Wohntrends

Trend: Möbel mit Hairpin Legs

von Christiane Tillmann

Möbel setzen diese Saison auf Beine, die aussehen wie Omas Haarklammern. Woher der Trend zum Haarklammer-Bein kommt, erfährst du hier.

 

Vom Kopf direkt ins Wohnzimmer: Die sogenannten Hairpin Legs, also Haarnadel-Beine, erobern aktuell das Interior-Design und sind nahezu an jeder Ecke zu sehen. Aber woher kommen diese gebogenen Drahtelemente überhaupt?

Hairpin Legs sind ein Detail aus dem Mid-Century-Stil des vergangenen Jahrhunderts, das dank der Retrowelle wieder ganz weit oben auf der Trendwelle schwimmt. Sie bestehen aus nur einem einzigen Stück Metall, das – wie es der Name sagt – ähnlich einer Haarnadel zusammengefaltet wird. Die Entstehungsgeschichte ist nicht belegt, jedoch geht man davon aus, dass die Beine auf den Wiener Designer Henry P. Glass zurückgehen, der sie 1941, also mitten im Zweiten Weltkrieg, entwickelt haben soll.

Hairpin Legs: Von der Notlösung zur Design-Legende

Und damit erschließt sich auch der Grund für die außergewöhnlichen Beine: Während und nach dem Krieg herrschte Materialknappheit. Designer waren darauf angewiesen, wenig Ressourcen zu verbrauchen und gleichzeitig sparsam, aber funktional zu planen. Da kam die einfache Metallkonstruktion natürlich wie gerufen. Heute müssen wir zwar nicht mehr mit Werkstoffen geizen, aber die Ästhetik der Hairpins scheint dennoch einen Nerv zu treffen. Egal, ob an Tischen, Barhockern oder Kommoden: Hairpin Legs sind plötzlich überall und zwar am liebsten in Kombinationen mit Farbe.

Je nachdem, welches Modell du wählst, passen die Beine besonders gut zum Industrie- oder Skandi-Look. Feminin wird’s, wenn die Metallstreben farbig lackiert sind. Bonbonfarben wie Rosa, Hellblau oder Gelb zaubern gute Laune und geben Möbeln einen Extra-Frischekick. Zum Industrie-Look passen hingegen besonders gut angelaufene Hairpins oder etwas rauere Holzoberflächen, gern mit starker Maserung oder Astlöchern – so wird das roughe Fabrikfeeling authentisch.

Wer eine kleine Wohnung hat, kommt mit Hairpin-Produkten auf seine Kosten, denn sie wirken aufgrund der fragilen Konstruktion besonders luftig-leicht und nehmen so optisch nicht zu viel Raum ein.



Im Aufmacher: Beistelltisch Talapea von Home24, Beistelltisch OSB von Zuiver. Fotos: Zuiver, Home24

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Kommentare

1
am 14, Januar, 2017
Antwort von Danil Applause
Danil Applause skrev 14, Januar, 2017 följande:

Great

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