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Nika Zupanc – Design-Rebellin in Highheels

von Christiane Tillmann

Die slowenische Interior-Designerin Nika Zupanc experimentiert mit Frauenklischees und schmückt ihre Möbel mit sexy Kurven, Schleifen und Rüschen.

Feminin, frivol und irgendwie immer ein bisschen drüber: Die Entwürfe der Designerin Nika Zupanc, die kecke Namen wie Cherry oder Selfdiscipline tragen, spielen mit den Klischees der Weiblichkeit – irgendwo zwischen naivem Mädchen und strenger Domina. So verpasst die Slowenin Stühlen eine Wespentaille oder Lampen ein Rüschenhäubchen. Fast scheint es, als würde sie ihre Möbel und Accessoires wie eine schöne Frau einkleiden. Und das ist kein Zufall. Denn Nika Zupanc lässt sich neben der Popkultur auch stark von Modetrends inspirieren.

Ihr erklärtes Ziel: einen überspitzten Gegenentwurf zur männlich dominierten Möbelwelt mit ihren sachlichen Formen und Materialien anzubieten. Nika Zupanc erkundet dabei gerne Grenzen. Und das gilt nicht nur, wenn es um das Experimentieren mit weiblichen Stereotypen geht, sondern auch, was die Machbarkeit von Technik und Industrie anbelangt.

Möbel mit Aussage – Nika Zupanc und die Frauenklischees

Designerin Nika Zupanc
Die slowenische Designerin Nika Zupanc.
Foto: Fulvio Grisoni

Schon als Zupanc noch an der Academy of Fine Arts and Design in Ljubljana studierte, wurde ihr klar, dass es nicht ausreicht, nur schöne Dinge zu kreieren, sondern dass auch eine gewisse Aussage wichtig ist. Als die Designerin ihr Studium abschloss und selbst auf die Suche nach Baby-Möbeln ging, fiel ihr auf, wie konservativ der Markt war. Also beschloss sie, selbst eine Wiege zu designen, die gleichzeitig innovativ sowie schön ist und die Rolle der Mutter von einem anderen Standpunkt aus beleuchtet. Und damit hatte die Designerin ihr eigenes Thema entdeckt.

Ihren Durchbruch schaffte Nika Zupanc schließlich 2008/2009, als sie ihren späteren Mentor Marcel Wanders traf, den kreativen Kopf hinter der niederländischen Avantgarde-Marke Moooi. Wanders brachte schließlich ihre berühmte Lolita-Lampe auf den Markt. Parallel dazu sorgte sie mit ihrer Installation I Will Buy Flowers Myself auf der Mailänder Möbelmesse weltweit für Furore. Die Installation war der Schriftstellerin Virginia Woolf gewidmet und zeigte unter anderem „Mrs. Dalloway“, einen überdimensionalen, aufklappbaren Schminkspiegel, in dem sich eine Herdplatte befand. Total ironisch und damit typisch Zupanc.

Im Aufmacher: Nika Zupancs Design zeichnet sich vor allem durch verspielte, feminine Details aus. Ihre Lampe Lolita erinnert an ein Spitzenhäubchen. Foto: Peer Lindgreen/ Moooi

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