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Wohnstil Gentlemen’s Club: Very British!

von Laura Drühe

Die britischen Gentlemen’s Clubs sind legendär – auch aufgrund ihres klassisch-gediegenen Interieurs. Und dass lässt sich heute ganz modern interpretieren.

Schwere Ledersofas, in der Ecke eine mit Whiskey-Flaschen, Glaskaraffen und Humidor ausgestattete Hausbar, dazwischen Accessoires, die Geschichten erzählen: Der Wohnstil Gentlemen’s Club erinnert an die Herrenclubs des 19. und 20. Jahrhunderts und präsentiert sich mondän und mit maskulinem Charme.

Stilvorbild: die Londoner Herrenclubs

Zunächst im Londoner Westend gegründet, erstreckten sich die so genannten Gentlemen’s Club schnell von ganz England auf den europäischen Kontinent – und weiter bis in die englischen Kolonien. Die Mitglieder eines Clubs – meist aus der oberen Gesellschaftsschicht – verbanden stets ähnliche Interessen und politische Ansichten. Neben politischen Debattierclubs gab es auch Vereinigungen für Wissenschaftler, Literaten oder Absolventen von Elite-Universitäten wie Oxford und Cambridge. Doch die Herrenclubs dienten nicht nur dem Austausch, sondern vor allem auch der Entspannung. Gemeinsame Mahlzeiten, Whiskey- und Zigarrengenuss standen genauso auf dem Programm wie Gesellschafts- und mitunter sogar Glücksspiele.

Ein Grund, weshalb sich die Mitglieder in ihren Clubs so wohlfühlten und diese oft ihrem Zuhause vorzogen, war sicherlich die luxuriöse Einrichtung. Britische Bibliothekslampen, opulente Ohrensessel und Chesterfield-Möbel aus hochwertigem Leder oder Samt in gedeckten Farben bestimmten den Stil, der an klassische Adelssitze dieser Zeit erinnerte.

Ein Ledersofa in Cognac vor einer weißen Steinmauer macht den Gentlemen's Club-Look perfekt
Ein cognacfarbenes Ledersofa zu Mauerwand und Boden in Betonoptik: So wird der Gentlemen’s Club modern interpretiert.
Foto: Who’s Perfect

Und heute? Holen wir uns den Gentlemen’s-Look im modernen Gewand nach Hause. Wichtige Utensilien neben komfortablen Ledermöbeln: schwarze Bilderrahmen mit Fotografien von Rennautos, passende Coffeetable-Books, Poker-Sets, Gitarren, Plattenspieler, Barwagen mit Whiskey-Gläsern und Glaskaraffen, elegante Büro-Accessoires und Tischkicker. Die Farben sind dunkel und gedeckt. Zum Einsatz kommen edle Materialien wie Leder, Samt und dunkles Holz, die auch einem ansonsten minimalistisch eingerichteten Raum Wärme und Ruhe schenken. Der Mix mit rauem Industrie-Charme in Form von freigelegtem Mauerwerk und Beton-Optiken wirkt ebenfalls modern.

Clubsessel und Chesterfield-Sofas

Zwei besonders markante Möbelstücke des Gentlemen’s Clubs sind Clubsessel und Chesterfield-Sofas.

Der Clubsessel ist meist aus Leder gefertigt und zeichnet sich durch voluminöse Polsterungen, hohe Armlehnen und eine tiefe Sitzfläche aus. Der Lederbezug altert mit der Zeit nach und verleiht dem Sessel elegante Patina.

Wie der Clubsessel haben auch Chesterfield-Sofas ihren Ursprung in England. Der Legende nach war der vierte Earl of Chesterfield – einer Kleinstadt nahe Sheffield – auf der Suche nach einem bequemen Sofa, das gleichzeitig repräsentativ war und zum aufrechten Sitzen einlud. Er beauftragte 1770 den Möbelbauer Robert Adam mit dem Entwurf seines Wunschsofas. Der Rest ist Geschichte. Neben den gerollten Armlehnen, die sich in einer Höhe mit der Rückenlehne befinden, sind vor allem die geknöpften Polsterungen die wichtigsten Markenzeichen dieses Sofamodells, das meist in Leder angeboten wird und bereits von Sigmund Freud für seine Sitzungen genutzt wurde.

Im Aufmacher: Chesterfield-Sofagarnitur von Massivum. Foto: Massivum

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