Wohnbasics

Das String Regal von Nils Strinning

von Christiane Tillmann

Wenn ein Regal ein Plätzchen unter den Klassikern verdient hat, dann wohl String. Das modulare Leichtgewicht ist seit 60 Jahren eine echte Stilikone.

Schlicht und doch markant, zeitlos, aber trotzdem modern: Nils Strinnings berühmtes String-Regal ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Einerseits ist der Klassiker so unscheinbar designed, dass man ihn fast an der Wand vergessen könnte, andererseits verfügt er mit seinen Drahtrahmen über ein absolut unverwechselbares Markenzeichen. Und obwohl das Regal bereits fast 60 Jahre auf dem Buckel hat, ist es begehrt wie eh und je. Aber was ist das Geheimnis dieses unscheinbaren Trend-Möbels?

Ob ein Produkt ein Klassiker wird, kann auch ein Designer nur schwer bestimmen, eine konsequent zeitlose Gestaltung ist allerdings schon mal ein Pluspunkt. Daneben ist das String-Regal aber auch noch besonders praktisch: Die Einzelteile können platzsparend zusammengelegt werden - was nicht nur für uns, sondern auch für einen Spediteur toll ist. Sie lassen sich mit nur wenigen Handgriffen aufbauen sowie an der Wand befestigen und lassen sich auf immer neue Weise kombinieren.

Das filigrane Regal war in den 50ern eine kleine Revolution

Nils Strinning beim Lesen eines Magazins
Nils, oder „Nisse“ Strinning entwarf gemeinsam mit seiner Frau Katja eine Reihe schwedischer Designklassiker.
Foto: String

Somit war Nils Strinning seiner Zeit 1949, als er sein Regal entwickelte, schon weit voraus. Statt auf schwere, klobige Möbel setzte er auf das schlanke, modulare Leichtgewicht. Und das kam an: Als er seinen Entwurf bei einem Wettbewerb des schwedischen Buchverlages Bonniers folkbibliotek einreichte, sahnte er direkt den ersten Preis ab – und gründete noch im selben Jahr sein Unternehmen. 1950 dann der nächste Erfolg: Strinning durfte das UN-Hauptquartier in New York City mit seinem Regal ausstatten. Auf das System folgten die Serie Plex mit tragenden Elementen aus Plexiglas sowie Pocket, eine kompakte Miniversion von String.

Heute gibt es das Regal in diversen Farben und mit verschiedenen Zusatzmodulen, womit wir zum größten Vorteil von String kommen: seine Flexibilität. Egal, ob in der Küche, im Arbeitszimmer oder im Bad: Dieses Möbel passt und funktioniert überall. Man kann es jederzeit um weitere Teile wie Tischplatten, Schubladenkästen oder Schränke ergänzen und sich so nach und nach seine modulare Schrankwand zusammensparen. Und wenn’s mal nicht mehr gefällt, lassen sich mühelos die Regalböden austauschen oder es verschwindet klitzeklein im Keller.

Im Aufmacher: String-Regalsystem mit weißen Leitern und Böden in Esche. Foto: String

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