Wohnbasics

Trendfarben für einzelne Wände

von Katja Keweritsch

Geht es nach den Interior-Stylisten, sind Weinrot, Petrol und Grau die derzeitigen Trendfarben für einzelne Wände. Wir zeigen, wie man sie richtig kombiniert.

Vor dem Streichen: Farb-Grundlagen

Eine einzelne farbige Wand bildet immer einen Schwerpunkt im Raum. Damit das Zimmer optisch nicht kippt, sollte entweder eine komplementäre Farbe oder ein Ton aus derselben Familie an anderer Stelle des Raumes wieder auftauchen, egal ob in Form von Möbeln oder Accessoires.

Wählt man aus dem traditionellen Farbkreis zwei Farben, die einander gegenüber liegen, z.B. ein gelbes Sofa vor einer violett gestrichenen Wand, so ist die Wirkung besonders stark. Einrichtungen mit Komplementärfarben wirken knallig und mutig. Aber sie dominieren einen Raum auch schnell. Als Ausgleich sollten die anderen Wände in neutralen Farben gehalten werden, damit es nicht zu unruhig wird.

Töne, die auf dem Farbkreis nebeneinander liegen, wirken im Raum hingegen besonders harmonisch - so wie ein fliederfarbenes Sofa vor einer blauen Wand. Bei einer Ton-in-Ton Gestaltung geht man sogar noch einen Schritt weiter und bedient sich bei Wandfarbe, Möbeln und Accessoires verschiedener Abstufungen ein und derselben Farbe: Zu einer taubenblauen Wand gesellt sich dann ein marineblauer Sessel mit einem hellblau gemusterten Kissen. Damit eine einheitliche Farbsprache nicht langweilig wirkt, sollte immer ein Störer mit eingeplant werden, der das ganze auflockert, z.B. in Form einer safrangelben Bodenvase.

Generell gilt: Klare Farben drängen sich immer mehr in den Vordergrund als Pastelltöne. Sie sind ein Statement, das dem Raum Individualität und Tiefe verleiht. Damit Pastellfarben nicht zu blass oder mädchenhaft wirken, sollten sie deshalb mit dunklen Tönen kombiniert werden, z.B. einer schwarzen Lampe, einem schieferfarbenen Sessel oder einem Sideboard aus Nussbaum. Erst dadurch gewinnt ein Raum an Struktur.

Erdiges Rot peppt jetzt Naturtöne auf

Rot kommt heute erdiger daher als früher: Der Trend geht in Richtung Weinrot - wie in unserem Aufmacherfoto zum Beispiel (Trendfarbe Napa von Schöner Wohnen Farbe. Foto: Schöner Wohnen Farbe). Das lässt einen Raum kuschelig und gleich um einige Grad wärmer erscheinen, wirkt optisch allerdings einengend. Deshalb ist Rot keine Farbe für einen ganzen Raum. Man fühlt sich wohler, wenn lediglich ein bis zwei Wände in diesem anregenden Ton gestrichen sind.

Modern wirkt Rot heute, wenn verschiedene Rottöne miteinander kombiniert werden. Besonders mutig: Rot mit Rosa. Gesellen sich dann noch Möbel und Accessoires aus Holz dazu, wirkt das Ganze nicht mehr mädchenhaft, sondern sehr natürlich.

Wer es peppiger mag, entscheidet sich für ein komplementäres Farbkonzept mit Accessoires und Möbeln in Türkis oder Gelb, die vor einer roten Wand besonders leuchten. Eine Kombination mit Weiß wirkt bei den neuen, dunkleren Rottönen hingegen sehr hart. Besser ist ein Arrangement mit Grau, das lebhaftes Rot elegant und seriös wirken lässt.

Wandfarbe Scree von Little Greene - perfekt für eine entspannende Farbbasis im Raum
Mit hellen Farben und Mustern wirkt Grau spannend und beruhigend zugleich. Wandfarbe Scree von Little Greene.
Foto: Little Greene

Edles Grau lässt Farben strahlen

Eine graue Wand wirkt edel und modern – egal ob der Farbton mit Blau abgemischt zu einem ins Violett gehenden Taubengrau tendiert oder braun abgemischt zu Taupe wird. Grau hält einen Raum optisch zusammen und benötigt deshalb unbedingt einen Gegenspieler, damit es nicht zu eintönig wird: Das können Farben, aber auch verschiedene Muster sein, deren Formen Grau perfekt in Szene setzt.

Farben strahlen vor einer matt-grauen Wand. Die elegante Kombination mit Weiß und einem bisschen Schwarz geht immer. Für Mutige: Rosa und Türkis bringen Leben in den Raum und lassen Grau wärmer wirken. Zurzeit besonders angesagt: Gelb und Grau.

Generell treten dunkle Wände immer mehr in der Vordergrund als helle (bei Gegenständen ist es genau anders herum). Deshalb sollte die Decke bei dunklen Wänden weiß gestrichen werden, da so der Raum nach oben geöffnet wird und weniger gedrungen wirkt.

Wandfarbe Deep aus der Schöner-Wohnen-Kollektion 2016
Glänzendes Kupfer bringt Helligkeit und Leben in einen petrolfarbenen Raum. Wandfarbe Deep der Schöner-Wohnen-Kollektion 2016.
Foto: Schöner Wohnen Farbe

Petrol und Kupfer: das Traumpaar

Petrol wirkt intensiv und kraftvoll. Weil es recht dunkel ist, rücken die Wände optisch zusammen und lassen den Raum besonders gemütlich wirken. Dazu passen erdende Naturtöne, die Petrol seine Exzentrik nehmen: Ledersessel, graues Sofa, Holzmöbel, schwarze Accessoires. Ein paar Farbtupfer, z.B. Kissen in Rosa oder Babyblau, bringen Helligkeit in den Raum.

Eine ebenso ruhige Wirkung erzielt man mit einer Ton-in-Ton Gestaltung, bei der Accessoires und Möbel aus derselben blauen Farbfamilie stammen. Wem das zu eintönig ist: Gelb oder Türkis wirken ähnlich dominant wie Petrol und bilden wunderbar leuchtende Gegenpole im Raum.

Besondere Strahlkraft verleiht Petrol Accessoires aus Kupfer. Diese Kombination wirkt edel und modern. Außerdem bildet Kupfer einen warmen Kontrast zur kühlen Farbe. Aber auch andere Metalle leuchten vor einer petrolfarbenen Wand und beleben den Raum: ein Kerzenständer aus Messing, silberne Bilderrahmen oder eine goldene Vase.

Auf einen Blick – Wandfarben richtig kombinieren

  • Eine einzelne farbige Wand bildet automatisch einen Schwerpunkt im Raum.
  • Damit der Raum optisch nicht kippt: Wandfarbe oder Komplementärton an anderer Stelle wieder auftauchen lassen.
  • Komplementärfarben dominieren den Raum, wirken knallig und mutig.
  • Eine Ton-in-Ton Gestaltung ist besonders harmonisch. Achtung: zur Auflockerung Störer einplanen.
  • Klare Farben drängen sich mehr in den Vordergrund als Pastelltöne.
  • Erdiges Rot wirkt mit Naturtönen besonders modern.
  • Grau wird lebendig durch die Kombination mit Farben und Mustern.
  • Glänzendes Kupfer bildet einen warmen Kontrast zu kühlem Petrol.

Im Aufmacher: Mit Holzmöbeln wirkt ein roter Raum warm und natürlich. Trendfarbe Napa der Schöner Wohnen Kollektion 2016. Foto: Schöner Wohnen Farbe

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