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Junges, weibliches Design made in Germany

von Christiane Tillmann

Mädels an die Macht! Bei den deutschen Nachwuchsdesignern sind viele talentierte Frauen unterwegs. Hier kommen vier, die man sich merken sollte.

Meike Harde

Ballerinas, die die Zeit tanzen, Sofas, die aussehen wie eine textile Zieharmonika und Lampen aus Einwegbechern: Meike Harde beschäftigt sich besonders gern mit dem Einsatz von Materialien in neuem Kontext. Ihre Arbeit bezeichnet die Designerin selbst als einerseits experimentell-konstruktiv, andererseits allegorisch konzeptionell. Sie versucht gewohnte Fertigungstechniken und Konstruktionsregeln zu hinterfragen und studiert dabei das genaue Verhalten des jeweiligen Materials, um ihre Erkenntnisse in neue Polster-, Licht- oder andere Möbelkonstruktionen zu übertragen. Daraus entsteht eine wunderbar feminine Formsprache, die der Designerin bereits einige Preise einbrachte, darunter unter anderem die Nominierung für den German Design Award 2016.

Links: Vier Pastellfarbene Möbelstücke im Origami-Look. Ausgefallen und schön. Rechts: Designerin Meike Harde.
Möbel im Origami-Look: Die London-Kollektion von Meike Harde.
Foto: Meike Harde

Anna Badur

Wie ein Tuch ausschaut, wenn der Wind Farbpigmente in es hineinbläst, oder was passiert, wenn farbiges Wasser beim Absinken Spuren auf einer Kachel hinterlässt, das erforscht Anna Badur. In Ostfriesland geboren, nutzt die Designerin gern die Natur als besten Mitarbeiter. Sie sagt: „Bei vielen meiner Arbeiten steht nicht das Produkt selbst, sondern viel mehr ein Prozess, ein Material oder eine Technik als Ausgangspunkt. Das Einbeziehen natürlicher Prozesse in die Gestaltung spielt dabei häufig eine Rolle. Ich arbeite oft experimentell – ohne konkret zu wissen, wo mich die Reise hinführt.“ Daraus entstehen wundervolle Zufallsprodukte, wie die Fliesen Onda, die einen zarten, farbigen Wasserpegel nachzuzeichnen scheinen oder die Textilkollektion Whatever the Weather, die mit blauen Farbpigmenten spielt.

Links: Blaub gefärbte Kissen mit unterschiedlichen Mustern. Rechts: Designerin Anna Badur.
Mit ihrer Textilkollektion Whatever the Weather fängt Anna Badur den Sturm auf Kissen ein.
Foto: Anna Badur

Eva Marguerre

Nido, ein superleichter Glasfaser-Hocker, den Eva Marguerre noch in ihrer Studienzeit entwickelte, brachte den Durchbruch: Das kleine Möbel in filigraner Optik machte die Designerin wegen seines spannenden Materials und seiner besonderen Eigenschaften international bekannt. Aber Eva ist nicht allein: Bereits kurz nach dem Studium gründete sie mit ihrem Geschäftspartner und Freund Marcel Besau das Designstudio Besau Marguerre. Beide arbeiten interdisziplinär und beschäftigen sich neben Produktdesign auch mit visueller Kommunikation und Interior Styling. Wichtig bei ihrer Arbeit: Materialexperimente und knallige Farben, die sie mittlerweile auch für bekannte Kunden wie E15, Stilwerk, Artek oder Petite Friture umsetzen konnte.

Links: Zwei halbrunde schimmernde Spiegel in Kupfer. Rechts: Die beiden Designer Eva Marguerre und Marcel Besau
Links: Eva Marguerre und Marcel Besau. Foto: Brita Sönnichsen. Rechts: Der Spiegel Iridescent Copper schimmert wie eine Seifenblase.
Foto: Silke Zander

Elisa Strozyk

Kann man eine Decke aus Holz machen? Oder einen Teppich? Oder Mode? Elisa Strozyk jedenfalls kann. Die Designerin, die Textil- und Flächendesign in Berlin und London studierte, wurde vor allem durch ihr Spiel mit Materialien und Oberflächen bekannt. Produkte wie die Lampe Miss Maple oder ihre Wooden Textiles veranschaulichen, wie anders der alte Werkstoff Holz wirken kann, wenn man ihn mit einer flexiblen Oberfläche wie einem Textil zusammenbringt. Plötzlich wirkt er weich und formbar. Eine Idee, die der Designerin weltweit Aufmerksamkeit einbrachte. Auf der Möbelmesse in Köln zeigte Strozyk zuletzt jedoch, dass es nicht immer Holz sein muss: Für die Marke Pulpo entwickelte sie die Ceramic Tables – glasierte Beistelltische, deren Oberfläche wie die des Mondes wirkt.

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