Welcher Grill auf dem Balkon erlaubt ist

von KATJA KEWERITSCH - 12.04.2018

Gas, Strom oder doch die geliebte Holzkohle? Fast alles ist möglich - so lange du Rücksicht auf die lieben Nachbarn nimmst.

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Gibt es ein Grillrecht?

Leider nein. Allerdings gibt es eine lange Reihe an Gerichtsurteilen über Streitigkeiten zu diesem Thema. In vielen Fällen zeigten sich die Richter großzügig und verlangten schlicht gegenseitige Rücksichtahme – sowohl vom Grillhelden als auch vom genervten Nachbarn. Generell gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Stell dich also gut mit deinen Nachbarn: Achte darauf, dass kein Rauch in andere Wohnungen zieht und feiere nicht jedes Wochenende mitternächtliche Grillpartys. Dann steht deiner sommerlichen Bruzzelsaison nichts im Wege.

Darf auf jedem Balkon gegrillt werden?

Ganz klares Ja. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn im Mietvertrag das Grillen verboten ist, musst du dich daran halten. Sonst droht eine Abmahnung oder sogar die Kündigung. Außerdem darfst du nicht grillen, wenn ein anderer dadurch unzumutbar beeinträchtigt wird. Beispiel: Es zieht besonders viel Qualm in die Wohnung deines Nachbarn. Das wäre ein Verstoß gegen das Immissionsschutzgesetz und könnte als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bestraft werden. Grund: Beim Grillen mit Holzkohle wird Kohlenmonoxid freigesetzt, was bei schlechter Lüftung zu einer Vergiftung führen kann.

Kohle, Strom oder Gas: Welcher Grill auf dem Balkon erlaubt ist

Wenn es in deinem Mietvertrag oder der Hausordnung keine besondere Regelung gibt, darfst du grillen, wie du lustig bist. Allerdings gilt immer das Gebot der Rücksichtnahme: Am besten sprichst du mit deinen Nachbarn, bevor es zu Streitigkeiten kommt. Auf der sicheren Seite bist du in jedem Fall mit einem Elektro- oder Gasgrill und Aluschalen. Da kein Rauch entsteht, belästigst du auch niemanden. Den Geruch von gegrilltem Schweinebauch müssen selbst vegane Nachbarn aus Gründen der gegenseitigen Rücksichtspflicht im ortsüblichen Maß ertragen.

Wie oft auf dem Balkon gegrillt werden darf

Tja. Das ist so eine Sache. Leider gibt es keine deutschlandweite Regelung. Das Amtsgericht Berlin-Schöneberg geht beim Grillen von 25 Mal jährlich bis maximal 21 Uhr aus. Das Landgericht Aachen sagt zweimal monatlich zwischen 17 und 22.30 Uhr ist okay. Das Oberlandesgericht Oldenburg erlaubt sogar allabendliches Grillen bis 22 Uhr, wobei es viermal jährlich auch bis 24 Uhr gehen darf. Aber ganz egal, wo du wohnst: Über all dem thront das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. Sprich mit deinen Nachbarn. So findet ihr am ehesten eine Lösung.

Grillen, Ruhezeiten und Lautstärke

Streitigkeiten zwischen Nachbarn entstehen oft weniger wegen des Geruchs oder Qualms beim Grillen als aufgrund der Lautstärke. Klar hilft es, wenn du deine nächste Grillparty bei den Nachbarn ankündigst. Aber wer weiß schon, ob dann wirklich Grillwetter ist. Und oft ergibt sich so etwas ja auch spontan. Generell darfst du auf deinem Balkon feiern, lachen und dich unterhalten wann du willst. Aber dir sollte klar sein, dass das jemanden stören könnte. Das Gebot der Rücksichtnahme gilt auch hier. Zur Zeit der Nachtruhe ab 22 Uhr muss es dann sowieso deutlich leiser werden. Entweder ihr flüstert nur noch oder geht gleich rein und macht drinnen weiter.

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