Wohnbasics

Wohnen im Garten

von Katja Keweritsch

Mit Sichtschutz, passendem Bodenbelag, wetterfesten Möbeln und stimmungsvollem Licht wird die Terrasse zum Freiluft-Wohnzimmer.

Die Terrasse als Outdoor-Wohnzimmer

Je mehr die Terrasse einem Wohnzimmer ähnelt, desto gemütlicher wird es. Sofa Grid von Gloster.
Je mehr die Terrasse einem Wohnzimmer ähnelt, desto gemütlicher wird es. Sofa Grid von Gloster.
Foto: Brandstores

Lauschig wird es im Garten mit Sichtschutzwänden, einem passenden Bodenbelag, bequemen Möbeln und Pflanzen. Dafür sollte die Terrasse mindestens 3 x 3 Meter groß sein, damit man sich zwischen Möbeln, Grill und Sonnenschirm noch gut bewegen kann.

Ideal ist eine Terrasse, die in Richtung Südwesten zeigt. Falls das nicht möglich ist, kann sie auch etwas weiter vom Haus entfernt angelegt werden, um mehr Sonne einzufangen. Oder man plant neben der hausnahen Terrasse einen zusätzlichen Sitzplatz am anderen Ende des Gartens.

Wer öfter Grillpartys feiert, sollte genug Lagerraum zum Überwintern von Sitzmöbeln einplanen. Wer die Terrasse zum Entspannen nutzt, kann komplett auf die klassische Tisch-und-Stühle-Kombi verzichten und großzügige Loungemöbel aufstellen. Auch deren Polsterauflagen brauchen einen trockenen Platz im Winter.

Wohnlicher Bodenbelag: Holzdielen und WPC

Eine Holzterrasse bildet einen schönen Übergang von drinnen nach draußen.
Eine Holzterrasse bildet einen schönen Übergang von drinnen nach draußen.
Foto: Shutterstock

Ein schöner Bodenbelag ist die optische Basis des Freiluft-Wohnzimmers. Als Naturmaterial bildet Holz dabei einen wunderbaren Übergang von drinnen nach draußen. Holzdielen heizen sich in der Sonne auch nicht so sehr auf und sind angenehm beim Barfußlaufen. Allerdings müssen sie regelmäßig gepflegt werden und brauchen einen luftigen Unterbau, damit sie nicht faulen.

Alternativ bietet sich ein Belag aus WPC-Platten (Wood-Plastic-Composites) an, der normalerweise aus Holz und dem thermoplastischen Kunststoff Polyethylen besteht. WPC-Platten sehen aus wie Holz, sind aber wesentlich pflegeleichter und witterungsbeständiger.

Besonders robust ist ein Belag aus Naturstein oder Beton. So ein Boden ist leicht zu pflegen und extrem witterungsbeständig. Je nach Stilrichtung kann man aus verschiedenen Steinarten wählen. Klinker eignen sich dabei als Alternative zu großformatigen Platten. Sie passen besonders gut zu kleineren Terrassen in natürlichen Landhausgärten. Vorsicht gilt bei extrem dunklen Steinen wie Schiefer: Sie heizen sich in der Sonne so stark auf, dass sie barfuß kaum noch zu betreten sind.

Wer sich südländisches Flair im Garten wünscht, kann auch zu Fliesen als Bodenbelag greifen. Wichtig ist dabei, die Fliesen nicht direkt auf dem Beton zu verlegen. Durch kleinste Risse kann Wasser in die Fliesen eindringen. Friert es im Winter, platzen sie auf. Abhilfe schafft eine Drainagematte, die zwischen Beton und Fliesen verlegt wird.

Besonders wohnlich wirkt auf jedem Bodenbelag ein zusätzlicher Outdoor-Teppich.

Der beste Sichtschutz

Geflochtene Sichtschutzwände bilden einen natürlichen Rahmen für die Terrasse. Trennwand Hasel von Weidenprofi.
Geflochtene Sichtschutzwände bilden einen natürlichen Rahmen für die Terrasse. Trennwand
Hasel von Weidenprofi.
Foto: Weidenprofi

Sichtschutz-Wände schirmen vor neugierigen Blicken ab und trotzen kühlen Windböen. Darüber hinaus helfen sie aber auch, einen heimeligen Raum zu schaffen.

