Wohnbasics

Beleuchtung für den Flur

von Katja Keweritsch

Hell, funktional und trotzdem gemütlich – so sollte die Beleuchtung im Flur sein. Wir verraten, mit welchem Lichtkonzept das funktioniert.

In diesem Artikel:

  1. Helle Allgemeinbeleuchtung
  2. Akzentleuchten für Garderobe, Spiegel und Schlüsselbrett
  3. Stimmungslicht - so wird’s heimelig
  4. Mix it: direkte & indirekte Beleuchtung
  5. Das beste Licht für einen großen Flur

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Pendelleuchte im Flur
Links: In einem großen, hohen Flur wirken die beiden LP Grand Pendelleuchten von Louis Poulsen besonders beeindruckend. Rechts: Eine Textilkabelleuchte mit kleinem Glasschirm strahlt Licht in alle Richtungen ab – ideal für niedrige Flure.
Foto links: Louis Poulsen. Foto rechts: moebel.de / Wohnideen / Made in Design.

1. Helle Allgemeinbeleuchtung

Jeder Flur hat seine ganz eigenen Problemzonen. Deshalb sollten wir uns ihnen liebevoll annähern und die Vorteile ins rechte Licht rücken. Am besten beginnst du dabei mit einer hellen Allgemeinbeleuchtung: Sie hilft dir, bei ausreichend Licht sowohl deinen zweiten Handschuh als auch den heruntergefallenen Ohrring zu finden. Außerdem lässt sie deine Diele freundlich wirken.

Generell gilt: Je einheitlicher und gleichmäßiger die Allgemeinbeleuchtung ist, desto größer wirkt dein Flur. Das allein macht ihn zwar noch nicht gemütlich, aber du bekommst eine gute Übersicht. Keine gute Idee: Kleine Lampen, die unter der Decke kleben. Das wirkt so einladend wie das Wartezimmer beim Arzt. Außerdem lassen Deckenleuchten einen Raum niedriger erscheinen. Besonders flexibel bist du mit Strahlern an Seil- oder Schienensystemen. Allerdings wirken die oft recht kühl.

Wohnlicher wird es mit Pendelleuchten. Selbst kleinen Fluren stehen dabei mehrere gleiche Lampen gut - das schummelt ein bisschen größer. Allerdings musst du darauf achten, dass die Pendelleuchten das Licht ausreichend im Raum verteilen – sonst bekommt dein Flur Höhlencharakter. In niedrigen Dielen schafft ein Lampenschirm aus Glas Abhilfe oder eine Textilkabelleuchte ganz ohne Schirm.

2. Akzentleuchten für Garderobe, Spiegel oder Schlüsselbrett

Ein letzter Blick in den Flurspiegel bevor man das Haus verlässt – kaum jemand ist wohl uneitel genug, das zu unterlassen. Wenn du auf jeder Seite des Spiegels Wandlampen montierst, die warmweiß und weich leuchten, rückt dich das immer ins rechte Licht. Außerdem gewinnt dein Flur durch Wandleuchten an Tiefe und Eleganz. Effektverstärker: so genannte Up & Downlights.

Auch gegen lästiges Herumwühlen im Garderobenschrank hilft Licht. Du kannst hier ebenfalls mit Wandleuchten arbeiten, aber auch eine tief hängende Pendelleuchte kann als gezieltes Akzentlicht funktionieren. Bei großen Dielenschränken bietet sich oft auch eine zusätzliche Innenbeleuchtung an. Besonders unkompliziert: Bänder mit kleinen LED-Lämpchen, die einfach aufgeklebt werden.

Licht braucht Schatten, um zu wirken. Wie wäre es deshalb, wenn du besondere Ecken oder Bilder in deinem Flur mit einem Spot anstrahlst? So ist es immer hell genug, um stolperfrei vom Schlafzimmer in die Küche zu gelangen. Außerdem wird dein Blick jedes Mal auf besondere Lieblingsaccessoires gelenkt, was dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und deinen Flur aufwertet.

Links: Eine kleine Tischleuchte heißt mit ihrem warmen Licht jeden im Flur willkommen. Rechts: Mit einer Stehleuchte wie Mantis BS1 von DCW kannst du in einem großen Flur einen Lieblingsstuhl oder ein besonderes Accessoires in Szene setzen.
Foto links: moebel.de / Wohnideen / Made in Design.Foto rechts: DCW über www.light11.de.

3. Stimmungslicht - so wird’s heimelig

Stehen Kerzen und Windlichter im Wohnzimmer für eine romantische Stimmung, übernehmen diese Funktion im Flur kleine Leuchten. Da Helligkeit allein noch keine Atmosphäre schafft, brauchst du für einen heimeligen Eingangsbereich unbedingt zauberhaftes Stimmungslicht: entweder als Tischleuchte auf der Konsole, als Stehlampe neben einem Stuhl oder als Lichterkette am Treppengeländer. So kreierst du kleine Lichtinseln, die deinen Flur strukturieren und ihn weit und gemütlich wirken lassen.

