Wohnbasics

Plissees, Rollos, Jalousien für Sichtschutz und Verdunkelung

von Katja Keweritsch

Was kann ein Rollo besser als ein Plissee? Wie bekomme ich trotz Hitzeschutz viel Licht ins Zimmer? Und was verdunkelt am besten? Unser Ratgeber verrät’s.

In diesem Artikel:

1. Rollos: passen immer, bieten Sichtschutz und Verdunkelung
2. Plissees: ideal für schwierige Fensterformen
3. Jalousien: Lichteinfall nach Maß
4. Was ist das Beste für Sonnenschutz?
5. Was ist das Beste für Sichtschutz – tagsüber und abends?
6. Was ist das Beste für Verdunkelung?

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Die Architektur moderner Neubauten spielt zurzeit mit großzügigen Fensterfronten. Aber auch klassische Altbauten haben oft riesige Glasscheiben. Damit du dich in deinen vier Wänden nicht wie im Aquarium fühlst, muss ein Sichtschutz her: Innen am Fenster kannst du dabei zwischen Rollos, Plissees und Jalousien wählen.

Faltrollo im Wohnzimmer
Das Faltrollo Highland von JAB Anstoetz lässt einen Raum mit hohen Fenstern gleich wohnlicher wirken.
Foto: JAB Anstoetz
Seitenzugrollo als Sichtschutz im Badezimmer
Das Seitenzugrollo Blue Ink von JAB Anstoetz verschwindet in einer unauffälligen Kassette, wenn es nicht gebraucht wird.
Foto: JAB Anstoetz

1. Rollos: passen immer, bieten Sichtschutz und Verdunkelung

Eines haben die unterschiedlichen Rollo-Modelle gemeinsam: Du wickelst immer einen Stoff über eine Tuchwelle und rollst ihn bei Bedarf wieder ab – daher der Name Rollo. Ganz einfache Modelle verfügen über eine Seitenzugbedienung, bei der sich die Welle mit einer seitlich angebrachten Schnur oder Kugelkette stufenlos bewegen lässt. So ziehst du das Rollo genau in die Höhe, die du möchtest.

Dynamischer wird es mit Spring- bzw. Schnapp-Rollos. In ihre Tuchwelle ist eine Feder integriert, die beim Abrollen gespannt wird. Meist arretierst du sie, indem du einmal kurz am Rollo ziehst, wenn du möchtest, dass es auf einer Höhe bleibt. Zum Öffnen ziehst du dann erneut und das Rollo springt nach oben. Genauso funktionieren auch einrastende Rollos an Dachfenstern. Allerdings stehen sie ständig unter Spannung und benötigen deshalb Häkchen zum Festklemmen.

Eingerollte Rollos sehen oft ein wenig kahl aus. Die Lösung: eine Kassette, die sie zudem vor Staub schützt. Allerdings können solche Kassetten ganz schön aufdringlich wirken, wenn sie ein besonders dickes Rollo schützen. Du kannst sie aber gut hinter einem Vorhang verstecken. Je nach Höhe des Fensters kannst du ein Rollo an der Wand oder der Decke anbringen. Es gibt aber auch Modelle, die direkt auf dem Fenster montiert werden können, teils sogar ohne Bohren – ideal für Mietwohnungen. Allerdings solltest du hier vorab testen, ob sich das Fenster mit Tuchwelle noch ganz öffnen lässt.

Die schöne Schwester der Tuchwellen-Rollos: das Falt- oder Raff-Rollo. Hier wird der weiche Stoff beim Hochziehen mit einer Seitenbedienung in Falten gelegt. Das Ganze wirkt eher wie eine Gardine und verleiht dem Raum gleich eine wohnliche Atmosphäre.

Vorteil eines Rollos:

  • Passt eigentlich immer, da es viele verschiedene Anbringungsarten gibt, auch ohne Bohren.
  • Bietet je nach Material ausschließlich Sichtschutz bis hin zu mittlerer bis starker Verdunkelung.

Nachteil eines Rollos:

  • Wenig flexibel bei individuellen Fensterformen, es sei denn, man beauftragt eine Sonderanfertigung.

Plissees können auch ohne Bohren angebracht werden
Das Plissee Pisa von Teppstore kommt ganz ohne Bohren und Schrauben aus – Klemmträger machen es möglich.
Foto: Teppstore

2. Plissees: ideal für schwierige Fensterformen

Vom Rock ans Fenster: Plissees haben es von der Mode ins Interior Design geschafft. Ihr Name stammt aus dem Französischen, wo plisser falten bedeutet. Und genauso sehen sie aus: Plissees bestehen aus einer Stoffbahn mit eingebügelten Falten, die du wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen und wieder zusammenstauchen kannst. Dabei ist der Effekt dauerhaft: Plissees überstehen sogar eine 30°-Wäsche.

