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1 x 1 der Küchenarbeitsplatten: Vorteile, Preise, Optik

von Christiane Tillmann

Schnibbeln, hacken, brutzeln – unsere Küchenarbeitsplatte muss einiges aushalten können und dabei noch gut aussehen. Wir helfen bei der Auswahl.

Fast bist du fertig mit der Küchenplanung. Nur noch letzte Details wie Spritzschutz und Arbeitsplatte fehlen und schon kann der Spaß am Herd starten. Doch wie es so häufig ist: Der Teufel steckt auch hier im Detail. Denn gerade die große Auswahl an Materialien und Designs überfordert häufig, wenn es darum geht, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir helfen mit einem Überblick.

Holz – wohnlich und warm

Holz feiert auch in der Küche ein Comeback. Grund dafür ist in erster Linie die Gemütlichkeit, die mit dem Werkstoff einzieht, aber auch die Individualität: Wer eine Arbeitsplatte aus Echtholz kauft, der kann sich sicher sein, dass es sie so in dieser Form kein zweites Mal gibt. Mit dem Alter verstärkt sich dieser Effekt noch. Besonders angesagt sind im Moment Hölzer mit groben Astlöchern, starker Maserung und einem leichten Used-Effekt, wodurch der Unikat-Charakter noch unterstrichen wird.

Vorteile: Hygienisch, wasserfest, individuell, in vielen unterschiedlichen Nuancen und Maserungen erhältlich, angenehme Haptik, vergleichsweise günstig.

Nachteile: Anfällig für Hitze und Kratzer, empfindlich gegenüber säurehaltigen Lebensmitteln, muss regelmäßig geölt werden.

Preis:

Furnier – vielfältig und pflegeleicht

Wer seine Arbeitsplatte nicht gern ölen und pflegen möchte, aber dennoch den Holz-Look liebt, der ist mit Furnier und Schichtholzplatten gut beraten. Mittlerweile sind die Drucktechniken so ausgefuchst, dass der Unterschied zwischen echtem und künstlichem Holz nur noch schwer auszumachen ist. Und wer eine Arbeitsplatte in einer ausgefallenen Farbe sucht, wird hier ganz sicher auch fündig.

Vorteile: Sehr pflegeleicht und hygienisch, wasserfest und hitzebeständig, flexibel in der Gestaltung.

Nachteile: Nicht kratz- und stoßfest.

Preis:

Naturstein – klassisch schön

Arbeitsplatten aus Naturstein wie Granit, Marmor oder Schiefer sind ideal, um die Küche zu veredeln. Ähnlich wie Holz zeichnet sich auch dieses Naturmaterial durch eine große Vielfalt von unterschiedlichen Färbungen und Maserungen aus. Zudem sind Natursteinplatten – wenn man sie richtig pflegt – äußerst langlebig und, was den Stil angeht, zeitlos.

Vorteile: Hygienisch, kratz-, stoß- und wasserfest (mit Ausnahme von Marmor). Zudem passt sich Naturstein nahezu jedem Einrichtungsstil an und bietet für jeden Geschmack etwas.

Nachteile: Nicht hitzebeständig und empfindlich bei säurehaltigen Reinigungsmitteln, muss zudem regelmäßig imprägniert werden.

Preis: €€€

Kunststein – edel und strapazierfähig

Kunststein besteht aus Mineralwerkstoff, der wiederum eine Mischung aus mineralischen Bestandteilen und Acryl ist. Anders als der Naturstein verfügt sein künstliches Pedant über eine porenlose Oberfläche, was ihn unempfindlicher gegen äußerliche Einflüsse macht. Zudem lassen sich Kunststeinplatten nahtlos aneinander verbauen, sodass die Arbeitsplatte wie aus einem Guss und somit besonders edel wirkt. Spülbecken und Herd können auf ähnliche Weise bündig in die Platte gesetzt werden. Und auch bei den Designs wird nicht gespart: Hier können Kunden aus einer Fülle an verschiedenen Looks und Dicken wählen.

Vorteile: Strapazierfähig und unempfindlich gegen Säuren, Wasser und Reinigungsmittel. Pflegeleicht, da nichts imprägniert werden muss, nahtlose Übergänge von Platte zu Platte sowie von Spüle und Herd möglich, lässt sich abschleifen und somit auffrischen.

Nachteile: Nicht hitze-, kratz- und stoßfest.

Preis: €€ - €€€

Edelstahl – cooler Dauerbrenner

Gerade wer puristische Designs liebt, liegt mit einer Edelstahlarbeitsplatte goldrichtig. Vormals eher im Profibereich zu finden, hält der kühle Werkstoff nun auch immer mehr Einzug in private Küchen. Das schlichte Material kann auf unterschiedliche Art und Weise bearbeitet werden und passt zu nahezu allem. Zusätzlich lässt sich eine Edelstahlspüle nahtlos in die Platte schweißen, sodass keine nervenden Ritzen und Rillen entstehen, in denen sich Schmutz ansammeln kann.

Vorteile: Super-hygienisch, geruchs- und geschmacksneutral, hitzebeständig, wasserfest und unempfindlich gegenüber Reinigungsmitteln, gut mit anderen Werkstoffen zu kombinieren.

Nachteile: Je nach Verarbeitung sind Kratzer nach einiger Zeit deutlich zu sehen, Fingerabdrücke zeichnen sich schnell ab, kann außerdem je nach Kombination kühl und steril wirken.

Preis: €€ - €€€

Glas – modern und unempfindlich

Glas erlebt als Material für Arbeitsplatten, aber auch als Spritzschutzwand gerade eine regelrechte Renaissance. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Einerseits ist das Material sehr strapazierfähig und pflegeleicht, anderseits erlauben neue Verarbeitungstechniken einen immer größeren Spielraum, um die Platten ganz nach Gusto einzufärben, zu bedrucken und zu verarbeiten.

Vorteile: Edle Optik gepaart mit Hitzebeständigkeit, Lichtechtheit sowie großer Unempfindlichkeit gegenüber Wasser und Säuren, Möglichkeiten zur Individualisierung

Nachteile: Kratzer und Fingerabdrücke zeichnen sich schnell ab

Preis: €€€

Beton – trendiger Tausendsassa

Eine Arbeitsplatte aus Beton eignet sich bestens als Kompagnon zum Loft-, Industrie- oder Skandi-Look. Das schlichte graue Stück wirkt dank kleiner Einschlüsse, Bläschen und Maserungen lebendig und strahlt in Kombination mit Holz trotz des kühlen Materials Wärme und Eleganz aus. Zudem ist jede Betonarbeitsplatte ein Unikat, das sich mit der Zeit auch noch verändert.

Vorteile: Langlebig, hitzebeständig, wasserfest, kratzfest, individueller Look mit alternder Patina.

Nachteile: Muss regelmäßig imprägniert werden, nicht säurebeständig, komplizierte Verarbeitung vor Ort.

Preis: €€ - €€€

Im Aufmacher: Arbeitsplatten aus Beton, Marmor und Holz. Fotos: Shutterstock

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