Verwende für dein Stimmungslicht am besten sparsame LEDs, damit du die Leuchten ohne schlechtes Gewissen lange brennen lassen kannst. Zudem erhitzen sich LEDs kaum – praktisch für einen so unbeaufsichtigten Raum wie den Flur. Tipp: Für einen Farbtupfer sorgen LEDs mit Farbwechselfunktion.
Pendelleuchten Flur
Links: Die Pendelleuchten Toldbod von Louis Poulsen setzen die Bücherregale in Szene und bereichern den Flur mit ihrem indirekten Licht. Rechts: Wie Bonbons kleben die Deckenleuchten Scotch Club von Marset an der Decke und spenden ein warmes, direktes Licht.
Foto links: Louis Poulsen. Foto rechts: Marset über www.light11.de

4. Mix it: direkte & indirekte Beleuchtung


Nur rote Gummibärchen sind langweilig – der Mix macht’s! Ähnlich verhält es sich mit Licht im Raum. Erst das Zusammenspiel unterschiedlicher Beleuchtungsarten und der Wechsel von Licht und Schatten verleihen einem Zimmer Struktur und Atmosphäre. Bestes Beispiel: ein Mix aus direkter und indirekter Beleuchtung.

Eine direkte Allgemeinbeleuchtung braucht jeder Flur. Besonders kleine Eingangsbereiche wirken dabei durch eine flächige, helle, direkte Beleuchtung gleich großzügiger. Bei Fluren, die um die Ecke gehen, sollte der gesamte Bereich mit Lampen versehen werden. Dafür eignen sich entweder mehrere Pendelleuchten oder erweiterbare Strahler- und Spotsysteme.

Um sehr schmalen Dielen optische mehr Breite zu schenken, kannst du die Wände durch eine indirekte Beleuchtung betonen. Das kann eine Pendelleuchte über einem Regal sein, eine Tischlampe auf einer Kommode oder eine Wandleuchte neben der Garderobe. Tipp: Up & Downlights betonen dabei gleichzeitig die Breite und die Höhe des Raums.

5. Das beste Licht für einen großen Flur

Erstaunlich, aber wahr: Schwächen betonen funktioniert beim Einrichten oft hervorragend. Wo in der Mode kaschiert wird, zauberst du in deinem Zuhause Highlights. Beispielsweise bei einem schlauchartigen Flur. Statt ihn in verschiedenen Farben zu streichen oder mit Möbeln in unterschiedliche Bereiche zu unterteilen, kannst du seine Länge betonen und ihm einen geradezu herrschaftlichen Auftritt verleihen.

Klotzen statt kleckern – statt eine einzelne funzelige Deckenleuchte in der Mitte anzubringen, solltest du deinen Schlauchflur möglichst komplett ausleuchten. Dafür eignen sich z.B. Schienensysteme mit vielen Strahlern oder Spots. Durch die verstellbaren Leuchten kannst du gleichzeitig für unterschiedliche Lichteffekte sorgen: zur Wand oder an die Decke gerichtet sorgen sie für indirektes Licht, zur Garderobe oder auf ein Regal gedreht fungieren sie als Akzentlicht. Weiterer Vorteil: Spots passen sich unkompliziert neuen Situation an, wenn du deinen Flur gerne mal umdekorierst.

Statt der immer etwas nüchtern wirkenden Schienensysteme kannst du an einen Schlauchflur auch ganz verspielt herangehen - und zwar mit Kronleuchtern. Je mehr, desto beeindruckender. Falls dir die ganzen Glaskristalle zu kitschig sind: Es gibt moderne Kronleuchter, die mit einer streng reduzierten Optik überzeugen.

Natürlich funktionieren in einem großen Flur auch Pendelleuchten, schön hintereinander in einer Reihe montiert. Dabei gilt: Je weitläufiger der Flur, desto üppiger sollten auch die Lampen ausfallen - Mini-Taschen wirken an großen Frauen ja auch deplaziert. Manchmal helfen auch Bodenleuchten, einem besonders langen Flur Struktur zu verleihen – gerade wenn die Wände komplett weiß gestrichen sind, entsteht sonst manchmal der Eindruck, dass die Grenzen irgendwie verwischen. Mit einem gekonnten Mix unterschiedlicher Beleuchtungsarten wird dir das aber bestimmt nicht passieren.

Auf einen Blick – Beleuchtungstricks für jeden Flur

  • Je einheitlicher und gleichmäßiger die Allgemeinbeleuchtung ist, desto größer wirkt dein Flur.
  • Lampen, die direkt unter der Decke „kleben“, lassen einen Raum niedriger erscheinen.
  • Selbst kleinen Fluren stehen mehrere gleiche Lampen gut - das schummelt ein bisschen größer.
  • Dein Flur gewinnt durch Wandleuchten an Tiefe und Eleganz. Effektverstärker: Up & Downlights.
  • Akzentleuchten für Lieblingsaccessoires werten deinen Flur auf und zaubern bei jedem Durchqueren ein Lächeln auf dein Gesicht.
  • Verwende für Stimmungslichter sparsame LEDs, damit du die Leuchten ohne schlechtes Gewissen lang brennen lassen kannst.
  • Um sehr schmalen Dielen optische mehr Breite zu schenken, kannst du die Wände durch eine indirekte Beleuchtung betonen
  • Bei einem schlauchartigen Flur gilt: Betone die Schwäche und verleihe ihm einen herrschaftlichen Auftritt. Je mehr Lampen, desto besser.
  • Je größer der Flur, desto üppiger sollten auch die Lampen ausfallen.

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