Wohntrends

Wohnen nach WABI SABI

von / moebel.de Redaktion

Kennt ihr schon Wabi Sabi? Dabei handelt es sich nicht um etwas zu essen (schade eigentlich!), sondern um ein altes japanisches Konzept von Wahrnehmung und Schönheit, welches eng mit dem Zen-Buddhismus verknüpft ist.

Unsere moderne und westlich geprägte Welt strebt ständig nach Perfektion. Dieses Verlangen spiegelt sich auch in Architektur, Mode, Kunst und natürlich der Einrichtung wieder. Alles hat glatt, imposant, prunkvoll und möglichst makellos zu sein. In jüngster Zeit findet jedoch eine zunehmende Rückbesinnung zur Einfachheit und Natürlichkeit statt, die sich auch in Wohntrends wie Hygge, Lagom und Clean Living widerspiegeln. Auch Wabi Sabi stellt sich unseren typischen Idealen und Wunschvorstellungen einer perfekt gestalteten Wohnung entgegen.

Alt, elend und verloren

Richtig gelesen - wörtlich übersetzt bedeutet Wabi sich elend und verloren zu fühlen, während Sabi für Altes und Vergängliches steht. Das klingt im Doppelpack alles andere als erstrebenswert - hat aber einen tieferen Sinn, dem es sich lohnt auf den Grund zu gehen. Es geht vielmehr um die Schönheit des Unvollkommenen und Vergänglichen. Es geht um herbe Schlichtheit, den Zauber des Rustikalen und den Respekt vor dem Vergangenen. Nicht um das Offensichtliche und Laute, sondern um den Reiz des Verhüllten und Unscheinbaren – eine Zelebrierung der Einfachheit.

Und so geht Wabi Sabi:

Eine Besinnung auf das Wesentliche

Minimalismus ist ein Trend, der sich schon längst großer Beliebtheit erfreut. Beim Wabi Sabi spielt er eine besonders wichtige Rolle. Der Raum sollte auf keinen Fall überfüllt sein und den Genuss von optischer Leere erlauben. Das heißt Ordnung halten und sparsam mit Deko umgehen. Zu viele Farben, Kissen, Kerzen und Bilder bedeuten Ablenkung. Nur, woran das Herz wirklich hängt, darf bleiben.

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Rückkehr zur Natürlichkeit

Je reduzierter ein Look, desto wichtiger wird dessen Qualität. Die einzelnen Elemente rücken stark in den Fokus, weshalb beim Wabi Sabi viel Wert auf natürliche und qualitativ hochwertige Materialien gelegt wird. Das bedeutet, dass vor allem Hölzer, Stein, Beton, Leder, Glas, Wolle, Leinen und Co. Verwendung finden. Zudem zaubern Mitbringsel aus der Natur, wie z. B. Zweige, Steine und Muscheln Wabi Sabi in deine Vier Wände.

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Farbenlehre

Farben halten sich dezent zurück und setzten keine Akzente- schließlich geht es um Ruhe und Harmonie. Weiß und helle Grautöne, Rosé bis hin zu gedeckten Erdtönen kreieren den perfekten Wabi-Sabi-Look. Das Schöne ist, dass sich diese Töne völlig problemlos miteinander kombinieren lassen!

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Schätze dein Eigentum

Geht etwas zu Hause kaputt, neigt man schnell dazu, das kaputte Stück ersetzten zu wollen, besonders wenn es über keinen erheblichen finanziellen Wert verfügt. Heutzutage ist alles sehr schnelllebig und den Möbeln mangelt es an Qualität. Wabi Sabi lehrt uns das Gegenteil: Gegenstände werden mit Liebe ausgewählt, gepflegt, gehegt, repariert und weiter vererbt.

Lass die Zeit ihren Lauf nehmen

Wabi Sabi predigt uns den Respekt und die Wertschätzung des Vergänglichen. Aber das ist noch nicht alles. Wabi Sabi sagt uns zudem, dass die Dinge mit der Zeit noch sehr viel schöner werden. Kleine Stellen, Schrammen und Macken verpassen den Dingen Seele und sorgen für Individualität. Ein Teller etwa, der einen Sprung hat, wird geklebt und erhält dadurch eine unvergleichbare Authentizität. Wir können aufhören nach Perfektionismus zu streben. Das Rad der Zeit dreht sich weiter und hinterlässt seine Spuren - und das ist gut so. Wir können ganz gelassen sein und uns endlich wieder auf das Wesentliche besinnen.

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