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Die Petersburger Hängung – so funktioniert sie

von Christiane Tillmann

Ein Bild neben dem nächsten, aufgereiht, um zu beeindrucken. Die Petersburger Hängung macht ordentlich was her. Wir haben eine Anleitung für dich.

Petersburger Hängung, noch so ein geflügeltes Wort, das man zurzeit in jedem Einrichtungsblog und -magazin liest. Aber was genau steckt eigentlich dahinter? Bevor es an unsere Anleitung für deine persönliche Petersburger Hängung geht, kommt hier ein kleiner historischer Exkurs.

Die Petersburger Hängung - entstanden aus Platzmangel

Wie es die Bezeichnung bereits verrät, stammt die Petersburger Hängung aus Russland, genauer gesagt aus der berühmten Sankt Petersburger Eremitage. In dem ehemaligen Hauptsitz des Zaren, der heute ein Museum beherbergt, sind kostbare Meisterwerke von Malern wie Rembrandt, Rubens oder Matisse ausgestellt. Vermutlich auch, um der schieren Masse an Exponaten Herr zu werden (über 60.000 in 350 Sälen), wurden diese nah aneinander und bis unter die Decke aufgehängt. Weiterer Vorteil: Der Betrachter weiß vor so viel visuellen Reizen und Opulenz überhaupt nicht mehr, wohin er gucken soll, und ist von der goldenen Pracht ganz überwältigt. Auch heute noch kann man die Hängung in den Salons zahlreicher Schlösser besichtigen, weshalb sie auch als Salon-Hängung bezeichnet wird.

Petersburger Hängung
So sieht die Petersburger Hängung an ihrem Originalschauplatz aus – in der Eremitage in Sankt Petersburg.
Fotos: Shutterstock

Anleitung für die Petersburger Hängung

Petersburger Hängung Anleitung
Beispiel für eine Petersburger Hängung als symmetrische Galerie mit Postern von Pernille Folcarelli (li.) und für eine versetzte Hängung (Mi. und re.).
Fotos: Geliebtes Zuhause, WestwingNow, Home24

Mit diesen Tipps inszenierst du deine private Petersburger Hängung.

  • Die passende Wand: Für die Petersburger Hängung ist eine hohe und breite Wand ideal. Auch auf einfarbigen Wandfarben funktioniert die Hängung gut. So leuchten deine Bilder noch stärker. Aber: Muster als Untergrund sind zu wild. Markiere dir mit Malerkrepp oder Masking Tape eine obere und untere Linie innerhalb derer du deine Bilder positionieren willst. Achte besonders bei kleinen Räumen darauf, dass du die obere Linie nicht zu nah an die Decke setzt. Ideal ist es, wenn das Zentrum der Bilder auf Augenhöhe liegt.

  • Die Auswahl der Bilder: Im Prinzip geht alles. Besonders schön wird es aber, wenn bestimmte Muster oder Farben sich wiederholen. Oder du wählst einen Rahmen, der bei allen Bildern gleich ist. Dann können die Motive komplett unterschiedlich sein. Bevor du die Bilder aufhängst, legst du sie im Rahmen auf den Boden und arrangierst sie dann so, dass sie einen harmonischen Gesamteindruck ergeben. Harmonisch meint aber nicht, dass du die Bilder zu statisch anordnen solltest oder dass es nur Fotografien oder nur Gemälde etc. sein dürfen. Im Gegenteil: Bei der Petersburger Hängung ist die Deswegen trau dich und experimentiere mit unterschiedlichen Stilen und Größen, bis der Look für dich stimmt.

  • Die Bilder ausrichten: Du kannst du Bilder symmetrisch auf Kante hängen oder mit variablen Abständen zueinander an die Wand bringen. Hilfreich können senkrechte und waagerechte Hilfslinien sein, an denen du dich beim Bohren orientieren kannst. Identische Rahmen und Passepartouts wirken aufgeräumt. Wer das Gegenteil bevorzugt, mischt seinen Exponaten noch dreidimensionale Stücke wie kleine Konsolen oder Wandteller unter.Verändere deine Galerie, wann immer dir danach ist: Betrachte deine Petersburger Hängung als lebendiges, flexibles Konstrukt, dass du ganz nach Belieben ausbauen oder wieder schrumpfen kannst. Wechsele Bilder aus, die dich nicht mehr ansprechen, oder arrangiere sie in einem anderen Rahmen neu. Füge Souvenirs und Herzensdinge hinzu und mach deine Galerie damit zu einer ganz privaten Angelegenheit. Hier gibt es einfach immer viel zu gucken.

Foto im Aufmacher: Geliebtes Zuhause

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