Wohnbasics

Bodenbeläge für Balkon und Terrasse

von Katja Keweritsch

Holz, Stein oder WPC: Welcher Bodenbelag ist am angenehmsten für nackte Füße, wie verlegt man ihn und welcher Bodenbelag passt zu welchem Untergrund. Alles über Outdoor-Böden.

In diesem Artikel:
1. Holzdeck und Holzfliesen
2. WPC
3. Steinterrassen
4. Outdoor-Teppiche

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Holzdeck und Holzfliesen: bringt Wohnzimmer-Feeling und ist ideal zum Barfußlaufen

Balkon mit Holzdielen als Bodenbelag.
Ein Holzdeck nimmt im Lauf der Jahre eine wunderbare Patina an und passt prima zu Loungemöbeln wie der Polyrattan-Sitzgruppe Graves von Loberon.
Foto: Loberon

Mit einem klassischen Holzdeck wird es auf der Terrasse schnell gemütlich. Denn: Holz wirkt warm und einladend. Es ist ein natürliches, recycelbares Material, das sich beim Barfußlaufen prima anfühlt. Außerdem wird es nicht so schnell heiß. Was das Ausfasern angeht: Qualitativ hochwertiges Hartholz splittert so gut wie gar nicht.

Generell gilt bei den Holzarten für Terrassendecks: Je härter, desto langlebiger. Am bekanntesten ist wohl Bangkirai, ein äußerst widerstandsfähiges tropisches Hartholz. Aber Achtung: Nicht überall, wo Bangkirai drauf steht, ist auch Bangkirai drin. Qualitativ hochwertige Bretter sind teuer und sollten das FSC-Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft führen. Das gleiche gilt für Dielen aus Teak.

Wenn du auf der Suche nach Alternativen zu Tropenholz bist, kannst du dich an heimische Hölzer wie Eiche, Douglasie oder Lärche halten. Sie sind nicht ganz so lange haltbar, dafür aber deutlich günstiger. Oft werden sie thermisch behandelt, um eine höhere Lebensdauer zu erreichen. Die Hölzer erhalten dabei eine wunderbar ebenmäßige, dunklere Farbe und werden weniger empfindlich gegen Pilze, Bakterien und Schimmel.

Geriffelt oder glatt? Dielen mit Rillen sollen bei Regen weniger rutschig sein. Allerdings kann das Wasser auf glatten Brettern in alle Richtungen abfließen und die Holzmaserung kommt besser zur Geltung. Zudem kannst du glatte Bretter besser reinigen. Das ist wichtig, wenn du möchtest, dass die Farbe deines Holzdecks erhalten bleibt. Denn: Durch Sonne und Regen ergraut Holz. Um das zu verhindern, musst du die Dielen regelmäßig reinigen und ölen.

Besonders unkompliziert renovierst du Balkon oder Terrasse mit Klickfliesen aus Holz. Sie werden einfach auf dem bestehenden Bodenbelag verlegt. Das ist preisgünstig und besonders praktisch für Mietwohnungen, da du sie jederzeit wieder abbauen kannst.

WPC: schön wie Holz, pflegeleicht wie Kunststoff

Terrasse mit dunkelbraunen Klickfliesen als Bodenbelag
Mit WPC-Klickfliesen kannst du ganz unkompliziert auch größere Terrassen renovieren. WPC-Klick-Fliesen 30 x 30 cm in Anthrazit von Gapa.
Foto: Gapa

Barfuß mit dem ersten Morgenkaffee hinaus auf Terrasse oder Balkon und den Tag begrüßen – das klappt hervorragend mit einem Bodenbelag aus WPC (Wood Plastic Composite). Denn Platten aus diesem Holz-Kunststoff-Mix splittern nicht. Sie vereinen die besten Eigenschaften beider Materialien: die Optik des Holzes und die pflegeleichte, langlebige Art des Kunststoffs. Außerdem sind sie wiederverwertbar und somit umweltschonend.