Wer Wert auf einen besonders natürlichen Sichtschutz legt, ist mit einer klassischen Hecke aus Eibe oder Buche gut beraten. Auch weniger formale Varianten aus locker gepflanzten Sträuchern wie Kirschlorbeer, Forsythie oder Schlehe sind denkbar. Allerdings dauert es, bis diese Pflanzen eine ansehnliche Größe erreichen. Startet man direkt mit hohen Sträuchern, ist das oft sehr teuer.

Sofort die richtige Höhe besitzen Holzpalisaden oder Zäune aus Bambus, geflochtener Weide oder Reisig. Auch mit Steinen gefüllte Gabionen kommen infrage. Sie bieten zusätzlich sogar etwas Lärmschutz. Allerdings kann durch einen mannshohen Sichtschutz gerade in kleinen Gärten schnell ein Gefühl von Enge entstehen.

Alternativ bieten sich hohe Kübelpflanzen oder berankte Gitter an, um ein Freiluftzimmer zu gestalten. Kletterpflanzen wie Prunkwinden oder Clematis wirken dabei neben immergrünem Efeu und hohem Bambus besonders attraktiv. Außerdem kann der Sichtschutz mit solch mobilen Pflanzen jederzeit neu arrangiert werden.

Soll die Terrasse nur manchmal vor neugierigen Blicken geschützt werden, können auch ausziehbare Markisen verwendet werden. Sie verstecken sich in einer schmalen Kassette an der Hauswand, so lange sie nicht benötigt werden.

Den richtigen Sonnenschutz finden

Ein Sonnenschirm ist ein günstiger und dennoch stylischer Schutz. Sonnenschirm Brent von Loberon.
Ein Sonnenschirm ist ein günstiger und dennoch stylischer Schutz. Sonnenschirm
Brent von Loberon.
Foto: Loberon

Wohnen im Garten bedeutet, einen Raum zu schaffen, damit es heimelig wird. Dazu gehört auch ein Schutz von oben. Zu den Klassikern zählen Sonnenschirme und Sonnensegel. Ihr Vorteil ist, dass sie flexibel eingesetzt werden können. Allerdings sind sie sehr windanfällig.

Ausfahrbare Markisen und Pavillons sind da schon robuster. Noch stabiler wird es mit Überdachungssystemen aus Holz oder Metall. Sie bieten Schutz vor Wind und Wetter, sodass sich die Terrasse das ganze Jahr über nutzen lässt. Allerdings sind diese Varianten meist sehr teuer.

Wer es gerne natürlich mag, kann auch zwei schattenspendende Bäume neben der Terrasse pflanzen. Es sollten kleinkronige Hochstämme und am besten keine Obstbäume sein. Am Ende des Frühjahrs segeln sonst zunächst die Blütenblätter in den Kaffee und später die Früchte selbst, was zudem reichlich Insekten anlockt. Alternativ kann auch eine Pergola mit Kletterpflanzen berankt oder die Äste von Platanen zu einem geschlossenen Dach gezogen werden.

Ein Sitzplatz mitten im Garten

Zwischen üppigen Blumenbeeten sitzt es sich besonders romantisch.
Zwischen üppigen Blumenbeeten sitzt es sich besonders romantisch.
Foto: Shutterstock

Ein Sitzplatz weiter entfernt vom Haus hat oft eine besonders romantische Ausstrahlung. Um ihn wohnlich zu gestalten, gelten dieselben Regeln wie bei einer hausnahen Terrasse. Allerdings wirkt hier eine blühende Rabatte mit hohen Gräsern, kompakten Stauden und duftenden Kräutern als Sichtschutz viel natürlicher und einladender als hohe Zaunelemente. Mit einem hohen Baum als Sonnenschutz kann man der Natur kaum näher kommen.

