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Trend-Teppich Kelim: Gutes Bodenpersonal

von Laura Drühe

Immer auf dem Teppich bleiben – mit folkloristischen Kelims kein Problem! Zum Ethno-Look wird der traditionelle Webteppich jetzt lässig interpretiert.

Der Begriff Kelim leitet sich vom türkischen Wort Kilim ab, was soviel wie Webteppich bedeutet. Gemeint ist damit ein flacher, einfach gemusterter Orientteppich aus Wolle, der in der Türkei, auf dem Balkan, in Nordafrika und insgesamt im Nahen und Mittleren Osten beheimatet ist und eine lange Tradition hat.

Kelims und ihre farbenfrohen Muster

Je nach Fertigungsort unterscheiden sich Kelim-Teppiche in ihren Mustern und Farben: Ein Kelim aus Marokko sieht beispielsweise anders aus als ein Kelim aus der Türkei. Grund dafür ist ihre jahrhundertealte Tradition, die sich regional immer wieder anders ausgestaltet hat. Früher wurden die Teppiche auf kleinen Webstühlen von den Frauen der Nomaden handgefertigt. Sie kreierten nicht nur Bodenbeläge, sondern auch Zeltbehänge, Satteldecken und Wandschmuck. Die Wolle stammte von den Schafen und wurde mithilfe von Pflanzen und natürlich vorkommenden Mineralien gefärbt. Die Ornamente und Muster, für die der Kelim-Teppich so berühmt ist, hatten eine besondere Bedeutung und erzählten häufig eine Geschichte, die innerhalb der Familie überliefert wurde. So ließ sich meist genau bestimmen, aus welcher Familie ein Kelim stammte.

Gemeinsam ist den Teppichen ihre Zusammensetzung. Ein Kelim besteht stets aus Kett- und Schussfäden, die unterschiedlich verarbeitet werden. Die farbigen, horizontal angeordneten Schussfäden sind dabei für das Muster verantwortlich, da sie die vertikal verlaufenden Ketten verdecken. Übrigens hat ein Kelim auf der Vorder- und Rückseite immer das gleiche Muster, man kann ihn also problemlos wenden. Die Webtechnik mit Kette und Schuss erlaubt jedoch nur einfache Prints.

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Foto: WestwingNow

Was den Kelim zum Trend-Accessoire macht

Heutzutage wird das Muster der Kelims in der Regel von Designern entworfen. Gefragt sind neben klassischen Schwarz-Weiß-Kontrasten vor allem starke Farben und extravagante Muster. Und weshalb ist der Kelim gerade so ein großer Wohntrend? Na, weil er einfach perfekt zum angesagten Ethno-Look passt und auch in einer skandinavisch inspirierten, reduzierten Einrichtung ein toller Blickfang ist. In Kombination mit Acapulco-Stühlen, vielen Kissen und Sitzpoufs kreieren farbenfrohe Kelims Hippie-Stimmung (auch toll als Wandbehang!), während schwarz-weiß gemusterte Modelle Ruhe und Gemütlichkeit ins Haus bringen.

Und auch seine meist noch sehr traditionelle Herstellung ist ein Grund für das Comeback des Kelims – schließlich erleben handgefertigte Produkte derzeit eine Renaissance. Außerdem ist der Kelim aufgrund seiner Wolle und glatten Oberfläche relativ schmutzunempfindlich und lässt sich gut mit einem Staubsauger reinigen oder aufgrund seines geringen Gewichts ausschütteln. Und er kann wegen seines identischen Musters von beiden Seiten verwendet werden, was seine ohnehin schon lange Haltbarkeit noch verstärkt. Ein echter Bodenschatz eben!

Im Aufmacher: Teppich aus der Kollektion Colorful Marrakesch von Wecon home. Foto: Wecon home

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