Wohnbasics

Auf die Plätze, fertig, grillen! Klassiker und Newcomer-Grills

von Katja Keweritsch

Vom angesagten Smoker bis zum exotischen Dutch Oven: das Grill-1x1 für einen abwechslungsreichen Grill-Sommer.

Die nach Sommer riechen: Holzkohlegrills

Ein Holzkohlegrill mit Grillgut
Holzkohlegrills wie Klasen von Ikea machen inzwischen auch optisch etwas her.
Foto: Ikea

Traditionelle Griller schwören darauf: Holzkohle. Sie riecht nach Sommer und verleiht Fleisch, Fisch und Gemüse ein unverwechselbar rauchiges Aroma. Und das überall. Denn einen Holzkohlegrill transportierst du genauso problemlos auf deinen kleinen Balkon im siebten Stock, wie du ihn mit in den Park zum Grillen mit Freunden nimmst. Die Auswahl an Modellen ist dabei riesig: von einfachen To-Go-Varianten über Kugelgrills bis hin zu luxuriösen Outdoor-Stationen. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei.

Der größte Nachteil des Holzkohlegrills ist für echte Brutzler das eigentliche Grill-Erlebnis: Es dauert. Vom Ritual des Anzündens über das Durchglühen der Kohlen bis hin zum Auflegen des Grillguts kann schon ein Weilchen vergehen. Prima für eine laue Sommernacht mit Freunden. Nervig für ein schnelles Feierabend-Steak.

Um Stress mit den Nachbarn zu vermeiden, solltest du zudem dafür sorgen, dass sich die Rauchentwicklung in Grenzen hält. Kohle mit TÜV-Zeichen ist meist qualitativ hochwertiger und raucht weniger. Zudem solltest du zum Wenden des Grillguts eine Zange anstelle einer Gabel verwenden – so tropft weniger Saft in die Glut. Das ist auch besser für deine Gesundheit, da so weniger krebserregende Stoffe freigesetzt werden.

Sauber, gesund und prima für Balkone: Grillen mit Gasgrills

Ein Gasgrill auf einer Terrasse
Dank drei getrennt regelbarer Brenner kannst du mit dem Gasgrill Genesis E330 von Weber sowohl direkt als auch indirekt grillen.
Foto: www.weber.com

Ja, das Holzkohlearoma fehlt. Aber: In puncto Komfort nimmt es so leicht keiner mit einem Gasgrill auf. Egal ob du dich für ein luxuriöses Modell mit mehreren Brennern oder einen kleinen Picknickgrill zum Mitnehmen entscheidest – langes Warten auf durchgeglühte Kohlen entfällt. Je nach Modell wird die Grilltemperatur in wenigen Minuten erreicht. Außerdem kannst du die Hitze regulieren.

Bei einem Gasgrill erhitzt die Flamme eine Lavasteinplatte oder Winkelstäbe aus Metall. Das bedeutet, dass nicht direkt über der Flamme gegrillt wird. So kann kein Fett ins Feuer tropfen. Ein absolutes Plus für deine Gesundheit. Denn so werden keine krebserregenden Stoffe freigesetzt. Außerdem hat das Ganze einen netten Nebeneffekt: Gasgrills lassen sich wesentlich leichter reinigen. Du sparst dir das stundenlange Schrubben eines völlig verdreckten Rosts.

Mit einem Gasgrill klappt’s auch mit den Nachbarn: Da sich kein Rauch bildet, eignen sie sich prima für Balkone. Inzwischen gibt es auch kompakte Modelle, deren Gaskartuschen sich ganz klein machen. Selbst dem Grillen im Park steht nichts mehr im Weg: Transportable Gasgrills kannst du ganz bequem mit auf Reisen nehmen. Träumst du hingegen von einer großzügigen Outdoorküche, solltest du dir vor der Anschaffung auch Gedanken über eine trockene Unterbringung im Winter machen. Räder erleichtern dir den Transport an einen geschützten Platz, damit Rost keine Chance hat.

Ein Nachteil von Gasgrills: sie sind teuer. Kleine To-Go-Varianten gibt es zwar schon ab etwa 150 Euro. Bei den großen Terrassenmodellen hingegen gibt es nach oben fast keine Grenze. Dafür hast du keine weiteren laufenden Kosten, sobald du eine Gasflasche angeschlossen hast. Die hält nämlich wesentlich länger als ein Sack Holzkohle.

