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Ratgeber: Die perfekte Wolldecke

von Katja Keweritsch

Eine Wolldecke aus Alpaka, Mohair oder Schurwolle: Hier liest du, was am meisten wärmt, was bei Pilling hilft und wie groß eine Wolldecke sein sollte.

 

In diesem Artikel:

  • Woran du eine qualitativ hochwertige Wolldecke erkennst
  • Die wärmste Wolldecke
  • Materialien für Wolldecken
  • Das hilft gegen Fussel und Pilling
  • Bei wie viel Grad kann ich meine Wolldecke in der Maschine waschen?Eine gute Standardgröße für eine Wolldecke
  • Kann man eine verfilzte Wolldecke retten?


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Woran du eine qualitativ hochwertige Wolldecke erkennst

Als besonders hochwertig gilt immer ein Wollanteil von 100 %. Dabei ist es egal, ob es sich um eine oder mehrere verschiedene Wollarten handelt. Viele Hersteller mischen beispielsweise Merino mit Kaschmir, um eine gleichzeitig besonders warme und weiche Decke zu erhalten. Auf dem Label sollte die genaue Materialzusammensetzung stehen. Bei Schafwolldecken zeigt das Wollsiegel, dass es sich um ein absolutes Naturprodukt handelt.

Die wärmste Wolldecke

Als besonders warm gilt die sogenannte Lopi, auch als Islandwolle bekannt. Sie stammt von den auf Island lebenden Schafen, deren Fell besonders dick und dicht ist. Schließlich können sie nur so den strengen Wintern dort trotzen. Allerdings kann es die Merinowolle aufgrund ihrer Beschaffenheit wunderbar mit der warmen Islandwolle aufnehmen. Ebenfalls super kuschelig: Alpakawolle. Da ihre Fasern innen hohl sind, können sie Wärme bis zu fünfmal so gut speichern wie Schafwolle.

Die Königin der warmen Wolldecken besteht allerdings aus einem Material, das auch als Gold der Arktis bezeichnet wird: Qiviut. Es ist ein Garn, das aus dem Winterfell des arktischen Moschusochsen gewonnen wird. Achtmal wärmer als Schafwolle und 400 Mal rarer als Gold, dabei leicht wie eine Feder – und was den Preis betrifft ein absolutes Luxusgut.

Materialien für Wolldecken

Alpaka: Alpakawolle stammt von einer in den Anden beheimateten, domestizierten Kamelrasse – den Alpakas. Ihre Fasern sind innen hohl. Deshalb können sie Luft und Körperwärme etwa fünfmal so gut speichern wie Decken aus Schafwolle – ideal für Frostbeulen. Die feine und leichte Wolle enthält kein Lanolin und eignet sich deshalb auch für Allergiker. Alpaka ist eine qualitativ ähnlich luxuriöse, etwas kostengünstigere Alternative zu Kaschmir.

Kamelhaar: Meist wird das sogenannte Baby-Hair von Jungtieren verwendet, weil es besonders weich und flauschig ist. Auch die Farbe zwischen weiß und naturblond ist sehr beliebt und wird selten überfärbt. Die Tiere werden dafür übrigens nicht geschoren. Sie verlieren im Frühling ihr Winterfell. Diese etwa fünf Kilo pro Tier werden eingesammelt und weiter verarbeitet.

Kaschmir: Die zarte Unterwolle der Kaschmirziege gilt als weichste Wollfaser. Sie ist ein echtes Luxusgut, da von jeder Kaschmirziege jährlich nur etwa 200 Gramm der besonders wärmenden Wolle gewonnen werden kann. Und zwar nicht durch Schur, sondern durch Auskämmen. Kaschmirwolle hat einen edel glänzenden Schimmer und fühlt sich fast seidig an. Eine Decke aus Kaschmir ist so fein, dass du sie durch einen Fingerring ziehen kannst.