Das Besondere an WPC: Durch eine spezielle Beschichtung sind die unterschiedlichsten Dekore möglich. Du kannst dich für eine besondere Farbe entscheiden, eine Betonoptik wählen oder WPC-Fliesen verlegen, die wie Natursteinplatten aussehen. Dabei sind WPC-Platten ganz entspannt im Handling: Du hast keine Last mit Abschleifen, Nachölen oder regelmäßigem Anstreichen. Lediglich eine Reinigung mit Wasser und einem Spezialmittel ist hin und wieder erforderlich.

Für eine preisgünstige und unkomplizierte Erneuerung deines Outdoor-Wohnzimmers kannst du auf Klickfliesen aus WPC zurückgreifen. Sie werden einfach auf dem vorhandenen Bodenbelag verlegt. Aber Achtung: Klickfliesen benötigen einen ebenen Untergrund, da die Platten sonst nicht richtig einrasten und hochstehen.

Sollte dein Herz für ein klassisches Deck mit langen Dielen schlagen, kannst du dir diesen Traum ebenfalls mit WPC erfüllen. Allerdings erfordert ein solcher Bau eine stabile Unterkonstruktion – genauso wie bei einem Holzdeck. Bei WPC ist es zudem wichtig, dass du für das Fundament das gleiche Material verwendest. Denn das arbeitet gleichmäßig mit, reagiert genauso auf Umwelteinflüsse und ist ebenso lange haltbar.

Die Nachteile von WPC sind sehr gering: Starke Sonneneinstrahlung kann nach einiger Zeit zu leichten Farbveränderungen führen. Der Materialmix heizt sich zudem schneller auf als Holz, setzt dafür aber auch nicht so schnell Moose und Flechten an. WPC-Dielen kommen meist mit einer Riffelung daher, die sie besonders rutschsicher machen soll. Beste Voraussetzungen also für den morgendlichen Barfuß-Kaffee im Outdoor-Wohnzimmer.

Steinterrassen passen immer - von modern bis Landhaus

Terrasse mit Steinfliesen als Bodenbelag in Beige
Steinfliesen wie Bernina von Villeroy & Boch verbinden innen und außen zu einer harmonischen Einheit. Die Fläche wirkt dadurch insgesamt größer.
Foto: Villeroy & Boch

Grau, schwarz, gelb oder rot, glatt oder rau, quadratisch, rechteckig oder mit Bruchkanten – kein anderes Material bietet dir so viel Auswahl wie ein Bodenbelag aus Stein. Außerdem hast du mit der Pflege wenig am Hut: Steine behalten ohne große Säuberungsaktionen ihr Aussehen über Jahre hinweg, sind widerstandsfähig und witterungsfest. Auf rechteckigen Klickfliesen angebracht, eignen sie sich sogar für den Balkon.

Generell unterscheidet man zwischen Bodenbelägen aus Natur- oder Kunststein, Betonplatten oder Outdoor-Fliesen. Für alle gilt: Je dunkler die Steine, desto schneller heizen sie sich auf. Betrittst du in einem heißen Sommer barfuß eine Terrasse mit Schieferplatten, fühlt sich das an, als würdest du auf glühenden Kohlen gehen. Ein Tipp für Reihenhausbewohner: Achtet auf rutschfeste und robuste Steine – jeder Gang in den Garten führt schließlich über die Terrasse.

Wenn du von einem englischen Cottage Garden träumst, ist eine Terrasse aus Natursteinen natürlich ein Muss. Kein Stein gleicht dem anderen, was herrlich naturbelassen und abwechslungsreich wirkt. Aber Natursteine bilden mit ihrer zeitlosen Optik auch einen stimmungsvollen Kontrast zu modernen Neubauten. Ihr Manko: Sie sind teuer und mit Fundament, Drainage, Kiesbett und Fixierung aufwändig zu verlegen.

Möchtest du nicht ganz so viel Geld und Arbeit investieren, bieten sich industriell hergestellte Beton- oder Kunststeine an. Auch ohne die Fertigkeiten eines Hobby-Handwerkers kannst du sie recht unkompliziert im Sandbett verlegen. Natürlich kommt ein Natursteinimitat weder in der Optik noch hinsichtlich Widerstandsfähigkeit an das Original heran, aber es ist eine prima Alternative für einen schmalen Geldbeutel. Allerdings solltest du auch hier darauf achten, deine Terrasse mit einem leichten Gefälle vom Haus weg anzulegen, damit das Regenwasser später nicht in dein Wohnzimmer läuft.