Mehr als ein Grill: der Gartenkamin

Ein Gartenkamin von Dick van Hoff
Der Outdooroven von Dick van Hoff kann alles: grillen, backen, kochen, braten und Wärme spenden.
Foto: www.weltevree.nl

Züngelnde Flammen und wohlige Wärme – ein Gartenkamin ist ein Grill. Und gleichzeitig viel mehr als das. Natürlich kannst du Fleisch, Fisch und Gemüse auflegen und es mit dem perfekten Raucharoma glühender Holzkohlen genießen. Oder dir einen zünftigen Eintopf kochen. Ein Grillkamin ist jederzeit sofort einsetzbar und muss nicht erst aus dem Schuppen geholt und aufgebaut werden. Je nach Modell bietet er dir viel Ablagefläche für Grillgut und Zubehör.

Ein weiterer Vorteil: Rauch zieht durch den Schornstein nach oben ab. So kannst du mit Freunden ganz nah am Kamin sitzen und in kühleren Nächten die Wärme genießen. Selbst im Winter ist Grillen möglich, während du dir gleichzeitig an den tanzenden Flammen die Hände wärmst. Ein Gartenkamin bleibt das ganze Jahr über draußen und beansprucht kein zusätzliches Winterquartier.

Bei Grillkaminen kannst du zwischen feststehenden, gemauerten Modellen und solchen aus Edelstahl wählen. Der Unterschied: Edelstahl-Grillkamine sind transportabel. Viele haben zum einfacheren Bewegen sogar Räder. Du kannst sie also ganz leicht der Windrichtung anpassen, so dass du immer optimale Bedingungen für dein Feuer hast.

Wenn du dir einen Grillkamin gönnen möchtest, lohnt sich in jedem Fall die Investition in ein hochwertiges Markenprodukt. Gerade Edelstahlmodelle sollten tatsächlich rostfrei und kratzbeständig sein. Nur so hast du wirklich lange etwas von diesem edlen Eyecatcher in deinem Garten.

Wie das duftet! Räuchern mit Smokern und Smokeboxen

Links: Fische im Smoker. Mitte: Ein schwarzer Smoker im Garten. Rechts: Eine Smokerbox.
Von links nach rechts: Dank extra großer Haken kannst du mit dem Smoker auch ganze Fische räuchern. Mit seinen großen Rädern lässt sich der Smoker No. 1 F50 überall im Garten parken. Die Smokerbox funktioniert sowohl auf einem Kohle- als auch auf einem Gasgrill. Alle Grills von Rösle.
Fotos: Rösle

Räuchern ist eine geruhsame Angelegenheit, die Fleisch und Fisch in perfekter Konsistenz hervorbringt – ideal für laue Sommernächte. Dabei besteht der Unterschied zum Grillen vor allem darin, dass die Speisen nicht direkt über der Glut oder dem Feuer liegen. Sie garen langsam in heißem Rauch. Das dauert seine Zeit, ist aber eine der schonendsten Zubereitungsarten überhaupt. In Amerika ist das Smoken unter dem Namen Barbecue (BBQ) bekannt.

Das Geheimnis des Räucherns: 1. Gewürzmischungen und Marinaden, in die Fleisch oder Fisch vorab eingelegt werden. 2. Das Rauchgut. Traditionell benutzt man Holzmehl oder -späne, aber auch Räucherchips kommen heute auf der heißen Glut zum Einsatz. Je nachdem, welches Rauchgut du benutzt, verändert sich der Geschmack deines Essens. So wird Ahorn mit seinem milden, leicht süßlichen Aroma meist für Schweinefleisch oder Geflügel benutzt, Buche gern für Fisch, Eiche für Lamm und Erle für Meeresfrüchte.

Das Räuchern klappt natürlich am besten mit einem echten Smoker. Bei diesen Räucheröfen sind Garkammer und Feuerbox voneinander getrennt. So können weder Fleischsaft noch Fett in die Glut tropfen, was besser für deine Gesundheit ist. Aber mithilfe einer Smokerbox kannst du auch auf einem normalen Kohle- oder Gasgrill räuchern. Dafür füllst du das Rauchgut in die Smokerbox aus Edelstahl oder Gusseisen und platzierst das Ganze auf dem Grill. Tipp: Wenn du die Späne vorher wässerst, verstärkt das den Rauch.

Grillzubehör: Was du wirklich brauchst

Grillgut auf einem Grill, das mit einer Grillzange gewendet wird
Eine Grillzange wie diese von Weber ist das wichtigste Grillzubehör überhaupt.
Foto: www.weber.com

Krallen für Pulled Pork? Ein Anzündstab? Oder ein Burger-Wender? Ganz ehrlich – die meisten Grillgadgets sind Geburtstagsgeschenke, die niemand braucht. Klar solltest du dir Krallen zulegen, wenn du fünfmal die Woche Pulled Pork isst. Für alle anderen gilt: überflüssig.