Plissees werden an Schnüren direkt ins Fenster montiert und eignen sich deshalb besonders für schwierige Fensterformen – vom Rundbogen übers Trapez bis hin zum Sechseck. Dabei kannst du dein Plissee entweder auf dem Fensterrahmen verschrauben oder ohne Bohren in die Glasfalz klemmen – perfekt für Mietwohnungen.

Frei hängend oder verspannt – zwischen diesen beiden Varianten kannst du wählen. Dabei werden die Seile von verspannten Plissees nicht nur oben, sondern auch unten im Fenster befestigt. So kannst du sie von beiden Seiten schieben: von oben und unten. Auf diese Weise kannst du genau einstellen, welchen Teil der Glasscheibe du verdecken möchtest.

Die Besonderen: Wabenplissees. Statt einer sind hier zwei Stoffbahnen miteinander verbunden, wodurch eine Wabenoptik mit toller Energiebilanz entsteht. Denn: Diese Luftkammern schützten im Sommer vor Hitze und halten im Winter die Wärme im Raum. Was das Material angeht: Plissees bestehen meist aus synthetischen Textilien, weil die Falten hier länger halten. Aber auch natürliche Stoffe wie Baumwolle oder edle wie Satin oder Jacquard gibt es im Handel - von den unterschiedlichsten Farben und Motiven einmal ganz abgesehen.

Vorteile von Plissees:

  • Plissees passen auch bei sehr individuellen Fensterformen.
  • Man kann einstellen, welchen Teil der Glasscheibe man verdecken möchte.
  • Wabenplissees haben eine Doppelschicht und isolieren – im Sommer bleibt die Hitze draußen, im Winter die Wärme drinnen.

Nachteile von Plissees:

  • Plissees eignen sich nicht so gut für eine starke Verdunkelung.

Jalousettes werden direkt am Fenster befestigt
Die Jalousettes von Velux laufen in Seitenschienen und eignen sich so optimal für Dachfenster.
Foto: Velux Deutschland

3. Jalousien: Lichteinfall nach Maß

Licht wie es dir gefällt – das können Jalousien. Die bis zu 50 Millimeter breiten, horizontalen Lamellen sind durch einen Seitenzug verbunden und können verstellt, teils sogar komplett gewendet werden. So kannst du den Lichteinfall selbst regulieren – optimal, wenn du blendfrei arbeiten, es aber dennoch schön hell haben möchtest.

Jalousien kannst du sowohl innen als auch außen vor deinen Fenstern anbringen. Sogar für den Scheibenzwischenraum gibt es Modelle. Mit einer Zugschnur oder Kurbel werden sie hoch- und runtergelassen. Die Lamellen kannst du mit einem Wendestab oder einer weiteren Schnur bewegen. Auch eine elektrische Steuerung ist möglich. Vorteil: Du kannst die Lamellen per Funk bequem vom Sofa aus steuern. Oder aber sie ändern je nach Wetterlage selbstständig ihre Position – Sonnen- und Windsensoren machen es möglich.

Speziell: Jalousien mit Variozone-Technik. Hier kannst du die Lamellen einzelner Abschnitte unabhängig voneinander öffnen oder schließen, um noch mehr Licht und Helligkeit bei optimalem Blendschutz zu erhalten. Ähnlich individuell funktionieren Jalousien mit beweglicher Ober- und Unterschiene: Schiebst du die Oberschiene am Fensterrahmen nach unten, kommt darüber viel Licht in den Raum und du kannst trotzdem unbehelligt nackig durch die Räume toben, wenn dir danach ist.

Aluminium, Holz und Kunststoff – das sind die gängigsten Jalousie-Materialien. Da Aluminium feuchtigkeitsresistent ist, kommt es oft im Bad oder der Küche zum Einsatz. Bedauerlicherweise ist es nicht auch schmutzabweisend. Denn: Jalousien sind leider äußerst mühselig zu reinigen. Jede Lamelle muss einzeln abgebürstet werden. Gegen das Aschenputtel-Gefühl helfen zwar spezielle Lamellenbürsten mit einem Aufsatz aus Microfaser. Aber irgendwann führt kein Weg mehr um ein warmes Wannenbad mit Neutralreiniger herum. Danach sehen deine Jalousien allerdings wieder aus wie neu.