Merino: Merinoschafe sind Wollproduzenten im großen Stil: Von jedem Schaf lassen sich bis zu zehn Kilogramm Wolle jährlich gewinnen. Das ist der dreifache Ertrag anderer Rassen. Merinowolle ist sehr dicht und deshalb besonders wärmend. Und: Sie kratzt nicht. Viele Merinoschafe sind weiß. Deshalb eignet sich ihre Wolle besonders gut zum Färben mit Pastelltönen.

Mohair: Die Wolle der Angoraziege ist sehr lang und kraus. Das gibt den meist farbenfrohen Mohair-Decken immer einen ganz besonderen Look. Die einzelnen Fasern sind elastisch, filzen nicht und leiten Feuchtigkeit gut ab. Ihr Volumen kannst du jederzeit durch zartes Bürsten neu auffrischen.

Schafwolle: Unter den Wollfasern ist Schafwolle die preiswerteste. Trotzdem gilt sie als besonders temperaturausgleichend und warm. Schafwolle kann bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich klamm anzufühlen. Deshalb eignen sich Schafwolldecken auch prima als Füllung für Bettdecken. Qualitativ besonders hochwertige Wolle liefern Merino-Schafe. Noch weicher wird es mit Lammwolle, die man bei der Schur im ersten Lebensjahr erhält. Schurwolle bezeichnet übrigens Schafwolle, die keinen weiteren Fertigungsprozess durchlaufen hat.

Das hilft gegen Fussel und Pilling

Ganz verhindern lässt sich Pilling leider nicht. Aber du kannst die lästigen Knötchen entfernen: entweder mit einem speziellen Wollkamm oder einem elektrischen Fusselrasierer. Don’t: die Knötchen einfach abreißen. So könntest du das Garn beschädigen oder das Maschenbild verziehen.

Bei wie viel Grad kann ich meine Wolldecke in der Maschine waschen?

Bis 30 Grad geht in Ordnung. Viele neuere Waschmaschinen stellen sich selbst auf diese Temperatur ein, wenn du das Wollprogramm deiner Maschine einschaltest. Heißer sollte es nur dann werden, wenn die Waschanleitung auf dem Etikett das hergibt. Wichtig: Spezielles Wollwaschmittel verwenden. Und nie niemals nicht solltest du deine Wolldecke in den Trockner stopfen – es sei denn, du möchtest einen neuen Topflappen haben.

Eine gute Standardgröße für eine Wolldecke

Um dich gemütlich in deine Wolldecke einkuscheln zu können, sollte sie mindestens 130 x 170 cm groß sein. Das ist die kleinste der gängigen Standardgrößen. Falls du gerne zu zweit kuschelst, kannst du dich auch für eine Wolldecke in den Maßen 130 x 180 cm oder 140 x 200 cm entscheiden. Fast alle Wolldecken werden in einer dieser drei Standardgrößen angeboten.

Kann man eine verfilzte Wolldecke retten?

Wenn deine Wolldecke eingelaufen ist und nun die verfilzte Größe eines Topflappens besitzt, lautet die Antwort leider: nein, nicht ohne wahrhaftige Zauberei. Geht es nur um eine leichte Verfilzung, kannst du es mit folgenden Tricks aus Großmutters Schatzkiste probieren (der Erfolg hängt unter anderem von der Wollart und dem Grad der Verfilzung ab):

  • Leg deine Decke über Nacht in viel Haarkur oder Conditioner ein, lauwarm ausspülen, in der Badewanne aufrollen und dabei ausdrücken, am Ende horizontal zum Trocknen aufhängen.
  • Das Gleiche mit Milch probieren.
  • Leg die Decke mindestens 24 Stunden in das Einweichwasser weißer Bohnen. Danach gut ausspülen und leicht in Form ziehen.
  • Die Wolldecke in Essig waschen, trocknen, noch einmal 30 Minuten in Wasser mit 2 EL Essigessenz einlegen, in ein Handtuch einwickeln, feucht in einen Plastikbeutel stecken und 24 Stunden lang ins Gefrierfach packen, in einem Handtuch liegend auftauen.
  • Die feuchte Wolldecke in den Wäschetrockner legen, diesen auf Lüften oder Kaltluft stellen und anmachen.

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