Das wichtigste Zubehör beim Grillen ist und bleibt: die Grillzange. Sie sollte lang genug sein, damit du dir nicht die Finger verbrennst. Ihre Schaufeln müssen das Fleisch gut greifen können. Sie sollte einfach zu handhaben sein und natürlich muss sie dir gefallen. Don’t: das Fleisch mit einer Gabel wenden. So verliert es Saft, der auf die Glut tropft. Es entstehen krebserregende Stoffe und du kaust später auf einem zähen Lappen.

Manche Grillhelden fühlen den richtigen Zeitpunkt fürs perfekte Medium-Steak. Allen anderen hilft ein Grillthermometer, um die Kerntemperatur zu messen. Besonders praktisch: Thermometer mit Funk. So musst du die Haube des Grills nicht ständig öffnen, um die Temperatur abzulesen. Außerdem kannst du dich auch mal kurz vom Grill entfernen, ohne den optimalen Zeitpunkt zu verpassen.

Ebenfalls wichtig beim Grillen: Handschuhe. Es gibt sogar welche, mit denen man glühende Kohlen anfassen kann, ohne sich die Finger zu verbrennen. Ansonsten tun es aber auch ganz normale Grillhandschuhe. Mit einer Dreiecksbürste kannst du den Grillrost später am besten reinigen.

Wer billig kauft, kauft zweimal. Das gilt für jegliches Grillzubehör. Es ist großer Hitze ausgesetzt. Da macht sich Qualität auf Dauer bezahlt. Ob du zu den Basics des Grillzubehörs noch einen Pizzastein, japanische Kochmesser, einen Gemüsekorb, Schaschlikspieße oder Krallen für Pulled Pork benötigst, hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Spaß macht das Ausprobieren zusätzlicher Gadgets in jedem Fall.

Grillen mal anders: Potjie, Feuertopf & Dutch Oven

Ein Feuertopf auf glühender Glut in dem Brot gebacken wird.
Im Feuertopf ft1 von Petromax kannst du sogar Brot backen.
Foto: Petromax

Sie schenken dir das ultimative Wild-West-Feeling: gusseiserne Töpfe, die in die glühenden Grillkohlen gestellt werden. In Amerika sind sie unter dem Namen Dutch Oven bekannt und waren schon bei den ersten Siedlern beliebt, die ihren Familienschatz oft per Testament weiter vererbten. In Südafrika nennt man solche Feuertöpfe Potjies und bereitet in ihnen ein traditionelles Eintopfgericht zu. Aber auch auf dem Balkan und sogar in Australien kennen und lieben die Menschen diese ursprüngliche Art der Essenszubereitung.

Feuertöpfe sind extrem lange haltbar und äußerst widerstandsfähig. Durch das schwere Gusseisen heizen sie nur langsam auf und garen so besonders schonend. Du kannst mit ihnen braten, schmoren, kochen und sogar frittieren. Sie speichern die Hitze lange und eignen sich mit zusätzlicher Glut auf dem Deckel sogar zum Brotbacken.

Wichtigstes Zubehör eines Feuertopfs: ein robuster Henkel für das sichere Heben des heißen Deckels. Zudem solltest du keinen zu großen Topf kaufen, nur weil einmal im Jahr das ganze Partyvolk bei dir aufschlägt. An normalen Tagen wirst du es zu schätzen wissen, wenn dein Feuertopf zum Abwaschen ins Spülbecken passt.

Auf einen Blick: Grillen für Profis und solche, die es werden wollen

  • Ein schnelles Feierabend-Steak klappt prima mit einem Gasgrill, weil er die richtige Grilltemperatur in wenigen Minuten erreicht.

  • Gasgrills sind leicht zu reinigen und rauchfrei – ideal für Balkone.

  • Grill & Chill mit Holzkohlegrills: Das Grillen dauert, schenkt dem Fleisch aber ein perfekt rauchiges Aroma und riecht nach Sommer.

  • Gartenkamine sind ein Eyecatcher im Garten: im Sommer schnell startklar zum Grillen, im Winter romantisch mit prasselndem Feuer.

  • Im Smoker gart Grillgut langsam in heißem Rauch – eine besonders schonende Art der Zubereitung.

  • Wer keinen Platz für einen Smoker hat, kann für einen ähnlichen Effekt eine Räucherbox auf einen normalen Grill legen.

  • Grillzubehör. Wirklich wichtig sind: Grillzange, Grillhandschuhe, Grillbürste und eventuell ein Grillthermometer.

  • Für das Wild-West-Feeling: ein rustikaler Feuertopf.

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