Wohnbasics

Parkett oder Laminat: Was ist besser?

von Katja Keweritsch

Parkett ist besser als Laminat? Nicht unbedingt. Wir haben den Vergleich gemacht und die Bodenbeläge unter die Lupe genommen. Parkett und Laminat im Härtetest.

In diesem Artikel:

  • Woraus Laminat und Parkett bestehen
  • Welcher Bodenbelag strapazierfähiger ist
  • Nie mehr kalte Füße mit…
  • Der Härtetest
  • Trittschalldämmung und elektrostatische Aufladung
  • Parkett: besser geölt, gewachst oder lackiert?
  • Lieber klicken oder kleben?
  • Die beste Verlegerichtung für Parkett und Laminat

Woraus Laminat und Parkett bestehen

Parkett ist Holz. Es besteht entweder aus großformatigen Bohlen, die aus der Mitte eines Baumstamms geschnitten und zu herrschaftlichen Dielen verarbeitet werden oder es kommt in kleineren Paneelen und Mustern wie Fischgrät auf den Markt. Holz ist ein natürliches Material, das warm und edel wirkt.

Laminat ist die preisgünstige, künstliche Alternative zu Parkett. Es besteht aus einem Träger aus hochverdichteter Holzfaserplatte und einer Nutzschicht aus imprägniertem Dekorpapier, das jede Optik annehmen kann – von Holz über Stein bis hin zu fotorealistischen Drucken. Versiegelt wird das Ganze mit einer Kunstharzschicht.

Welcher Bodenbelag strapazierfähiger ist

Dieser Punkt geht an das Laminat. Seine Strapazierfähigkeit wird sogar in Stufen unterteilt: Im privaten Wohnbereich kannst du Laminat mit der Nutzungsklasse (NK) 21 für wenig beanspruchte Räume wie das Schlafzimmer verwenden. NK 22 hält auch das Toben im Kinderzimmer aus und NK 23 verzeiht von dreckigen Schuhen im Flur über Hundetatzen bis hin zu Drehstuhlrollen im Büro so ziemlich alles.

Die gängigste Nutzungsklasse für Laminatböden im privaten Wohnbereich ist heute NK 23/31. Dabei kennzeichnet 23 die höchste Stufe im privaten und 31 die niedrigste Stufe im gewerblichen Bereich. Solche Böden sind sehr robust und pflegeleicht. Sie eignen sich für alle Räume. Einzige Ausnahme: das Bad. Da Wasser die einzelnen Schichten des Laminats aufquellen lässt, solltest du jegliche Art von Pfütze auf einem solchen Boden vermeiden.

Das natürliche Material eines Holzparkettbodens ist ungleich empfindlicher als das künstliche Laminat. Wie empfindlich genau, hängt dabei vor allem von der Dicke und der verwendeten Holzart ab. Allerdings bietet Parkett einen entscheidenden Vorteil: du kannst es jederzeit abschleifen. Parkett ist also sehr viel langlebiger und damit ressourcenschonender als Laminat.

Nie mehr kalte Füße mit…

Parkett. Holz verfügt über eine bessere Wärmedämmung als die Kunstharzschicht des Laminats und beschert dir deshalb einen höheren Kuschelfaktor an den Füßen. Genau umgekehrt verhalten sich Parkett und Laminat allerdings, wenn es um Fußbodenheizungen geht: Durch seine schlechten Dämmeigenschaften lässt Laminat die Wärme einer Fußbodenheizung fast ungehindert passieren, eignet sich für diese Heizungsart also besser. In allen anderen Fällen gilt: Laminat ist fußkalt.

Der Härtetest

Beim Parkett hängt die Härte natürlich vor allem vom verwendeten Holz ab – dabei geht es genauso um die Art wie um das Wuchsgebiet, das Alter und die Schnittform des Baums. Der Härtegrad wird dann mithilfe eines Tests in der sogenannten Brinell-Härte festgelegt: je höher der Wert, desto härter das Parkett. Kanadischer Ahorn verfügt beispielsweise über einen Wert von etwa 35 Brinell, wohingegen Fichte nur mit ungefähr 12 Brinell aufwarten kann.

Wie hart und robust ein Laminatboden ist, legen spezielle Abriebklassen fest. AC1 steht dabei für einen Belag mit geringer und AC5 für einen Boden mit hoher Beständigkeit gegen Abrieb. Unter AC3 solltest du kein Laminat kaufen, weil es sich einfach viel zu schnell abnutzt.

