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Die Geschirrserie Teema von Iittala

von Laura Drühe

Seit 1952 ist die Geschirrserie Teema der finnischen Marke Iittala eine Ikone nordischen Designs. Ihr Pluspunkt: gut kombinierbar und immer neue Farben.

Was ist schön? Kaj Franck musste bei der Antwort auf diese Frage nicht lange überlegen. Schön waren für ihn makellose Gegenstände, die in ihrer Funktionalität das Leben der Menschen bereicherten und leichter machten. Der finnische Designer (1911-1989) brach seine Entwürfe stets auf ihren wahren Kern herunter und verzichtete auf alle überflüssigen Verzierungen. So auch bei der Geschirrserie Teema.

Teema lässt sich beliebig kombinieren und erweitern

Teema ist Francks berühmtestes Design. Die Grundformen des mehr als 30-teiligen Services sind so einfach wie genial. Runde, quadratische sowie dreieckige Teller und Platten bilden die Basis, hinzu kommen Schüsseln, Tassen, Becher und Kannen. Alle Teile sind beliebig kombinierbar – nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Designklassikern Iittalas wie der Glasserie Kartio oder dem Service Aika. So kann sich jeder sein ganz individuelles Wunsch-Service zusammenstellen.

Ein revolutionärer Designansatz im Jahr 1952, als Kaj Franck Teema erfand. Denn zur damaligen Zeit dominierten große Komplett-Services die Tischkultur. Sie wurden nur zu ganz besonderen Gelegenheiten aus dem Schrank geholt und bestanden aus vielen kleinen Einzelteilen, von denen jedes seine ganz eigene, fest definierte Aufgabe erfüllte.

Designklassiker Teema: „Colour is the only decoration needed“

Kaj Franck hingegen machte sich wie viele seiner skandinavischen Kollegen für eine Demokratisierung des Designs stark. Er entwarf einfache, praktische Produkte zu bezahlbaren Preisen, mit denen sich seine Kunden ihre Welt so gestalten konnten, wie sie ihnen gefiel. Dabei reduzierte er seine Objekte auf das Wesentliche, so dass nichts von ihnen ablenkte. Farbe war die einzige Verzierung, die er seinen Entwürfen zugestand – nur konsequent also, dass Teema heute neben Blau, Hellgrün und Grau in immer wieder neuen, zeitgemäßen Farben erhältlich ist.

Ursprünglich hieß Teema übrigens gar nicht Teema, sondern Kilta. Die finnische Marke Arabia produzierte die Geschirrserie bis in die Siebziger Jahre, ehe Iittala die Reihe in ihr Sortiment aufnahm und 1981 in Teema umbenannte. Im Laufe der Jahre kamen neue Farben und Größen hinzu, die Grundformen sind jedoch bis heute gleich geblieben und machen das Geschirr noch immer zu einem der beliebtesten Services Skandinaviens. Praktisch: Alle Teile sind geeignet für Gefriertruhe, Ofen, Mikrowelle und Spülmaschine.

Kaj Franck (1911-1989): „Das Gewissen finnischen Designs“

1911 im finnischen Vyborg geboren, studierte Kaj Franck Kunst, ehe er als Illustrator, Innenarchitekt und Textilgestalter arbeitete. Zu seinen Auftraggebern zählten die finnischen Designmarken Arabia und Iittala, für die er viele Klassiker aus Glas und Porzellan entwarf. Neben Teema ist vor allem seine Glasserie Kartio berühmt. Ab 1960 leitete er die Designhochschule Helsinki und lehrte ab 1973 als Kunstprofessor.

Franck, der sich mit seinen Entwürfen am Deutschen Bauhaus orientierte, setzte auf Produkte in klaren Farben und Formen, die sich jeder leisten konnte – ein Grund, weshalb er auch das „Gewissen finnischen Designs“ genannt wird. Viele seiner Produkte sind heute in großen Designmuseen wie dem New Yorker MoMA ausgestellt.


Im Aufmacher: Designer Kay Franck, Geschirr Teema mit Gläsern Kartio und Besteck Scandia, die Farbpalette von Teema. Fotos: Iittala

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