Voll im Trend liegen zurzeit Outdoor-Fliesen. Du kannst sie sowohl drinnen als auch draußen verlegen und erhältst so eine raumvergrößernde Verbindung beider Bereiche. Vor allem geradlinige Neubauten profitieren von dieser aufgeräumten Optik. Dabei kommen Outdoor-Fliesen auch prima mit kleinen Kindern oder Haustieren klar: Sie sind strapazierfähig, lichtecht und mit ihrer glatten Oberfläche leicht zu reinigen. Gut zu wissen: Kleinformatige Fliesen sind durch den erhöhten Fugenanteil rutschsicherer.

Outdoor-Teppiche: Eyecatcher auf Balkon und Terrasse

Balkon mit Holzboden und Outdoor-Teppich als Bodenbelag
Ein Outdoor-Teppich wie Metro von Benuta bringt Wohnzimmer-Flair nach draußen.
Foto: Benuta

Für nackte Füße einfach herrlich: ein Outdoor-Teppich. Egal wie schrabbelig der Bodenbelag auf dem Balkon deiner Mietwohnung aussieht oder wie uneben die alten Betonplatten auf deiner Terrasse sind – du kannst alles wunderbar unter einen Outdoor-Teppich kehren. Die wetterfesten Bodenbeläge passen einfach auf jeden Untergrund.

So gut sie sich zum Kaschieren von Problemzonen eignen, schmücken Outdoor-Teppiche natürlich auch. Sie bringen echtes Wohnzimmer-Feeling auf Balkon und Terrasse und lassen deine Möbel gleich viel gemütlicher wirken. Außerdem kannst du deinen Draußen-Raum mit ihrer Hilfe wunderbar in verschiedene Bereiche aufteilen oder dein Lounge-Sofa mit Sessel und Tisch zu einer optischen Einheit verbinden.

Die meisten Outdoor-Teppiche werden aus pflegeleichten Kunstfasern gewebt. Vorteil: Du musst nicht bei jedem Regenschauer auf deinen Balkon oder die Terrasse düsen, um das gute Stück zu retten. Durch die Faserstruktur nimmt ein Outdoor-Teppich nur wenig Feuchtigkeit auf und trocknet zudem schnell. Wenn du ihm dann noch ab und an ein Sonnenbad gönnst, wird er es dir mit einer langen Lebensdauer danken.

Outdoor-Teppiche können auch gut mit Kindern, Haustieren oder gleich einem ganzen Partyvolk. Sie sind äußerst strapazierfähig, reißfest und formstabil. Außerdem sind sie lichtbeständig, was bedeutet, dass sie ihre leuchtenden Farben selbst bei starker Sonne beibehalten. Zum Reinigen kannst du sie einfach absaugen, ausklopfen und bei Bedarf mit Wasser reinigen.

Auf einen Blick – Bodenbeläge für dein Outdoor-Wohnzimmer

  • Heimische Hölzer wie Eiche, Lärche oder Douglasie sind nicht ganz so langlebig wie die tropischen Superstars Bangkirai und Teak – dafür aber wesentlich günstiger.
  • Qualitativ hochwertiges Hartholz splittert so gut wie gar nicht.
  • Klickfliesen aus Holz lassen sich unkompliziert verlegen. Ein Deck mit langen Dielen braucht unbedingt eine stabile Unterkonstruktion.
  • Ein Bodenbelag aus dem Holz-Kunststoff-Mix WPC splittert nicht.
  • WPC ist pflegeleicht und robust: Du musst es weder abschleifen noch nachölen oder streichen.
  • Steinterrassen sind besonders witterungsbeständig und langlebig. Aber Achtung: Je dunkler die Steine, desto schneller heizen sie sich auf.
  • Cottage-Gärten brauchen unbedingt eine Natursteinterrasse. Die aufgeräumte Optik von Steinfliesen passt eher zu modernen Neubauten.
  • Outdoor-Teppiche kaschieren unschöne Balkone und Terrassen und bringen Wohnzimmer-Flair nach draußen.

Bild im Aufmacher: Florco Flusstein-Platten von Gapa. Foto: Gapa

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