Wohnbasics

Den passenden Schreibtisch für zu Hause finden

von Katja Keweritsch

Wann sich ein Schreibtisch, Sekretär oder Wandsekretär am besten eignet und wie du ihn am besten stellst bzw. hängst, erfährst du in diesem Artikel.

In diesem Artikel:

  • Was ein guter Schreibtisch können muss
  • Wo der Schreibtisch stehen soll
  • Die Platzfrage: Schreibtisch oder Sekretär
  • Der Stuhl zum Schreibtisch
  • Die richtige Beleuchtung zum Arbeiten

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Ergonomisches Arbeiten mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch
Der elektrisch höhenverstellbare Schreibtisch Zaros lässt dich ergonomisch sinnvoll arbeiten – das schont Rücken und Gelenke.
Foto: home24office über Home24

Was ein guter Schreibtisch können muss

Von innen beleuchtete, elektrisch höhenverstellbare Schreibtischplatten – überflüssiger Schnickschnack? Wohl kaum, wenn du Architekt bist und jeden Tag daran arbeitest. Für die sechs Stunden Lohnsteuerbearbeitung pro Jahr allerdings mit Sicherheit überdimensioniert. Welcher Schreibtisch zu dir passt, hängt ganz davon ab, wie oft und für was du ihn nutzt.

Ein Schreibtisch mit schmalen Beinen und ohne Container oder Seitenwangen wirkt besonders grazil. Er macht sich klein und passt prima in eine Nische im Flur, unter der Treppe oder im Schlafzimmer. Ideal für gelegentliche Schreibarbeiten, die auch mal über Nacht liegen bleiben können. Stauraum ist hier allerdings Fehlanzeige.

Wenn du mehr Stauraum für deinen Papierkram benötigst, wird es klobiger. Schreibtische mit Schubladen, Rollcontainern oder großen Seitenfächern bieten viele Ablagemöglichkeiten – benötigen aber auch mehr Platz im Raum. Manchmal stellen Eckschreibtische oder Modelle, die in ein Regal integriert sind, eine gute Lösung dar. Tipp: Schreibtische mit Füßen wirken luftiger als bodentiefe. Das gilt auch für hängende Container, die den Boden nicht berühren.

Für Vielarbeiter im Home Office gilt: Schreibtisch, Stuhl und Computermonitor müssen aufeinander eingestellt werden. Sonst gibt es Rücken. Im Idealfall bilden Tastatur und Maus eine Linie mit dem Ellenbogen. Der Arm ist im rechten Winkel gebeugt, das Becken leicht nach vorne gekippt und die Füße stehen fest auf dem Boden. Der Bildschirm ist mindestens eine Armlänge entfernt. Um solch eine ergonomisch sinnvolle Sitzposition zu erreichen, bieten sich höhenverstellbare Schreibtische an.

Gerade wenn du viel am Computer sitzt, erleichtern dir mitunter einige zusätzliche Features deinen Alltag: eine vorinstallierte Dockingstation etwa, ausfahrbare Steckdosen oder eine verdeckte Kabelführung. Auch eine ausziehbare Schublade für die Tastatur kann hilfreich sein – oder eine beleuchtete, elektrisch höhenverstellbare Schreibtischplatte.

Ein weißer Schreibtisch fällt in einem hellen Zimmer kaum auf. Ein echter Platzsparer ist der Schreibtisch unter der Treppe.
Links: Ein helles Home Office, in dem Tisch Max von WestwingNow seitlich zum Fenster stehen kann. Rechts: Ein luftiger Schreibtisch macht sich unter der Treppe klein. Wichtig: Gutes Licht zum Arbeiten.
Foto links: alles über WestwingNow.de. Foto rechts: moebel.de / Wohnideen / Schwarz Design

Wo der Schreibtisch stehen soll

Klar, manchmal stellt sich diese Frage gar nicht. Da ist eine Ecke im Wohnzimmer frei – voilà Home Office. Aber schon wenn du zwischen zwei verschiedenen Nischen wählen kannst, helfen dir ein paar Überlegungen zum Aufstellen deines Schreibtischs.

Ganz wichtig: Tageslicht. Jeder helle Winkel fürs Home Office ist dem stiefmütterlichen Platz unter der Treppe im fensterlosen Flur vorzuziehen. Optimal ist es dabei, wenn dein Schreibtisch seitlich zu einem Fenster steht. So kann die Sonne weder direkt auf den Monitor scheinen noch dich blenden. Falls so eine Platzierung im Raum nicht möglich ist, helfen transparente Plissees oder Rollos als Blendschutz. Auch Jalousien lassen helles Tageslicht hinein, während sie mit ihren Lamellen gleichzeitig die Sonnenstrahlen von deinem Bildschirm weglenken. Für dunkle Nischenplätze: Tageslichtlampen.

