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Der Espressokocher Moka Express – ein Designklassiker

von Laura Drühe

In unserer neuen Serie stellen wir Klassiker vor, die Designgeschichte geschrieben haben. Dieses Mal: der Espressokocher Moka Express von Alfonso Bialetti.

Es gibt wohl kaum eine italienische Küche, die ohne ihn auskommt: Der Espressokocher Moka Express ist legendär und weltberühmt. Entworfen hat ihn der Erfinder Alfonso Bialetti 1933 in seiner Maschinenfabrik im italienischen Piemont. Und brachte damit eine kleine Revolution ins Rollen.

Bialettis Moka Express: Kaffeegenuss auf Italienisch

Denn die Kaffeekultur Italiens spielte sich bis dato vor allem an den Tresen der öffentlichen Bars ab. Hier trank man im Stehen intensive Kaffeekreationen, die von riesigen Geräten mit hohem Dampfdruck gebrüht wurden und dem modernen Zeitgeist entsprachen – kein Vergleich zum schlaffen Kaffee, der durch die heimische Maschine sickerte.

Und genau dort setzte Alfonso Bialetti (1888-1970) an. Er wollte den vollmundigen, kräftigen Kaffee auf den heimischen Herd holen. Schnell und einfach, ohne technisches Equipment sollte es zu Hause möglich sein, einen Kaffee wie in der Bar zu kochen. Dafür erfand Bialetti einen kleinen Espressokocher, der mit niedrigerem Dampfdruck arbeitete als die großen Maschinen in den Bars – ein Prinzip, das er sich bei den Waschmaschinen der damaligen Zeit abschaute. Das Design der Kanne ist bis heute nahezu unverändert: Achteckig und aus robustem Aluminium gefertigt (DEM Material der Moderne), konnte es schnell mit Wasser ausgespült werden, ganz ohne aufwändige Reinigungsprozedur.

Zunächst tingelte Alfonso Bialetti höchstpersönlich durch die Region, um seinen Espressokocher auf den Märkten anzubieten. Erst sein Sohn Renato meldete schließlich ein Patent für den Moka Express an und verhalf ihm nach dem Zweiten Weltkrieg zu Weltruhm. Heute ist der Espressokocher mit dem schnauzbärtigen Maskottchen ein Designklassiker, der sogar im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt ist.

Anleitung: Kaffee kochen mit dem Moka Express

Das Original: Die Kanne Moka Express ist ein echter Klassiker.
Und zum Bialetti-Kaffee? Lassen wir uns typische italienische Kekse schmecken.
Foto: Amazon

Die Espressokanne besteht aus drei Teilen: Kessel, Trichtereinsatz und Kannenoberteil. Je nach Größe kann mit einer Füllung eine unterschiedliche Anzahl an Tassen zubereitet werden. Bei Herden mit Induktionskochfeld solltet ihr die Edelstahlvariante des Moka Express verwenden, da Aluminium nicht für Induktion geeignet ist.

Und so geht’s:

  • Kocher auseinanderschrauben, Trichtereinsatz entnehmen
  • Wasser in den Kessel füllen
  • Trichtereinsatz einschrauben, mit Kaffeepulver befüllen, glattstreichen
  • Kannenoberteil fest aufschrauben (Gewinde regelmäßig mit Vaseline pflegen, damit es schön geschmeidig bleibt)
  • Kocher auf den Herd stellen, erhitzen
  • Das aufsteigende Wasser durchdringt den Kaffeefilter und füllt durch ein Steigrohr das Kannenoberteil mit Kaffee
  • Sobald der Espressokocher anfängt zu blubbern, vom Herd nehmen und kurz in eine Schale mit kaltem Wasser stellen, damit keine Bitterstoffe entstehen. Fertig!

Übrigens: Der deutsche Name „Espressokocher“ ist eigentlich nicht ganz richtig. Streng genommen ist der Kaffee aus dem Moka Express kein richtiger Espresso, da er bei höherer Temperatur und mit weniger Druck (1,5 Bar) gebrüht wird als traditioneller Espresso (9 Bar) und seine Crema relativ dünn ist. In Italien heißt die Kanne daher nur Bialetti, Moka oder Caffettiera (Kaffeekanne). Mit der Espressokanne Brikka hat Bialetti aber bereits ein Produkt erfunden, das für mehr Crema sorgen und somit echtem Espresso näherkommen soll.

Im Aufmacher: Espressokocher Moka Express von Bialetti. Foto: Amazon

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