Lifestyle

WOHN.ZIMMER. oder „Stopp mit Nippes“

Das Wohnzimmer bildet wie das Kinderzimmer oft eine Wohnung im Kleinformat. Das Zentrum des Hauses. Hier verweilt man in der Regel am längsten und häufigsten, hier kommt die Familie zusammen, empfängt man Freunde und Bekannte, präsentiert man sein gesamtes Heim. Das Wohnzimmer ist das Herzstück, in dem viele Bedürfnisse befriedigt und viele Habseligkeiten untergebracht, gezeigt, genutzt, gesammelt werden. Und doch ersticken gerade hier die Möbel. Fernseher werden geschmückt, behangen und ins rechte Licht gerückt. Vieles richtet sich nach dem Fernseher, wo er steht, baut man drum herum. Und oft ist das die erste Frage: wo nur wird er stehen? Ein Wohnzimmer braucht im Kern eine Sitzgruppe, ein einzelnes Sofa lädt noch nicht zur Kommunikation, weil es ein Gegenüber dazu braucht - eine L-Form reiche schon aus, oder ein Hocker vis à vis. Couchtische kommen langsam aus der Mode, man wählt oft einzelne Quader, an jeder Sofaecke, oder man baut sich aus Paletten einen Tisch, oder legt eine Glasplatte auf zwei alte Koffer – alles ist möglich, selbst nur Beistelltische, auf denen je ein Lämpchen steht. Ein Teppich markiert die Sitz-Zone, wirkt einladend und gemütlich. Aber immer die Relationen beachten: Wie groß ist der Teppich im Vergleich zum Sofa? Oft muss die Sitzgruppe ein Stück weit auf den Teppich gestellt werden, sollte nicht mit den Füßen die Kante berühren. Wie klein sind die Pflanzentöpfe auf der Fensterbank in Relation zu den langen Fenstern? Braucht der Raum quer gehängte Spiegel, die Größe und Tiefe schenken? Immer, und besonders gilt das für das Wohnzimmer: Was ist das erste, das ich sehe, wenn ich diesen Raum betrete? Was beruhigt das Auge, was ist noch Deko und wertet die Einrichtung auf, was ist eher Überschuss und damit überflüssig? Wie unruhig wirken Bilder an der Wand, die nicht zusammen harmonieren? Bewusste Stilbrüche sind erlaubt, aber dann heißt es: Finger weg von zu viel Deko, Stopp mit Nippes. Möbel wirken schon für sich allein, zerstöre den Ausdruck nicht! Ein Sofa steht in der Regel an der großen Wand, die Tür im Blick und nicht im Rücken. Unter wie vielen Zierkissen erstickt das Sofa? Zu welchen Büchern im Regal würdest Du jederzeit erneut gerne greifen, weil Du Dich mit ihnen identifizierst? Wie viele Personen im Haushalt halten sich in diesem Zimmer auf? Wird einer arbeiten, während ein anderer vorm Fernseher sitzt? Welche Raumteiler sind möglich? Schiebe hin und her, nachdem Du alles aus dem Raum getragen hast, was nicht mehr hier hingehört. Habe keine Angst vor Leere, im Gegenteil. Genieße das, was Du siehst. Am einfachsten ist sogar ein leerer Raum, den man lediglich hier und da mit ein paar Lieblingsstücken bestückt. Bleibe in der Basis schlicht, aber experimentiere mit Dekorationen, die austauschbar sind: Kissen, Lämpchen, Schalen, Vasen u.a.. – Bist Du kein Freund von Bildern, entdecke vielleicht Fototapeten oder Tapeten in den Farben und Mustern, die Dir gefallen. Ebbe im Geldbeutel heißt nicht, nicht wohnen zu können, wie es gefällt. Es heißt lediglich, sich öfters nach Schnäppchen umzuschauen, auf Paradiesen wie Flohmärkten und Kleinanzeigen-Portalen. Hier gibt’s nichts von der Stange! Frage: Wie voll muss ein Wohnzimmer sein, damit es nicht leer oder ausladend wirkt?

Conni Köpp gewährt uns in den kommenden Wochen immer wieder exklusive Einblicke in die Texte ihres neues Buches "aufgeräumt leben", welches bald im Buchhandel erhältlich sein wird. WOHN.ZIMMER. ist der erste Teil der Reihe. 
 

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