Möchtest du deinen Schreibtisch dekorativ in Wohn- oder Schlafzimmer aufstellen, solltest du ihm rechts und links etwa 80 Zentimeter Freiraum schenken. Das wirkt weniger gequetscht. Falls du einen Schreibtischstuhl mit Rollen nutzt, dann braucht der natürlich auch Platz – und einen ebenen Boden ohne Teppichkante.

Links: Ein weißer Sekretär im Landhausstil zum Aufklappen und Verstauen. Rechts: Ein rustikaler Sekretär.
So unterschiedlich können Sekretäre aussehen: links der weiße Sekretär Skagen im Landhausstil von Canett und rechts der rustikale Sheesham-Sekretär Shan von Shan Rahimkhan.
Fotos: Canett, Shan Rahimkhan über Home24

Die Platzfrage: Schreibtisch oder Sekretär

Es ist der Aufsatz, der den Unterschied macht. Er grenzt den Sekretär vom Schreibtisch ab. Seine vielen Sortierfächer beherbergen kleineren Papierkram und ein ausklappbarer Pultdeckel dient als Schreibplatte. Besonders praktisch: Klappst du den Deckel hoch, herrscht Ordnung. Zumindest optisch. So ein klassischer Sekretär bietet dir viel Stauraum, ist dabei aber dekorativer und platzsparender als ein klobiger Schreibtisch. Manko: Für acht Stunden Home Office täglich bietet er weder genug Beinfreiheit noch passt er sich ergonomisch an.

Moderne Sekretäre haben mit den Klassikern lediglich den Aufsatz gemein - allerdings existiert auch der hier nur noch in abgespeckter Form. Sie bieten weit weniger Stauraum, da sie auf hohen Beinen stehen und über keine weiteren Fächer verfügen. Dafür sind sie äußerst elegant und wesentlich zierlicher als ein Schreibtisch. Sie schmücken dein Wohn- oder Schlafzimmer - da wird ihr eigentlicher Zweck fast zur Nebensache.

Falls deine Wohnung weder Platz für einen Bürotisch noch für einen festen Sekretär rausrückt, kannst du für gelegentliche Schreibarbeiten auf klapp- und tragbare Modelle ausweichen. Die verschwinden nach Gebrauch einfach wieder unterm Bett. Oder du entscheidest dich für einen Wandsekretär, dessen Deckel du zum Schreiben nach unten klappst. Dank seiner geringen Tiefe macht er sich an der Wand nach getaner Arbeit fast unsichtbar: Klappe zu und Ordnung.

Links: Roter, höhenverstellbarer Schreibtischstuhl vor einem weißen Schreibtisch. Rechts: Schreibtisch und Stuhl passen in der Höhe ideal zusammen.
Links: Für Vielbeschäftigte: Ein höhenverstellbarer Schreibtischstuhl mit Rollen bietet dir ergonomisch sinnvolles, flexibles Arbeiten. Rechts: Wenn Stuhl und Schreibtisch aufeinander abgestimmt sind, kannst du dich natürlich auch für einen bequemen Liebling wie Gubi 9 des dänischen Herstellers Gubi entscheiden.
Foto links: moebel.de / Wohnideen / Schwarz Design. Foto rechts: Gubi

Der Stuhl zum Schreibtisch

Stimmt schon, feiste Chefsessel mit großen Rollen, Lederbezug und polierten Metallleisten machen sich nicht so gut mitten im Wohnzimmer. Bei einem Fulltime-Job leisten sie im Büro aber Großes für deinen Rücken. Die Wahl des richtigen Stuhls hängt deshalb davon ab, wie oft und wie lange du wo an deinem Schreibtisch sitzt. Und um dich zu beruhigen: Schreibtischstühle gibt es inzwischen auch in hübsch.

Wichtig beim richtigen Stuhl: Ergonomie. Die Sitzfläche hat die passende Höhe, wenn deine Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden und beide Füße fest auf dem Boden stehen – und zwar nicht während du mit halber Pobacke am vorderen Rand kauerst, sondern so, dass die Lehne deinen Rücken stützt. Ob dein Schreibtischstuhl Rollen haben soll oder nicht, hängt davon ab, wie oft du dich nach irgendwelchen Unterlagen hinter dir ausstrecken musst. Ist das nur selten der Fall, entlastet es deinen Körper durchaus, auch mal aufzustehen.