Möbel für kleine und große Gärten

Leichte, stapelbare Stühle ziehen bei Bedarf einfach von drinnen nach draußen um. Stühle Landi von Vitra.
Leichte, stapelbare Stühle ziehen bei Bedarf einfach von drinnen nach draußen um.
Stühle Landi von Vitra.
Foto: Vitra

In einem großen Garten ist oft Platz für mehrere Sitzmöglichkeiten. So kann die hausnahe Terrasse mit Tisch und Stühlen zum Grillen genutzt werden und ein Platz am anderen Ende des Gartens mit Loungesofa oder Sonneninsel zum entspannten Relaxen.

Aber auch kleine Gärten profitieren von mehreren Sitzplätzen, die neue Blickachsen ermöglichen. Zusätzlich zur Tisch-und-Stühle-Kombi auf der Terrasse kann ein Strandkorb im Garten aufgestellt werden. Er ist bereits ein in sich geschützter Raum und benötigt viel weniger Platz als eine zweite Terrasse. Aber auch Gartenbank oder Hängematte ermöglichen eine andere Sicht auf den Garten. Oder wie wäre es mit einer Baumbank?

Wenn der Garten mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten zu vollgestopft wirkt, können auch einfach besonders leichte Stühle für die Terrasse verwendet werden. Sie ziehen dann abends mit in den Garten, wo man unter dem Kirschbaum ganz entspannt ein Glas Wein genießen kann. Eine weitere Möglichkeit sind Klappstühle, die platzsparend im Schuppen verschwinden, solange sie nicht gebraucht werden.

Bei Sonnenliegen gilt, dass sie aus schwerem massivem Holz sein dürfen, wenn sie einen festen Platz im Garten beanspruchen. Sollen sie hingegen immer wieder neu der Sonne entgegen platziert werden, hilft ein leichtes Material, um sie gut bewegen zu können. Einige Liegen punkten auch mit Rädern und Griffen zur entspannten Suche nach dem richtigen Platz an der Sonne.

Wetterfeste Gartenmöbel

Holzmöbel verleihen der Terrasse einen besonders natürlichen Look. Gartengruppe Caracas von SAM.
Holzmöbel verleihen der Terrasse einen besonders natürlichen Look. Gartengruppe
Caracas von SAM.
Foto: SAM

Wer einen klassischen, besonders natürlichen Look bevorzugt, sollte zu Gartenmöbeln aus Holz greifen. Qualitativ hochwertige Modelle sind extrem robust und halten lange. Allerdings ist Holz pflegeintensiv. Es muss regelmäßig gereinigt und neu geölt werden, damit es nicht spröde wird oder fault. Bei tropischen Hölzern wie Teak sollte man unbedingt auf das FSC-Siegel oder den Blauen Engel achten. Sie garantieren, dass es sich um Holz aus einem Plantagenanbau handelt und der Regenwald nicht abgeholzt wurde. Achtung: Zertifizierte Tropenholzmöbel zu Spottpreisen gibt es nicht!

Ähnlich pflegeintensiv wie Holz sind Korbgeflechtmöbel aus Rattan, Bambus oder Schilf. Dafür bestechen sie mit einem besonders romantischen Aussehen, das gut in natürliche Landhausgärten passt.

Ebenfalls ein Klassiker sind Gartenmöbel aus Gusseisen. Sie sind mit einer schützenden Metallfarbe behandelt, aber nicht rostfrei. Sie verbreiten englischen Charme, sind aber sehr schwer und oft nicht gemütlich genug, um länger darauf zu sitzen.

Besonders leicht sind Möbel aus Aluminium. Durch ihr geringes Gewicht lassen sie sich problemlos an unterschiedlichen Plätzen im Garten einsetzen. Sie sind pflegeleicht und trotzen Hitze, Frost und Feuchtigkeit. Mit ihrer geradlinigen Optik passen Aluminiummöbel sehr gut in moderne Gärten. Allerdings können sie im Sommer extrem heiß werden.