Vorteile von Jalousien:

  • Optimaler Blendschutz (zum Beispiel im Arbeitszimmer) bei gleichzeitigem Lichteinfall

Nachteile von Jalousien:

  • Nicht zur kompletten Verdunkelung geeignet
  • Nur bedingt geeignet für außergewöhnliche Fernsterformen (Sonderanfertigung)

Kombination aus Verdunklungsrollo und Plissee
Kombi aus Verdunklungsrollo und Plissee: Das Verdunklungsrollo von Velux läuft seitlich in Schienen. So wird es zappenduster im Schlafzimmer. Tagsüber sorgt ein Plissee für blendfreies Licht.
Foto: Velux Deutschland

4. Was ist das Beste für Sonnenschutz?

Ganz generell: Es bleibt drinnen immer kühler, wenn Sonnenstrahlen erst gar nicht in den Raum kommen. Soll heißen: Jeglicher Schutz außen vor dem Fenster funktioniert besser als ein Schutz von innen. Die Hitze staut sich nämlich zwischen Rollo/Plissee/Jalousie und Glasscheibe und erwärmt so bereits das Zimmer. Eine Jalousie im Scheibenzwischenraum ist ein Mittelding. Sie hält die Hitze besser ab als ein Schutz von innen, aber schlechter als ein Rollo oder eine Jalousie von außen. Plissees für draußen gibt es bisher nicht.

Für ein Optimum an Sonnenschutz haben sich die Hersteller einiges ausgedacht: So gibt es beschichtete Rollos, deren Stoff rückseitig das Licht reflektiert, um so besser vor Hitze zu schützen. Bei Plissees kommen zwei Stoffbahnen in Wabenoptik zum Einsatz, deren Luftkammern sich den Sonnenstrahlen entgegenstellen. Und die Jalousie wandert gleich in den Scheibenzwischenraum.

5. Was ist das Beste für Sichtschutz – tagsüber und abends?

Mit Jalousien kannst du ganz flexibel einstellen, wie viel dein Nachbar sehen darf.

Sowohl Plissees als auch Rollos gibt es transparent, blickdicht und verdunkelnd. Transparente Stoffe lassen Licht hinein und wirken eher als Blendschutz – prima beim Arbeiten. Blickdichte Textilien schützen deine Privatsphäre: Wenn es draußen dunkel ist und drinnen das Licht brennt, können Passanten maximal Schemen in der Wohnung erkennen. Einen Mix bieten sogenannte Doppelrollos beziehungsweise Tag-Nacht-Modelle: Ein transparenter und ein blickdichter Stoff werden miteinander verspannt und lassen je nach Einstellung mal mehr und mal weniger Licht in den Raum.

6. Was ist das Beste für Verdunkelung?

Für alle, die es im Schlafzimmer zappenduster lieben: Verdunklungsrollos leisten hundertprozentigen Lichtschutz, vor allem wenn sie seitlich in Schienen laufen.

Auch Plissees gibt es mit einer abdunkelnden Beschichtung. Aber: Pechschwarz wird es nur mit Plissees, die auf dem Fensterrahmen angebracht sind. Bei Plissees in der Glasfalz scheint sowohl am Rand als auch durch die kleinen Löcher für die Schnüre meist ein wenig Licht. Wabenplissees lassen bei gleicher Montage zwar weniger Licht hindurch, kohlrabenschwarz wird es dennoch nicht – aber vielleicht ist das ja genau das, was du möchtest.

Auf einen Blick – alles über Rollos, Plissees und Jalousien

  • Bei Rollos wird ein Stoff über eine Tuchwelle gewickelt und wieder abgerollt – daher der Name. Spring- oder Schnapprollos funktionieren mit einer eingebauten Feder. Eine Kassette schützt eingerollte Rollos vor Staub.
  • Falt- oder Raffrollos wirken wie eine Gardine und verleihen dem Raum Wohnlichkeit.
  • Plissees bestehen aus einer Stoffbahn mit eingebügelten Falten, die du wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen und wieder zusammenstauchen kannst.
  • Durch die verstellbaren Lamellen der Jalousie kannst du den Lichteinfall ganz leicht regulieren – allerdings verdunkeln Jalousien nie vollständig.
  • Hitzeschutz funktioniert außen vor dem Fenster immer besser als von innen.
  • Transparente Plissees und Rollos lassen Licht hinein und wirken als Blendschutz.
  • Blickdichte Plissees und Rollos verwehren Blicke von draußen.
  • Verdunklungsrollos leisten hundertprozentigen Lichtschutz.
  • Mit Plissees wird es nur dann pechschwarz, wenn sie nicht in der Glasfalz montiert sind.

Foto im Aufmacher: Rollo Twinkle von JAB Anstoetz

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