Mit oder ohne Armlehnen? Geschmackssache. Wenn du dich für Armlehnen entscheidest, müssen sie auf einer Höhe mit der Schreibtischplatte sein, dürfen dabei aber nicht zu weit nach vorne auskragen. Sonst kommst du nämlich nicht mehr nah genug an deine Tastatur heran.

Wenn sich dein Home Office in einer Ecke des Wohnzimmers befindet, macht es in jedem Fall Sinn, einen hübschen Stuhl auszuwählen. Vielleicht hilft dir so ein schönes Designerstück dann auch dabei, dich mit weniger Abneigung an den notwendigen Papierkram zu setzen. Für die Ergonomie und deinen Rücken kannst du auf zusätzliche Hilfsmittel wie einen Fußhocker, ein Keil- oder Ballkissen zurückgreifen.

Schattenfreies Arbeiten ist möglich, wenn das Licht von beiden Seiten kommt.
Die Pendelleuchte E27 ermöglicht dir gemeinsam mit der Schreibtischlampe Leaf (beide von Muuto) ein gut ausgeleuchtetes, schattenfreies Arbeiten.
Foto: Muuto

Die richtige Beleuchtung zum Arbeiten

Nachteulen aufgepasst: Das richtige Licht am Schreibtisch schont nicht nur eure Augen, es macht das Arbeiten am Monitor auch gleich viel weniger anstrengend. Da der Bildschirm selbst hell ist, meint man immer, ein zusätzliches Arbeitslicht sei überflüssig – aber der starke Kontrast zwischen dunkler Umgebung und hellem Monitor bedeutet für die Augen Schwerstarbeit. Viele Studien zeigen inzwischen, dass du Müdigkeit und Kopfschmerzen mit einer zusätzlichen Lichtquelle im Zaum halten kannst.

Generell gilt für Licht bei der Computerarbeit: Deckenleuchte immer und Schreibtischleuchte nach Bedarf anschalten. Versuch vor allem abends den Raum, in dem du arbeitest, komplett auszuleuchten – ohne dunkle Ecken. Das schont deine Augen. Optimal ist eine Mischung aus direktem und indirektem Licht, beispielsweise in Form einer Pendelleuchte plus Deckenfluter seitlich des Schreibtisches. Und natürlich eine Schreibtischlampe.

Ideal fürs Arbeiten sind dabei kleine Schreibtischlampen mit einem flexiblen, drehbaren Schwenkarm. Wenn sich der Leuchtkopf durch ein Kugelgelenk zusätzlich bewegen lässt – umso besser. Das Licht muss natürlich hell und blendfrei sein und sollte nicht direkt auf den Bildschirm scheinen, weil der es reflektiert. Besonders beliebt: Tageslichtlampen. Sie leuchten mit einer ähnlichen Lux-Zahl wie normales Tageslicht, was wir als sehr angenehm empfinden.

Auf einen Blick – ideale Arbeitsbedingungen im Home Office

  • Welcher Schreibtisch zu dir passt, hängt ganz davon ab, wie oft und für was du ihn nutzt.
  • Schreibtische mit Füßen wirken luftiger als bodentiefe. Das gilt auch für hängende Container, die den Boden nicht berühren.
  • Schreibtisch, Stuhl und Computermonitor müssen aufeinander eingestellt werden. Sonst gibt es Rücken.
  • Tageslicht ist im Home Office Gold wert. Optimal: wenn dein Schreibtisch seitlich zu einem Fenster steht. Für dunkle Nischenplätze: Tageslichtlampen.
  • Der Unterschied zwischen Sekretär und Schreibtisch? Sekretäre haben einen Aufsatz, sind graziler und wirken wohnlicher. Für einen Fulltime-Arbeitsplatz eignen sie sich aber nicht.
  • Wichtig beim richtigen Stuhl: Ergonomie. Die Sitzfläche hat die passende Höhe, wenn deine Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden und beide Füße fest auf dem Boden stehen.
  • Generell gilt für Licht bei der Computerarbeit: Deckenleuchte immer und Schreibtischleuchte nach Bedarf anschalten. Der Kontrast zwischen dunkler Umgebung und hellem Bildschirm ist für die Augen Schwerstarbeit.

Bild im Aufmacher: Schreibtisch Xira von Temahome Foto: Temahome

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