Viele Aluminiummöbel sind heute mit Polyrattan umwickelt. Dieses künstliche Flechtmaterial aus Polyethylen ähnelt natürlichem Rattan, ist aber pflegeleicht und ungemein witterungsbeständig. Zudem sieht es sehr elegant aus. Gartenmöbel aus Polyrattan haben noch dazu dicke, abnehmbare Polster, was vor allem die großen Loungesofas besonders komfortabel macht. Einziges Manko: Hochwertiges Polyrattan ist teuer.

Die preisgünstigsten Gartenmöbel bestehen aus Kunststoff. Sie sind besonders pflegeleicht und widerstandsfähig. Zudem können sie mit ihrem geringen Gewicht gut transportiert werden.

Egal für welches Material man sich entscheidet – alle Möbel bleiben länger schön, wenn sie im Winter untergestellt werden.

Geeignete Bezugsstoffe für Gartenmöbel

Polster bleiben länger schön, wenn sie nachts trocken gelagert werden. Lounge-Serie Moretti von Mirabeau.
Polster bleiben länger schön, wenn sie nachts trocken gelagert werden. Lounge-Serie
Moretti von Mirabeau.
Foto: Mirabeau

Um Stoffe vor UV-Strahlung und Nässe zu schützen, werden sie für den Outdoor-Bereich mit einer extra Schutzschicht versehen. Sie besteht zumeist aus PVC oder Polyester und verhindert zudem, dass Staub und Schmutz in das Gewebe eindringen. Gleichzeitig macht es den Bezug reißfest und strapazierfähig. Solche wasserresistenten Stoffe fühlen sich allerdings oft wenig kuschelig an.

Wer seine Polster nachts nach drinnen holt oder sie in einer speziellen Auflagentruhe lagert, kann ruhig auf weniger wetterfeste Stoffe zurückgreifen. Praktisch sind in jedem Fall abnehmbare Bezüge, die in der Waschmaschine gereinigt werden können.

Stimmungsvolles Licht

Eine Stand- oder Hängeleuchte verleiht der Terrasse Wohnzimmer-Charakter. Außenleuchten Plis von Vibia.
Eine Stand- oder Hängeleuchte verleiht der Terrasse Wohnzimmer-Charakter. Außenleuchten Plis von Vibia.
Foto: Vibia

So richtig gemütlich wird es im Outdoor-Zimmer erst, wenn mehrere kleine Lichtquellen installiert werden. Neben Tisch- oder Standleuchten, die heute im Design oft denen aus dem Wohnzimmer ähneln, bieten einige Hersteller auch illuminierte Hocker oder Beistelltische an.

Darüber hinaus bieten Spots, die besonders schöne Stauden oder Deko-Elemente anleuchten, einen spannenden Blick von der Terrasse aus in den Garten. Wenn man sie nicht fest installiert, können sie je nach Jahreszeit verschiedene Pflanzen betonen. Spots sollten dabei so platziert werden, dass man sie tagsüber nicht sieht und sie erst nachts ihre Wirkung entfalten. Wichtig ist, kühle LEDs zu verwenden. Lampen, die heiß werden, können den Pflanzen schaden.

Besonders märchenhaft wird die Atmosphäre im Garten mit Lampions, Lichterketten, Windlichtern, Fackeln oder Feuerkörben. Allerdings: Weniger ist oft mehr. Erst dunkle Bereiche lassen beleuchtete Plätze richtig wirken.

Besonders komfortabel sind Zeitschaltuhren oder Dämmerungsschalter, die die Gartenbeleuchtung genau zum richtigen Zeitpunkt anknipsen.

Auf einen Blick – den Garten wohnlich gestalten:

  • Eine Terrasse sollte mindestens 3 x 3 Meter groß sein.
  • Der Stil des Hauses bestimmt, ob der Bodenbelag aus Holz, WPC, Naturstein, Beton oder Fliesen ist.
  • Ein Sichtschutz schützt vor Blicken und Wind.
  • Ein zweiter Sitzplatz im Garten eröffnet neue Blickachsen.
  • Kleine Gärten profitieren von leichten Stühlen, die an unterschiedliche Sitzplätze mitgenommen werden können.
  • Ein Garten braucht mehrere kleinere Lichtquellen, um wohnlich und gemütlich zu wirken.

Foto im Aufmacher: Shutterstock

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