Kolumne

Wohnen auf neun Quadratmetern: Das Cube-Project

Bilder via cubeproject.co.uk
Bilder via cubeproject.co.uk

Vierzig Quadratmeter – das klingt nach einer kleinen, aber gut geschnittenen Wohnung. Neun Quadratmeter – das klingt nach einem kleinen Zimmerchen in einer Studenten-WG. Oder, wenn man ein britischer Universitätsgelehrter ist, nach einem Haus für zwei Personen.

An einem Donnerstag im September machten meine Freundinnen und ich uns auf den Weg zum Möbel-Second-Hand unseres Vertrauens. Dort angekommen, verliebte meine Freundin T. sich sofort in ein altes, weiß-graues Küchen-Buffet. „Ich wollte schon immer so ein Vintage-Möbelstück in meiner Wohnung haben,“ schwärmte sie verzückt. Über den Preis war man sich schnell einig, nur die Frage des Abtransports bereitete uns Kopfzerbrechen. Wie bugsiert man ein zwei Meter hohes Küchen-Buffet samt drei Personen in einem VW Polo nach Hause? Klappt nicht. Wir liefen also mit dem charmantesten Lächeln und dem naivsten Augenaufschlag, zu dem wir fähig waren, zu einem grimmig dreinblickenden Mann mit einem Kleintransporter, der gerade seine alte Küchen-Ausstattung zum Second-Hand-Laden brachte. „Können Sie uns schnell dieses Küchen-Buffett nach Hause fahren? Biiitte!“ Wir müssen wohl ziemlich hilflos gewirkt haben, jedenfalls ließ sich der grimmige Mann erweichen und brachte das gute Stück zur Wohnung meiner Freundin. Dort angekommen, wurde das Buffet mit tatkräftiger nachbarschaftlicher Unterstützung aus dem Transporter gehievt und in die Küche getragen. Dann die Katastrophe: Es war zu breit und passte nicht in die Lücke, die meine Freundin dafür vorgesehen hatte. Den Tränen nahe schimpfte sie los: „Diese Wohnung ist einfach zu klein!!!“

Britisches Wohn-Projekt

Genau das könnte man sich auch beim Betreten des „Cube Project“ denken. Dabei handelt es sich nämlich um ein Mini-Haus-Projekt von Dr. Mike Page von der Uni in Hertfortshire, Großbritannien. Der gute Mann hat in Edinburgh ein 3x3x3 Meter großes, oder besser gesagt kleines, Holzhaus konstruiert, und behauptet, dass es folgende Funktionen ineinander vereint: Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer, Küche, Badezimmer, Toilette. Und das alles auf 27 Kubikmetern Wohnfläche? Dr. Page ist überzeugt: Eine einzelne Person (oder zwei, wenn sie sich sehr gern haben) können hier prima leben.

Clevere Raumaufteilung

Schauen wir uns das Haus doch mal genauer an. Gleich links neben der Eingangstür befindet sich der „Wohnbereich“. Dieser besteht aus einer Couch, die sich bei Bedarf auseinanderziehen lässt und zu zwei eigenständigen Sitzgelegenheiten wird, und einem kleinen, an einer Laufleiste montierten, verschiebbaren Tisch. So wird aus dieser Sofaecke ganz schnell ein Essplatz mit Tisch für zwei Leute. Über ein paar Treppenstufen gelangt man zum „1.Stock“ des Cubes. Hier befinden sich eine Toilette und eine Duschkabine sowie eine kleine Kochnische mit vier Kochplatten, einem Waschbecken, einem Kühlschrank, Arbeitsflächen und Hängeschränken. Gegenüber der Kochnische, eine Ebene höher, ist das Hochbett: 1,20 Meter breit und über ein paar Treppenstufen zu erreichen. Da es kein Treppengeländer gibt, ist der Aufstieg dorthin allerdings etwas wackelig. Ach ja, der nötige Stauraum findet sich in den Treppenstufen und in Wandschränken. Das war's. Zugegeben, diese Aufteilung ist clever, aber ich glaube, mir wären 27 Kubikmeter Wohnfläche auf die Dauer dann doch „zu klein“.

Einen 360° Eindruck vom „Cube Project“ gibt es hier.

Text: Miriam Kraus

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