3 Design-Tische und ihre Lookalikes

von KATJA KEWERITSCH - 17.09.2019

Wenn wir groß sind, leisten wir uns die Originale – bis dahin freuen wir uns über die hübschen Design-Lookalikes in unserem Zuhause.

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Der Tulpentisch von Eero Saarinen

Tulpentisch Magazin

Eero Saarinen wollte aufräumen. Und zwar mit dem Gewirr von Beinen und Verzierungen unter Tisch und Stühlen, das ihn schon immer störte. Der finnische Designer und Architekt widmete sich fünf Jahre lang dem Experimentieren und Modellieren, bevor er seine einbeinigen Möbel 1955 der Öffentlichkeit präsentierte. Sowohl der Tulip Chair als auch der Tulip Table gelten heute als Klassiker des Industriedesigns.

Der unschlagbare Vorteil eines Esstischs mit Säulenfuß: Es gibt keine Schwiegermuttersitze, an denen man seine Knie beim Essen um Tischbeine herumwickeln muss. Unter der Tischplatte ist genügend Platz, damit alle entspannt ihre Füße ausstrecken können. Tipp: Noch mehr Raum erhält jeder, wenn auch die Stühle mit einem Säulenfuß daherkommen. So hatte sich Eero Saarinen das ja auch gedacht. Heute ist man jedoch großzügig, was Inneneinrichtungen angeht: Erlaubt ist, was gefällt.

Der berühmte Tulpentisch dient inzwischen für viele ähnliche Modelle als Vorbild. Mal mit größerem Fuß, mal mit schmalerer Säule oder farbiger Platte. Preislich ist so ziemlich alles dabei. Aber Achtung: Für ein Mindestmaß an Stabilität solltest du dir nicht den billigsten Plastiktisch anschaffen. Es lohnt sich, nicht nur in die Optik, sondern auch in gutes Material zu investieren.

Der Beistelltisch von Eileen Gray

Eileen Gray war eine der bekanntesten Designerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Sie stammte aus Irland, kam aber schon als junge Frau zum Studium nach Paris. Dort entwarf sie 1921 ihr wohl berühmtestes Werk: den Adjustable Table E-1027. Der Beistelltisch bestand aus Stahlrohr und Glas, ließ sich in der Höhe verstellen, mit dem Standfuß unter Möbel schieben und am Griff leicht transportieren. Mit seinem klaren und sachlichen Design steht er damit in der Schule des Bauhaus, obwohl Eileen Gray sich nie als Bauhauskünstlerin sah.

Das so ungemein praktische und funktionale Design beschert dem Beistelltisch von Eileen Gray bis heute Kultstatus. Filigrane Modelle aus Glas und Metall – mal abgewandelt durch Marmorplatten, Rauchglas oder rechteckige Füße – boomen auch jetzt gerade wieder. Sie wirken in jedem Raum zart und schmückend (und das trotz gänzlich fehlender Ornamentik!). Dabei sind sie wahnsinnig praktisch, um den Becher Kaffee am Sofa abzustellen oder hübsche Accessoires in Szene zu setzen. Eigentlich verdient jeder Raum einen Beistelltisch - dann klappt’s auch besser mit der vielen Deko.

Beistelltisch Eileen Gray Lookalike

Couchtisch Laccio von Marcel Breuer

Was wäre nur gewesen, hätte Marcel Breuer nie Fahrradfahren gelernt? Schließlich war es der Lenker seines Adler-Rads, der ihn zu seinen vielfach ausgezeichneten Stahlrohrmöbeln inspirierte. Stühle, Sessel, Tische. Breuer faszinierte es, aus endlosen Stahlrohren Formen und letztlich Möbel zu kreieren. Bereits 1925 entwarf er den Couchtisch Laccio mit dem charakteristischen u–förmigen Gestell. Schnell wurde er als Bauhaus-Tisch bekannt, da Breuer zunächst als Schüler und später als Meister am Bauhaus lernte und lehrte.

Viele der heute angesagten Couchtischmodelle gehen zurück auf die Ideen von Marcel Breuer: U-förmige Beingestelle aus Metall, verbunden durch eine Tischplatte aus Holz, Stein oder Kunststoff. Je schlichter die Entwürfe, desto näher sind sie an Breuers funktionalem Design. Selbst Varianten komplett aus Glas gibt es inzwischen.

Was die Couchtische in der gedanklichen Linie von Laccio auszeichnet: Sie drängen sich nicht in den Vordergrund. Mit ihrer zurückhaltenden Optik passen sie zu jedem Einrichtungsstil. Dennoch sind sie ungemein praktisch und formschön. Tipp: Versuch doch mal, zwei unterschiedlich hohe Couchtische im rechten Winkel übereinander zu kombinieren, so wie Breuer es mit Laccio tat. Zum einen schaffst du so einen echten Hingucker in deinem Wohnzimmer. Zum anderen erhältst du eine weitere flexible Abstellfläche, die noch nicht einmal zusätzlichen Stauraum benötigt.

Couchtisch Laccio Lookalikes

Wie du Design-Lookalikes am besten kombinierst

Platz ist in der kleinsten Hütte – hab also keine Angst, dass du Designmöbeln oder ihren Lookalikes nicht gerecht wirst. Du musst sie auch nicht zwangsläufig mit anderen Accessoires aus ihrer Ära kombinieren.

Ganz im Gegenteil: Ein mutiger Mix verschiedener Stile sorgt meist für ein besonders lässiges Flair. Warum also den Tulip-Tisch nicht in die Küche zu Omas alten Holzstühlen gesellen? Oder den Beistelltisch von Eileen Gray neben dem Futon platzieren?

Das wirkt nonchalant und wie von sehr leichter Hand eingerichtet.

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