Trittschalldämmung und elektrostatische Aufladung

Schritte krachen auf Laminat genauso wie auf Parkett – und zwar nicht nur mit High Heels. Beide Bodenbeläge benötigen deshalb eine Trittschalldämmung. Falls dein gerade erstandenes Parkett oder Laminat ohne Trittschalldämmung daherkommt: unbedingt Rippenpappe, Schaumvlies, Gummi oder Kork als Schalldämmung untendrunter verlegen. Das versöhnt nicht nur die Nachbarn, sondern schont auch deine Nerven.

Was die elektrostatische Aufladung angeht: dazu neigen Laminatböden leider. Umgangssprachlich bedeutet das: Anders als bei Parkett kannst du eine gefackelt bekommen, wenn du über Laminat läufst. Solltest du empfindlich auf solche Entladungen reagieren, kannst du auf Laminat zurückgreifen, bei dem antistatisch wirkende Substanzen in den Decklack eingearbeitet wurden. Was noch hilft: Klimaanlage, Zimmerspringbrunnen oder viele Blumen. Denn bei einer relativen Luftfeuchte von über 50 Prozent finden kaum noch elektrostatische Aufladungen statt.

Parkett: besser geölt, gewachst oder lackiert?

Das kommt ganz auf den Raum an. In stark beanspruchten oder feuchten Räumen wie Diele oder Bad hilft eine Lackschicht, das Parkett zu schützen. Allerdings kann das Holz so nicht mehr atmen und verliert einen Teil seiner natürlichen Anmutung. Bei einer Behandlung mit Öl bleibt diese erhalten. Der Nachteil: Das Parkett ist weiterhin anfällig für Wasserflecken, Öl ist also keine gute Idee fürs Badezimmer. Die Alternative: Wachs. Es wirkt wasserabweisend, schützt das Holz mechanisch und lässt es atmen.

Lieber klicken oder kleben?

Unbedingt klicken. Denn es geht einfach und lässt sich prima als DIY-Projekt umsetzen - und zwar sowohl mit Laminat- als auch mit Parkettböden. Dabei werden Nut und Feder der einzelnen Paneele meist schräg aneinander gelegt, so dass sie beim Herunterdrücken eines neu eingefügten Elements einrasten.

Das hat den Vorteil, dass du deinen Bodenbelag bei einem Umzug einfach mitnehmen kannst – falls das mit den Raumgrößen hinkommt. Allerdings halten nicht alle Klickverbindungen es aus, mehrfach gelöst zu werden. Das solltest du im Vorfeld unbedingt testen. Der Nachteil beim Klicken: Die Fugen sind nicht abgedichtet, so dass Wasser zwischen die Paneele fließen und sie beschädigen kann. In feuchten Räumen solltest du deshalb lieber beim klassischen Kleben bleiben.

Die beste Verlegerichtung für Parkett und Laminat

Natürlich spielt es eine Rolle, ob du einen Raum optisch strecken oder stauchen möchtest. Gerade bei oft länglichen Räumen wie dem Flur spielt diese Überlegung eine Rolle: Längs verlegte Paneele unterstützen einen schlauchartigen Charakter, quer verlegte brechen ihn. Bei eher quadratischen Räumen wird es schwieriger. Hier wirkt es oft einladender, mit der Längsausrichtung der Paneele das Zimmer zu betreten und nicht gegen die Fugen anzulaufen.

Besonderheit bei Laminatböden: Hier solltest du die Paneele generell in Richtung Fenster verlegen, also zur Hauptlichtquelle hin. So entstehen keine Schatten an den Längsfugen und der Boden wirkt ebenmäßiger. Bei mehreren Fenstern im Raum hilft es zu überlegen, wo das Licht am längsten einfällt, und die Laminatpaneele dann dorthin auszurichten.

Bilder im Aufmacher von links: Parkett Nordic Oak Coral Castle von Boen, Laminat Ena von Alfredo Häberli für Parador, Landhausdiele Eiche lavabraun gekalkt von Haro. Fotos: Haro, Parador, Boen

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Kommentare

1
am 15, Februar, 2017
Antwort von Fine Lambusch
Fine Lambusch skrev 15, Februar, 2017 följande:

Vielen Dank für den Beitrag. Ich fand <a href=http://www.oekoline-naturbaustoffe.de/produkte.html > Parkett</a> immer schon um einiges besser als Laminat. Das sind einfach natürlicher aus. Allerdings dann auch nur im Wohnzimmer und Schlafzimmer, im Bad würde ich dann eher Fliesen oder ein anderes Laminat nehmen, da mir das mit der Feuchtigkeit zu riskant ist.

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