumteiler, die von der Decke abgehängt werden können. Das können farbige Acrylplatten sein oder auch trendige Kunstwerke. So bleibt die luftige Atmosphäre erhalten und das Auge hat noch etwas Cooles zum Anschauen.

Das maritime Schlafzimmer mit blau-weiß gestreifter Tapete sorgt für Gemütlichkeit
Ein Schlafzimmer im Marine-Look.
Foto: Münchner Home Staging Agentur

„Verzichte so oft du kannst auf Deckenleuchten!“

Was ist dein persönlicher Lieblingstrick in der Inneneinrichtung?

Juliane Lehnicke: Licht hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden. Definitiv mehr Atmosphäre entsteht, wenn du verschiedene direkte und indirekte Lichtquellen einsetzt. Verzichte so oft du kannst auf den Einsatz von Deckenleuchten. Sie sind zwar zu gegebener Zeit durchaus sinnvoll, um den Raum auszuleuchten – zum Beispiel wenn du dich dem Frühjahrsputz widmest. Stimmungsvolles Licht bekommst du damit aber garantiert nicht. Wenn du es gemütlich haben möchtest, verteile mehrere kleine Leuchten im Raum und wähle ein Leuchtmittel, das ein warmes Licht erzeugt.

Juliane Lehnicke ist Expertin in unserer Rubrik „Wohnideen“. Hier findet ihr jede Menge inspirierender Einrichtungsideen, die richtigen Experten für die unterschiedlichsten Projekte und tolle Produkte für euer Zuhause.

Im Aufmacher: Unsere Expertin im April: Juliane Lehnicke. Foto: Oliver Rehbinder

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